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Deutsche Fregatte Schleswig-Holstein in Kopenhagen Drucken
Sonntag, 04. Dezember 2016 um 06:00

Fregatte Schleswig Holstein

Die Fregatte Schleswig-Holstein ist eines von vier Schiffen der Brandenburg-Klasse (Klasse 123). Diese Klasse wurde in den 1980ern als Geleitschiffe entworfen und sollte die Zerstörer der Hamburg-Klasse (Klasse 101) ersetzen. Sie ist primär zur U-Jagd ausgelegt, hat aber auch Flugabwehr- und Antischiffsbewaffnung. Nachdem die gemeinsame NATO-Fregatte NFR90 gescheitert war, wurden stattdessen die MEKO-Fregatten als Grundlage des Entwurfs gewählt.

Die Form des Rumpfs und der Aufbauten wurde in Hinblick auf eine Reduktion der Radarsignatur optimiert. Die eigene Radarausstattung besteht aus einem passiven phasengesteuerten SMART S-Radar auf dem Fockmast sowie einem weiterreichenden LW 08-Radar zur Luftraumüberwachung, der inzwischen allerdings veraltet ist. Für die U-Jagd stehen ein Bugsonar sowie die Sonargeräte der Lynx-Bordhubschrauber zur Verfügung. Ein variabler Tiefensonar kann nachgerüstet werden, was aber nur auf der Bayern erfolgt ist. Zwischen 1992 und 1996 wurden vier Schiffe der Klasse gebaut: Brandenburg (F 215), Schleswig-Holstein (F 216), Bayern (F 217) und Mecklenburg-Vorpommern (F 218).

Für die Brandenburg-Klasse wurden die MM38 Exocet-Antischiffsraktenstarter der Hamburg-Klasse wieder verwendet. Diese sind inzwischen stark veraltet und schon teilweise ausgebaut. Sie sollen durch Harpoon-Starter ersetzt werden, die aus ausgemusterten Fregatten der Bremen-Klasse (Klasse 122) ausgebaut werden. Der VLS Mk 41-Starter kann zwar theoretisch eine Vielzahl von Raketen abfeuern, angeschafft wurden aber nur Sea Sparrow-Flugabwehrraketen. Diese wurden inzwischen durch ESSM-Flugabwehrraketen ersetzt, von denen vier Raketen pro Zelle mitgeführt werden können, so dass sich die Zahl der mitführbaren Raketen vervierfacht. Die Fregatten haben nur 16 Zellen, aber es ist Platz für weitere 16 Zellen vorhanden. Die bei Indienststellung vorhandenen handbetriebenen 2 cm-Maschinenkanonen wurden inzwischen durch ferngesteuerte 2,7 cm-Geschütze ersetzt, ebenso kamen MASS-Täuschkörperwerfer statt der SCLAR an Bord. Der ursprüngliche offene Bereich unter dem Hubschrauberdeck wurde inzwischen geschlossen.

Die Schleswig-Holstein ist 139 m lang, 16,7 m breit und verdrängt 4900 t. Der Antrieb erfolgt durch zwei Diesel und zwei Gasturbinen, die 51 666 PS leisten, womit 29 kn Höchstgeschwindigkeit möglich ist. Die Besatzung setzt sich aus 236 Mitgliedern zusammen.

Bewaffnung
1 x 7,62 cm L/62 Compact Oto Melara
2 x 2,7 cm MLG 27
1 x 16fach VLS Mk 41-Senkrechtstarter (ursprünglich 16 Sea Sparrow-Flugabwehrraketen, jetzt 64 ESSM)
2 x 21fach RAM-Flugabwehrstarter
4 x 32,4 cm-Torpedorohre (zwei Zwillingssrohre)
2 AgustaWestland Lynx Mk.88A-Bordhubschrauber

Die Schleswig-Holstein (F216) wurde 1993-94 von der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel gebaut. Sie gehört heute zum 2. Fregattengeschwader mit Heimathafen Wilhelmshaven. Sie wurde u.a. 2009 vor dem Libanon und 2010 im Indischen Ozean gegen Piraten (Operation Atalanta) eingesetzt. 2014 sicherte sie die Transporte von syrischen chemischen Waffen auf dem Weg zu deren Vernichtung, 2015 rettete sie im Mittelmeer 4224 Bootsflüchtlinge.

Von den Fregatten der Brandenburg-Klasse (Klasse 123) gibt im Maßstab 1/700 einen Bausatz von NNT.

Die Schleswig-Holstein nahm im September 2016 an der Übung Northern Coast teil und besuchte in diesem Rahmen Kopenhagen, wo ich sie am 3. September 2016 fotografierte:

Link zur Bildergalerie

 

Auf Modellmarine finden sich auch weitere Fotos der Klasse: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Lars