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Yumematu: Französischer Panzerkreuzer Dupuy de Lôme (1/700) Drucken
Mittwoch, 10. März 2010 um 07:00

Dupuy de Lôme

Bildquelle: Wikipedia

Modell: Dupuy de Lôme
Hersteller: Yumematu
Maßstab: 1/700
Material: Resin, Plastikstäbe, Messingdraht
Art.Nr.:  -
Preis: 5000 Yen (ca. 41 €)

Das Original

Der französische Panzerkreuzer Dupuy de Lôme war der Prototyp des Panzerkreuzers: geschützt durch einen kompletten Gürtelpanzer an der Wasserlinie und ein Panzerdeck. Obwohl es vereinzelt schon zuvor Schiffe mit einer ähnlichen Panzerung gab, gelang erst mit der Dupuy de Lôme der Durchbruch, der auch andere Marine zwang, diesen Typ von Kreuzer zu bauen.

Die schweren Geschütze befanden sich auf der Dupuy de Lôme alle in gepanzerten Türmen, die schwersten Geschütze standen mittschiffs. Auffallend waren der extreme Rammbug sowie der stark eingezogene Rumpf. Wie bei den meisten revolutionären Entwürfen hatte auch die Dupuy de Lôme eine Reihe von gravierenden technischen Mängeln: u.a. war die Stabilität war unzureichend, der Kommandoturm viel zu klein und die Belüftung und die Kessel waren mangelhaft.

Die Dupuy de Lôme war 114 m lang und 15,7 m breit. Voll beladen verdrängte sie 6682 t. Ihre drei Dreifachexpansionsmaschinen und 13 Kessel leisteten 13 000 PS, womit 19,7 kn erreicht wurden.

Bewaffnung 1895

2 x 19,4 cm L/40 Model 1887 (Einzeltürme)
6 x 16.4 cm L/45 Model 1893 (Einzeltürme)
6 x 6,5 cm
8 x 4,7 cm Hotchkiss
8 x 3,7 cm Hotchkiss-Fünfach-Revolverkanonen
4 x 45 cm-Torpedorohre

Die Dupuy de Lôme wurde von 1888 bis 1895 auf der Marinewerft Brest gebaut, die Indienststellung wurde durch einen Unfall im Kesselraum und diverse Probleme mit den Kesseln und der Maschine verzögert. An der Eröffnungsfeier des Nordostsee-Kanals (Kaiser-Wilhelm-Kanal) am 21.6.1895 nahm Dupuy de Lôme zusammen mit dem Schlachtschiff Hoche und dem Geschützen Kreuzer Surcouf teil. Danach war sie meist Teil der Atlantikflotte. Zwischen 1902 und 1906 wurde sie in Brest umgebaut. Dabei erhielt sie neue Kessel, drei statt zwei Schornsteine und neue Lüfter. Der hintere Gefechtsmast wurde gegen einen leichten Mast ausgetauscht. Danach war sie kaum aktiv bis sie 1908/09 Stationsschiff in Tanger in Marokko wurde. Da sich ihr Rumpf im schlechten Zustand befand, musste sie aber bereits 1910 außer Dienst gestellt werden. 1912 sollte sie als Commandante Aguirre nach Peru verkauft werden, da der Kaufpreis nicht komplett bezahlt wurde, wurde sie nicht nach Peru überführt. Im Ersten Weltkrieg blieb sie außer Dienst und ihre Bewaffnung wurde ausgeschifft. 1918 wurde Dupuy de Lôme an die belgische Reederei Lloyd Royal Belge verkauft, die sie in Bordeaux zum Frachtschiff Péruvier umbauen lies. Der Umbau war allerdings kein Erfolg, bei ihrer im Januar 1920 Jungfernfahrt gab es eine schwere Maschinenhaverie und sie musste nach Las Palmas geschleppt werden. Danach wurde sie weiter nach Pernambuco geschleppt, wo es einen schweren Brand gab. Obwohl sie zurück nach Belgien geschleppt wurde, erfolgte keine Reparatur, sondern 1923 der Verkauf nach Vlissingen zum Verschrotten.

Der Bausatz

Yumematu, ein Hersteller, der sich bisher auf Pre-Dreadnoughts spezialisiert hat, stellt die Dupuy de Lôme im ursprünglichen Zustand im Maßstab 1/700 dar. Die außergewöhnliche Form des Rumpfs ist gut wieder gegeben. Allerdings ist die Länge um 2 mm zu kurz. Die Gussqualität ist etwas grob, die Teile sollten aber trotzdem brauchbar sein. Vorsicht dürfte beim Entfernen der Angüsse am Bug und Heck notwendig sein.

Eine Besonderheit dieses Herstellers ist, dass der Rumpf innen hohl gegossen ist:

Es liegt auch ein Unterwasserrumpf bei, der erneut etwas grob gegossen ist und achtern auf einer Seite bei meinem Exemplar auch eine Reihe von Unsauberkeiten aufweist.

Für den Unterwasserrumpf liegen auch die Teile für die drei Schrauben und das Ruder bei:

Auch die Brückenaufbauten sind etwas grob. Beim Kommandoturm ist wohl unten ein Stück unterhalb der Plattform zu ergänzen. Das Steuerhaus war hinten offen und dazu vorne rund. Die Mastteile dürften also Grundlage gut sein, müssen aber weiter detailliert werden. Die Lüfter sind gut dargestellt, die Schornsteine sind oben nur mit einer angedeuteten Öffnung versehen. Die Rohre außen an den Schornsteinen müssen überwiegend ergänzt werden.

Die 19,4 cm- und 16,4 cm-Türme sind vom Übergang auf die Turmdecke etwas zu rund, ansonsten brauchbar. Neue Messingrohre dürften das Modell sicher aufwerten.

Die gesamte leichte Artillerie fehlt im Bausatz. Die 6,5 cm-Geschütze standen auf dem ersten Aufbaudeck auf der Höhe der 19,4 cm-Türme (die entsprechende Plattform, die halb über den Turm ragt, ist etwas zu schmal), auf der Höhe des Großmasts und etwa in der mitte zwischen Großmast und den 19,4 cm-Türmen. Je vier 4,7 cm-Geschütze standen in der unteren Plattform auf beiden Masten. Auf der oberen Mastplattform standen jeweils zwei 3,7 cm-Geschütze, zwei weitere standen auf den Brückennocks und zwei darunter.

Bei den Ankern fehlt der Stock, der aber leicht zu ergänzen ist. Die Ankerkräne, eine Art Gitterkonstruktion, ist materialbedingt vereinfacht dargestellt. Das Gangspill und die Scheinwerfer sind wieder etwas grob. Die Ankerketten muss man sich aus anderen Quellen ergänzen.

Auch die Beiboote sind etwas grob, es fehlen auch dampf-getriebene Beiboote.

Davits für die Boote liegen nicht bei. Es liegen drei Rundstäbe verschiedener Dicken für die Masten und eventuell auch für die Davits bei - die Davits bestanden allerdings aus einer gitter-artigen Konstruktion.

Die Anleitung

Die Anleitung ist minimalistisch. Neben einem japanischen Text und einem Link zur Homepage des Herstellers (wo man das Modell im gebauten Zustand sehen kann) gibt es eine einfache Bauanleitung. Ergänzende Literatur (s.u.) dürfte auch beim Zusammenbau hilfreich sein.

Dupuy de Lôme war Teil der Atlantikflotte und der Anstrich nach 1900 müsste deshalb aus einem schwarzen Rumpf sowie hellgrauen Aufbauten und Schornsteinen (mit einem schwarzen Streifen oben) bestanden haben. Vor 1900 sollen die Aufbauten weiß und die Schornsteine schwarz gewesen sein - auf den Fotos der Zeit zwischen 1895 und 1900 wirkt es aber eher so, als wäre schon die Bemalungsvorschrift von 1900 umgesetzt worden. Eventuell waren die Aufbauten und Schornsteine auch gelbbraun oder das verwendete Weiß dunkelte sehr schnell nach. Eine kurze Abhandlung über die Farben der damaligen französischen Marine findet sich hier:

http://www.modellboard.net/index.php?topic=22152.0

Quellen

Fazit

Yumematu ist in Bezug auf die Auswahl des Vorbilds zu gratulieren. Leider dürfte der Bausatz sehr viel Arbeit und Eigeninitiative erfordern, da der Bausatz etwas grob ist und viele Details, u.a. die komplette leichte Artillerie, ergänzt werden müssen. Insgesamt ist der Bausatz

alt brauchbar


Lars