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Leichter Kreuzer USS Miami (1/700, Pit-Road) von Eberhard Sinnwell Drucken
Montag, 02. MĂ€rz 2015 um 06:00

 

02.03.1945 - 70 Jahre Bombardierung von Okino Daito Shima

 

Heute vor 70 Jahren, am 2. MĂ€rz 1945, bombardierten die US-amerikanischen Leichten Kreuzer Miami, Vincennes und San Diego sowie die Zerstörer De Haven II, Mansfield, Lyman K. Swenson, Collett, Blue II, Brush, Taussig und Samuel N. Moore die japanische Insel Okino Daito Shima (Okidaitƍjima) (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Diese Insel gehört zu den Daito-Inseln sĂŒdöstlich von Okinawa. Die amerikanische TrĂ€gerkampfgruppe TF58 hatte nach der Operation Jamboreee und der Landung auf Iwo Jima erneut Japan angegriffen und einen Vorstoß nach Okinawa durchgefĂŒhrt. Auf dem RĂŒckweg von dieser Operation wurden die Kreuzer und Zerstörer abgeordnet, um Okino Daito Shima zu bombardieren.

Das Original

Die USS Miami CL-89 war ein leichter Kreuzer der Cleveland-Klasse. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa fielen die GrĂ¶ĂŸenbegrenzungen fĂŒr Kreuzer weg, sodass statt der geplanten 8000 t Kreuzer ein neuer Entwurf auf der Basis der St. Louis-Klasse entwickelt wurde, eben die Cleveland-Klasse. Das Ziel war die Reichweite zu steigern sowie die Flugabwehr und den Unterwasserschutz zu verstĂ€rken. DafĂŒr wurde u.a. auf einen der fĂŒnf 15,2 cm-DrillingstĂŒrme der VorgĂ€ngerklasse verzichtet und stattdessen wurden zwei weitere 12,7 cm-Zwillingsflak eingebaut. Um die notwendigen StĂŒckzahlen fĂŒr den erwarteten Krieg zu erreichen, wurden 52 Schiffe der Klasse geplant. 27 davon wurden fertiggestellt. Eines, die Galveston, wurde aber direkt zur Reserveflotte ĂŒberstellt, ohne in Dienst gestellt worden zu sein. Dazu kamen zwei weitere Schiffe der verbesserten Fargo-Klasse und neun, die zu Leichten FlugzeugtrĂ€ger der Independence-Klasse umgebaut wurden.

Der Entwurf war nicht gelungen, die große Zahl von Schiffen entsprach der Notwendigkeit möglichst viele Leichte Kreuzer zu bauen. Da die Aufbauten wegen Mangel an Aluminium aus Stahl gebaut werden mussten, waren die Schiffe topplastig, was sich durch die VerstĂ€rkung der Flak im Krieg noch verschlimmerte. Dazu waren die Schiffe sehr beengt. Deshalb wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg sehr schnell außer Dienst gestellt. Sechs der Schiffe wurden in den 1950ern zu Lenkwaffenkreuzern umgebaut – und waren danach wohl noch topplastiger.

Die Miami wurde 1941-43 von Cramp in Philadelphia gebaut. Nach einer Einfahrzeit kam sie ab Juni 1944 im Pazifik zum Einsatz. Sie war zumeist den TrĂ€gerkampfgruppen zugeordnet und war mit diesen an zahlreichen Angriffen sowie an den Landungen auf den Marianen und Leyte beteiligt. In der Schlacht von Leyte geleitete sie erneut TrĂ€ger. Sie wurde aber von Halsey abgeordnet, als dieser verspĂ€tet realisierte, dass die grĂ¶ĂŸte Bedrohung nicht von den japanischen TrĂ€gern unter Ozawa ausging, sondern von den Schlachtschiffen, Kreuzern und Zerstörern unter Kurita. Die Miami und die anderen Schiffe kamen aber zu spĂ€t, um die Hauptstreitmacht von Kurita abzufangen. Sie konnten lediglich den Zerstörer Nowaki abfangen, der zurĂŒckgefallen war, als er die Überlebenden des Schweren Kreuzers Chikuma gerettet hatte. Die Miami versenkte die Nowaki zusammen mit anderen Kreuzern und Zerstörern, wobei alle an Bord der Nowaki getötet wurden. Im Januar 1945 war die Miami an den TrĂ€gerangriffen auf Formosa, Luzon, Französisch-Indochina und SĂŒdchina beteiligt, im Februar und MĂ€rz an den Angriffen auf Japan (Operation Jamboree), der Landung auf Iwo Jima und weiteren Angriffen auf Japan selbst. Im April 1945 unterstĂŒtzte sie die Landung auf Okinawa, wurde dann aber zu einer Überholung nach San Francisco verlegt. Sie war erst nach Kriegsende wieder einsatzbereit und beteiligte sich an der Besetzung der Ryukyu-Inseln. Nach einer Zeit als Schulschiff wurde sie am 10. Dezember 1947 außer Dienst gestellt. Nach Jahren bei der Reserveflotte wurde sie 1961 gestrichen und 1962 zum Abwracken verkauft.

Miami erhielt sechs Battle Stars fĂŒr ihre EinsĂ€tze im Pazifik.

Kiellegung: 02. August 1941
Stapellauf: 08. Dezember 1942
Inbetriebnahme: 28. Dezember 1943
Außerdienststellung: 30. Juni 1947
Streichung: 01. September 1961
Verschrottung: 1962

WasserverdrÀngung: 10.160t t
LĂ€nge: 185,95 m
Breite: 20,27 m
Tiefgang: 6,1 m
Antrieb: 4 Turbinen auf vier Schrauben
Leistung: 74.570 kW
Geschwindigkeit: 33 kn (61 km/h)
Besatzung: 992 Offiziere und Matrosen

Bewaffnung:
12 x 152 mm in vier GeschĂŒtztĂŒrmen
12 x 127 mm in sechs GeschĂŒtztĂŒrmen
28 x 40 mm Flak
10 x 20 mm Flak

Das Modell

Der Bausatz stammt aus der SkyWave-Serie von Pit-Road und hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Auf dem Faltkarton steht “Cleveland Class Late Type (20 Ships)”. Die spĂ€teren Schiffe dieser Klasse zeichneten sich durch eine eckige KommandobrĂŒcke aus, im Gegensatz zu den frĂŒhen Schiffen mit einer runden BrĂŒcke. In der Bauanleitung sind drei verschiedene Tarnschemata abgebildet, mit denen vier verschiedene Schiffe dargestellt werden können. Dies ist die USS Miami CL-89 mit dem Measure 32/1d. Die Farben fĂŒr diesen Anstrich sind Light Gray 5-L und Dull Black-BK. Weiterhin sind dies die USS Topeka CL-67 und USS Wilkes Barre CL-103 mit dem Measure 32/24d. Hier werden die Farben Light Gray 5-L, Ocean Gray 5-O, Deck Blue B-20 und Dull Black-BK verwendet. Zuletzt die USS Duluth CL-87, die mit dem Measure 32/11a lackiert war. Auch hier kamen ebenfalls die Farben 5-L, 5-O, B-20 und BK zu Einsatz. Ich habe mich fĂŒr den Bau der USS Miami entschieden, die auch auf der RĂŒckseite der Faltschachtel abgebildet ist. Mit etwas Internetrecherche lassen sich sicher auch andere Kreuzer dieser Klasse bauen.

Der Bau ging mir zĂŒgig von der Hand. Der Rumpf war mit drei Teilen am schnellsten fertiggestellt. Nun wurde jedes Deck separat zusammengebaut, ohne diese vorerst zu verkleben. An dieser Stelle kommt Farbe ins Spiel, indem alle horizontalen FlĂ€chen mit Deck Blue von WEM lackiert wurden. Das Deck wurde nun entsprechend des Tarnmusters abgeklebt und mit Ocean Gray 5-O besprĂŒht. Nachdem die Farbe durchgetrocknet war, wurden alle Decks, auch die der Aufbauten, abgeklebt. Jetzt folgte die Farbe Light Gray 5-L ĂŒber alles. Bei diesem Arbeitsschritt hatte ich alle Kleinteile sowie die gesamte FotoĂ€tzteilplatine gleich mitlackiert. Bei den fotogeĂ€tzten Teilen hatte ich mich fĂŒr den GMM Satz "World War Two USN Cruiser/Destroyer" entschieden. Hiervon benutzte ich den Bordkran, die Flugzeugkatapulte, die Reling sowie die RadarausrĂŒstung. Das Tarnmuster Measure 32/1d hatte ich mir, mittels Fotokopierer, auf die richtige GrĂ¶ĂŸe skaliert. Daraufhin wurden die Stellen, die in Light Gray bleiben sollen, abgeklebt und nun mit Dull Back-BK lackiert. Nun konnte die Maskierung entfernt werden und der Wasserpass wurde abgeklebt und schwarz lackiert. Zum Schutz der Farben folgte eine Schicht Future. Das ist eine Bodenversiegelung, die gegenĂŒber einem Washing mit schwarzer und rostbrauner KĂŒnstlerölfarbe bzw. Terpentin, bestĂ€ndig ist. Der schwierigste Teil bestand nun darin, den Tarnverlauf des Rumpfes auf den vertikalen FlĂ€chen jedes Decks fortzusetzen. Hierzu waren mehrere Lackiersitzungen notwendig, da dies jeweils Stockwerk fĂŒr Stockwerk gemacht wurde. Nach diesem Arbeitsschritt wurden die Decks aufgeklebt, die Masten und die Schornsteine hinzugefĂŒgt. Die GeschĂŒtzrohre der Hauptartillerie habe ich gegen gedrehte Messingrohre ausgetauscht. Da ich keine passenden zu Hand hatte, bediente ich mich japanischer GeschĂŒtzrohre gleichen Kalibers, die ich dann auf die richtige LĂ€nge kĂŒrzte. Die ZwillingstĂŒrme der Mittelartillerie hatte ich komplett ausgetauscht, da sie nicht mehr dem Stand des Formenbaus entsprachen. Die Firma Lion Roar bietet GeschĂŒtztĂŒrme aus Resin mit den passenden Messingrohren an. Bei den GeschĂŒtzen musste ebenfalls darauf geachtet werden, dass der Tarnverlauf des Rumpfes an der richtigen Stelle fortgefĂŒhrt wird.

Nun wurden die FotoĂ€tzteile mittels Sekundenkleber angeklebt. Angefangen von der Deckreling, ĂŒber die Reling der einzelnen Decks bis zur Radaranlage. Getakelt habe ich, wie ĂŒblich, mit schwarzem UNI-Caenis 20 Denier Faden. VervollstĂ€ndigt wurde die Miami nun mit den fertigen GeschĂŒtzen, den Flugabwehrkanonen, den beiden Flugzeugkatapulten sowie dem Bordkran. Das Bordflugzeug, eine Vought OS2U Kingfischer, besteht aus fĂŒnf Teilen. Im Bereich des Cockpits hatte ich einen Teil der Kanzel herausgetrennt. Die Lackierung erfolgte auf der Unterseite mit weißer Farbe und auf der Oberseite mit Sea Blue von ModelMaster . Mit einem dezenten Trockenmalen wurden die schwarzen FlĂ€chen und die Kanten aufgehellt bzw. gebrochen. Um eine emsige Betriebsamkeit auf dem Schiff darzustellen, wurden vielen Matrosen von Eduard auf dem Schiff verteilt. Um eventuellen Glanz des Sekundenklebers zu eliminieren, folgte eine letzte Schicht Acryl-Mattlack.

Diorama

Die Idee war, dass die USS Miami an einem Versorgungspier liegt und ein neues Bordflugzeug bekommt. Dieses sollte mittels einer Barke und eines Hafenschleppers herangebracht und mit dem Bordkran ĂŒbernommen werden.

Das Holzbrett habe ich mir selber zugeschnitten, die Kanten mit einer OberfrĂ€se bearbeitet und alles mattschwarz lackiert. Die Kanten wurden zum Schutz abgeklebt. FĂŒr das StĂŒck Pier, das aus dem Sortiment der Firma Battlefleet stammte, habe ich mir ein StĂŒck Karton derselben Form zugeschnitten. Dieser Platzhalter wurde mittels doppelseitigem Klebeband an die spĂ€tere Position geklebt und die WasseroberflĂ€che mit weißer Wandfarbe gepinselt. Mein Hafenwasser sollte eine algengrĂŒne Farbe bekommen, das ich mit einer Acrylfarbe von Schminke realisierte. Dann wurde das zuvor grau lackierte und gealterte Pier und die fertig gestellte Miami aufgeklebt. Um der WasseroberflĂ€che den nötigen Glanz zu geben, kam eine Schicht glĂ€nzendes Acrylgel auf die OberflĂ€che. ErgĂ€nzt wurden dann noch die Lenzwasseraustritte in Form von Wasserstrahlen, einer lĂ€ngsseits gehenden Barkasse, einer Gangway und einer Ankerkette an der Steuerbordseite. Beinahe hĂ€tte ich noch die Rumpfnummer 89 am Bug vergessen. In das noch feuchte Gel wurde die Versorgungsbarke von Alliance Model Works und ein Schlepper von Corsair Armada platziert. Diese wurden mit schwarzem UNI-Caenis 20 Denier mit der Miami vertĂ€ut. An Land wurde die Szene mit Transportkisten von Niko Model, einer Baracke von Alliance Model Works und Fahrzeugen verschiedener Herstellern belebt.

Dieser Bau hat besonders viel Spaß gemacht, da ich hier mit Materialien wie Holz, Kunststoff, Resin, Farben und Metall gearbeitet habe und viele verschiedene Elemente wie Schiff, Flugzeug, Pier, Hafenschlepper, Barke, Fahrzeuge und Baracken zum Tragen kamen.

Quellen

Eberhard Sinnwell

(Text ĂŒber Original von Lars)