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Modell: USS Baltimore CA-68 1944
Hersteller: Trumpeter
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: 05725
Material: Spritzguss
Preis: 14 – 17 €

Trumpeter hat nach dem Bausatz der Baltimore im Zustand bei der Indienststellung 1943 und der Pittsburgh im Zustand von 1944 jetzt auch die Baltimore im Zustand von 1944 herausgebracht. Auf die Geschichte der Klasse und der Baltimore insbesondere, sowie den Bausatz bin ich bereits in einer Bausatzvorstellung auf www.modellmarine.de eingegangen. Martin Kohring hat den Bausatz der Baltimore (1943) auch auf www.modellversium.de vorgestellt. Deshalb möchte ich hier nur auf die Unterschiede zwischen den Bausätzen der Baltimore 1943 und der Baltimore 1944 eingehen.

Original

Während des Bau der Baltimore-Klasse wurde realisiert, dass die Flakbewaffnung zu schwach war. Bei den meisten Schiffen wurden schon während des Baus die Flakbewaffnung verstärkt. Bei Baltimore erfolgte dies erst ca. drei Monate nach der Fertigstellung. Es wurden sechs zusätzliche 4 cm Bofors-Vierlinge eingebaut: einer auf dem Vorschiff, zwei neben Turm B, zwei am achteren Ende der Aufbauten und einer asymmetrisch zwischen den Flugzeugkränen. Dazu wurde auch die Brücke und die Hütte vergrößert, u.a. für zusätzliche Feuerleitgeräte für die Bofors-Vierlinge, und die Aufstellung der 2 cm Oerlikons wurde verändert.

Bewaffnung 1944
9 x 20,3 cm L/55
12 x 12,7 cm L/38
48 x 4 cm Bofors (12 Vierlinge)
25 x 2 cm Oerlikons
4 Vought OS2U Kingfisher

Die anderen drei Schiffe mit zwei Flugzeugkränen - Boston, Canberra, Quincy – wurden gleich mit der verstärkten Bewaffnung, aber zumindest Boston nicht mit der modifizierten Brücke fertiggestellt. Die Schiffe ab Pittsburgh unterscheiden sich nicht nur dadurch, dass sie achtern nur einen Flugzeugkran, dafür aber zwei 4 cm Zwillinge hatten, sondern auch durch veränderte Aufbauten.

Bausatz

Der einzige Unterschied dieses Bausatzes der Version von 1944 zum Bausatz der Baltimore im Zustand 1943 ist der Gussrahmenahmen C, der den Rahmen B ersetzt und die Teile für die veränderte Brücke und Hütte, sowie eine vergrößerte Plattform für 4 cm Feuerleitgeräte am vorderen Schornstein enthält. Der Gussrahmen D enthält die restlichen Teile für die Aufbauten und ist wie die restlichen Gussrahmen mit dem Bausatz des frühen Zustands identisch (der Bausatz der Pittsburgh enthält stattdessen die Rahmen E und F für die Aufbauten). Hier unten den neue Gussrahmen C der 1944er-Version und oben der Gussrahmen B des der 1943er-Version:

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Die beiden vorderen 2 cm-Positionen sind im Gegensatz zum Bausatz beim Original versetzt angeordnet gewesen, d.h. die an Steuerbord war etwas weiter achtern. Die Position des achteren 4 cm Bofors war nicht mittig, wie im Bausatz vorgesehen, sondern nach backbord versetzt. Vor der Brücke hinter Turm B waren nur zwei statt drei 2 cm Oerlikons und (ab Oktober 1944?) ein Feuerleitgerät statt eines weiteren Oerlikons auf der Plattform vor der Brücke. Dafür befanden sich – zumindest im Juli 1944 - vor dem achteren 12,7 cm Turm zwei weitere 2 cm Oerlikons auf dem gleichen Aufbau wie dieser Turm. Die SK-Antenne war im Juli 1944 noch auf dem Großmast, auf Photos im Oktober 1944 findet man sie schon auf dem Fockmast.

Die Detaillierung des Bausatzes kann verbessert werden, wenn Ätzteile für die Kräne, Katapulte und Radarantennen Mk 12/Mk 22 (auf das Feuerleitgerät Mk 37 montiert), SK (auf dem Fockmast) und SG (auf beiden Mastspitzen) verwendet werden, sowie diverse Abstützungen für Plattformen und Geräte auf der Brücke ergänzt werden. Auch die Darstellung der Ankerketten kann verbessert werden.
Die Abziehbilder sind mit den beiden anderen Bausätzen der Baltimore-Klasse von Trumpeter identisch und enthalten die Kennnummern für Baltimore (CA-68), Boston (69), Canberra (70), Quincy (71), Pittsburgh (72), St. Paul (73), Columbus (74) und Helena (75), Flaggen und den Sternen für die Kingfisher. Aus dem vorliegenden Bausatz kann man also Baltimore, Boston, Canberra und Quincy bauen, wobei man auf die unterschiedlichen Tarnschemen achten muss. Baltimore hatte anfangs das Schema 21 und 1944 32/16d (in der Anleitung dargestellt), während Boston anfangs Schema 21 und ab 1945 Schema 22 hatte, wohingegen Canberra und Quincy anfangs Schema 21, 1944 Schema 32/18d (was sich von dem Schema der Baltimore unterschied, aber identisch mit dem der Pittburgh war!) und 1945 Schema 22 hatten.

Anleitung

Die Anleitung ist erneut sehr übersichtlich und erklärt den Bau Schritt für Schritt:

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Dazu kommt eine farbige Darstellung des Tarnschemas 32/16d, welches Baltimore als einziges Schiff der Klasse trug:

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Die Farbangaben beziehen sich auf Gunze Sangyo. Die Originalfarben waren 5-L light gray (Hellgrau), 5-O ocean gray (Ozeangrau) und BK dull black (Schwarz). Das Deck war 20-B deck blue (Schwarzblau). Die Schutzschilder der 4 cm Bofors waren alle schwarz gestrichen.

Quellen

  • www.navsource.org
  • Kreuzer der U.S. Navy von Stefan Terzibatschitsch (Augsburg, 1997)
  • US Heavy Cruisers in action Part 2 von Al Adcock (Carrolton, 2001)
  • Conway’s All the World's Fighting Ships 1922-46 von Robert Gardiner (Herausgeber) (London, 1980)
  • Cruisers of World War Two von M.J. Whitney (London, 1995)

Fazit

Dieser Bausatz stellt eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits von Trumpeter in Kooperation mit Pit-Road herausgebrachten Bausätzen der Baltimore-Klasse dar. Mit diesem Bausatz kann jedes der ersten vier Schiffe der Baltimore-Klasse gebaut werden, womit es mehr Wahlmöglichkeiten im Vergleich zum Bausatz der Baltimore im Zustand von 1943 gibt. Der Bausatz ist

UNEINGESCHRÄNKT EMPFEHLENSWERT

Lars