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Japanischer Zerstörer Teruzuki (1/700, Fujimi) von Lars Scharff Drucken
Donnerstag, 01. März 2018 um 06:00

Das Original

Der japanische Zerstörer Teruzuki (照月) war eines von zwölf Schiffen der Akizuki-Klasse. Im Gegensatz zu den anderen Zerstörer-Klassen der Kaiserlichen Japanischen Marine war die Akizuki-Klasse nicht für Torpedoangriffe ausgelegt, sondern zur Flugabwehr. Entsprechend erhielt sie als Hauptbewaffnung neu entwickelte 10 cm-Flak. Die Torpedobewaffnung war eindeutig nachgeordnet und bestand nur aus einem Vierlingsrohr. Die Akizuki-Klasse fiel deutlich größer als die normalen japanischen Zerstörer aus, um die vier 10 cm-Zwillingstürme und ihre entsprechende Feuerleitgeräte unterbringen zu können. Trotzdem dürfte der japanische Ansatz in Bezug auf Flugabwehrschiffe deutlich billiger als der der Royal Navy und US Navy gewesen sein, deren ähnlichsten Schiffe, die Leichten Kreuzer der Dido- bzw. Atlanta-Klasse, noch einmal deutlich größer waren. Durch ihre Auslegung und Größe wurden sie von der US Navy für Leichte Kreuzer der Yubari-Klasse gehalten. Teilweise wurden sie auch tatsächlich von der japanischen Marine wie die Leichten Kreuzer als Flaggschiffe von Geschwadern von Zerstörern eingesetzt.

1940-45 wurden zwölf Schiffe der Klasse fertig gestellt: Akizuki, Teruzuki, Suzutsuki, Hatsutsuki, Niizuki, Wakatsuki, Shimotsuki, Fuyutsuki, Hanatsuki, Yoizuki, Harutsuki und Natsuzuki. Wegen der Größe verfügte die Klasse deutlich mehr Stabilitätsreserven als andere japanische Zerstörer. Die Anfangs sehr schwache leichte Flak - nur zwei 2,5 cm-Zwillingslafetten - konnte im Laufe des Kriegs bis auf 51 25 mm-Flak verstärkt werden. Hierfür musste auch keiner der Geschütztürme wie bei anderen japanischen Zerstörer-Klassen als Kompensation von Bord gegeben werden, nur das achtere Feuerleitgerät für die 10 cm-Flak wurde von Bord gegeben bzw. nie eingebaut. Die japanische Marine versuchte die Fertigung der Schiffe zu vereinfachen, u.a. durch eine vereinfachte Bugform und reduzierte Aufbauten, was zu eine Reihe von Varianten der Klasse führte. Ein Schiff, die Michitsuki, blieb unfertig, der Bau von weiteren 21 geplanten Schiffen wurde nicht realisiert. Sechs der Schiffe, darunter Teruzuki, wurden während des Zweiten Weltkriegs versenkt. Die Harutsuki fuhr noch nach dem Krieg für die sowjetische Marine als Vnezapniy, die Yoizuki für die Marine der Republik China als Fen Yang und die Hanazuki fuhr kurzzeitig für die US Navy als DD-934.

Die Teruzuki war 134,2 m lang, 11,6 m breit und verdrängte voll beladen 3759 t. Der Antrieb erfolgte über drei Kessel und zwei Dampfturbinen mit 52.000 PS, womit 33 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 263 Mann, bei der letzten Fahrt waren 361 Mann an Bord.

Bewaffnung
8 x 10 cm L/65 Typ 98-Flak (vier Zwillingstürme)
4 x 2,5 cm L/60 Typ 96-Flak (zwei Zwillingslafetten)
4 x 61 cm-Torpedorohre (ein Typ 92-Vierlingsrohr, acht Typ 93 Torpedos)
56 Typ 95 Wasserbomben

Die Teruzuki wurde von 1940-42 von Mitsubishi in Nagaskai gebaut. Ihr erster Einsatz erfolgte während der Schlacht von Santa Cruz am 26.-27. Oktober 1942, in der von einer PBY Catalina durch einen Nahtreffer sieben Mann getötet und das Schiff leicht beschädigt wurde. Am 12.-13. November kämpfte sie in der Ersten Schlacht von Guadalcanal. Sie meldete die Beschädigung von sechs Schiffen und die Versenkung von einem, sie traf wohl sicher den Leichten Kreuzer Atlanta und die Zerstörer Cushing, Monssen und Sterett, von denen nur die Cushing die Schlacht beschädigt überlebte. Am nächsten Morgen versuchte sie erfolglos das beschädigte Schlachtschiff Hiei zu unterstützen. Sie selbst überlebte die Schlacht unbeschädigt. Am 15. November war sie an einem weiteren Angriff auf Henderson Field beteiligt, der zur Zweiten Schlacht von Guadalcanal führte. In dieser Schlacht unterstützte sie das Schlachtschiff Kirishima und die Schweren Kreuzer Atago und Takao gegen die Schlachtschiffe USS Washington und USS South Dakota. Sie rettete von der sinkenden Kirishima einen Teil der Besatzung und zog sich unbeschädigt zurück. Am 3. Dezember wurde die Teruzuki durch Auflaufen auf ein Riff leicht beschädigt, konnte aber an einem Versorgungskonvoi nach Guadalcanal am 11.-12. Dezember teilnehmen. Während dieses Einsatzes wurde sie vor Guadalcanal von den Schnellbooten PT-37 und PT-40 torpediert und blieb brennend liegen. Als der Brand die Wasserbomben zur Explosion brachte, musste sie aufgegeben werden. Neun Mann der Besatzung der Teruzuki starben, der Rest konnte gerettet werden.

Das Modell

Das Modell des japanischen Zerstörers Teruzuki habe ich aus dem Doppelbausatz von Fujimi für Akizuki und Teruzuki gebaut. Der Bausatz ermöglicht den Bau eines frühen Zustands, für Teruzuki ist sowieso nur ein früher Zustand möglich, da sie schon 1942 versenkt wurde. Ich benutze zusätzlich den Zurüstsatz von Fujimi mit Fotoätzteilen und gedrehten Messingrohren.

Der Bausatz ist allgemein sehr gut, aber einige Details sind nicht auf dem gleichen Niveau. Das gilt insbesondere für die Masten. Auch die Verlängerung des Brückendecks zum Fockmast ist viel zu dick, weshalb ich sie durch eine dünnere Plastikplatte ersetzte. Die Masten baute ich aus Metallstäben neu auf. Der Zurüstsatz von Fujimi erhielt für die Masten nur die Rah für die Signalleinen. Der Bau der Masten war nicht leicht, da sich die Pläne in Model Art widersprechen und Fotos der Klasse im frühen Zustand auch sehr selten zu sein scheinen.

Ansonsten ersetzte ich noch die 2,5 cm-Zwillinge durch Teile von Fine Molds und ergänzte diverse Brückeninstrumente von Ishida. Bei den Wasserbombenwerfern kombinierte ich die Plastikteile für die Werfer selbst mit den fotogeätzten Nachladegestellen. Die Position der Funkantennen war auf den Fotos schwer auszumachen. Der kleine Mast hinter dem zweiten Turm war aber auf keinen Foto sichtbar, stattdessen ein kleiner Mast vorne auf der Brücke, den ich ergänzte. Die Antennen selbst sind aus schwarzen 20 Denier-Faden von Uni Caenis, die mit Weißleim verklebt und mit einem Heißwachsspachtelgerät gespannt wurden.

Bemalt habe ich die Teruzuki mit Acrylfarben von Vallejo Model Color. Der Rumpf ist mit 161 (836) Londongrau und die Decks sind mit 136 (818) Rotes Leder bemalt.

Links ein Vergleich mit zwei zeitgenössischen japanischen Leichten Kreuzern, der Yubari (mit der die Akizuki-Klasse von der US Navy verwechselt wurde; ein sehr altes Modell gebaut aus dem Tamiya-Bausatz) und der Kiso von 1921. In der Mitte mit einem großen Zerstörer aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, der polnischen Grom von 1937, sowie einem französischen Großzerstörer, der Le Terrible von 1936. Rechts mit zwei japanischen Zerstörern, die ebenfalls für die Flugabwehr gebaut wurden, die Sawakaze von 1983 und Kongo von 1993.

Quellen


Lars