Modellsuche

Suchen


Vincent P. O'Hara: The U.S. Navy against the Axis. Surface Combat 1941-1945 Drucken
Sonntag, 10. November 2013 um 06:00

Titel

Titel: The U.S. Navy against the Axis. Surface Combat 1941-1945
Autor: Vincent P. O'Hara
Verlag: Naval Institute Press
Erscheinungsjahr: 2007
ISBN: 978-1-59114-650-6
Umfang: 364 Seiten mit Karten und wenigen Schwarz-Weiß-Fotos
Preis: ca. 30 €

Inhalt

Als im Seekrieg entscheidendes Waffensystem des Zweiten Weltkriegs wird oft das Flugzeug bzw. der Flugzeugträger genannt und deren entscheidende Rolle gegenüber mit Artillerie und Torpedos bewaffneten Überwasserkampfschiffen betont. Vincent O'Hara hat sich mit diesem Buch die Aufgabe gestellt, die entscheidende Rolle von Schlachtschiffen, Kreuzern und Zerstörern hervorzuheben.

Dabei widmet er sich den Überwasserkampfeinheiten der US Navy, also der Marine, die am Ende des Kriegs auch die stärkste Trägerflotte hatte. Es war die amerikanische Schlachtflotte, die durch den Angriff auf Pearl Harbor schwer getroffen wurde. Üblicherweise wird danach die entscheidende Rolle der Träger betont - aber dabei z.B. ignoriert, dass die US Navy zeitweise nur noch über einen einsatzbereiten Träger im Pazifik verfügte und trotzdem in massive Kämpfe um die Salomonen verwickelt war.

Einleitend diskutiert der Autor die verschiedenen Faktoren, die den Ausgang von Seegefechten beeinflussen, so Taktik, Waffensysteme, Aufklärung, Logistik und Besatzungen. Danach werden alle Überwassergefechte beschrieben, in die die US Marine verwickelt war, angefangen von den Kämpfen in Niederländisch Ostindien bis zu den letzten Gefechten bei Manila und Iwo Jima. Viel Raum nehmen natürlich die Kämpfe in den Salomonen von der Schlacht vor Savo Island im August 1942 bis zur Schlacht bei Kap St. George im November 1943 ein. Hier werden nicht nur die bekannten Schlachten behandelt, sondern auch viele kleinere Gefechte. Aber auch die Schlachten und Gefechte auf anderen Schauplätzen im Pazifik werden ausführlich berücksichtigt. Die Rolle der US Navy im Krieg in Europa ist nicht so bekannt, ist aber hier in Bezug auf die Überwasserschiffe auch enthalten. Von der Schlacht bei Casablanca zwischen der US Marine und der Marine Vichy-Frankreichs im November 1942 bis zu einem Gefecht zwischen vier deutschen Minensuchen und einem amerikanischen U-Jagd-Boot am 8. März 1945 reicht die Spannweite der analysierten Kämpfe. Den Abschluss des Buches bilden Schlussfolgerungen und Statistiken, z.B. die zeitliche Verteilung der Kämpfe, Ursachen für Beschädigungen und Versenkungen, Vergleiche zwischen behaupteten und tatsächlichen Versenkungen etc.

Beispielseite

Bei jedem Gefecht/Schlacht werden alle beteiligten Kampfschiffe aufgelistet und einige deren Daten (Typ, Jahr des Stapellaufs, Verdrängung, Höchstgeschwindigkeit, Bewaffnung und die Angabe, ob bei diesem Gefecht beschädigt oder versenkt) angegeben. Dazu gibt es noch Angaben, wann genau das Gefecht stattfand (Uhrzeit), wie das Wetter war, wer den Überraschungsmoment hatte und was das Ziel der jeweiligen Gegner war. Die größeren Gefechte und Schlachten sind mit Karten illustriert, die oft auch die Formationen der Schiffe zeigen - die für Dioramen wie die Gemeinschaftsprojekte von Modellmarine/IG Waterline nützlich wären. Weitere Karten zeigen, wo die jeweiligen Gefechte stattfanden. Der Text ist sehr gut lesenswert und wird durch die Tabellen und Karten überwiegend gut unterstützt. Eines findet man aber in diesem Buch nicht: gute Fotos. Lediglich 20 Fotos findet man im Mittelteil, allerdings auf das gleiche raue Papier gedruckt und damit nicht optimal wiedergegeben.

Fazit

Dieses Buch ist sehr lesenswert, wenn man sich für die Seekrieg im Zweiten Weltkrieg interessiert. Hervorzuheben sind auch die Listen der beteiligten Schiffe, die man auch für kleinere kaum bekannte Gefechte findet, sowie die Karten. Der Schiffsmodellbauer findet hier historische Hintergrundinformationen, aber keine genauen technischen Details der einzelnen Schiffe oder gute Fotos. Wer an dem Thema interessiert ist, für den ist dieses Buch

alt sehr empfehlenswert

Lars