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Chinesische Korvette Yangwu (1/700, Oceanmoon) von Lars Scharff Drucken
Freitag, 23. August 2019 um 05:00

 

23.08.1884 - 135 Jahre Schlacht von Fuzhou

 

Heute vor 135 Jahren, am 23. August 1884, griff ein französisches Geschwader unter Admiral Courbet ein chinesisches Geschwader unter dem Kommando von Zhang Peilun auf der Reede von Fuzhou (Foochow) an, der ersten Schlacht im Chinesisch-Französischen Krieg (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Frankreich versuchte damals Vietnam als Kolonie zu erobern, damals ein Protektorat Chinas. Bereits 1864 hatten sie Teil Vietnams besetzt. Ab 1881 versuchten französische Einheiten die Kolonie auf ganz Vietnam auszuweiten und stießen dabei immer wieder auch mit irregulären und regulären chinesischen Einheiten zusammen. Mehrere Friedensverträge wurden abgeschlossen und wieder gebrochen, schließlich entschied sich die französische Regierung unter Jules Ferry China anzugreifen. Ein französisches Geschwader unter Courbet lief auf die Reede von Fuzhou. Da noch Friedenzustand herrschte, konnte das französische Geschwader an den Befestigungen vorbei einlaufen. Das französische Geschwader bestand schließlich aus dem Panzerkreuzer Triomphante, den Kreuzern Duguay-Trouin, Villars, D'Estaing und Volta, vier Kanonenbooten und zwei Torpedobooten. Das chinesische Geschwader bestand aus den Kreuzern Yangwu, Fupo, Chian und Feiyun, fünf Kanonenbooten, zwei Transportern und einigen Dschunken. Die Franzosen begannen am 23. August die Schlacht von Fuzhou und damit den Chinesisch-Französischen Krieg mit einem Überraschungsangriff von zwei Torpedobooten und einigen dampfgetriebenen Beibooten, die mit auch mit Spierentorpedos ausgerüstet waren. Diesen gelang es das chinesische Flaggschiff, die Korvette Yangwu, zu versenken.

Das Original

Die chinesische Korvette Yangwu (揚武, auch als Yang Wu transkribiert) war das bis dahin stärkste Schiff der Fujijan-Flotte, das in den 1870ern von dem Arsenal in Fuzhou (Foochow) gebaut wurde. Ursprünglich war sie als eines der Avisos der Fupo-Klasse geplant, wurde aber dann nach einem neuen Entwurf gebaut. Dieser soll auf die französische Résolue zurück gehen, aber das einzige Schiff dieses Namens aus der Epoche war eine Segelfregatte, die 1864 als Schraubenfregatte fertig gestellt wurde und wie eine typische Fregatte aussah. Yangwu war dagegen eine Korvette, genauer eine Glattdeckkorvette, deren gesamte Bewaffnung auf dem Oberdeck aufgestellt war. Die meisten Geschütze standen auf der Breitseite, lediglich das 19 cm-Geschütz vor der Brücke war auf einer Pivotlafette so angeordnet, dass es nach beiden Seiten feuern konnte. Yangwu ähnelte damaligen europäischen Korvetten und gehörte somit zu dem damals vorherrschenden Typ von Kreuzer.

Die Yangwu war 60,8 m lang, 11,5 m breit und verdrängte 1560 t. Der Antrieb erfolgte über vier Kessel und eine Dampfmaschine, die 1130 PS leistete, womit 12 kn erreicht wurden (15 kn bei den Probefahrten). Als Hilfsantrieb war eine Vollschiffstakelage vorhanden. Die Besatzung bestand aus 270 Mann.

Bewaffnung
1 x 19 cm (150-Pfünder)
10 x 16 cm (70-Pfünder)
2 x 10 cm (24-Pfünder)

Yangwu wurde 1871-72 von dem Arsenal in Fuzhou gebaut. Sie diente danach zur Ausbildung und besuchte auf den Ausbildungsfahrten auch Australien und Japan. 1884 wurde sie zurück nach Fuzhou berufen, als sich die Spannungen zwischen China und Frankreich verschärften. Sie wurde das Flaggschiff des Geschwaders in Fuzhou. In der Schlacht von Fuzhou am 23. August 1884 wurde sie von dem französischen Torpedoboot 46 überrascht, dem es gelang einen Spierentorpedo mittschiffs der Yangwu zur Detonation zu bringen. Yangwu konnte erst danach das Feuer eröffnen und das Torpedoboot schwer beschädigen. Sie selbst begann aber bereits zu sinken. Trotzdem feuerte sie weiter und wurde selbst von dem Kreuzer Volta beschossen, sank aber vier Minuten nach dem Spierentorpedotreffer.

Das Modell

Die Korvette Yangwu baute ich aus dem Bausatz von Oceanmoon ("The Imperial Chinese Foochow Arsenal Cruiser Yang Wu"). Dieser Bausatz enthält neben den Resinrumpf und einigen weiteren Resinteilen, Fotoätzteile, gedrehte Messingrohre, Metallmasten, einen Spritzling von S-Model. primär für die Beiboote, sowie Abziehbilder mit Flaggen.

Der Zusammenbau war weitgehend problemlos. Nur den Massangaben für die Rahe sind entweder merkwürdig oder ich habe sie falsch verstanden (was nicht überraschend wäre, da ich die chinesische Anleitung nur mit Hilfe einer Übersetzungssoftware lesen konnte). Ich habe Metallstäbe mit den angegebenen Abmessungen mit den Fotoätzteilen kombiniert, was zu nicht optimalen Ergebnissen geführt hat, u.a. da die Fotoätzteile wesentlich länger sind (und wohl die richtigen Abmessungen haben). Die Fotoätzteile sind auch sehr weich. Dies machte das Falten der Davits etwas schwierig. Für die Wanten benutze ich die enthaltenen Fotoätzteile, die restliche Takelage besteht aus schwarzen 20 Denier Faden von UNI Caenis.

Bemalt habe ich die Yangwu mit Acrylfarben von Vallejo Model Color. Ich benutzte 167 Anthrazitgrau für den Rumpf und Geschützlafetten, 110 Achatgrau für die Decks, 4 Cremeweiss für die Innenseite des Schanzkleids und die Rümpfe der Beiboote, 121 Ockergelb für den Schornstein, die Lüfter und die Masten sowie 139 Mahagonibraun für diverse Details der Decks wie Oberlichter und Steuerrad. Die Messingrohre der Geschütze brünierte ich.

Links ein Vergleich der Yangwu mit zwei etwas älteren Kreuzern, der Sloop USS Kearsarge (1862) und der Korvette Fujiyama (1864). Rechts mit dem Leichten Kreuzer Kiso (1921) und der Fregatte HMS Chatham (1990):

Quellen

Lars