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Polarforschungsschiff Fram (1/700, Eigenbau) von Lars Scharff, Teil 2 Drucken
Dienstag, 20. Dezember 2011 um 07:00

Fram

Als letzter Teil dieser Spezialwoche zur Entdeckung des Südpols vor 100 Jahren wird hier die Fertigstellung des Forschungsschiffs von Amundsens Südpolexpedition, der Fram, beschrieben.

Der 1. Teil des Bauberichts behandelt die Herstellung des Rumpfs. Danach ging es an die Details an Deck. Die Niedergänge - beim Original mehr Rampen als Treppen - habe ich mit Teilen aus einem SealsModels-Bausatz sowie Plastikplatten gebaut. Aus Plastikplatten und -stäben wurden auch die Poller, Ankerwinde, weitere Winde, Gangspill, Luken, Oberlichter, Niedergänge, das Deckshaus unter der Brücke und die Abdeckung des Schrauben- und Ruderschachts gebaut. Im Gegensatz zu den Plänen des letzten Bauzustandes habe ich auch die Winde hinter dem Fockmast, die auf den Plänen des 1898-Zustands eingezeichnet ist, gebaut. Auf den Fotos in Cold Recall scheint es mir so, als wäre diese noch vorhanden. 100% sicher bin ich mir allerdings nicht.

Fram im Bau

Das Brückendeck, wie das darunterliegende Deckshaus eine der Besonderheiten der Version von 1910-12, habe ich aus V-Groove-Plastikplatten von Evergreen gebaut. Unterhalb der Brückenflügel habe ich auf beiden Seiten ein nach mittschiffs und achtern offenen Unterstand gebaut. Auf den Fotos und den Plänen konnte ich nicht erkennen, wie dieser genau aussieht. Auf die Brücke kamen das Steuerrad, ein Kompass und eine Reihe von Halterungen für Eimer. Auf das Achterdeck kam ein weiteres Steuerrad plus Kompass. Die Steuerräder selbst sind Ätzteile von White Ensign Models, die Halterungen und die Kompasse sind aus Plastik selbst gebaut.

Fram im Bau

Vor die Brücke kam die Belüftung für den Maschinenraum, die aus Plastikstäben besteht. Der Auspuff für den Diesel besteht aus einem horizontalen Rohr hinter dem Besanmast, was außerhalb der Wanten außenbords endet. Die Auspuffanlage besteht aus Plastikstäben und -platten. Vor dem Großmast standen noch zwei Hand-betriebene Pumpen, die ebenfalls aus Plastikstäben bzw. gezogenen Gussast gefertigt sind.

Fram

Laut meinen Literaturquellen hatte Fram sechs Beiboote. Auf den Fotos sind aber nur fünf sichtbar. Das große Boot mittschiffs stammt aus dem British Harbor Set von Kombrig. Eine Art Prahm hing steuerbord achtern an den Davits. Diese kommt aus einem Satz Beiboote von Modelkrak. Dazu kamen noch drei weitere Beiboote an den Davits. Da ich keinen passenden, d.h. welche, deren Bug und Heck praktisch gleich geformt sind, zur Verfügung hatte, wurden diese aus Plastikplatten selbst gemacht. Sie sind geschlossen dargestellt, d.h. mit Persenning abgedeckt.

Fram

Die Masten bestehen aus diversen Messingdrähten bzw. (nicht speziell für die Fram angefertigte) Mastteilen von BMK. Der Großmast besteht aus einem Untermast und einer Topspiere, der Fock- und Besanmast bestehen aus einem Teil. Auf alle Masten wurde oben noch eine dünnere Flaggstenge aufgesetzt. Die Marsen und Salinge wurden aus Plastikplatten und - streifen gebaut. Das Bugspriet, die Rahe, Gaffeln sowie die Gaffelbäume bestehen aus Draht. Hier gibt es Unterschiede zwischen der Version von 1898 und 1910: das Bugspriet war ursprünglich aus zwei Teilen zusammengesetzt. Das untere wurde aber vor Amundsens Expedition so gekürzt, dass es nicht mehr außerhalb des Rumpfs sichtbar ist. Die beiden Rahe für die Rahsegel am Fockmast hingen bei der Version von 1898 an einem vorgelagerten Baum, bei der Version von 1910 waren sie direkt am Mast befestigt.

Fram

Die Takelung erfolgte mit gezogenen Gussast. Ich habe erst die Stage und das laufende Gut für die Gaffel-Segel angebracht, danach die Wanten und Pardunen sowie die Brassen. Ursprünglich wollte ich für die Wanten an den Untermasten Fotoätzteile nehmen. Die Fram hatte allerdings keine Webleinen über alle Wanten, sondern nur Holzleisten über die beiden mittleren. Deshalb entschied ich mich, nur die Wanten darzustellen, die ich aus etwas dickerem gezogenem Gussast herstellte. Gespannt habe ich die Takelage mit einem Heißwachsspachtelgerät, was den Plastikfaden erwärmt, so dass dieser sich spannt.

Fram

Bemalt habe ich die Fram mit Vallejo-Farben. Der Rumpf ist mit 167 Anthrazitgrau und die Decks sowie die Innenseiten der offenen Beiboote sind mit 110 Achatgrau bemalt. Die Innenseite des Schanzkleids, die Poller und die Persenning der Beiboote sind mit 153 Hell Blaugrau gestrichen. Die Rümpfe der Beiboote, Davits, Lüfter, Auspuff und die Deckshäuser wurden mit 4 Cremeweiss bemalt. Die Luken, das Gangspill und die Masten sind mit 139 Mahagonibraun bemalt.

Fram, Wostok, Fuji

Quellen

Fram

1. Teil des Bauberichts

Lars