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Russische Fregatte Admiral Gorschkow (1/700, Gwylan Models) von Lars Scharff Drucken
Montag, 25. Juni 2018 um 05:00

Das Original

Die russische Fregatte Admiral Gorschkow (Admiral Gorshkov/Адмирал Горшков) oder genauer Admiral Flota Sowjetskogo Sojusa Gorschkow (Адмирал флота Советского Союза Горшков) ist das Typschiff des Projekts 22350. Dies ist die erste Klasse von hochseetüchtigen Überwasserkampfschiffen, die seit dem Untergang der Sowjetunion für die russische Marine entworfen und gebaut wurde. Da die existierenden Kreuzer, Zerstörer und Fregatten der russische Marine überwiegend 30 Jahre oder älter sind, werden die Neubauten dringend benötigt. Mit den Korvetten der Stereguschtschi-Klasse (Projekt 20380) und den Fregatten der Admiral Grigorowitsch (Projekt 11356) ist das Projekt 22350 ein Teil des Versuchs, den überalterten Bestand der russischen Marine zu erneuern.

Das Projekt 22350 ist ein Neuentwurf. Die Klasse vereint die typischen Merkmale heutiger Mehrzweckfregatten, d.h. Rumpf und Aufbauten sind auf eine reduzierte Radarsignatur optimiert, die Radarantennen sind phasengesteuerte Varianten (phased array) und die Hauptbewaffnung wird in Senkrechtstartern mitgeführt. Es gibt sowohl Senkrechtstarter für Anti-Schiffsraketen und Marschflugkörper als auch welche für Flugabwehrraketen. Außerdem sind ein Bug- und Schleppsonar, Torpedorohre und ein Bordhubschrauber für die U-Jagd vorhanden.

Von der Klasse sollen bis zu 20 Schiffe gebaut werden. In Dienst ist bisher ein Schiff, die Admiral Gorschkow, drei weitere Schiffe, Admiral Flota Kassatonow, Admiral Golowko und Admiral Issakow, befinden sich im Bau. Das Bauprogramm verzögerte sich immer wieder, weshalb die russische Marine parallel sechs Fregatten der Admiral Grigorowitsch-Klasse (Projekt 11356) bestellt hat. Letztere ist eine Version der indischen Talwar-Klasse, die in Russland aus der Kriwak-Klasse entwickelt wurde. Durch den Ukraine-Krieg gerieten aber sowohl Projekt 22350 als auch 11356 in Probleme. Die Gasturbinen für beide Klassen werden in der Ukraine hergestellt, welches die Lieferung gestoppt hat, so dass nur Turbinen für die ersten beiden Schiffe der Admiral Gorschkow-Klasse und die ersten drei der Admiral Grigorowitsch-Klasse vorhanden sind. In die restlichen Schiffe sollen Gasturbinen eines russischen Herstellers eingebaut werden, deren Auslieferung aber erst in einigen Jahren erwartet wird, so dass die Fertigstellung der Schiffe sich entsprechend verzögert.

Die Admiral Gorschkow ist 135 m lang, 16 m breit und verdrängt 4500 t. Der Antrieb erfolgt durch zwei Gasturbinen und zwei Diesel, die insgesamt 65.400 PS leisten, womit 29 kn erreicht werden. Die Besatzung besteht aus 180-210 Mitgliedern.

Bewaffnung
1 x 13 cm A-192M-Geschütz
2 Palasch-Nahbereichsabwehrsysteme (je zwei 3 cm Gatling und acht 9M311-1E-Raketen)
2 x 1,45 cm Maschinengewehre
2 x UKSK-Achtfach-Senkrechtstarter (für Kalibr-, Jaschont- und BrahMos-Anti-Schiffsraketen/Marschflugkörper)
4 x Redut-Achtfach-Senkrechtstarter (für 9M96- und 9M100-Flugabwehrraketen)
8 x 32,4 cm-Torpedorohre (zwei Vierlinge für Paket-Torpedos)
1 Kamow Ka-27 Bordhubschrauber

Die Admiral Gorschkow wurde 2006-16 von der Severnaya Verf in St. Petersburg gebaut. Sie wird Teil der Nordflotte sein. Aktuell befindet sie sich in der Erprobung, u.a. führte sie im Dezember 2017 Probefahrten nahe britischer Gewässer durch, was in der Presse umfangreich erwähnt wurde.

Das Modell

Das Modell der russisschen Fregatte Admiral Gorschkow habe ich aus dem Bausatz von Gwylan Models gebaut. Inzwischen gibt es eine verbesserte Variante des Bausatzes, u.a. mit einem gedrehten Rohr für das 13 cm-Geschütz und einem umfangreicheren Abziehbilderbogen. Bei meinem Bausatz der ersten Serie waren die Oberflächen an vielen Stellen noch sehr rau, da das gedruckte Urmodell offensichtlich nicht nachbearbeitet wurde. Dazu gab es bei den Kleinteilen einen Formversatz, der insbesondere bei den Antennenkuppeln des Monolit-Radars auf der Brücke und den Satellitenantennen ärgerlich war und sich auch durch Schleifen nur schwer korrigieren ließ. Auch beim Turmmast war Nacharbeit notwendig und die Passstifte haben überwiegend nicht gepasst. Bei dem Kamow Ka-27-Bordhubschrauber war der Radar nicht richtig ausgeformt und die Achse für die beiden Rotoren war zu dick, so dass die Fotoätzteile nicht passten. Den Radar ergänzte ich mit Modellierwachs, die Rotorachse schnitzte ich dünner.

Abgesehen von diesen Punkten und der damit verbundenen Nacharbeit und dem Schleifen vieler Teile lässt sich das Modell schnell und einfach bauen. Ich schloss die Türen für die Brückenausleger, da diese, wie auf Fotos zu sehen, auf See geschlossen sind.

Der Anstrich des Schiffs ist relativ einfach, da die meisten Decks in der selben Farbe wie die vertikalen Flächen gestrichen sind. Ich benutzte Acrylfarben von Vallejo Model Color. Als Hauptfarbe verwendete ich 154 (989) Signalgrau. Das Brückendeck und die Oberseite der Rah hinter dem Mast bemalte ich mit 27 (910) Blutorange. Einige Antennen sind heller mit 152 (883) Hellgrau, einige dunkler mit 158 (870) Mittelgrau bemalt. Der Unterwasserrumpf unter der weißen Zierlinie - die mit einem Abziehbild von www.modellbahndecals.de dargestellt wurde - ist mit 32 (946) Bordeauxrot gestrichen. Das Motorboot erhielt einen mit 52 (925) Blau bemalten Rumpf. Auf den Fotos mit einer Kamow Ka-27 an Bord wirkt der Hubschrauber einfarbig, in der selben Farbe wie der Rumpf des Schiffs gestrichen, wofür ich also auch 154 (989) Signalgrau verwendete. Bei den Abziehbildern fehlten die roten Sterne am Bug und auf dem Hubschrauber, die ich aus der Restekiste ergänzte.

Links ein Vergleich mit dem dänischen Unterstützungsschiff Absalon von 2004 und der südafrikanischen Fregatte SAS Amatola von 2003. In der Mitte ein Vergleich mit zwei sowjetischen Schiffen aus dem Kalten Krieg, der Fregatte Storoschewoi von 1973 und dem Zerstörer Otlichniy von 1983. Rechts ein Vergleich mit zwei älteren russischen Schiffen, dem Flottillenführer Taschkent von 1939 und dem Panzerkreuzer Bajan I von 1911.

Quellen


Lars