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Niederländischer Leichter Kreuzer Hr. Ms. Tromp (1/700, Niko Model) von Lars Scharff Drucken
Montag, 20. Februar 2017 um 06:00

 

20.02.1942 - 75 Jahre Schlacht in der Straße von Badung

 

Heute vor 75 Jahren, am 20. Februar 1942, wurde der niederländische Leichte Kreuzer Hr. Ms. Tromp durch japanische Zerstörer in der Schlacht in der Badung-Straße zwischen Bali und Nusa Penida beschädigt (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die Japaner befanden sich im Februar 1942 auf dem Vormarsch in Südostasien. Auf Landungen in Borneo folgten Landungen auf Bali am 18. Februar. Der Landungsverband bestand aus zwei Transportern, die von vier Zerstörern geleitet wurden. In der Nacht vom 19./20. Februar attackierte das American-British-Dutch-Australian (ABDA)-Kommando den japanischen Verband. Beteiligt waren die niederländischen Leichten Kreuzer De Ruyter, Java, Tromp, ein niederländischer und sechs US-amerikanische Zerstörer sowie acht niederländische Schnellboote. Der Angriff erfolgte in drei Wellen. Die erste Welle mit zwei Kreuzern und drei Zerstörern erreichte nichts, im Gegenteil: der Zerstörer Hr. Ms. Piet Hein wurde von den japanischen Zerstörern Asashio und Oshio versenkt. Vier weitere Zerstörer und die Tromp bildeten die zweite Welle und trafen auf die gleichen beiden japanischen Zerstörer, die Tromp beschädigten. Beim Rückzug trafen Tromp und die Zerstörer auf die japanischen Zerstörer Michishio und Arashio und beschädigten ersteren schwer. Die letzte Welle mit den Schnellbooten erreichte wieder nichts. Die eigentlich quantitativ klar unterlegenen japanischen Marinekräfte konnten die Landungsschiffe sichern, die japanische Truppen konnten Bali besetzen und der japanische Vormarsch in Niederländisch-Indien in Richtung Java ging weiter.

Das Original

Der niederländische Leichte Kreuzer Hr. Ms. Tromp war das Typschiff einer Klasse von zwei Schiffen. Sie wurden als Flottillenführer eines neu zu bauenden Zerstörergeschwaders für den Einsatz in Niederländisch-Indien (heutiges Indonesien) bewilligt. Die Klasse wies sowohl Kreuzermerkmale auf (leichte Panzerung, für die Größe relativ schwere Artilleriebewaffnung) als auch Zerstörermerkmale (leichte Bauweise, Geschütze nicht in Türmen).

Die Tromp-Klasse war von der Verdrängung her einer der kleinsten damaligen Kreuzer. Die Panzerung beschränkte sich auf Splitterschutz und auch sonst waren die Schiffe möglichst leicht gebaut. Ihre Geschwindigkeit war aber wegen einer relativ schwachen Maschinenanlage nicht sehr hoch. Wie der etwas ältere Leichte Kreuzer De Ruyter erhielt auch die Tromp-Klasse keine schwere Flak. Ihre 15 cm-Geschütze erhielten eine relativ hohe Rohrerhöhung (60°), dazu bekam sie für die damalige Zeit sehr fortschrittliche 4 cm-Bofors-Flak auf stabilisierten Hazemayer-Lafetten. Vier dieser Zwillingslafetten waren ursprünglich geplant, eingebaut wurden aber nur zwei. Die Tromp-Klasse konnte ein Bordflugzeug mitführen, musste dies aber zum Starten aussetzen, da kein Katapult vorhanden war.

Die Tromp war bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auf dem Weg nach Niederländisch-Indien. Dort wurde die Anordnung ihrer 4 cm-Bofors modifiziert: Sie wurden übereinander statt nebeneinander angeordnet und die Form des achteren Deckshauses verändert, wodurch der Feuerbereich des achteren 15 cm-Geschützes vergrößert wurde. Nach der Schlacht in der Badung-Straße wurde ihre Flak in Australien verstärkt und sie mit Radar ausgerüstet. Nach dem Krieg wurden sowohl Flak als auch Sensoren erneut verbessert und die Form ihrer Schornsteinkappe geändert. Neben Tromp wurde noch ein weiteres Schiff der Klasse gebaut: Jacob van Heemskerck. Diese war zum Zeitpunkt des deutschen Einmarschs in den Niederlanden noch unfertig und ohne Bewaffnung, konnte aber nach Großbritannien entkommen. Dort erhielt sie fünf 10,2 cm-Zwillingsflak und britische leichte Flak, d. h. sie unterschied sich deutlich von ihrem Schwesterschiff.

Die Tromp war 132,0 m lang, 12,4 m breit und verdrängte voll beladen 4225 t. Der Antrieb bestand aus vier Kesseln und zwei Dampfturbinen und leistete 56.000 PS, womit 32 kn erreicht wurden (bei Probefahrten 33,5 kn). Die Besatzung bestand aus 295 Mann vor dem Krieg und 393 während des Zweiten Weltkriegs.

Bewaffnung Februar 1942
6 x 15 cm L/50 No. 11 Bofors (drei Zwillingslafetten)
4 x 4 cm L/56 No. 4 Bofors-Hazemayer (zwei Zwillingslafetten)
4 x 1,27 cm Vickers-Maschinengewehre (zwei Zwillingslafetten)
6 x 53,3 cm-Torpedorohre (zwei Drillingsrohre, zwölf Torpedos)
Wasserbomben

Die Tromp wurde 1936-38 von N.V. Nederlandsche Scheepsbouw Maatschappij in Amsterdam gebaut. Sie wurde in europäischen Gewässern eingefahren und im August 1939 nach Niederländisch-Indien geschickt, wo sie im September 1939 nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa ankam. Ab 1940 geleitete sie wiederholt niederländische Handelsschiffe, nach dem Angriff auf Pearl Harbor patrouillierte sie meist in den östlichen Gebieten, um diese gegen japanische Angriffe zu sichern. Ab dem 3. Februar 1942 wurde sie Teil der ABDA-Kräfte, die gegen die japanische Invasion operierten. Am nächsten Tag wurde der Verband bereits nördlich von Bali von japanischen Bombern angegriffen, die den Leichten Kreuzer USS Marblehead und den Schweren Kreuzer USS Houston beschädigten. Am 15. Februar lief der Zerstörer Hr. Ms. Van Ghent auf ein Riff und der Verband wurde kurz danach erneut von japanischen Flugzeugen bombardiert, wobei die Zerstörer USS Barker und USS Bulmer durch Nahtreffer beschädigt wurden. Am 19. Februar griffen die ABDA-Kräfte japanische Landungskräfte in der Badung-Straße an. In der folgenden Schlacht wurde Tromp von den japanischen Zerstörern Asashio und Oshio durch elf Treffer u.a. im Bereich der Brücke beschädigt, wobei zehn Mann getötet und 30 verwundet wurden. Sie selbst erzielte nur je einen Treffer auf den beiden Zerstörern. Durch die Beschädigungen ohne Feuerleitung musste sich die Tromp zurückziehen, wobei sie auf die Zerstörer Arashio und Michishio traf. Letzterer wurde durch das Feuer von Tromp und den Zerstörern USS John D. Edwards und USS Pillsbury schwer beschädigt. Für die Reparaturen wurde Tromp nach Australien geschickt, wodurch sie der Vernichtung des ABDA-Geschwaders Ende Februar in den Schlachten in der Javasee und Sunda-Straße entkam.

Im Rahmen der Reparaturen in Australien wurde auch die Flak verstärkt. Danach operierte Tromp im Indischen Ozean oder australischen Gewässern, u.a. geleitete sie Konvois. Im Dezember 1943 wurde sie Teil der British Eastern Fleet. Mit dieser war sie von April bis Juli 1944 an eine Reihe von Angriffen auf japanische Einrichtungen auf Sabang (Operation Cockpit und Crimson) und Soerabaja (Operation Transom) beteiligt. Während Operation Crimson drang sie am 25. Juli mit drei britischen Zerstörern in die Sabang Bay ein und beschoss die japanischen Anlagen dort. Dabei wurde sie vier Mal von japanischer Küstenartillerie getroffen, blieb aber einsatzfähig. Von Oktober 1944 bis Februar 1945 wurde sie in Sydney überholt und modernisiert. Danach wurde Tromp erneut mit der British Eastern Fleet eingesetzt und war im April 1945 an Angriffen auf die Andamanen und Nikobaren beteiligt, die als Ablenkung während der Landung bei Rangoon (Operation Bishop) dienten. Durch einen Rohrkrepierer in einem ihrer 15 cm-Geschütze während der Bombardierung von Ross Island vor Port Blair auf den Andamaen wurden zwei Mann getötet und zwölf verwundet. Im Mai 1945 wurde Tromp der US-amerikanischen 7. Flotte zugeteilt und war mit dieser an den Landungen auf Borneo (Operation Oboe) beteiligt. Nach Kriegsende blieb sie bis Januar 1946 in der Region und kehrte dann nach sieben Jahren wieder in die Niederlande zurück. Sie diente noch bis 1955 und wurde danach noch als Wohnhulk verwendet. 1968 wurde aus der Marineliste gestrichen und 1969 zum Abwracken nach Spanien verkauft.

Das Modell

Mein Modell des niederländischen Leichten Kreuzers Hr. Ms. Tromp habe ich aus dem neuen Bausatz von Niko Model gebaut. Der Bausatz stellt die Tromp im Zeitraum ab April 1942 dar, also nach den Reparaturen der Schäden aus der Schlacht in der Badung-Straße. Mein Modell stellt dagegen den Bauzustand im Februar 1942 zum Zeitpunkt der Schlacht dar.

Der Bausatz ist allgemein sehr gut detailliert und lässt sich relativ gut bauen. Allerdings haben bei mir die überall vorhandenen Passstifte fast nie gepasst und mussten modifiziert werden. Durch die Öffnungen für die Passstifte ist es aber denoch immer klar, wohin welches Teil soll, was praktisch ist. Beim Ankleben der beiden Fotoätzteile, die die Rumpfseiten am Ende der Back darstellen, ist Vorsicht und Trockenanpassung geboten. Das ist bei meinem Modell suboptimal. Fotoätzteile kann man bekanntlich schlecht nachträglich dünner schleifen...

Für den Umbau in den Zustand vom Februar stützte ich mich auf zwei Fotos aus dem Australian War Memorial (hier und hier). Das sind die einzigen beiden Fotos, die ich von diesem Bauzustand entdecken konnte. In Warship No. 01: Cruiser HNLMS Tromp von Jantinus Mulder finden sich zwar Zeichnungen und Fotos, die die geänderte Anordnung der beiden 4 cm-Zwillinge und das modifizierte achtere Deckshaus zeigen, aber es sind keine Fotos aus der Zeit enthalten, als die Tromp Teil der ABDA-Streitkräfte war (dafür finden sich in diesem Heft viele Fotos und Zeichnungen für die Bauzustände vor 1939 und ab April 1942). Folgende Änderungen habe ich durchgeführt:

  • Weglassen der 7,62 cm-Flak (Teile 20, 21), ihres Splitterschutzes (Fotoätzteil 17), Bereitschaftsmunition (Teil 29) und Entfernungsmesser (Teile 28, 62, 63)
  • Weglassen der 2 cm-Flak (Teile 28, 31) und ihres Splitterschutzes (Teile 18, 19). Auf dem Peildeck (Teil 3) muss man die Basis der 2 cm und ihren Splitterschutz entfernen. Es kann sein, dass man auch die geschlossene Reling am vorderen Teil des Deck entfernen müsste, da hier nur mit Persening behängte offene Reling war. Das konnte ich auf den Fotos nicht eindeutig ausmachen und habe deshalb nichts geändert.
  • Ergänzen der 1,27 cm-Zwillings-Maschinengewehre auf dem Peildeck. Diese habe ich aus Vierlings-MG von 3D Model Parts (B704) gebaut, indem ich die oberen beiden MG der Vierlingslafette entfernt habe.
  • Weglassen der Wasserbombenwerfer hinter den Torpedorohren (Teile 53). Ich habe auch versehentlich den Kran (Teil 40) weggelassen, der war aber vorhanden und muss noch wieder angebaut werden.
  • Ergänzen des Ladebaums an Steuerbord aus Metallstäben (der Backbord-Teil dieser Konstruktion war beim Original schon früher entfernt worden).
  • Modifikation des Fockmasts: Ich habe das Rah höher angebracht und das Krähennest (Teil 58) weggelassen.

Getakelt habe ich mit schwarzem UNI-Caenis 20 Denier-Faden, der mit Hitze nachgespannt wurde. Die genaue Führung der Antennen war auf den Fotos nicht zu erkennen. Wegen der Änderung der Konstruktion mit den Ladebäumen und des Rahs im Vergleich zum Originalzustand muss die Führung der Antennen auch geändert worden sein. Ich habe sie am Pfosten des Ladebaums befestigt. Nach den Umbauten in Australien, wo der Ladebaum entfernt wurde, wurden die Antennen an der Plattform des achteren Entfernungsmessers befestigt.

Bemalt habe ich die Tromp mit Acrylfarben von Vallejo Model Color. Für die beplankten Decks benutzte ich 110 Achatgrau, für die Stahldecks 158 Mittelgrau. Das Tarnschema stellte ich mit 155 Silbergrau und 162 Basaltgrau dar. Es gibt auch Darstellungen mit zusätzlichen Farben, aber ich denke, dass hier Schatten und Alterung der Rumpffarben falsch interpretiert wurden. Den genauen Verlauf des Schemas am Schornstein konnte ich nicht bestimmen, wahrscheinlich zeigt mein Modell hier ein vereinfachtes Muster.

Links noch ein Vergleich mit zwei weiteren Schiffen des ABDA-Verbandes, den niederländischen Leichten Kreuzern Hr. Ms. Java (1925, Niko Model) und Hr. Ms. De Ruyter (1936, altes auf 1/700 reduziertes JSC-Papiermodell); in der Mitte mit zwei Kreuzern aus dem Ersten Wetkrieg, dem deutschen Geschützten Kreuzer SMS Frauenlob 1903, (HP Models) und dem britischen Leichten Kreuzer HMS Chester (1916, HP Models); rechts mit zwei Schiffen aus dem Zweiten Weltkrieg, dem französischen Großzerstörer (Leichten Kreuzer) Le Terrible (1936, Niko Models) und dem Leichten Kreuzer Georges Leyques (1937, WSW).

Quellen

Lars