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Japanischer Leichter Kreuzer Kiso (1/700, Tamiya) von Lars Scharff Drucken
Mittwoch, 07. Juni 2017 um 05:00

 

07.06.1942 - 75 Jahre Landung auf Kiska/Operation AL

 

Heute vor 75 Jahren, am 7. Juni 1942, wurden japanische Truppen auf der Aleuten-Insel Kiska angelandet und die Insel erobert. Der japanische Leichte Kreuzer Kiso beteiligte sich mit seinen Beibooten an der Landung und deckte diese (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Mit der Besetzung der Inseln Kiska und Attu erreichte die Operation AL ihr Ziel.

Das Original

Der japanische Leichte Kreuzer Kiso (木曾) war das fünfte Schiff der Kuma-Klasse. Ursprünglich sollten im 1917-Bauprogramm verbesserte Leichte Kreuzer der Tenryu-Klasse (3500 t) und eine neue Klasse von sehr viel größeren Spähkreuzern (7200 t) gebaut werden. Diese Pläne wurden geändert und stattdessen ein Kreuzer entworfen, der mit 5500 t Verdrängung zwischen diesen beiden Typen lag und beide Aufgaben erfüllen sollte: das Führen von Zerstörern, für das der 3500 t-Typ geplant war, und das Aufklären für die Flotte als Ersatz für den 7200 t-Typ. Die fünf Schiffe der Kuma-Klasse, Kuma, Tama, Kitakami, Oi und Kiso, waren die ersten dieser 5500 t-Kreuzer. Weitere sechs Kreuzer der Nagara-Klasse und drei der Sendai-Klasse sollten folgen, bevor die japanische Marine den 5500 t-Typ aufgab und zum Bau von Schweren Kreuzern überging.

Die Kuma-Klasse zeichnete sich durch eine sehr hohe Geschwindigkeit und eine schwere Torpedobewaffnung aus. Ihre Geschützbewaffnung war ebenfalls relativ schwer, aber sehr konventionell auf einem Deck aufgestellt, was den Feuerbereich eines Teils der Geschütze einschränkte. Die Kiso hatte, im Gegensatz zu den Schwesterschiffen, einen Hangar im Brückenaufbau. Davor wurde über dem Geschütz 2 eine anfangs drehbare, später über das Geschütz 1 verlängerte Startplattform angebracht. Diese wurde 1921 mit einer Gloster Sparrowhawk und eventuell einer Mitsubishi 1MF (Typ 10) erfolgreich getestet. Die folgenden Nagara- und Sendai-Klassen erhielten eine noch größere Brücke mit Hangar und eine Startplattform davor. Bewährt hat sich diese Anordnung nicht. Auf Kiso wurde die Startplattform schon 1922 wieder entfernt, der Hangar aber erst 1940. Sie wurde auch später nicht mit einem Katapult ausgerüstet, das ihre Schwesterschiffe Kuma und Tama sowie die Schiffe der beiden späteren Klassen erhielten. Kiso wurde nur im Bereich der Brücke modifiziert, um die Feuerleitung zu verbessern, außerdem wurde die Flak immer wieder verstärkt.

Die Kiso war 162,2 m lang, 14,2 m breit und verdrängte voll beladen 7094 t. Der Antrieb erfolgte mit zwölf Kesseln und vier Dampfturbinensätzen, die zusammen bei den Probefahrten 89.490 PS leisteten, womit 34,4 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand vor dem Krieg aus 444-450 Mann.

Bewaffnung 1942
7 x 14 cm L/50 Typ 3 (Einzellafetten)
4 x 2,5 cm L/60 Typ 96 (zwei Zwillingslafetten)
2 x 1,3 cm L/76 Typ 93 (Zwillingslafette)
8 x 61 cm Torpedorohre (vier Zwillingsrohre, 16 Typ 8-Torpedos)
40 Minen

Die Kiso wurde 1919-21 von Mitsubishi in Nagasaki gebaut. Sie wurde eventuell während der japanischen Intervention in den Russischen Bürgerkrieg eingesetzt und landete Truppen an der Pazifikküste Russlands. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs diente sie primär im Nordpazifik. Am 18. April 1942 beteiligte sie sich an der erfolglosen Suche nach den Trägern des Doolittle Raids. Dabei entdeckte sie aber das von Flugzeugen der USS Enterprise schwer beschädigte Wachboot Nr. 26 Nanshin Maru, barg die Besatzung und versenkte das Boot. Im Mai 1942 war Kiso an einer Aufklärungsfahrt zu den Aleuten beteiligt, im Juni 1942 war sie Flaggschiff des Landungsverbands auf Kiska. Bei Kiska erhielt sie am 14. Juni Nahtreffer durch Consolidated PBY Catalina-Flugboote. Sie diente danach weiter im Norden, u.a. geleitete sie Versorger zu den Aleuten und am 29. Juli 1943 evakuierte sie die japanische Garnison von Kiska. Danach diente sie im Südwestpazifik. Nahe Neuirlands wurde sie am 21. Oktober von australischen Bristol Beaufort durch einen Bombentreffer beschädigt, wodurch zwölf Mann der Besatzung starben und ein Maschinenraum ausfiel. Nach der Schlacht von Leyte half sie, die Truppen auf den Philippinen zu verstärken. Dabei wurde sie am 13. November in Manila von Flugzeugen der Träger Hornet, Monterey, Essex, Ticonderoga, Langley, Enterprise und San Jacinto angegriffen und durch drei Bomben im Flachwasser versenkt. 98 Mann der Besatzung wurden getötet und 105 verwundet. Das Wrack wurde 1955 gehoben und 1956 in Manila abgewrackt.

Das Modell

Mein Modell soll den japanischen Leichten Kreuzer Kiso nach der Werftliegezeit im Januar 1942 darstellen, also so, wie er wahrscheinlich im Juni 1942 aussah. Ich habe das Modell aus dem Bausatz von Tamiya gebaut. Der Bausatz erschien ursprünglich 1983, ist aber von der Qualität her durchaus OK. Er stellt allerdings den Zustand von etwa 1924-33 dar.

Um den Zustand von 1942 darzustellen, sind einige Umbauten notwendig, überwiegend an der Brücke. Hier muss die Erweiterung des Hangars vorne an der Brücke weggelassen werden, außerdem muss die Rückwand der Brücke begradigt werden. Die Brücke selbst muss geschlossen werden, wofür ich fotogeätzte Leitern als Fenster und eine Plastikplatte als Brückendach verwendet habe. Zudem musste ich noch die Ausguckstände auf beiden Seiten der Brücke und die Funkbude unterhalb des Fockmasts auf der Erweiterung der Brücke ergänzen. Diese Teile bestehen aus Plastikplatten, genauso wie der Splitterschutz auf der Plattform vor der Brücke. Wie genau diese Plattform aussah, konnte ich den Fotos nicht eindeutig entnehmen. Auf vielen Modellen sieht man eine runde Plattform, ich habe sie eckig gelassen. Auf dem Dach der Brücke ergänzte ich noch einen Entfernungsmesser, der dem Bausatz bereits beiliegt (er ist für die Modelle der Kuma bzw. Tama gedacht). Die massive, sehr dicke Reling auf der Plattform hinter der Brücke ersetzte ich durch fotogeätzte Reling, die mit Persenning aus Weißleim versehen wurde. Dafür habe ich erst die Reling bemalt, dann Weißleim verdünnt in die Öffnungen gestrichen und nur von außen mit der Farbe des Persennings bemalt.

Am Fockmast selbst waren drei weitere Ausguckstände zu ergänzen, die aus Plastikstäben bestehen. Davor muss man aber noch die Rah von Teil B21 entfernen, an dessen Stelle kamen zwei der Ausguckstände. Die Topspiere beider Masten, wie die Rahe, sind aus Metall gebaut. Die Topspiere am Fockmast wurde beim Werftaufenthalt im Januar 1942 gekürzt und statt der zwei Rahe nur noch eines angebracht. Auf der Back hatte Kiso wahrscheinlich einen Wellenbrecher, aber das kann man auf den Fotos, die ich gefunden habe, nicht eindeutig erkennen. Ich habe ihn aus Plastikstreifen in der Art gemacht, wie ihn das Schwesterschiff Tama zur gleichen Zeit führte. Die Peilantenne aus Plastik wurde durch eine fotogeätzte von Tom's Modelworks ersetzt. Die Takelung erfolgte mit schwarzen 20 Denier UNI Caenis-Faden, der mit Hitze nachgespannt wurde.

Die Rohre für die 14 cm-Geschütze stamen von FlyHawk (gedrehte Messingrohre), die Rohrhosen stellte ich mit Weißleim dar. Ansonsten ersetzte ich nur noch die leichten Flak durch Teile von FineMolds. Statt der 8 cm-Flak (Teil B14) des Bausatzes kamen zwei 2,5 cm-Zwillinge an Bord (beim Original seit 1940 an Bord). Für die Flak vor der Brücke gibt es verschiedene Angaben. Laut Japanese Cruiser of the Pacific War von Eric La Croix und Linton Wells standen dort zwei 7,7 mm-Maschinengewehre, laut dem Model Art Waterline Special Nr. 29 stand dort eine 1,3 cm-Zwillingslafette (dank der Google Übersetzer App kann man ja inzwischen auch Japanisch "lesen"). Ich habe mich für letztere entschieden.

Bemalt habe ich die Kiso mit Acrylfarben von Vallejo Model Color. In Bezug auf das Tarnschema orientierte ich mich an Fotos, u.a. in Japanese Cruiser of the Pacific War sowie Light Cruisers Tenryu class, Kuma class, Yubari. Warships of the Imperial Japanese Navy und Japanese Cruisers, Ships of the World. Die Grundfarbe des Rumpfs ist mit 161 (836) Londongrau dargestellt, die Decks sind mit 136 (818) Rotes Leder bemalt. Als zweite Farbe des Tarnmusters habe ich 4 (820) Cremeweiss genutzt.

Hier noch meine aktuelle Sammlung an 5500 t-Kreuzern: Kuma, Kitakami, Kiso, Nagara, Isuzu, Abukuma und Jintsu.

Links ein Vergleich mit zwei Kreuzern aus dem Ersten Weltkrieg, HMS Chester und SMS Mainz. In der Mitte ein Vergleich mit zwei Leichten Kreuzern aus dem Zweiten Weltkrieg, Georges Leygues und USS Helena. Rechts ein Vergleich mit dem Lenkwaffenzerstörer USS Preble von 1960 und der modernen Fregatte Carlo Margottini.

Quellen

Lars