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Chinesisches Kanonenboot Hai Chow (1/700, Oceanmoon) von Jürgen Klüser Drucken
Freitag, 15. September 2017 um 05:00

 

14.09.1937 - 80 Jahre Schlacht im Perlfluss

 

Vor 80 Jahren, am 14. September 1937, wehrte das chinesische Kanonenboot Hai Chow zusammen mit dem Schulkreuzer Chao Ho und Küstenbatterien einen japanischen Angriff auf dem Perfluss ab (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die japanische Marine setzte den Leichten Kreuzer Yubari sowie die Zerstörer Oite und Hayate ein, die die Hai Chow während des Gefechts beschädigten.

Das Original

Die Hai Chow (海周, Hai Chou) wurde als HMS Pentstemon als eine der Sloops der Arabis-Klasse gebaut. Die Arabis-Klasse war die dritte der Flower-Klassen aus dem Ersten Weltkrieg. Die erste dieser Klassen, die Acacia-Klasse, wurde als Minensucher entworfen und war mit zwei 7,62 cm-Geschützen noch leicht bewaffnet. Die Konstruktion des Rumpfs beruhte überwiegend auf den Standards der Handelsmarine, so dass die Schiffe von vielen Werften gebaut werden konnten. Nach 24 Sloops der Acacia-Klasse wurden zwölf Schiffe der verbesserte Azalea-Klasse gebaut. Diese sollten eine schwerere Bewaffnung, zwei 12 cm-Geschütze, erhalten, um sich besser selbst gegen deutsche Zerstörer verteidigen zu können. Teilweise kamen aber nur zwei 10,2 cm-Geschütze an Bord. Die nächste Klasse, die Arabis-Klasse, fiel etwas größer aus und erhielt stärkere Maschinen. Von dieser Klasse wurden 36 Schiffe für die Royal Navy und acht für die französische Marine gebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die meisten der britischen Sloops schnell ausgemustert. Viele ehemals britische Schiffe wurden an andere Marinen verkauft: Ägypten, Australien, Belgien, China, Dänemark, Indien, Italien und Portugal. Eines, Zinnia aus belgischer Beute, diente sogar als Fla-Schulschiff Barabara in der deutschen Kriegsmarine, eines als U-Jäger bzw. Minenleger Kosei Maru (ex Miyajima Maru ex Yashima Maru ex HMS Sunflower) in der japanischen Marine während des Zweiten Weltkriegs.

Die Hai Chow war 81,6 m lang, 10,2 m breit und verdrängte 1250 ts. Der Antrieb bestand aus einer Vierzylinder-Dreifachexpansionsdampfmaschine und zwei Kesseln und leistete 1400 (2000?) PS, womit 17 kn erreicht wurden. Die Besatzung setzte sich aus 90 Mann zusammen (zumindest in britischen Diensten).

Bewaffnung (als Hai Chow, unsicher)
1 x 12 cm
1 x 2 cm

Die Hai Chow wurde 1916 von Workman, Clark and Company in Belfast für die Royal Navy gebaut und tat im Ersten Weltkrieg als HMS Pentstemon Dienst. 1920 wurde sie als Handelsschiff verkauft und diente u.a. als Lila und Hai Li. 1932 wurde sie in Hong Kong offiziell für die Salzverwaltung angekauft, danach wieder zurück zum Kanonenboot umgebaut und als Hai Chow in den Dienst der chinesischen Marine gestellt. Im Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg wehrte Hai Chow zusammen mit dem Geschützten Kreuzer Chao Ho und Küstenbatterien am 14. September 1937 einen Angriff des japanischen Leichten Kreuzers Yubari und der Zerstörer Oite und Hayate auf dem Perlfluss ab, wobei Hai Chow schwer beschädigt wurde. Danach wurde sie mehrfach von Flugzeugen bombardiert, anfangs Maschinen des Trägers Ryujo und eventuell Hosho, später von Flieger der japanischen Armee. Am 7. Oktober 1937 wurde Hai Chow schließlich von japanischen Flugzeugen versenkt.

Das Modell

Das Modell der Hai Chow ist auf dem Bausatz von Oceanmoon gebaut. Der Bausatz ist aufgebaut wie die meisten mittleren Oceanmoon-Bausätze: Der Rumpf ist ein Stück mit einigen angegossenen Details. Aufbauten und weitere Teile wie Geschütze sind aus Resin. Dazu kommt der Standard-Oceanmoon-Spritzling für Boote, Davids, Lüfter und manchem mehr. Es bleibt immer viel für die Restekiste übrig.

Die Teile sind in gutem Zustand, der Rumpf muss noch an der Wasserlinie etwas zurechtgeschliffen werden. Es empfiehlt sich hier auch immer auf Verzug zu kontrollieren. Ich nutze ggf. ein kurzes Bad in kochendem Wasser zur Korrektur.

Abziehbilder für zwei chinesische Flaggen runden den Bausatz ab. Diese sind gut gedruckt und ohne Probleme verwenden.

Die Bauanleitung ist extrem knapp, Text nur auf Chinesisch. Mit der Google-Translate-Handy-App läßt sich das ganz gut übersetzen, braucht man aber nicht. Die übersichtliche Explosionszeichnung reicht für so einen kleinen Bausatz.

Für die Masten verwende ich gezogenen Metalldraht. Relings gefallen mir am Besten von Saemann. Diese sind für kleinere Schiffe ein wenig zu hoch, lassen sich aber durch Ihre Eigenstabilität hervorragend verarbeiten. Geklebt werden diese mit Gator Acrylkleber. Durch die cremige Konsistenz lassen sich Kleinteile gut anbringen, beim Trocknen verschwindet er quasi unsichtbar.

Die Verspannung ziehe ich aus dünnem Kupferdraht oder ummantelten Basteldraht 0,15 mm.

Bemalt wird das Ganze per Airbrush mit diversen Grau- und Brauntönen von Revell Aquacolor. Die Alterung erfolgt mit Jax Kreiden, die ich auf Schleifpaper zerreibe und dann mit einem fast ganz abgeschnittenen Pinsel auf dem Modell aufbringe. Versiegelt wird mit Future per Airbrush. Dies holt auch die Kontraste stärker raus. Abschließend eliminierte eine hauchdünne Schicht aus Vallejo Seidenmatt zuviel Glanz.

Jürgen Klüser
www.klueser.eu

(Text über Original von Lars)