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Panzerkreuzer USS Brooklyn (1/700, Modelkrak) von Lars Scharff Drucken
Dienstag, 03. Juli 2018 um 05:00

 

03.07.1898 - 120 Jahre Schlacht vor Santiago de Cuba

 

Heute vor 120 Jahren, am 3. Juli 1898, schlug die US Navy die spanische Marine in der Schlacht vor Santiago de Cuba (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die US Navy hatte die spanischen Schiffe in dem Hafen blockiert bis diese sich am 3. Juli stellten. Die spanische Flotte bestand aus vier Panzerkreuzern und zwei Zerstörern, die US-Flotte aus vier Schlachtschiffen, zwei Panzerkreuzern und zwei bewaffneten Jachten. Alle spanische Schiffe wurden versenkt, dabei starben 342 spanische Seeleute, 150 wurden verwundet und 1612 gingen in Gefangenschaft. Auf den US-Schiffen starb einer und zehn wurden verwundet. Der Sieg der US Navy sicherte die Seeherrschaft in der Karibik und erleichterte damit die Eroberung Kubas. Der Panzerkreuzer USS Brooklyn fuhr an der Spitze der US-Flotte und war an der Zerstörung der vier spanischen Panzerkreuzer beteiligt.

Das Original

Der Panzerkreuzer USS Brooklyn war das zweite Schiff dieses Typs der US Navy und eine Weiterentwicklung der USS New York. Mit etwa 1000 t mehr Verdrängung war es möglich, die Bewaffnung zu verstärken sowie die Seetüchtigkeit und Reichweite zu verbessern. Die Brooklyn erhielt ein Backdeck und dadurch mehr Freibord vorne. Statt der beiden 20,3 cm-Einzellafetten mittschiffs der New York wurde die Brooklyn dort mit zwei 20,3 cm-Zwillingstürmen ausgerüstet. Dies erforderte, dass der Rumpf mittschiffs stark eingezogen war, um den Türmen dort einen optimalen Feuerbereich zu ermöglichen. Die Mittelartillerie wurde durch den Einbau von 12,7 cm-Geschützen statt von 10,2 cm-Geschützen verstärkt. Obwohl die Antriebsanlage praktisch identisch mit der New York war, war die Brooklyn trotz der größeren Verdrängung wegen der verbesserten Rumpfform schneller.

Die Brooklyn war 122,7 m lang, 19,7 m breit und verdrängte voll beladen 10.230 t. Der Antrieb bestand aus sieben Kesseln und vier Dreifachexpansions-Dampfmaschinen mit insgesamt 18.425 PS, womit bei den Probefahrten 21,9 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 591 Mann.

Bewaffnung
8 x 20,3 cm L/35 Mk 3 (vier Zwillingstürme)
12 x 12,7 cm L/40 Mk 2
12 x 5,7 cm (6-Pfünder)
4 x 3,7 cm (1-Pfünder)
2 x 0,76 cm Colt-Maschinengewehre
4 x 45,7 cm-Torpedorohre

Die Brooklyn wurde 1893-96 von William Camp and Sons in Philadelphia gebaut. Sie diente anfangs im Atlantik und war in Hampton Roads stationiert. Bei Ausbruch des Spanisch-Amerikanischen Kriegs (siehe auch die Schlacht in der Bucht von Manila) wurde sie das Flaggschiff der Flying Squadron unter Kommodore Schley. Das Geschwader wurde nach Kuba kommandiert, um die spanische Flotte zu blockieren. Sie erreichte Santiago de Cuba, wo sich die spanische Flotte befand, Ende Mai 1898. In den folgenden Wochen wurde fast die gesamte Atlantikflotte der US Navy hier eingesetzt. Am 6. und 7. Juni bombardierte Brooklyn mit anderen Schiffen die spanischen Hafenbefestigungen. Am 3. Juli brach die spanische Flotte unter Admiral Cervera aus dem Hafen aus. Eingesetzt wurden die Panzerkreuzer Infanta María Teresa, Vizcaya, Almirante Oquendo und Cristóbal Colón sowie die Zerstörer Furor und Plutón. Die US-Flotte bestand aus den Schlachtschiffen Texas, Massachusetts, Iowa und Oregon, den Panzerkreuzern New York und Brooklyn sowie den bewaffneten Jachten Vixen und Gloucester. Die Brooklyn befand sich an der Spitze der US-Flotte und war an der Zerstörung der vier spanischen Panzerkreuzer beteiligt. Sie selbst wurde 25 mal getroffen, es wurden aber nur ein Mann der Besatzung getötet und einer verwundet.

Die Brooklyn wurde 1899 Flaggschiff der Asiatic Squadron. Sie war 1899-1900 an der Unterdrückung der philippinischen Unabhängigkeitsbewegung und 1900 an der internationalen Intervention in China gegen den Boxeraufstand beteiligt. 1902 wurde sie wieder zur Atlantikflotte verlegt. Am 4. September 1902 lief sie bei einer Übung bei Fort Rodman auf, konnte aber selbst wieder frei kommen. 1907 wurde sie zur Reserveflotte verlegt und erst 1914 wieder aktiviert. 1915 wurde sie in den Pazifik verlegt und wurde 1918 in Wladiwostok im Russischen Bürgerkrieg eingesetzt. Am 9. Dezember 1918 kam es in Yokohoma zu einem schweren Feuer, wodurch zehn Mann der Besatzung starben und 44 verwundet wurden. Bei einer Explosion eines Motors am 18. Dezember wurden weitere sieben Mann getötet. 1921 wurde die Brooklyn außer Dienst gestellt und zum Abwracken verkauft.

Das Modell

Das Modell des Panzerkreuzers USS Brooklyn habe ich aus dem Bausatz von Modelkrak gebaut. Angefangen habe ich das Modell vor etwa zehn Jahren. Wie bei allen Modelkrak-Bausätzen der Epoche muss man einen gewaltigen Anguss von Rumpf entfernen, was eine aufwendige Arbeit ist. Das gleiche Problem gibt es bei allen Plattformen. Bei letzteren muss man besonders vorsichtig den Anguss wegschleifen, um nicht auch den Boden der Plattform zu entfernen.

Der Bausatz orientiert sich an einer Zeichnung in US Cruisers von Friedman, die den Zustand von 1918 dargestellt. Ich wollte den Zustand kurz vor dem Spanisch-Amerikanischen Krieg darstellen, also noch mit Tropenanstrich. In jedem Fall muss man die Brücke neu bauen, da Modelkrak offene Plattformen statt ein geschlossenes Steuerhaus darstellt und sowohl auf dem Brücken- als auch dem Peildeck Brückenflügel darstellt. Korrekt sind Brückenflügel nur auf dem Peildeck. Ich bin mir hier nicht sicher, wie die Hinterkante des Steuerhaus aussah. Eventuell gibt es hier einen offenen Bereich, aber auf den Fotos war es nicht klar erkennbar und die meisten Pläne sind nicht falsch, da sie das Peildeck kürzer als das Brückendeck darstellen. Auch im Bereich der hinteren Brücke bin ich mir nicht sicher, ob der Bausatz korrekt ist.

Die 20,3 cm-Rohre sind aus gekürzten 24 cm-Rohren von NNT gemacht, die 12,7 cm-Rohre aus Rohren von Master, die eigentlich für britische 12 cm L/40 QF Mk VIII gedacht sind. Die 5,7 cm-Rohre sind aus 0,2 mm-Draht. Die beiden 5,7 cm-Geschütze auf der achteren Brücke erhielten eine selbst gebaute Lafette. Die 3,7 cm-Geschützen in den Marsen sind von S-Model, erhielten aber dünnere Rohre aus Draht. Die Lüfter mittschiffs sind überwiegend auch von S-Model. Die Spieren und Rahe der Masten sind aus Metallstäben gebaut.

Bemalt habe ich die Brooklyn mit Farben von Vallejo Model Color. Der Rumpf ist mit 4 (820) Cremeweiß bemalt, die Aufbauten, Schornsteine, Masten und Lüfter sind mit 121 (913) Ockergelb, die Decks mit 110 (986) Achatgrau sowie das Steuerhaus und die Oberlichter mit 139 (846) Mahagonibraun gestrichen. Die Beiboote erhielten einen Anstrich aus 4 (820) Cremeweiß für den Rumpf innen und außen, 67 (961) Lichtblau für den Bootsboden und 139 (846) Mahagonibraun für die Decks, Ruderbänke und Dollbord.

Zum Abschluss noch links ein Vergleich mit zwei anderen Schiffen aus dem Spanisch-Amerikanischen Krieg, dem spanischen Panzerkreuzer Infanta María Teresa von 1893 und dem Geschützten Kreuzer USS Olympia von 1895. In der Mitte ein Vergleich mit zwei etwas jüngeren Panzerkreuzern, der britischen HMS Monmouth von 1901 und der russischen Bajan II von 1911. Rechts mit der Fregatte (LCS) USS Freedom von 2008 und dem Leichten Kreuzer USS Nashville von 1938 der Brooklyn-Klasse.

Quellen

Lars