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Vietnamesische Fregatte HQ-10, chinesischer U-Bootjäger 281 (1/700) von Jürger Klüser Drucken
Samstag, 19. Januar 2019 um 06:00

 

19.1.1974 - 45 Jahre Seegefecht bei den Paracel-Inseln

 

Man hört von Zeit zu Zeit von Streitigkeiten mit Chinas aggressiver Politik um Inseln im südchinesischen Meer. Im Westen wenig bekannt sind Seegefechte um diese Inseln bis 1988. Bereits berichtet wurde über das Seegefecht bei den Spratly-Inseln. Etwas weiter nördlich, jeweils 200 sm von China als auch Vietnam entfernt, befinden sich die Paracel-Inseln. Auch diese sind winzige, unbewohnte Riffe.

Erste menschliche Spuren lassen sich der Tang-Dynastie 618–907 zuordnen. Auch in späteren Dynastien bis ins 20. Jahrhundert werden die Inseln in den Unterlagen der Verwaltungen referenziert, vermessen etc. 1883 erhob das Deutsche Reich Ansprüche, ab 1884 betrachtete Frankreich sie als Teil von Französisch-Indochina. Im Gegenzug zu Chinas Anerkennung von Vietnam als französischem Besitz gestand Frankreich die Inseln stillschweigend China zu. 1909 sendete China die Kriegsschiffe Fubo (伏波號), Guangjin (廣金號) und Shenhang (琛航號) zu den Paracel-Inseln und ließ Markierungen errichten und die chinesische Flagge hissen. Frankreich nutzte aber die japanische Invasion der Mandschurei, um die Paracel- und Spratly-Inseln unter dem Protest Japans und Chinas formal zu annektieren. 1938 besetzte Japan die Inseln und errichtete auch eine U-Boot-Basis. Japan ordnete die Inseln später Taiwan zu, nach dem Krieg übernahm aber China die Ansprüche. Frankreich konnte sich mit seinem Protest nicht durchsetzen. 1954 erkannte zwar Vietnam die Inseln als chinesischen Besitz an, unterhielt aber weiter die alte französische Garnison und eine Wetterstation.

Am 16. Januar 1974 sichtete ein Kommando der vietnamesischen Fregatte Lý Thường Kiệt (HQ-16) die beiden bewaffneten chinesischen Trawler Nam Ngu 402 und 407 beim Anlanden von Truppen. Nach gegenseitigen Aufforderungen und Heranführen weiterer Kräfte begannen am 19.1.1974 die Kämpfe.

Beteiligte Kräfte:

Vietnam

  • Fregatte Tran Khanh Du HQ-04, ehemalige USS Forster (DE-334 / WDE-434) der Edsall-Klasse
  • Zwei Fregatten der Barnegat-Klasse: Trần Bình Trọng HQ-05 ex USCGC Castle Rock (WAVP-383/ WHEC-383) und Lý Thường Kiệt HQ-16 ex USCGC Chincoteague (WAVP-375 / WHEC-375).
  • Korvette Nhật Tảo HQ-10 ex Admirable-Klasse USS Serene (MSF 300 / AM-300)

Teile der Bewaffnung aus dem Zweiten Weltkrieg - insbesondere die Feuerleitanlagen - waren entfernt worden.

China

  • Zwei Typ 010 Minensucher, eine Variante der sowjetischen T43. Nummern 389 und 396.
  • Zwei Pj 122bis Kronstadt U-Jäger. Nummern 271 und 274.
  • Zwei Typ 037 Hainan U-Jäger, Nummern 282 und 282. Diese kamen etwas später zum Gefecht, nahmen selbst nicht teil, beeinflussten aber die vietnamesische Entscheidung zum Rückzug.
  • Bewaffnete Trawler Nam Ngu 402 und 407. Führten die Anlandungen durch, nahmen aber nicht am Gefecht selbst teil.

Vietnam machte mehrere taktische Fehler. HQ-10 war wegen einer defekten Maschine nicht vollständig einsatzbereit. Die Fregatten nutzten die Reichweite ihrer Artillerie nicht, sondern ließen sich auf Nahkampf ein. Zudem verzettelten sich die vietnamesischen Schiffe auf zwei Gruppen. Die chinesischen Kräfte nutzten hingegen ihre größere Geschwindigkeit und Beweglichkeit und gingen in den Nahkampf. Dabei setzten sie sogar ihre U-Jagd-Werfer ein. Das führte später zur falschen Angabe Vietnams, China hätte Anti-Schiffs-Lenkwaffen eingesetzt. Alle Beteiligten erhielten Treffer und hatten starke Schäden. HQ-10 sank, die chinesische No 274 musste abgeschleppt werden. Die vietnamesischen Schiffe zogen sich schließlich als erste zurück.

Am 20.1.1974 bombardierten chinesische MiG-19 noch einige der Anlagen auf den Inseln. Es gab jedoch keinen weiteren vietnamesichen Widerstand mehr. Faktisch hat China seither die Kontrolle über die Paracel-Inseln.

Quellen

Das Modell

Stellvertretend für die vietnamesische Seite hätte ich gerne eine Fregatte der Barnegat-Klasse gebaut. Derzeit scheint es aber leider keinen Bausatz zu geben. Stattdessen durfte ein Admiralty-Klasse PCER dazu dienen. Mein Resin-Bausatz hatte keine Schachtel und die Bauanleitung gab zwar als Variante PCE(R) an, trug aber keinen Herstellernamen. Ich nehme an, dass es sich um den Bausatz #149 von Loose Cannon (West) handelt. Das Heck ist eine andere Variante als bei der HQ-10, zum Vergleich der Kombattanten reicht das aber so.

Der Bausatz ist wunderschön detailliert. Rumpf, Aufbau und einige Kleinteile sind aus Resin. Dazu gibt es viele gut durchdachte Ätzteile. Alles passte ausgezeichnet und ließ sich sehr gut verarbeiten.

Für die chinesische Seite lagen mir ausgezeichnete Modelle der PLA 6604/122bis Kronstadt-U-Jäger und der PLA 6610/T43 Pj254-Minensucher-Klassen von Doggy Industries sowie ein U-Jäger 037IS von EVmodel vor. Alle drei Bausätze sind Top-Qualität. Rumpf und wenige weitere Teile sind aus Resin, die Masse der Teile besteht aus Ätzteilen. Hier zeige ich die No. 281 der 037IS-Klasse. Der Bausatz kann wahlweise mit geschlossenen oder offenen Geschütztürmen gebaut werden. Entsprechend Originalaufnahmen entschied ich mich für die offene Variante.

Zum Schluss noch einige Größenvergleiche der Boote untereinander und zu einem ehemaligen Geleitzerstörer, der USS Liddle, ein Schwesterschiff der vietnamesischen Tran Khanh Du HQ-04.

Jürgen Klüser
www.klueser.eu