Modellsuche

Suchen


Model Art Ship Modelling Special No. 48 Drucken
Sonntag, 29. September 2013 um 06:00

Titel

Titel: Model Art Ship Modelling Special No. 48
Verlag: Model Art
Erscheinungsjahr: 2013
Umfang: 144 Seiten mit Fotos und Zeichnungen
Preis: ca. 12 €

Inhalt

Neben der japanischen Modellbauzeitschrift Model Art gibt es auch eine Spezialreihe über Schiffsmodellbau vom gleichen Verlag. Jede dieser Schiffsmodellbauspezial-Ausgaben hat einen Themenschwerpunkt. In der Regel geht es um ein historisches Thema, z.B. die Schlacht in der Koreallensee oder die Jagd nach der Bismarck. Teilweise geht es aber auch um bestimmte Schiffstypen, so auch in der hier besprochenen Ausgabe: das Thema sind fleet defenders, wohl am besten mit schnelle Geleitschiffe für den Schutz der Flotte übersetzt.

Die Ausgaben sind in Japanisch geschrieben, allerdings haben die meisten Artikel englische Untertitel und auch der des Japanischen nicht kundige Schiffsmodellbauer kann aus den Fotos und Zeichnungen viele nützliche Informationen ziehen.

Wie schon oben erwähnt, liegt der Schwerpunkt bei dieser Ausgabe bei schnellen Geleitschiffen. Die Autoren haben acht dieser Schiffe ausgewählt: aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs den Schweren Kreuzer Maya (nach Umbau zum Flakkreuzer), den Leichten Kreuzer Isuzu (nach Umbau zum Flakkreuzer), den auf Flugabwehr spezialisierten Zerstörer Akizuki sowie den Leichten Kreuzer (Flakkreuzer) USS San Diego. Dazu kommen vier Einheiten der heutigen japanischen Marine: die Lenkwaffenzerstörer Hatakaze, Kongo und Atago sowie der Zerstörer Akizuki. Die Auswahl zeigt, dass der Schwerpukt bei Flugabwehrschiffen liegt. Interessant dabei ist, dass die Auswahl auch die Entwicklung der Schiffstypen illustriert, d.h. heute als Zerstörer klassifizierte Schiffe übernehmen die gleichen Aufgaben wie ihre als Kreuzer klassifizierten Vorgänger. Von jedem dieser acht Schiffe ist ein Baubericht eines 1/700-Wasserlinienmodells enthalten (siehe Beispielseite unten).

Beispielseite

Dazu werden von der Maya, Isuzu, Akizuki (der Zerstörer aus dem Zweiten Weltkrieg) und der Ashigara (der moderne Lenkwaffenzerstörer der Atago-Klasse, siehe Beispielseite unten) auch Vollrumpfmodelle im Maßstab 1/350 gezeigt. Die Bauberichte zeichnen sich neben guten Farbfotos der fertigen Modelle durch zahlreiche Baustufenfotos aus, die Ideen vermitteln, wie man die eigenen Modelle verfeinern kann. Teilweise ist dies auch zusätzlich durch Zeichnungen illustriert. Eine weitere Hilfe für eine bessere Detaillierug der eigenen Modelle sind die zahlreichen Farbfotos, überwiegend Detailansichten, der vier modernen japanischen Zerstörer. Die sieben japanischen Schiffe werden dazu auch durch Pläne im Maßstab 1/700 illustriert. Von den drei Schiffen aus dem Zweiten Weltkrieg sind sowohl Seitenansichten als auch Aufsichten enthalten, von den vier modernen Schiffen dagegen nur Seitenansichten. Dafür sind auf den letzteren auch die meisten Details beschriftet, wobei zumindest die in lateinisch gehaltenen Bezeichnungen auch denen, die (wie ich) kein Japanisch lesen können, andeuten, was gemeint ist (z.B. ist Mk. 45 Mod.4 5 127 mm 62 recht eindeutig, auch wenn man die fünf japanischen Zeichen dahinter nicht versteht).

Wie in vielen japanischen Schiffsmodellbauzeitschriften schwankt der Detaillierungsgrad der Modelle. Die drei 1/350-Modelle sind mit zahlreichen Zurüstteilen verfeinert. Dies gilt auch für die 1/700-Modelle der Maya, Isuzu, Akizuki und San Diego, während die vier Modelle moderner Schiffe zwar auch verbessert wurden, aber z.B. nicht mit Relings ausgerüstet sind. Für den Modellbauer dürften diese Bauberichte trotzdem wegen der Verbesserungen interessant sein. Im Gegensatz dazu ist das 1/700 Modell der Isuzu zwar "superdetailliert", weist aber immer noch alle Fehler des Bausatzes auf, obwohl die Fotos des 1/350 Modells und die enthaltenen Pläne die für die Korrektur nötigen Informationen enthalten.

Zum Schwerpunkt gehört noch eine Übersicht der Flugabwehrraketen der US Navy von Terrier, Talos und Tartar bis zu ESSM, RAM und SM-3. Neben technischen Daten findet man hier entweder perspektivische Zeichnungen der Raketen und deren Starter oder Seitenansichten der Raketen. Letztere zeigen die Entwicklung von Tartar, über die verschiedenen SM-1- und SM-2-Varianten zur SM-3 bzw. von der AIM-7 Sparrow über die Sea Sparrow zur ESSM. Viele dieser Raketen waren oder sind bei der japanischen Marine im Einsatz. Ein siebenseitiger Artikel über Flugabwehr (?) ist für die, die nicht Japanisch lesen können, nur wegen ein paar Schwarz-Weiß-Fotos von Schiffen und Waffensystemen interessant.

Beispielseite

Neben diesem Schwerpunkt enthält die Ausgabe auch eine Reihe weiterer Artikel. Zu Beginn des Heftes wird auf neue Bausätze in kurzen durch Modellfotos illustrierten Abschnitten hingewiesen. Ein etwas ausführlicher Artikel stellt den neuen Bausatz des japanischen Hilfs-U-Jagdschiffs (No. 1-Klasse) im Maßstab 1/350 von Seals Models/Foresight vor (inklusive Zeichnungen, die eventuell zivile Nachkriegsumbauten zeigen). Ein Artikel mit vielen Fotos beschreibt eine Flottenparade von 1930, worauf kurze Artikel über japanische Wasserflugzeug-Träger (mit einigen Modellfotos der Kamoi, Chitose, Mizuho und Nisshin), die japanische 2,5 cm-Zwillingsflak aus dem Zweiten Weltkkrieg (mit perspektivischen Zeichnungen und Originalfotos), ein 1/350 Modell des japanischen U-Boots I-27 (AFV Club-Bausatz) sowie den alten Monogram/Revell-Bausatz des Lenkwaffenkreuzers Chicago folgen. Der letzte Artikel ist Teil einer Serie über alte Revell-Bausätze.

Fazit

Diese Ausgabe mit dem Schwerpunkt fleet defenders ist für alle Schiffsmodellbauer, auch die ohne Japanischkenntnisse, wegen der gelungenen Mischung aus Bauberichten und Informationen (Fotos, Pläne) über die Vorbilder

alt sehr empfehlenswert

Lars