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Chinesischer Seeflugzeugtender Wei Sheng (1/700, Oceanmoon) von Jürgen Klüser Drucken
Montag, 18. September 2017 um 05:00

 

14.09.1937 - 80 Jahre Zweiter Chinesisch-Japanischer Krieg

 

Im Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg vor 80 Jahren versuchte die chinesische Marine die Hauptstadt Nanjing (Nanking) zu verteidigen, in dem sie bei Jiangyin auf dem Yangtse den Fluss sperren wollte (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Hierfür wurden am 11. August 1937 acht Kriegsschiffe, 20 Handelsschiffe und acht Leichter versenkt, während dahinter die restliche Flotte zusammen gezogen wurde. Eines der versenkten Schiffe war der Seeflugzeugtender Wei Sheng.

Das Original

Wei Sheng (魏升) und ihr Schwesterschiff Teh Sheng (德升) wurden ursprünglich als Flussdampfer gebaut, aber dann 1927 auf der Jiangnan (Kiangnan)-Werft in Shanghai zu Seeflugzeugtendern umgebaut. Sie waren wahrscheinlich für Einsätze auf dem Yangtse vorgesehen. Auf dem Achterdeck wurde Platz geschaffen, um dort Flugzeuge unterbringen zu können. Für deren Handhabung erhielten sie achtern einen Flugzeugkran.

Wei Sheng war 62,6 m lang, 9,5 m breit und verdrängte 1114 t (932 t?). Der Antrieb erfolgte über zwei Kessel und zwei (eine?) Dreifachexpansionsdampfmaschinen mit insgesamt 3300 PS, womit 15 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 93 Mann.

Bewaffnung
1 x 12 cm L/45 Armstrong
1 x 7,62 cm L/50 Armstrong
4 x 0,77 cm-Maschinengewehre
2 Seeflugzeuge (z.B. Naval Air Establishment Keng)

Die Wei Sheng wurde zwischen 1920 und 1922 auf der Jiangnan (Kiangnan)-Werft in Shanghai als Flussdampfer Fook Yuen gebaut und 1927 zum Seeflugzeugtender umgebaut. Sie wurde mit ihrem Schwesterschiff am 11. August 1937 als Blockschiff bei Jiangyin auf dem Yangtse versenkt.

Das Modell

Das Modell der Wei Sheng ist aus dem Bausatz von Oceanmoon gebaut. Der Bausatz ist aufgebaut wie die meisten mittleren Oceanmoon-Bausätze: Der Rumpf ist ein Stück mit einige angegossenen Details. Aufbauten und weitere Teile wie Geschütze sind aus Resin. Dazu kommt der Standard-Oceanmoon-Spritzling für Boote, Davids, Lüfter und manchem mehr. Es bleibt immer viel für die Restekiste übrig. Zusätzlich liegt hier noch ein sehr schöner Ätzteilsatz bei sowie zwei unterschiedlich dicke Evergreen-Stangen für Masten und Rahen.

Die Teile sind in gutem Zustand. Der Rumpf war durch meine unsachgemäße Lagerung leicht verzogen, das ließ sich durch ein Bad in kochendem Wasser schnell beheben. Hab ihn dann noch auf einer ebenen Fläche angeschliffen.

Als besonderes Schmankerl sind ein paar Resinteile und einige Ätzteile für ein Wasserflugzeug dabei. Da der Bausatz keine Angaben zum Typ enthält, war Recherche angesagt. Mit Hilfe von Kollegen aus dem Flugzeugforum konnte die Maschine als Entwicklung des chinesischen Naval Air Establishment identifizieren, der Typ ist Keng. Im Buch A History of Chinese Aviation von Lennart Andersson ist ein Foto in der Farbgebung wie auf dem Deckelbild. Es handelte sich um einen Trainer, der vermutlich aber auch als Aufklärer eingesetzt werden konnte (siehe hier).

Die Bauanleitung ist knapp, aber besser als die der meisten Oceanmoon-Bausätze. Es ergeben sich keine Schwierigkeiten, lediglich die genaue Positionierung der hinteren Plattform mit dem Flugzeugkran ist nicht völlig klar.

Relings lagen bei, sie reichten nur fast, sodass ich mit Teilen aus anderen Platinen ergänzen musste. Geklebt habe ich diese mit Gator Acrylkleber. Durch die cremige Konsistenz lassen sich Kleinteile gut anbringen, beim Trocknen verschwindet er quasi unsichtbar. Sehr schön sind die beiliegenden Treppen.

Die Verspannung ziehe ich aus dünnem Kupferdraht oder ummantelten 0,15 mm Basteldraht.

Bemalt wird das Ganze per Spritzpistole mit Weiß, diversen Grau- und Brauntönen von Revell Aquacolor. Die Alterung erfolgt mit Jax Kreiden, die ich auf Schleifpaper zerreibe und dann mit einem fast ganz abgeschnittenen Pinsel auf dem Modell aufbringe. Versiegelt wird mit Future per Spritzpistole. Dies holt auch die Kontraste stärker raus. Abschließend eliminiert eine hauchdünne Schicht aus Vallejo Seidenmatt zu viel Glanz.

Abziehbilder für chinesische Flaggen runden den Bausatz ab. Diese sind gut gedruckt und ohne Probleme verwenden. Leider lagen keine Abziehbilder für das Flugzeug bei. Chinesische Hoheitszeichen sind sehr schwer mit dem Pinsel zu erstellen. Habe es versucht, bin damit aber nicht zufrieden.

Ein sehr schöner kleiner Bausatz, der mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Jürgen Klüser
www.klueser.eu

(Text über Original von Lars)