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Schwere Kreuzer USS Canberra und USS Wichita (1/700) von Christoph Mentzel Drucken
Dienstag, 15. Oktober 2019 um 05:00

 

15.10.1944 - 75 Jahre Angriff auf Formosa

 

Heute vor 75 Jahren, am 15. Oktober 1944, griff die US Navy die Flugplätze auf Formosa an (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die Task Force 38 der US Navy unter dem Kommando von William Halsey bestand aus acht Flugzeugträgern, neun Leichten Flugzeugträgern, sechs Schlachtschiffen, vier Schweren Kreuzern, elf Leichten Kreuzern und 57 Zerstörern. Die japanische Marine und Armee konnte über 1400 Flugzeuge einsetzen. In den schweren Luftkämpfen zwischen dem 12. und 16. Oktober verlor das japanische Militär zwischen 321-525 Flugzeuge, die US Navy nur 89. Diese schweren Verluste bedeuteten, dass die Japaner in der Schlacht um Leyte eine Woche später nur deutlich weniger Flugzeuge einsetzen konnten. Die Schlacht war aber nicht vollkommen einseitig: zehn japanischen Torpedobomber des Typs Yokosuka P1Y griffen am 13. Oktober die US-amerikanischen Träger an. Sechs der Bomber wurden abgeschossen, aber einem gelang es einem der geleitenden Kreuzer, den Schweren Kreuzer Canberra zu torpedieren. 23 Mann der Besatzung starben und die Maschinen fielen aus. Der Schwere Kreuzer Wichita schleppte Canberra ab, am 15. Oktober, heute vor 75 Jahren, übernahm der Bergungsschlepper USS Munsee.

Die Originalle

Der Schwere Kreuzer USS Canberra (CA-70) war eines von 14 Schiffen der von 1941-45 gebauten Baltimore-Klasse. Die Klasse war eine Weiterentwicklung der Wichita und wurde nicht mehr innerhalb der Grenzen der Flottenverträge gebaut. Sie fiel deutlich größer aus, war besser gepanzert und hatte eine stärkere Flugabwehrbewaffnung.

Canberra wurde 1941-43 von der Bethlehem Steel Corporation auf dem Fore River Shipyard gebaut. Sie wurde ab Anfang 1944 im Pazifik eingesetzt. Sie unterstützte die Landung auf dem Eniwetok-Atoll, Neuguinea und den Marianen. Sie kämpfte in der Schlacht in der Philippinensee. Bei dem Angriff auf Formosa wurde sie am 13. Oktober von einer Yokosuka P1Y-Bomber torpediert. Es dauert eine Woche, um sie Ulithi zu schleppen, wo sie notdürftig repariert wurde, um dann aus eigener Kraft nach Bosten zu fahren, wurde sie komplett wieder hergestellt wurde. Sie war erst im Oktober 1945 wieder einsatzbereit. 1947 wurde sie außer Dienst gestellt. 1952-56 wurde Canberra von der New York Shipbuilding Corporation in Camden zu einem Lenkwaffenkreuzer der Boston-Klasse umgebaut und in CAG-2 umklassifiziert. Sie diente 1965-69 fünf Mal im Vietnamkrieg. 1970 wurde Canberra außer Dienst gestellt und 1980 zum Abwracken verkauft.

Die Wichita (CA-45) war die Schwere Kreuzer-Variante der Leichten Kreuzer der Brooklyn-Klasse. Sie fiel sehr ähnlich aus, hatte aber statt der fünf 15,2 cm-Drillingstürme drei 20,3 cm-Drillingstürme. Auch die schwere Flak wurde anders aufgestellt, u.a. vor der Brücke und hinter der Hütte. Vier der Flak waren auch in Türmen und nicht mehr in offenen Lafetten untergebracht. Wichita blieb ein Einzelschiff, da während ihres Baus das System der Flottenverträge zusammenbrach und dann ein neuer Typ von Schweren Kreuzer, die Baltimore-Klasse, entwickelt wurde.

Wichita wurde 1935 bis 1939 von der Marinewerft Philadelphia gebaut. Sie diente während des Zweiten Weltkriegs erst im Atlantik, u.a. zum Geleit von Konvois und während der Landung in Nordafrika. Dort kämpfte sie in der Schlacht von Casablanca. 1943 wurde sie in den Pazifik verlegt, wo sie u.a. in den Schlacht von Rennel, Philippinensee, Leyte und Okinawa kämpfte. 1947 wurde sie außer Dienst gestellt und 1959 zum Abwracken verkauft.

Der Bergungsschlepper USS Munsee (ATF-107) war eines von 27 Schiffen, der 1942-45 gebauten Abnaki-Klasse. Dies war eine verbesserte Variante der Navajo/Cherokee-Klasse. Diese Schlepper zeichneten sich durch große Reichweite und Seetüchtigkeit aus. Sie hatten einen diesel-elektrischen Antrieb. Schlepper der beiden Klassen dienten noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg bei verschiedenen Marinen, zum Teil heute noch.

Munsee wurde 1942-43 von United Engineering & Drydock Co in Alameda gebaut. Sie wurde während des Zweiten Weltkriegs im Pazifik eingesetzt und barg u.a. die schwer beschädigte USS Canberra, den Zerstörer USS Sigsbee und den abgebrochenen Bug des Schweren Kreuzers USS Pittsburgh. Munsee diente weiter bis 1969 und wurde 1970 an einen kommerziellen Schlepperbetreiber verkauft. Bis 1978 diente sie als Island, wurde aber nach einem schweren Feuer zum Abwracken verkauft.

Die Modelle

Der Schwere Kreuzer USS Canberra wurde aus dem Bausatz von Trumpeter (siehe Bausatzbesprechung) mit Ätzteilsatz von Five Star gebaut. Der Schwere Kreuzer USS Wichita wurde aus dem Bausatz von Midship Models gebaut (siehe Bausatzbesprechung), der Bergungsschlepper USS Munsee aus dem Bausatz von Loose Cannon.

Christoph Mentzel

(Text über Original von Lars