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Uruguayischer Torpedokreuzer Uruguay (1/700, Kombrig) von Lars Scharff Drucken
Freitag, 13. Dezember 2019 um 06:00

 

13.12.1939 - 80 Jahre Schlacht vor dem Río de la Plata

 

Heute vor 80 Jahren, am 13. Dezember 1939, lief der deutsche Schwere Kreuzer (Panzerschiff) Admiral Graf Spee verfolgt von den britischen Leichten Kreuzern Ajax und Achilles in uruguayische Hoheitsgewässer, wo sie von dem uruguayischen Torpedokreuzer Uruguay abgefangen wurden (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Admiral Graf Spee hatte bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs den Angriff auf alliierte Handelsschiffe im Südatlantik und Indischen Ozean begonnen und insgesamt neun Handelsschiffe versenkt. Am 13. Dezember war sie in der Schlacht vor dem Río de la Plata von den britischen Kreuzern Exeter, Ajax und Achilles gestellt worden. Admiral Graf Spee zog sich beschädigt nach Montevideo in Uruguay zurück - und hier stellte sich der winzige, damals schon fast 30 Jahre alte uruguayische Kreuzer Uruguay zwischen die kämpfenden Parteien, um die uruguayischen Hoheitsrechte durchzusetzen.

Das Original

Der uruguayische Kreuzer Uruguay von 1910 war lange das stärkste Schiff der uruguayischen Marine. Von den Eigenschaften lag er zwischen Torpedokreuzern und Torpedokanonenbooten und ähnelte von der Auslegung z.B. der japanischen Yodo-Klasse, der osmanischen Berk-i-Satvet-Klasse und den älteren dänischen Kreuzern Hekla, Geiser und Heimdal. Uruguay war wohl nicht, wie ihre Gegenstücke bei grösseren Marinen, zur Jagd auf Torpedoboote, für Torpedoangriffe auf größere Schiffe und zur Aufklärung gedacht, sondern man wählte einfach einen im Vergleich zu größeren Kreuzern relativ billigen Entwurf. Typisch für einen damaligen Kreuzer hatte sie ein Panzerdeck über den Maschinenräumen. Sie veraltete durch die damaligen technischen Neuerungen schnell. Die folgenden turbinengetriebenen Kreuzer und Zerstörer waren deutlich schneller und stärker bewaffnet. Uruguay war aber ein nützliches Schiff, um die uruguayischen Hoheitsgewässer zu patrouillieren und um Offiziere auszubilden. Sie diente in dieser Funktion für mehr als 40 Jahre bis sie durch ehemalige US-amerikanische Geleitzerstörer der Cannon-Klasse ersetzt wurde.

Uruguay war 85,0 m lang, 9,8 m breit und verdrängte 1250 t (1400 t?). Der Antrieb erfolgte vier Kessel und zwei Dampfmaschinen, die zusammen zwischen 5000-8000 PS (je nach Quelle) leisteten, womit 23 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 125-160 Mann.

Bewaffnung
2 x 12 cm L/45 Skoda
4 x 7,62 cm L/40 Armstrong
6 x 3,7 cm L/40 Vickers
6 x 0,7 cm Maschinengewehre
2 x 45 cm-Torpedorohre

Uruguay wurde 1908-10 von Vulcan in Stettin gebaut. 1919-20 fuhr sie nach Mexiko (wohin sie den Leichnam des verstorbenen Dichters Armado Nervo überführte) und Venezuela. 1939 fing sie die in der Schlacht vor dem Río de la Plate beteiligten Schiffe ab. 1951 wurde sie außer Dienst gestellt und 1962 zum Abwracken verkauft.

Das Modell

Das Modell des uruguayischen Torpedokreuzers Uruguay habe ich aus dem Bausatz von Kombrig (siehe Bausatzbesprechung) gebaut. Der Bausatz ist überwiegend gut gegossen. Die Passgenauigkeit ist auch gut. Ich habe zwar einige Fotos gefunden, aber viele davon sind nicht genau datiert und keines zeigt die Uruguay 1939. Ich habe mich entschieden, mich teilweise an einem Foto in Morskaja Kampanija 10/2018 zu orientieren, das sie in Buenos Aires zeigt - eventuell 1932.

Das Modell habe ich größtenteils aus dem Kasten gebaut. Die 12 cm-Rohre habe ich durch Messingrohre für französische 10 cm L/45 Model 1930 und die der 7,6 cm durch welche für britische 7,6 cm L/50 (12-Pfünder) ersetzt, beide von Master. Die Masten, Dampfrohre und Bootsspieren baute ich nicht aus den enthaltenen Resinteilen, sondern aus Metallstäben. Die Fotoätzteile des Bausatzes sind teilweise etwas massiv, ein gutes Beispiel ist die Ankerkette. Diese ersetzte ich dünnere aus der Restekiste. Ansonsten ergänzte ich noch Rettungsringe (Fotoätzteile von NNT). Getakelt habe ich mit schwarzen 20 Denier Faden von UNI Caenis.

Bemalt habe ich die Uruguay mit Acrylfarben von Vallejo Model Color. Für die vertikalen Flächen benutzte ich 158 Mittelgrau, für die Decks 110 Achatgrau und die Persenning 4 Cremeweiss.

Links ein Vergleich der Uruguay (1910) mit dem älteren chinesischen Torpedokreuzer Guangyi (1892), der auch oft als Torpedokanonenboot bezeichnet wird, und dem etwas neueren russischen Zerstörer Nowik (1913), der schneller und stärker bewaffnet war. Rechts mit dem deutschen Geschützten Kreuzer SMS Emden (1909) aus der gleichen Epoche wie Uruguay und dem polnischen Zerstörer ORP Grom (1937), der zeigt, wie klein Uruguay im Vergleich zu 1939 modernen Schiffen war.

Links noch ein Vergleich mit modernen Schiffen, die heute für ähnliche Aufgaben wie Uruguay verwendet werden, der australischen Fregatte HMAS Warramunga (2001) und dem niederländischen Patrouillenschiff Zr. Ms. Zeeland (2013). Rechts um zu zeigen, wie klein Uruguay im Vergleich zu den Kreuzern war, die in der Schlacht vor dem Río de la Plata kämpften: der britische Schwere Kreuzer HMS Exeter (1931) und der deutsche Schwere Kreuzer Lützow (1933), das Schwesterschiff der Admiral Graf Spee.

Quellen

Lars