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Panzerkreuzer HMS Monmouth (1/700, Kombrig) von Lars Scharff Drucken
Sonntag, 02. November 2014 um 06:00

 

01.11.1914 - 100 Jahre Schlacht von Coronel

 

Die Monmouth und ihre Schwesterschiffe waren entworfen, um die für den Schutz der Handelsrouten vor Angriffen von gegnerischen Panzerkreuzern notwendigen Stückzahlen zu erreichen. Vor 100 Jahren zu Beginn des Ersten Weltkriegs stand die Royal Navy genau vor diesen Problem: in Unkenntnis der genauen Position der Kreuzer des deutschen Ostasiengeschwaders musste die Royal Navy in zahlreiche Gebiete Kreuzer schicken. Und in der Schlacht von Coronel passierte dies, was Kritiker der Monmouth-Klasse befürchtet hatten: die Monmouth traf mit dem Geschwader Cradocks auf qualitativ überlegenen Panzerkreuzer und wurde versenkt (siehe Jahrestage auf Modellmarine).

Das Original

Tatsächlich war die Monmouth unter ganz anderen politischen Bedingungen in den späten 1890ern Jahren des 19. Jahrhunderts entworfen worden: als Bedrohung wurde damals die zunehmende Zahl von Panzerkreuzern der französischen und russischen Marine angesehen. Die Panzerkreuzer der Drake-Klasse waren diesen Schiffen qualitativ überlegen. Der Preis dafür war aber eine für damalige Verhältnisse enorme Größe und Kosten. Um die für den Schutz der Handelsrouten erforderlichen Stückzahlen zu erreichen, fiel der nächste Entwurf deutlich kleiner aus: die Monmouth-Klasse, die erste der beiden County-Klassen. Um trotz der geringeren Größe die gleiche hohe Höchstgeschwindigkeit erreichen zu können, wurde die Bewaffnung und Panzerung verringert. Im Vergleich zur Drake-Klasse wurden auf die 23,4 cm Geschütze verzichtet und stattdessen zwei 15,2 cm Zwillingstürme montiert. Auch wurde die Zahl der 15,2 cm Geschütze in den Kasematten um sechs reduziert und die Dicke der Panzerung vermindert. Die Klasse war sehr seetüchtig, allerdings konnten die sechs 15,2 cm Geschütze auf dem Hauptdeck bei hohen Wellengang – wie während der Schlacht bei Coronel - nicht eingesetzt werden. Auch stampften die Schiffe wegen der feinen Rumpflinien am Bug stark. Insgesamt wurden von dieser Klasse zehn Schiffe (Kent, Donegal, Bedford, Monmouth, Berwick, Essex, Lancaster, Suffolk, Cornwall, Cumberland) gebaut.

Kritiker kritisierten den Mangel an schweren Geschützen und dass die Monmouth-Klasse zu schwach wäre, um sich gegen die besseren Panzerkreuzer der damals potentiellen Gegner durchsetzen zu können. Es wurden weitere Schiffe der Drake-Klasse gefordert, aber nicht beantwortet, wie man ausreichend Schiffe dieses Typs bauen hätte können. Das wurde im Zeitalter der Schlachtkreuzer deutlich, die noch einmal teurer und aufwendiger waren: es gab einfach nicht genügend von ihnen, weshalb in der Schlacht von Coronel eben auch nicht moderne britische Schlachtkreuzer auf das deutsche Ostasiengeschwader trafen, sondern alte, von Reservisten bemannte Panzerkreuzer der Drake- und Monmouth-Klasse.

Die Monmouth war 141,3 m lang und 20,1 m breit. Mit einer Verdrängung von 9800 ts hatte sie einen Tiefgang von 7,6 m. Ihre Dampfmaschinen leisteten 22 000 PS, womit sie etwas weniger als 23 kn schnell war.

Bewaffnung 1914
14 x 15,2 cm (zwei Zwillingstürme, zehn in Kasematten)
10 x 7,62 cm (12-Pfünder)
2 x 4,7 cm (3-Pfünder)
2 x 45,7 cm Torpedorohre (Unterwassertorpedorohre)

Die Monmouth wurde zwischen 1899 und 1901 von London & Glasgow in Glasgow gebaut und als Einheit der Kanalflotte in Dienst gestellt. 1906-13 war sie in China eingesetzt. 1913 wurde sie zurück zur 3. Flotte verlegt und bei Kriegsausbruch im Mittelatlantik eingesetzt. Von dort wurde sie zu den Einheiten von Admiral Cradock im Südatlantik verlegt, um das deutschen Kreuzergeschwader unter von Spee abzufangen. Am 1.11.1914 trafen das britische Geschwader – die Panzerkreuzer Good Hope und Monmouth, der Leichte Kreuzer Glasgow und der Hilfskreuzer Otranto – auf das deutsche Kreuzergeschwader, das aus den Panzerkreuzern Scharnhorst und Gneisenau sowie den Geschützten Kreuzern Leipzig, Nürnberg und Dresden bestand. Die Monmouth konnte wegen dem schweren Seegang nur sechs von möglichen neun 15,2 cm Geschützen auf einer Seite zum Einsatz bringen und die Besatzung war schlecht ausgebildet. Entsprechend wurde sie nach kurzer Zeit von dem stärkeren deutschen Panzerkreuzer Gneisenau schwer beschädigt. Obwohl es Monmouth gelang die deutschen Panzerkreuzer abzuschütteln, wurde sie von dem kleinen Kreuzer Nürnberg aufgespürt und durch Geschützfeuer versenkt. Niemand der Besatzung der Monmouth überlebte, auch das Flaggschiff Good Hope ging mit der gesamten Besatzung verloren.

Das Modell

Die Monmouth habe ich aus dem Bausatz von Kombrig gebaut. Der Bausatz ist sehr detailliert und stellt einen Bauzustand dar, der auch für 1914 überwiegend korrekt ist. So sind an beiden Masten schon Feuerleitpositionen vorhanden. Bei meinem Exemplar war allerdings die Passgenauigkeit recht schlecht. Genauer passen die Decks über den vorderen und achteren doppelstöckigen Kasematten nur sehr schlecht. Auch bei den Abstützungen der Brückenflügel waren Anpassungen notwendig, wahrscheinlich hätte ich die Decks darunter deutlich dünner schleifen müssen.

Die 15,2 cm-Rohre habe ich durch Messingrohre von Artist Hobby ersetzt. Ich habe nur zwei 4,7 cm-Geschütze hinter der vorderen Kasematte aufgestellt. Auf Zeichnungen sieht man teilweise noch zwei weitere etwa zwischen den beiden vorderen Schornsteinen, die ich aber auf den Fotos genauso wenig ausmachen konnte, wie die in der Anleitung auf der Hütte gezeigten 4,7 cm-Geschütze. Deren Lafette sollte man übrigens in der Höhe deutlich kürzen. Für die Scheinwerfer, die hinter den achteren 15,2 cm-Kasematten standen, habe ich neue Plattformen außenbords angebracht. Dazu habe ich den Scheinwerfer auf dem Großmast weggelassen, da er meiner Meinung nach nur vorhanden war, als noch die Feuerleitpositionen an den Masten fehlten. Die Masten sind aus Metallteilen neu gemacht, wobei ich mich in Bezug auf die Rahe und Spieren an Fotos orientiert habe. Auch für die Anordnung der Dampfrohre an den Schornsteinen habe ich anhand von Fotos gebaut. Für die Davits der beiden ausgeschenkten Kutter habe ich statt der Resinteile Fotoätzteile von BJ-Modellbau genutzt. Die Takelage besteht aus schwarzem UNI-Caenis 20 Denier-Faden.

Den Tarnanstrich der Monmouth habe ich mittels Vallejo Model Color 158 Mittelgrau dargestellt. In Bezug auf die Decksfarben konnte ich leider nicht viel finden, auch keine irgendwie nützlichen Fotos. Die beplankten Decks sind mit 110 Achatgrau bemalt, die Stahldecks über den Kasematten mit 160 Neutralgrau, während Teile der Brücke mit 35 Schwarzrot bemalt sind, um Linoleumbelag darzustellen.

Quellen

Lars