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Flugzeugträger USS Enterprise (1/700, HP Models) von Eberhard Sinnwell Drucken
Mittwoch, 18. April 2012 um 06:00

 

18.04.1942 - 70 Jahre Doolittle Raid

 

Heute vor 70 Jahren griffen B-25 Bomber, die von dem amerikanischen Träger Hornet gestartet waren, Tokio an - der Doolitte Raid (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die IG Waterline will die Trägerkampfgruppe Task Force 16 (TF-16), die diesen Angriff durchführte, als neues Gemeinschaftsprojekt bauen - und als Vergleich dazu auch die Carrier Strike Group 9 (CSG-9) von 2002/03 (siehe Gemeinschaftsprojekt Trägerkampfgruppe 1942 und 2002). Einen Teil der Modelle wird es zum ersten Mal auf der modell-hobby-spiel in Leipzig am 5. bis 7. Oktober 2012 zu sehen geben, das gesamte Projekt wird zum ersten Mal 2013 ausgestellt.

Der Flugzeugträger USS Enterprise sicherte während des Doolittle Raids zusammen mit den Geleitschiffen die Hornet, deren Flugzeuge wegen der B-25 auf Deck nicht gestartet werden konnten.

Das Original

Die Enterprise war das zweite Schiff der Yorktown-Klasse, die im Vergleich zum ersten von Anfang an als Träger gebauten Schiff der US Marine, der Ranger, eine deutliche Verbesserung darstellte und die Grundlage für die späteren Träger der Essex-Klasse bildete. Die Schiffe waren schnell und konnten 96 Flugzeuge mitführen - mehr als die größere Lexington-Klasse, die aber als Schlachtkreuzer begonnen wurde. Die Bewaffnung bestand nur aus 12,7 cm-Mehrzweck-Geschützen und leichter Flak, d.h. man war bereits davon abgekommen, die Schiffe wie Kreuzer zu bewaffnen. Allerdings erhielt sie eine Panzerung nach Kreuzerstandards (d.h. gegen Kreuzer-Artillerie). Der Hangar war allerdings Teil der Aufbauten und ungepanzert.

Die Enterprise war 251,38 m lang, 33,37 m breit und verdrängte voll beladen 25 484 ts. Der Antrieb bestand aus vier Parsons-Turbinensätzen sowie neun Kesseln und leistete 120 000 PS, womit 32,5 kn erreicht wurden.

Die Bewaffung bestand im April 1942 aus acht 12,7 cm L/38 Einzellafetten, vier 2,8 cm Vierlingsflak und 30 2 cm-Oerlikon Einzelflak. Sie führte 27 Wildcat Jagdflugzeuge, 37 Dauntless Sturzkampfbomber und 18 Devastator Torpedobomber mit.

Die Enterprise wurde 1934-38 von Newport News Shipbuilding gebaut. 1939 wurde sie Teil der Pazifik-Flotte und war bei dem japanischen Angriff auf Pearl Teil eines Geschwaders unter Halsey auf See, was gefechtsklar auf einem der möglichen Aufmarschwege der japanischen Flotte patrouillierte - allerdings dem falschen. Ein Teil ihrer Flugzeuge war aber an Luftkämpfen über Pearl Harbor beteiligt. Auf der Suche nach der japanischen Flotte versenkten ihre Flugzeuge am 10. Dezember 1941 das japanische U-Boot I-70. Vom 8. bis 25. April war sie am Doolittle Raid beteiligt, wobei ihre Flugzeuge japanische Vorpostenboote versenkten oder beschädigten.

Zusammen mit den Trägerkampfgruppen um die Schwesterschiffe Yorktown und Hornet war sie am 4. bis 7. Juli 1942 an der Schlacht von Midway beteiligt, wo ihre Flugzeuge bzw. Flugzeuge der Yorktown, die von ihrem Deck starteten die Träger Kaga, Atagi und Hiryu sowie den Schweren Kreuzer Mikuma versenkten. In der Schlacht bei den Ost-Salomonen vom 23. bis 25. August 1942 wurde die Enterprise schwer beschädigt, ebenso in der Schlacht bei den Santa-Cruz-Inseln am 26. Oktober 1942. Nach Abschluss der Reparaturen nahm sie an den Schlachten um Guadalcanal teil, wo ihre Flugzeuge eine Rolle bei der Versenkung von 16 Schiffen, darunter das Schlachtschiff Hiei, spielten. Am 30. Januar 1943 versuchten ihre Jäger die Kreuzer in der Schlacht von Rennel zu schützen, konnten aber die Versenkung der Chicago nicht verhindern.

In der zweiten Jahreshälfte 1943 wurde Enterprise überholt und modernisiert, wobei sie u.a. Torpedowulste erhielt. In den folgenden Monaten unterstütze sie diverse Landungen, ihren Flugzeugen gelang am 17. Februar 1944 bei einem Angriff auf Truk die ersten Schiffe radar-gestützt bei Nacht zu versenken. Am 19. Juni war sie an der Schlacht in der Philippinensee beteiligt. In der Schlacht in der Sibuyan-See am 24. Oktober waren ihre Flugzeuge mit für die Versenkung des Schlachtschiffs Musashi verantwortlich, am nächsten Tag nahm die Enterprise an der Schlacht bei Kap Engano teil. Ab Dezember 1944 war sie für Nachtoperationen ausgerüstet und unterstützte weitere Landungsoperationen. Am 18. März 1945 wurde sie von einer Bombe, am 11. April und 14. Mai von Kamikaze beschädigt.

Nach dem Krieg transportierte Enterprise Truppen von Europa zurück in die USA, am 17. Februar 1947 folgte die Außerdienststellung. Alle Versuche sie als Museumsschiff zu erhalten, scheiterten und sie wurde von 1958-60 in Kearny, New Jersey abgewrackt. Enterprise erhielt die Presidential Unit Citation, Navy Unit Commendation und 20 battle stars für ihre Einsätze im Zweiten Weltkrieg - und ist immer noch eines der berühmtesten Schiffe der US Marine.

Das Modell

Das Modell wurde aus dem HP Models-Bausatz gebaut. Mit dem Rumpf bin ich ganz zufrieden, hat er doch eine stimmige Form. Das Flugdeck hat zwar eine feine Oberflächenstruktur, aber an den Flakständen und auf der Unterseite doch einige Blaseneinschlüsse. Das Deck ist dreiteilig und hat die Klebestelle genau am vorderen und hinteren Aufzug. Dies bietet eine geringe Klebefläche. Die Aufzüge sind zu klein und passen nicht gut in die Öffnungen. Das Deck passt schlecht auf den Rumpf. Flugzeuge, Rettungsboote, Kräne und Flakgeschütze sind leider unbrauchbar.

Für die Lackierung des Schiffsrumpfes wurden WEM Farben verwendet. Das Modell ist im Schema 21 lackiert. Auf die Flugzeuge wurden ausschließlich Gunze Farben mit Airbrush aufgetragen. Die Abziehbilder der Flugzeuge sind von Starfighter und die fotogeätzten Teile wie Sturzflugbremsen, Landehaken, Propeller und Fahrgestelle sind von Flyhawk. Alle Flugzeuge stammen von Trumpeter. Dabei handelt es sich um F4F Wildcat, SBD Dauntless und TBD Devastator. Das Flugdeck ist erst mit holzbrauner Farbe und später mit Deckblue lackiert worden.

Die fotogeätzten Teile der USS Enterprise sind von WEM. Dabei stechen vor allem der Deckkran, der Windschutz und der Radar positiv hervor. Was man auf den Fotos nicht erkennen kann, ist, dass alle Hangartore mit einem Skalpell geöffnet und das gesamte Hangardeck mit Flugzeugen, Ersatzteilen und Kisten bestückt wurden. Die Besatzung wurde mit eduard Matrosen ergänzt.

Trotz dieser oben beschriebenen Herausforderungen, hat mir der Bau der USS Enterprise CV-6 sehr viel Spass gemacht.

Eberhard Sinnwell

Text über Original von Lars