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Deutsche Fregatte Brandenburg Drucken
Sonntag, 12. April 2015 um 05:00

Brandenburg

Die Brandenburg ist das Typschiff der Klasse 123. Diese Klasse wurde in den 1980ern als Geleitschiffe entworfen und sollte die Zerstörer der Hamburg-Klasse (Klasse 101) ersetzen. Sie ist primär zur U-Jagd ausgelegt, hat aber auch Flugabwehr- und Antischiffsbewaffnung. Nachdem die gemeinsame NATO-Fregatte NFR90 gescheitert war, wurden stattdessen die MEKO-Fregatten als Grundlage des Entwurfs gewählt.

Die Form des Rumpfs und der Aufbauten wurde in Hinblick auf eine Reduktion der Radarsignatur optimiert. Die eigene Radarausstattung besteht aus einem passiven phasengesteuerten SMART S-Radar auf dem Fockmast sowie einem weiterreichenden LW 08-Radar zur Luftraum√ľberwachung, der inzwischen allerdings veraltet ist. F√ľr die U-Jagd stehen ein Bugsonar sowie die Sonarger√§te der Lynx-Bordhubschrauber zur Verf√ľgung. Ein variabler Tiefensonar kann nachger√ľstet werden, was aber nur auf der Bayern erfolgt ist. Zwischen 1992 und 1996 wurden vier Schiffe der Klasse gebaut: Brandenburg (F 215), Schleswig-Holstein (F 216), Bayern (F 217) und Mecklenburg-Vorpommern (F 218).

F√ľr die Brandenburg-Klasse wurden die MM38 Exocet-Antischiffsraktenstarter der Hamburg-Klasse wieder verwendet. Diese sind inzwischen stark veraltet und sollen durch Harpoon-Starter ersetzt werden, die aus ausgemusterten Fregatten der Bremen-Klasse (Klasse 122) ausgebaut werden. Der VLS Mk 41-Starter kann zwar theoretisch eine Vielzahl von Raketen abfeuern, angeschafft wurden aber nur Sea Sparrow-Flugabwehrraketen. Diese wurden inzwischen durch ESSM-Flugabwehrraketen ersetzt, von denen vier Raketen pro Zelle mitgef√ľhrt werden k√∂nnen, so dass sich die Zahl der mitf√ľhrbaren Raketen vervierfacht. Die Fregatten haben nur 16 Zellen, aber es ist Platz f√ľr weitere 16 Zellen vorhanden. Die bei Indienststellung vorhandenen handbetriebenen 2 cm-Maschinenkanonen wurden inzwischen durch ferngesteuerte 2,7 cm-Gesch√ľtze ersetzt, ebenso kamen MASS-T√§uschk√∂rperwerfer statt der¬†SCLAR an Bord. Der urspr√ľngliche offene Bereich unter dem Hubschrauberdeck wurde inzwischen geschlossen.

Die Brandenburg ist 139 m lang, 16,7 m breit und verdrängt 4900 t. Der Antrieb erfolgt durch zwei Diesel und zwei Gasturbinen, die 51 666 PS leisten, womit 29 kn Höchstgeschwindigkeit möglich ist. Die Besatzung setzt sich aus 236 Mitgliedern zusammen. 

Bewaffnung
1 x 7,62 cm L/62 Compact Oto Melara
2 x 2,7 cm MLG 27
4 Exocet MM38-Anti-Schiffsraketenstarter
1 x 16fach VLS Mk 41-Senkrechtstarter (urspr√ľnglich 16 Sea Sparrow-Flugabwehrraketen, jetzt 64 ESSM)
2 x 21fach RAM-Flugabwehrstarter
4 x 32,4 cm-Torpedorohre (zwei Zwillingssrohre)
2 AgustaWestland Lynx Mk.88A-Bordhubschrauber

Die Brandenburg wurde 1992-94 von Blohm & Voss in Hamburg gebaut. Sie war urspr√ľnglich Teil des 6. Fregattengeschwaders mit Heimathafen Wilhelmshaven. Seit 2006 geh√∂rt sie zum 2. Fregattengeschwader. Sie wurde 2006 vor dem Libanon (UNIFIL Mission) und 2009 im Indischen Ozean (Operation Atalanta) eingesetzt. 2011 wurde sie f√ľr Evakuierungen aus Libyen w√§hrend des Kriegs dort eingesetzt.

Von den Fregatten der Brandenburg-Klasse (Klasse 123) gibt im Maßstab 1/700 einen Bausatz von NNT.

Hier Fotos der Brandenburg, die ich im Juni 2012 während der Kieler Woche vom Kai aus gemacht habe:

Link zur Bildergalerie 2012

 

und hier Fotos, die ich ein Jahr später im Juni 2013 ebenfalls in Kiel während der Kieler Woche an Bord aufgenommen habe:

Link zur Bildergalerie 2013

 

Auf Modellmarine finden sich auch weitere Fotos der Klasse: Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Lars