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Australische Fregatte HMAS Warramunga (1/700, Dodo Models) von Lars Scharff Drucken
Donnerstag, 25. Oktober 2018 um 05:00

Das Original

Die australische Fregatte HMAS Warramunga (FFH 152) geh├Ârt zur Anzac-Klasse, die auf eine Ausschreibung der australischen und neuseel├Ąndischen Marine in den 1980ern zur├╝ck geht. Ziel war es, ihre Fregatten der River- bzw. Leander-Klasse zu ersetzen. Die Wahl fiel auf den deutschen MEKO 200-Entwurf und es wurden acht Fregatten f├╝r die australische und zwei f├╝r die neuseel├Ąndische Marine bestellt. Sie wurden von australischen und neuseel├Ąndischen Werften gebaut. Die australische Marine erhielt Anzac, Arunta, Warramunga, Stuart, Parramatta, Ballarat, Toowoomba und Perth (FFH 150 bis 157). F├╝r die neuseel├Ąndische Marine wurden Te Kaha (F77) und Te Mana (F111) gebaut.

Der MEKO 200-Entwurf war sehr erfolgreich, von 1985 bis 2006 wurden insgesamt 25 Fregatten gebaut. Neben den australischen und neuseel├Ąndischen Schiffen gingen acht an die t├╝rkische Marine (MEKO 200TN, Yavuz- und Barbaros-Klasse), drei an die portugiesische Marine (MEKO 200PN) und vier an die griechische Marine (MEKO 200HN, Hydra-Klasse).

Die Anzac-Klasse hat einen etwas l├Ąngeren Rumpf als die ersten Schiffe des MEKO 200-Entwurfs - die Yavuz- und Vasco da Gama-Klasse - und ├Ąhnelt am meisten der griechischen Hydra-Klasse sowie den letzten beiden Schiffen der t├╝rkischen Barbaros-Klasse. Wie bei diesen ist am Bug ein Schanzkleid vorhanden. Auch die Bewaffnung ├Ąhnelt den griechischen und t├╝rkischen Fregatten. Alle verf├╝gen ├╝ber Senkrechtstarter f├╝r Sea Sparrow (sp├Ąter ESSM)-Flugabwehrraketen statt des Mk 29-Starters der fr├╝heren Schiffe und haben ein 12,7 cm-Gesch├╝tz. Die australischen Schiffen haben Harpoon-Anti-Schiffs-Raketen, die allerdings im Gegensatz zu den meisten anderen MEKO 200-Fregatten nicht hinter sondern vor der Br├╝cke aufgestellt sind. Die australischen Schiffe wurden 2010-17 modernisiert, wobei statt des Gittermasts ein leichterer, verkleideter als Fockmast errichtet wurde. Die bedeutenste ├änderung ist der massive neue Gro├čmast, der neben dem SPS-49-Radar auch die CEAFAR und CEAMOUNT phasengesteuerten Radars tr├Ągt. Auch das Buggesch├╝tz, die Harpoon-Raketen und Torpedos wurden durch neuere Varianten (teilweise schon fr├╝her) ersetzt.

Die Warramunga ist 118,0 m lang, 14,8 m breit und verdr├Ąngt 3600 t. Der Antrieb besteht aus zwei Dieseln und einer Gasturbine, die insgesamt 47.852 PS leisten, womit 27 kn erreicht werden. Die Besatzung besteht aus 163 Seeleuten.

Bewaffnung
1 x 12,7 cm L/54-Gesch├╝tz
4 x 1,27 cm Maschinengewehre
8 Harpoon-Anti-Schiffsraketen (zwei Vierfach-Starter)
32 ESSM-Flugabwehrraketen (achtzelliger VLS Mk 41-Senkrechtstarter, vier ESSM pro Zelle)
6 x 32,4 cm Mk 32-Torpedorohre (MU-90-Torpedos)
1 Sikorsky MH-60R Seahawk-Bordhubschrauber

Die HMAS Warramunga wurde 1997 bis 2001 von Tenix Defence, Williamstown gebaut (Segmente aber auch im australischen Newcastle und neuseel├Ąndischen Whangarei). Urspr├╝nglich war ihr Heimhathafen die Fleet Base West, Garden Island, nach der Modernisierung 2014-15 ist es die Fleet Base East, Sidney. Sie wurde schon mehrfach im Persischen Golf und Indischen Ozean eingesetzt.

Das Modell

Das Modell der australischen Fregatte HMAS Warramunga habe ich aus dem "Royal Australian Navy Anzac-class frigate (Post ASMD Modification)"-Bausatz von Dodo Models gebaut. Der Bausatz stellt die Anzac-Klasse nach der Modernisierung dar. Allerdings kann man nicht aus dem Kasten alle Schiffe der Klasse bauen, da einige der Schiffe immer noch ├╝ber den alten 12,7 cm-Turm verf├╝gen, der nicht im Bausatz enthalten ist. Von den Schiffen, die den neuen Turm haben, suchte ich mir HMAS Warramunga im Zustand von 2017 aus.

Wie bei dem zweiten Bausatz der Anzac-Klasse von Dodo Models, ist auch hier die Anleitung nicht perfekt. Viele Teile sind nicht mit Nummern in der Anleitung, so dass man viel auf Fotos suchen muss. Dazu gibt es noch kleinere Unterschiede zwischen den Schwesterschiffen. Ich habe Schutzschilde f├╝r die Positionen der Maschinengewehre mittschiffs und achtern auf dem Hangar aus Plastikstreifen und ein drittes Beiboot (von Orange Hobby) erg├Ąnzt. Die Satellitenantenne (Teil 02) habe ich durch eine kleinere Antenne, die auch aus einem Plastikstab geschliffen habe, ersetzt. Die vier Antennen (Teile 38) am Gro├čmast sind nicht an Bord von Warramunga, sie wurden also weggelassen. F├╝r die seitlichen Galerien ├╝ber den Torpedorohren liegen nicht gen├╝gend Abst├╝tzungen bei, so dass ich aus Resten von anderen Teile welche anfertigte. Auf dem Hubschrauberdeck wurden noch zwei diagonale wei├če Streifen erg├Ąnzt.

F├╝r die Bemalung habe ich wieder Farben von Vallejo Model Color benutzt. Die australische Marine benutzt heute nicht mehr ihr gr├╝nliches Grau, sondern hat auf Farben gewechselt, die denen der US Navy entsprechen. Ich habe von Vallejo Model Color 154 (989) Signalgrau f├╝r die vertikalen Fl├Ąchen und 159 (991) Straubgrau f├╝r die Decks verwendet.

Zum Abschluss Gruppenfotos mit anderen MEKO-Fregatten: HMAS Anzac (im Zustand von 2003 vor dem Umbau) und SAS Amatola des Typs MEKO A-200 (Valour-Klasse).

Quellen

Lars