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FlyHawk: britischer Leichter Kreuzer HMS Penelope (1/700) Drucken
Dienstag, 09. Januar 2018 um 06:00

Leichter Kreuzer HMS Penelope Deckelbild

Modell: HMS Penelope 1940 Deluxe Edition
Hersteller: FlyHawk
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol (Spritzguss), Resin, Fotoätzteile, Messingrohre, Abziehbilder
Art.Nr.: FH1109S
Preis: 46,8 € (bei NNT)

FlyHawk hat nach dem Bausatz der HMS Aurora im Zustand von 1945 und der chinesischen Chung King (ex Aurora) im Zustand von 1949 einen weiteren Leichten Kreuzer der Arethusa-Klasse herausgebracht: die HMS Penelope im Zustand von 1940. Damit ist es auch eine frühere Variante mit Katapult und weniger Flak und Splitterschutz erhältlich.

Das Original

Der britische Leichte Kreuzer HMS Penelope war eines von vier 1933-37 gebauten Schiffen der Arethusa-Klasse der Royal Navy. Diese Klasse wurde entworfen, um die alten Leichten Kreuzer der C- und D-Klasse zu ersetzten. Die neuen Kreuzer sollten die Flotte gegen Angriffe von Zerstörern schützen, für die Flotte aufklären und eigene Zerstörer führen. Dafür wurde ein kleiner, manövrierfähiger Kreuzer gefordert, der dazu auch den Vorteil geringerer Kosten und weniger Verbrauch der erlaubten Kreuzertonnage haben würde. Das Ergebnis war eine verkleinerte Version der Leander-Klasse mit nur drei statt vier 15,2 cm-Zwillingstürmen und dünnerer Panzerung, die mehr als 2000 t weniger als die Leander-Klasse verdrängte. Wie bei der parallel gebauten größeren Perth- (Amphion/modifizierte Leander-) Klasse wurde die Maschinen in Einheiten aufgeteilt, d.h. die Turbinen- und Kesselräume abwechselnd angeordnet, um das Risiko eines Ausfalls bei Treffern zu reduzieren.

Es wurden vier Schiffe der Klasse gebaut: Arethusa, Galatea, Penelope und Aurora. Gewichtseinsparungen, u.a. durch Schweißen, wurden nach Fertigstellung der ersten beiden Schiffe deutlich. Penelope und Aurora erhielten deshalb 10,2 cm-Zwillingsflak statt Einzellafetten und ein zusätzlichen HACS-Feuerleitgerät für die schwere Flak achtern. Die ersten beiden Schiffe wurden später entsprechend nachgerüstet. Aurora wurde ohne Katapult fertig gestellt und erhielt stattdessen ein vergrößertes Deckshaus, um besser als Flaggschiff dienen zu können. Bei den anderen drei Schiffen wurde das Katapult nach den Erfahrungen von 1940 entfernt, um die Flak verstärken zu können. Die Klasse bewährte sich insbesondere im Mittelmeer gut, aber zwei der vier Schiffe wurden dort von U-Booten versenkt. Aus der Klasse wurde die Dido-Klasse entwickelt, die allerdings auf einem ähnlichen Rumpf zehn 13,3 cm-Geschütze statt der sechs 15,2 cm- und acht 10,2 cm-Geschütze erhielt. Von dieser Klasse und der daraus abgeleiteten Bellona-Klasse wurden 1937-44 16 Schiffe gebaut.

Die Penelope war 154,2 m lang, 15,5 m breit und verdrängte 6715 t. Der Antrieb erfolgte über vier Kessel und vier Dampfturbinen mit 64.000 PS, womit 32,3 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 500 Mann (später 623 Mann).

Bewaffnung 1940
6 x 15,2 cm BL Mk XXIII (drei Zwillingstürme)
8 x 10,2 cm QF Mk XVI (vier Zwillingslafetten)
8 x 1,27 cm Mk III Vickers-Maschinengewehre (zwei Vierlingslafetten)
6 x 53,3 cm-Torpedorohre (zwei Drillingsrohre)
1 Fairey Seafox-Bordflugzeug

Die Penelope wurde 1934-1936 von Harland & Wolff in Belfast gebaut. Bei Kriegsausbruch diente sie im Mittelmeer, wurde aber Anfang 1940 zur Home Fleet verlegt. Mit dieser wurde sie in der Schlacht um Norwegen eingesetzt. Dort lief sie am 11. April bei Fleinvær auf ein Riff und wurde schwer beschädigt und verpasste so die Zweite Schlacht von Narvik. Sie wurde von dem Zerstörer Eskimo in den Skjelfjord geschleppt, wo sie, u.a. mit Hilfe der Norweger, notdürftig repariert wurde. Während der Arbeiten wurde sie von deutschen Luftangriffen weiter beschädigt. Am 11. Mai wurde sie von dem Schlepper Bandit zurück nach Großbritannien geschleppt. Dort wurde sie repariert und modernisiert, u.a. wurde das Katapult entfernt und sie erhielt Dreibeinmasten, Radar und zwei 4 cm Pom-Pom. Erst im August 1941 war sie erneut einsatzfähig.

Nach weiteren Einsätzen mit der Home Fleet wurde Penelope im Oktober ins Mittelmeer verlegt, wo sie mit dem Schwesterschiff Aurora und den Zerstörern Lance und Lively die Force K bildete. Diese wurde sehr erfolgreich gegen deutsch-italienische Konvois nach Nordafrika eingesetzt. Am 9. November 1941 versenkten sie bei Kap Spartivento alle sieben Frachter des Duisburg (Beta)-Konvois sowie den Zerstörer Fulmine.  Am 24. November versenkten sie zwei weitere Frachter und 1. Dezember einen weiteren sowie einen Tanker und den Zerstörer Alvise da Mosto. Danach war sie Teil des Geleits des Frachters Breconshire nach Malta und war an der Ersten Schlacht von Sirte am 17. Dezember beteiligt. Bei dem Rückzug lief die Force K und die begleitete Force B in ein Minenfeld bei Tripolis. Penelope wurde leicht und Aurora wurde schwer beschädigt, der Leichte Kreuzer Neptune und der Zerstörer Kandahar wurden versenkt. Penelope wurde in Malta repariert und geleitete danach Malta-Konvois. Am 16. März wurde sie bei Luftangriffen auf Malta beschädigt und bei anschließenden Reperaturen im Dock dort so durchlöchert, dass sie den Spitznamen HMS Pepperpot ("Pfefferstreuer") erhielt. Für die endgültigen Reparturen wurden sie nach New York geschickt. Nach Abschluss der Arbeiten im September 1942 wurde sie wieder ins Mittelmeer verlegt, wo sie die Operationen in Nordafrika im Frühjahr 1943 unterstützte. Sie unterstützte dazu die Landungen auf Pantelleria, Lampedusa, Sizilien und Salerno. Am 7. Oktober 1943 versenkte sie in der Ägäis zusammen mit dem Leichten Kreuzer Sirius und zwei Zerstörern meherere deutsche Landungsschiffe und einen geleitenden Trawler. Beim Rückzug wurde sie von Ju 87 bombardiert, wodurch zwölf Mann getötet und 29 verwundet wurden. Ab Januar 1944 unterstützte Penelope die Landung bei Anzio. Während dieser Operationen wurde sie am 18. Februar 1944 von dem deutschen U-Boot U 410 torpediert. Ein erster Torpedo traf den achteren Maschinenraum, ein zweiter Torpedo 16 Minuten später traf den achteren Kesselraum, worauf Penelope schnell sank. 417 Mann wurden getötet, nur 206 konnten gerettet werden.

Penelope erhielt acht Battle Honours für ihre Einsatz im Zweiten Weltkrieg.

Der Bausatz

FlyHawks britischer Leichter Kreuzer HMS Penelope ist nach der Aurora und Chung King die dritte Variante der Arethusa-Klasse. Der Bausatz ist in der normalen Ausführung für 28,6 € und in der hier besprochenen Deluxe Edition mit Unterwasserrumpf, Fotoätzteilen und gedrehten Messingrohren für 46,8 € erschienen. Die Fotoätzteile alleine gibt es von FlyHawk auch für 17,8 €.

Der Bausatz stellt den Zustand von 1940 dar, also während des Einsatzes in Norwegen. Es ist möglich sowohl ein Vollrumpf- als auch ein Wasserlinienmodell zu bauen. Die Unterschiede zur Aurora/Chung King hat FlyHawk zumindest überwiegend berücksichtigt, u.a. die unterschiedlichen Masten, Deckshäuser und leichte Flak. Die Teile sind sehr sorgfältig in einzelnen Tüten verpackt. Dazu ist ein weiterer Karton mit dem Deckelbild und der Geschichte des Schiffs auf Englisch, Chinesisch und Japanisch auf der Rückseite enthalten.

Die Teile für den Rumpf sind sehr gut detailliert. U.a. die Panzerung und Bullaugen sind gut dargestellt. Die Seitenteile des Rumpfs sind identisch mit Aurora, aber die Decksteile unterscheiden sich, sowohl bei den Details als auch z.B. der Form der Deckshäuser.

Die Deckshäuser wurden mit beweglichen Formen hergestellt, so dass sowohl das Deck als auch die Seiten sehr gut detailliert sind und ein Deckshaus auch nur aus jeweils einem Teil besteht. Auch diese Teile sind spezifisch für Penelope, z.B. die andere Aufteilung der Deckshäuser, der noch fehlende Splitterschutz um die 10,2 cm-Flak und der Unterbau des Katapults.

Auch die Spritzlinge mit weiteren Teilen für die Aufbauten sowie die Masten sind spezifisch für Penelope.

Dies gilt auch für die sehr gut gemachten Schornsteine, da sich die Längen unterscheiden, da der achtere Schornstein der Aurora auf einem Deckshaus "steht", während der der Penelope direkt auf das Bootsdeck montiert wird.

Die Teile für die 15,2 cm-Türme und 10,2 cm-Zwillingsflak sind aus dem Aurora-Bausatz bekannt. Auch diese sind gut detailliert. Die Plastikrohre sind nicht wirklich konisch, aber hierfür liegen in der Deluxe Edition des Bausatzes die gedrehten Messingrohr bei.

Die Spritzlinge Q und R sind identisch zu denen aus dem Aurora-Bausatz. Hier finden sich u.a. Schrauben und Schraubenwellen sowie Teile für die Aufbauten. Für die 1940-Version der Penelope wird einiges nicht gebraucht, aber wer den Bausatz in den 1941-44-Zustand umbauen will, findet hier eventuell einige nützliche Teile, u.a. die Unterstände für die 10,2 cm-Flak sowie die Plattformen für die 4 cm-Pom-Pom.

Auch der Spritzling A ist schon bekannt. Neben den Torpedorohren finden sich hier u.a. Davits, die für Spritzgussteile wirklich bemerkenswert sind und wohl auch durch den Ersatz durch Fotoätzteile nicht wirklich aufgebessert würden. Die Spritzling E und H sind neu im Penelope-Bausatz und enthalten u.a. Bootslager, Scheinwerferplattformen, die frühe Form des HACS-Dach bevor diese mit Radar ausgerüstet wurden, Beiboote, Teile der Aufbauten und Stützkonstruktionen von Plattformen. Letztere können durch die ebenfalls enthaltenen Fotoätzteile besser dargestellt werden. Für die Peilantenne auf dem Fockmast gibt es ebenfalls ein besseres Fotoätzteil.

Die Spritzlinge V und W finden sich in allen bisherigen Bausätzen der Arethusa-Klasse. U.a. Anker, Kran, sehr feine Dampfrohre und Wellenbrecher sind hier enthalten. Der Kran kann durch Fotoätzteile deutlich aufgewertet werden, die der Deluxe Edition auch beiliegen.

Dazu enthält der Bausatz eine Reihe von Spritzlingen, die aus anderen Bausätzen schon bekannt sind und auch als Zubehör für britische Schiffe seperat erhältlich sind. Hier Spritzlinge mit Vierlings-Maschinenwehren sowie für die 1940er Version nicht benötigte 4 cm-Pom-Pom-Vierlinge und Salutgeschütze, dazu Scheinwerfer, Otter und Winden. Diese Teile sind sehr gut detailliert und zeigen, was heute mit Spritzguss machbar ist.

Weitere dieser Spritzlingen mit Teilen für britische Schiffe enthalten Brückeninstrumente.

Dazu finden sich noch Spritzlinge mit Beibooten, Rettungsflössen und Bordflugzeugen. Letztere, Supermarine Walrus und Fairey Seafox, gibt es auch als Extraset. 1940 war anscheinend eine Seafox an Bord, die Walrus wurde eventuell nie von der Penelope aus eingesetzt. Für die Bordflugzeuge gibt es auch Fotoätzteile.

Die Fotoätzteile und Messingrohre

Die Fotoätzteile und Messingrohre sind nur in der Deluxe Edition enthalten - und sind extra erhältlich.

Man muss individuell schauen, ob man alle Teile genau so verwenden will. Der Ersatz der Plastikgaffel am Großmast durch eine fotogeätzte scheint mir z.B. nicht sehr sinnvoll zu sein. Nach Anleitung würde man auch leere Wasserbombengestelle bauen. Eventuell kann man hier die Plastik- und Fotoätzteile kombinieren oder man findet einzelne Wasserbomben von einem anderen Hersteller. Die Fotoätzteile für die Bordflugzeuge lassen sich übrigens erstaunlich einfach verarbeiten. Die Verspannung und Verstrebung der Doppeldecker wird einfach kastenförmig gefaltet und wirkt trotzdem relativ überzeugend.

Abziehbilder

Die Abziehbilder umfassen Flaggen und Markierungen für die Bordflugzeuge.

Bei den Bordflugzeugen fehlen indivuelle Kennungen.

Die Anleitung

Die Anleitung ist sehr übersichtlich - allerdings liegt hier einfach die Variante für die billige Version ohne Zurüstteile bei und eine Extraanleitung für die Zurüstteile (siehe unten). Die Anleitung für die billige Variante umfasst eine Übersicht über die enthaltenen Teile und erklärt den Zusammenbau in fünf Schritten plus einige Subassemblierungsschritte. Die Bemalanleitung enthält zwei nicht genauer beschriebene Varianten - 1939 und 1940 im speziellen Tarnschema, das ein Teile der in Scapa Flow stationierte Home Fleet hatte. Farbangeben finden sich für Mr. Hobby, Tamiya, Colourcoats und AK. Die Boote sind extra gezeichnet. Laut British and Commonwealth Warship Camouflage of WWII Volume 3 war Penelope 1939 mit 507C gestrichen (wie von FlyHawk angegeben), 1940 hatte sie laut diesem Autor neben dem  Braun und Weiß auch Grün als Teil des Tarnschemas, insbesondere achtern auf den dunkelbraunen Flächen.

Für die Supermarine Walrus und Fairey Seafox gibt es eine extra Anleitung - aber ohne Angabe welches Flugzeug wann an Bord war. Auch ist die Bemalanleitung nicht spezifisch für das Bordflugzeug der Penelope. Diese Anleitung umfasst nur die Plastikteile. Die nur in der Deluxe Edition enthaltenen Fotoätzteile sind in einer Extraanleitung (siehe unten) beschrieben.

Die Deluxe-Edition enthält eine zusätzliche Anleitung für die Fotoätzteile und ein Resinteil. Ideal wäre natürlich eine kombinierte Anleitung gewesen, da man so schauen muss, welche Plastikteile durch welche Fotoätzteile ersetzt werden sollen. Die Anleitung besteht aus dreidimensionalen Zeichnungen für einen Teile der Teile und Fotos für die Positionen der restlichen Teile. Das einzelne Resinteil gehört zum Katapult, aber dieses Teil wird nur auf den Foto des Katapult gezeigt und die Position ist nicht wirklich klar. Das könnte eventuell auch ein Problem bei anderen Teilen sein.

Der Bausatz ist in diesem Form sehr spezifisch für einen frühen Zustand der Penelope. Man kann sie mit nur relativ wenig Aufwand in jedem Zustand zwischen 1936 und 1940 bauen - nur für die sehr frühen Zustände braucht man ein Hawker Osprey-Bordflugzeug und muss eventuell bei Details wie der Peilantenne noch mal genauer schauen. Für die späten Zustände muss man u.a. den Splitterschutz um die 10,2 cm-Flak, die Unterstände für deren Bedienung, die 4 cm Pom-Pom-Vierlinge, später noch 2 cm-Oerlikons, Dreibeinmasten und Radarantennen ergänzen und das Katapult entfernen. Eventuell ist auch hierfür dieser Bausatz der bessere Ausgangspunkt als der Bausatz der Aurora, da es doch einige Unterschiede bei den Aufbauten gab. Dazu sind einige der hierfür benötigten Teile, u.a. die Unterstände, Plattformen für die Pom-Pom sowie die Pom-Pom selbst, im Bausatz enthalten.

Quellen

Fazit

Der Bausatz der Penelope von FlyHawk ist nicht einfach ein Bausatz des Schwesterschiffs Aurora in neuer Verpackung, sondern berücksichtigt die mir bekannten Unterschiede. Der Bausatz zeigt, was heute mit Spritzguss möglich ist. Mit den enthaltenen Rohren und Fotoätzteilen lässt sich der Bausatz weiter deutlich verfeinern, insbesondere an so prominenten Teilen wie den Geschütztürmen, dem Katapult und dem Kran. Das hat natürlich seinen Preis, aber der liegt in der Deluxe Edition immer noch unter dem von vergleichbaren Resinbausätzen. Es ist zu hoffen, dass FlyHawk weitere Bausätze britischer Kreuzer herausbringen wird. Angekündigt sind Sirius, Phoebe, Ajax und Achilles. Der Bausatz ist

alt sehr empfehlenswert


Lars

Wir danken FlyHawk für das Bausatzmuster