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Kombrig: französischer Panzerkreuzer Jeanne d'Arc (1/700) Drucken
Donnerstag, 13. Juli 2017 um 05:00

Panzerkreuzer Jeanne d'Arc Deckelbild

Modell: French Jeanne d'Arc cruiser, 1902
Hersteller: Kombrig
Maßstab: 1/700
Material: Resin, Fotoätzteile
Art.Nr.: 70423
Preis: 53,6 € (bei NNT Modell + Buch)

Das Original

Der französische Panzerkreuzer Jeanne d'Arc war von Émile Bertin für den Kolonialdienst und den Krieg gegen Handelsschiffe entworfen worden und sollte im Vergleich zu ersten Generation von Panzerkreuzern nach der Dupuy de Lôme eine deutliche Verbesserung darstellen. Es war ein typisches Schiff der Jeune École, die auf Kreuzer auf den Handelskrieg als primäres offensives Mittel einer Marine setzte. Beim Rumpf wurde auf den massiven Rammbug und den stark eingezogenen Rumpf der früheren Schiffe verzichtet. Die Zahl der Kessel wurde verdoppelt, um die Geschwindigkeit zu steigern - das sichtbarste Zeichen hierfür waren die sechs Schornsteine. Diese waren in zwei Gruppen aufgestellt, da die Kesselräume vor und hinter den Maschinenräumen angeordnet waren. Die Bewaffnung fiel nicht sehr viel schwerer als die ihrer kleineren Vorgänger aus, lediglich die Anzahl der 13,9 cm-Geschütze war erhöht worden. Die Jeanne d'Arc war das erste Schiff von insgesamt 18 großen Panzerkreuzern, die den Kern der Strategie der Jeune École bildeten.

Die Jeanne d'Arc erwies sich aber als zu langsam, die geplante Geschwindigkeit von 23 kn wurde nicht erreicht. Dazu war der Verbrauch sehr hoch und deshalb die Reichweite geringer als gedacht. Sie diente (deshalb?) lange als Schulschiff.

Die Jeanne d'Arc war 145,4 m lang, 19,4 m breit und verdrängte 11.270 t. Der Antrieb bestand aus 36 Kesseln und drei Dreifachexpansions-Dampfmaschinen, die 28.500 PS (29.690 PS bei den Probefahrten) leisteten, womit 21,7 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 651 Mann.

Bewaffnung
2 x 19,4 cm L/40 Mod 1893
14 x 13,9 cm L/45 Mod 1893
16 x 4,7 cm L/30 Mod 1885
6 x 3,7 cm L/22,8 Mod 1885 (nur vier auf dem Brückendeck?)
2 x 45 cm-Torpedorohre

Die Jeanne d'Arc wurde 1896-1902 von der Marinewerft Toulon gebaut. Ab 1912 diente sie als Schulschiff und leitete damit die Tradition ein, Schulschiff nach Jeanne d'Arc zu nennen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde sie der 2e escadre légère im Atlantik zugeteilt, kam aber 1915 zur 3e escadre de croiseurs im Mittelmeer. Dort unterstützte sie die Landung auf den Dardanellen und bekämpfte osmanische Truppen in Palästina. Im September 1915 evakuierte sie Armenier aus Antakaya, um diese vor dem Völkermord durch das Osmanische Reich in Sicherheit zu bringen. Dazu nahm sie an den Landungen auf Rouad vor der Küsten Syriens und der griechischen Insel Kastelorizo teil. 1916-17 war sie Teil der 4e division légère und war auf den Antillen stationiert. Sie sicherte von dort aus Transporte über den Atlantik. 1919 wurde sie erneut Schulschiff und diente in dieser Funktion bis 1928. 1934 wurde sie in La Seyne abgewrackt.

Der Bausatz

Von französischen Panzerkreuzern gibt es von drei Herstellern Bausätze: Doggy Industries (Triomphante und Bayard), Yumematu (siehe z.B. die Dupuy de Lôme) und Kombrig. Kombrig hat die letzten beiden gebauten, Edgar Quinet und Waldeck-Rousseau, sowie Jeanne d'Arc im Angebot.

Die Jeanne d'Arc ist im ursprünglichen Bauzustand dargestellt. Der Bausatz ermöglicht den Bau eines Wasserlinienmodells. Der Rumpf ist von der Form und den Abmessungen her sehr gut getroffen. Die Gussqualität ist ebenfalls sehr gut. Die ganzen Luken an den Rumpfseiten sind als feine Gravuren dargestellt.

Die diversen Plattformen der Aufbauten, die Brücke und die Lüfter sind auch sehr gut gegossen.

Die sehr charakteristischen Schornsteine sind gut umgesetzt und oben offen dargestellt.

Die 19,4 cm-Türme und die 13,9 cm-Geschütze sind gut gemacht. Die Schutzschilde der 13,9 cm-Geschütze, die auf dem Backdeck standen, verfügen hinten über Andeutungen des Rohrs und Verschlusses. Auch die Beiboote, Untermasten, Winden, Anker etc. sind schön detailliert und gut gegossen. Die Resinteile für die Spieren und Rahe sollte man besser nur als Vorlage für Metallteile nehmen, wenn man das Modell später takeln will.

Die Fotoätzteile

Die Fotoätzteilplatine umfasst Niedergänge, Gitter der Schornsteine, die Lafetten der 4,7 cm-Geschütze, Bootslager, Davits, Sailinge, Ankerketten, das Steuerhaus und das Schanzkleid der vorderen Gefechtsmars.

Die Anleitung

Dies ist ein etwas älterer Bausatz von Kombrig und entsprechend ist die Anleitung noch einfacher. Enthalten ist eine Seitenansicht und Aufsicht, technische Angaben und die Geschichte des Schiffs (auf Russisch), eine Übersicht der enthaltenen Teile und eine Explosionszeichnung mit mehreren Extrazeichnungen, die den Zusammenbau erklärt.

Zur Bemalung des Modells gibt es keine Angaben. Die Decks waren mit rötlichen Linoleum belegt. Die Eprobung fand bei der Mittelmeerflotte statt, so dass sie damals einen schwarzen Rumpf mit ockerfarben Aufbauten und einen weißen Streifen an der Wasserlinie gehabt haben dürfte. Der Unterwasserrumpf war grün gestrichen. Danach war sie bei der Atlantikflotte in Brest, bei der eigentlich schwarzer Rumpf und hellgraue Aufbauten Standard waren. 1906-08 war sie aber wieder bei der Mittelmeerflotte, allerdings war ab 1906 ein blaugrauer Anstrich Vorschrift. In der unten erwähnten Literatur finden sich aber noch auf 1907 und 1908 datierte Fotos, mit schwarzem Rumpf und hellen (also ockerfarbenen?) Aufbauten, aber spätestens 1908 wurde sie grau gestrichen. Das Grau ist relativ hell, auch auf Fotos von 1912-13, auf einem Foto 1915 in Port Said wirkt es aber deutlich dunkler. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Grau wieder heller und das Unterwasserschiff wurde rot gestrichen.

Vor dem Ersten Weltkrieg hat sie auf dem Peildeck auf beiden Seiten des Fockmasts einen Entfernungsmesser erhalten, eventuell waren die 3,7 cm auf dem Brückendeck entfernt worden (da standen vier, wo zwei weitere gewesen sein sollen, konnte ich nicht bestimmten - wie auch Kombrig, die nur vier in der Anleitung zeigen). Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Steuerhaus deutlich vergrößert und in der Gefechtsmars standen keine 4,7 cm-Geschütze mehr, sondern weitere zwei Scheinwerfer. Weitere kleinere Umbauten sind wahrscheinlich.

Quelle

Fazit

Der Bausatz des französischen Panzerkreuzers Jeanne d'Arc zeichnet sich durch gute Vorbildgetreue, gute Gussqualität und Detaillierung sowie die enthaltenen Fotoätzteile aus. Die Masten sollte man wie üblich durch Metallteile ersetzen, eventuell findet man auch passende Messingrohre für die Geschütze. Insgesamt ist der Bausatz

alt sehr empfehlenswert

Lars