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Amerikanischer Leichter Kreuzer Helena (1/700, Niko Models) von Lars Scharff Drucken
Samstag, 06. Juli 2013 um 06:00

 

06.07.1943 - 70 Jahre Schlacht im Kula-Golf

 

Heute vor 70 Jahren wurde der Leichte Kreuzer Helena in der Schlacht im Kula-Golf versenkt (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die US Marine kämpfte seit der Invasion von Guadalcanal im August 1942 in den Gewässern der Salomonen gegen die japanische Marine, wobei beide Seiten schwere Verluste erlitten. Die US Marine versuchte ihre Taktiken zu verbessern und 1943 kamen statt der langsam feuernden Schweren Kreuzer nur noch Leichte Kreuzer zum Einsatz, die durch Radar-geleitetes Schnellfeuer mit 15,2 cm-Geschützen in den Nachtschlachten die Oberhand gewinnen sollten. Dies gelang im Juli 1943 jedoch nicht: obwohl die amerikanischen Leichten Kreuzer schnell den Zerstörer Niizuki versenkten, wurde Helena durch den Gegenangriff der japanischen Zerstörer mit drei Torpedos versenkt.

Das Original

Die Helena war einer der beiden Leichten Kreuzer der St. Louis-Klasse, eine Weiterentwicklung der Brooklyn-Klasse. Die Brooklyn-Klasse war in Reaktion auf den Londoner Flottenvertrag entworfen worden, der einen Weiterbau von Schweren Kreuzern untersagte. Die US Marine war der Meinung, dass für die Weiten des Pazifiks nur ein Kreuzer mit maximal möglicher Größe (d.h. 10 000 ts Standardverdrängung) nützlich war, deshalb fielen die neuen Leichten Kreuzer genauso groß aus wie die letzten Schweren Kreuzer. Zusätzlich sollten die Schiffe genauso stark wie die japanische Mogami-Klasse werden.

Mit der Brooklyn-Klasse wurde eine Reihe von Neuheiten eingeführt, die auch für die späteren US-amerikanischen Kreuzer-Klassen kennzeichnend sein sollten. Der Rumpf wurde in Längsspantbauweise mit Hilfe neuer Materialien und Techniken hergestellt, so dass er leichter ausfiel. Durch die verbesserte Rumpfform (u.a. größere Länge) konnte der Antrieb bei Erhalt der Höchstgeschwindigkeit schwächer ausfallen. Die Flugzeuganlage wurde ins Achterschiff verlegt. Der Rumpf war deshalb als Glattdecker ausgelegt und hatte ein Spiegelheck, um achtern ausreichend Raum für den Hangar über den Schrauben zu gewinnen. Der Panzerschutz fiel relativ stark aus und war teilweise gegen 20,3 cm-Geschütze ausgelegt. Insgesamt sieben Schiffe wurden gebaut: Brooklyn, Philadelphia, Savannah, Nashville, Phoenix, Boise und Honolulu. Zwei weitere Schiffe, St. Louis und Helena, wurden nach einem verbesserten Entwurf gebaut und bildeten die St. Louis-Klasse. Bei dieser Klasse wurden die Maschinen- und Kesselräume im Gegensatz zur Brooklyn-Klasse (und der New Orleans-Klasse) wieder abwechselnd angeordnet. Die hinteren Feuerleitgeräte wurden näher am achteren Schornstein angebracht, so dass der Bestreichungswinkel der Flak erhöht wurde. Die schwere Flak wurde verbessert, indem die acht offenen 12,7 cm L/25-Einzellafetten durch vier 12,7 cm L/38-Zwillingslafetten in geschlossenen Türmen ersetzt wurden.

Helena war 185,4 m lang, 18,8 m breit und verdrängte voll beladen 11 798 t (nach Entwurf). Der Antrieb erfolgte über acht Kessel und vier Turbinensätze, die vier Schrauben trieben. Mit 100 000 PS wurden 32,5 kn erreicht. Die Besatzung setzte sich aus 888 Mann zusammen (vor dem Krieg, 1943 knapp 900).

Bewaffnung 1943
15 x 15,2 cm L/47 Mk 16 (fünf Zwillingstürme)
8 x 12,7 cm L/38 Mk 12 (vier Zwillingstürme)
16 x 4 cm L/56 Bofors (vier Zwillingslafetten)
12 x 2 cm L/70 Oerlikon (Einzellafetten)
4 Curtiss SOC Seagull-Bordflugzeuge

Helena (CL-50) wurde von 1936-39 von der Marinewerft New York gebaut. Auf einer ihrer ersten Fahrten besuchte und fotografierte sie im Februar 1940 das Wrack der Admiral Graf Spee. Sie wurde der Pazifikflotte zugeteilt und war bei Kriegsausbruch im Pazifik in Pearl Harbor. Dort wurde sie am 7. Dezember von einem Torpedo getroffen, der 20 Mann tötete sowie einen Maschinen- und einen Kesselraum volllaufen ließ – und den längsseits liegenden Minenleger Oglala versenkte. Helena blieb schwimmfähig und konnte mit Hilfe des Diesel-Notstromaggregates auch die Flak einsetzen, um weitere Luftangriffe abzuwehren. Sie wurde auf der Mare Island-Marinewerft repariert und anschließend als Geleit des Trägers Wasp im Bereich der Salomonen eingesetzt.

Am 15. September 1942 wurde die Wasp durch das japanische U-Boot I-19 versenkt und Helena rettete 400 Mann der Besatzung. In der Schlacht von Cape Esperance am 11. Oktober traf sie zusammen mit den Schweren Kreuzern San Francisco und Salt Lake City, dem Leichten Kreuzer Boise und fünf Zerstörern auf die japanischen Schweren Kreuzer Furutaka, Aoba und Kinugasa sowie zwei Zerstörer, die den Flugplatz Henderson Field auf Guadalcanal bombardieren sollten. Dies konnten die amerikanischen Schiffe vereilteln. Helena war an der Versenkung der Furutaka und des Zerstörers Fubuki beteiligt.

Am 20. Oktober wurde sie von mehreren Torpedos des japanischen U-Boots I-176 verfehlt (während einer den Schweren Kreuzer Chester traf). Die Seeschlacht von Guadalcanal am 13. November überstand sie leicht beschädigt: sie war mit den Schweren Kreuzern San Francisco und Portland sowie den Leichten Kreuzern Atlanta und Juneau und acht Zerstörern auf eine japanische Flotte um die Schlachtschiffe Hiei und Kirishima, den Leichten Kreuzer Nagara sowie elf Zerstörer getroffen. Die US Marine verlor zwei leichte Kreuzer und fünf Zerstörer, die japanische Marine ein Schlachtschiff (das beschädigt und nach Luftangriffen selbst versenkt wurde) und zwei Zerstörer. Helena blieb weiter im Einsatz um die Salomonen. Am 11. Februar war eines ihrer Flugzeuge an der Versenkung des japanischen U-Boots RO-102 beteiligt.

Im Juli 1943 war sie zusammen mit dem Schwesterschiff St. Louis und der Halbschwester Honolulu der Kern einer Einheit unter Konteradmiral Ainsworth, die die amerikanische Landung in New Georgia deckte. Inzwischen wurden primär Leichte Kreuzer und Zerstörer in den Nachschlachten in den Salomonen gegen die japanischen Verbände des Tokyo-Express (Transporte zur Unterstützung der japanischen Armee) eingesetzt. Am 5. Juli trafen die drei Leichten Kreuzer zusammen mit vier Zerstörern auf vier japanische Zerstörer, die auf einer Transportfahrt waren – und prompt einen der amerikanischen Zerstörer im Gefecht im Kula-Golf bei Rice Anchorage versenkten. In der nächsten Nacht, am 6. Juli, sollte es noch schlimmer kommen. Erneut trafen die drei Leichten Kreuzer zusammen mit vier Zerstörern auf zehn japanische Zerstörer, die wie zuvor auf einer Transportfahrt waren. Die drei Kreuzer versenkten das japanische Flaggschiff, den großen Zerstörer Niizuki, der Gegenangriff der japanischen Zerstörer traf allerdings mit drei Torpedos Helena (sowie einer St. Louis, der nicht explodierte, während Honolulu knapp verfehlt wurde). Der erste Torpedo verursachte, dass der Bug der Helena abbrach, der zweite zerstörte die Maschinen und der dritte – der drei Minuten nach dem ersten einschlug – ließ den Rumpf auseinanderbrechen und Helena sank. Obwohl Helena in der Mitte der amerikanischen Linie fuhr, wurde ihr Untergang erst nicht bemerkt. Bis auf 275 Mann wurden alle Überlebenden später von zwei Zerstörern geborgen, einen Tag später wurden weitere 88 Mann von zwei anderen Zerstörern gerettet. Weniger als 200 Mann blieben auf dem Bug, der noch über Wasser war. Sie konnten sich nach dem Untergang des Bugs auf die Insel Vella Lavella retten und mussten sich durch den Dschungel schlagen, bis sie zehn Tage nach dem Untergang der Helena von Zerstörern an Bord genommen werden konnten. Insgesamt starben 168 Mann der Besatzung.

Helena erhielt sieben Battle Stars, eine Navy Unit Commendation und eine Asiatic-Pacific Campaign Medal.

Das Modell

Die Helena habe ich aus dem Bausatz von Niko Models gebaut. Der Bausatz ist gut detailliert und enthält neben Resinteilen auch gedrehte Teile für die Masten, Draht und Fotoätzteile. Der Bauzustand entspricht bereits dem von 1943, den ich darstellen wollte. Die Vorbildgetreue des Bausatzes ist gut - abgesehen von der Position des hinteren Mk 33 Feuerleitgeräts für die Schwere Flak. Dieses ist zu weit achtern und sollte auf dem achteren Aufbau eine Stufe weiter vorne aufgestellt werden. Dafür muss ein neuer Unterbau ergänzt und der auf der falschen Position entfernt werden. Die Position der Masten ist in der Anleitung etwas unklar und hier stimmte der Bausatz auch nicht mit den vorhandenen Plänen überein. Den Großmast habe ich komplett aus Drahteilen gebaut, um ihn etwas weiter vorne anordnen zu können. Die zu langen Resinrohre der 15,2 cm-Geschütze ersetzte ich durch gedrehte Messingteile von BMK.

Die Helena war im Juli 1943 im Schema 21 gestrichen, d.h. alle vertikalen Flächen waren mit Navy Blue 5-N (Vallejo 58 Graublau Hell) und alle Decks mit Deck Blue 20-B (Vallejo 166 Dunkelgrau) bemalt. Die beiden Seagull habe ich mit Vallejo 151 Grauweiss, 156 Blaugrau Hell und 52 Blau (gemischt mit Schwarz, um es dunkler zu machen) bemalt. Die Kennnummern sind von Midship Models, die Hoheitsabzeichen auf den Seagull sind von Starfighter Decals.

Hier noch ein Vergleich mit der Halbschwester Nashville der Brooklyn-Klasse:

 

Quellen

  • Amerykański lekki krążownik USS HELENA (1943), Profile Morskie 87 von Sławomir Brzeziński, Wyszków, 2007
  • USS Helena (CL-50) (Wikipedia)
  • USS HELENA (CL 50) (navsource)
  • The U.S. Navy against the axis. Surface Combat 1941-1945 von Vincent O’Hara, Annapolis, 2007
  • Kreuzer der U.S. Navy von Stefan Terzibatschitsch, Augsburg, 1997
  • U.S. Cruisers von Norman Friedman, Annapolis, 1984
  • U.S. Light Cruisers in action von Al Adcock, Carrollton, 1999
  • Cruisers of World War Two. An International Encyclopedia von M.J. Whitley, London, 1995
  • Conway’s All the World’s Fighting Ships 1922-1946 von Robert Gardiner (Herausgeber), London, 1980
  • US Navy/Marines Aircraft Colors

Lars