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Deutscher Schwerer Kreuzer Admiral Graf Spee (1/350, Trumpeter) von Andreas Wollinger Drucken
Montag, 23. Mai 2016 um 05:00

Das Original

Die Admiral Graf Spee war einer der drei Kreuzer der Deutschland-Klasse, die von der Reichsmarine als Panzerschiffe klassifiziert wurden. Nach dem Versailler Vertrag durfte die Reichsmarine nur Kreuzer bis zu 6000 t Verdrängung bauen, während bei Schlachtschiffen eine Verdrängung von 10 000 t erlaubt war. Diese Grenzen schlossen sowohl Schwere Kreuzer als auch modernere Schlachtschiffe aus und erlaubten nur den Bau von kleineren Leichten Kreuzern bzw. Küstenpanzerschiffen. Die Reichsmarine entschied sich, die Grenzen für Schlachtschiffe zu nutzen, um einen als Handelsstörer optimierten Kreuzer zu bauen, der schneller als die zeitgenössischen Schlachtschiffe und stärker als die damaligen Schweren Kreuzer sein sollten.

Diese Kreuzer wurdem als Deutschland-Klasse bekannt. Sie wichen stark von der Konzeption zeitgenössischer Schweren Kreuzern anderer Marinen ab. Beim Antrieb setzte man auf Diesel, der einen für den Kreuzerkrieg notwendigen großen Fahrbereich ermöglichte, aber die Geschwindigkeit auf 28 kn begrenzte. Die Bewaffnung fiel mit 28 cm-Geschützen plus einer 15 cm-Mittelartillerie sehr schwer aus und erinnerte an die Bewaffnung der früheren Panzerkreuzer. Die Panzerung war schwach - wie für damalige Kreuzer typisch. Die Schiffe folgten der Logik der für den Handelskrieg (guerre de course) gegen Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Panzerkreuzer: schneller als jedes stärkere Schiff und stärker als jedes schnellere Schiff. Allerdings existierte der Geschwindigkeitsvorteil nur gegenüber älteren Schlachtschiffen, nicht gegenüber den damals existierenden Schlachtkreuzern und den später gebauten schnellen Schlachtschiffen. Insgesamt wurden drei Schiffe der Deutschland-Klasse gebaut – Deutschland (später Lützow), Admiral Scheer und Admiral Graf Spee. Statt weiterer Schiffe dieses Typs baute die Kriegsmarine konventionelle Schlachtschiffe bzw. Schwere Kreuzer. Klassifiziert wurden die Schiffe wegen der maximal erlaubte Verdrängung für Kreuzer von nur 6000 t als Panzerschiffe. Die beiden überlebenden Schiffe wurden 1940 zu Schweren Kreuzer umklassifiziert, was ihren Eigenschaften viel mehr entsprach.

Admiral Graf Spee war 186 m lang und 21,7 m breit. Voll beladen verdrängte sie 16 460 t. Ihre acht Diesel leisteten 55400 PS, womit 28,5 kn erreicht wurden.

Bewaffnung 1939
6 x 28 cm L/52 C/28 (zwei Drillingstürme)
8 x 15 cm L/55 C/28 (acht Einzellafetten)
6 x 10,5 cm L/65 C/33 (drei Zwillingslafetten)
8 x 3,7 cm L/83 C/30 (vier Zwillingslafetten)
10 x 2 cm L/65 C/30 (zehn Einzellafetten, 14 Positionen für die Lafetten vorhanden)
8 x 53,3 cm Torpedos (zwei Vierlingsrohre für G7A-Torpedos)
2 Arado Ar 196 Bordflugzeuge (eines auf dem Katapult, eines zerlegt mitgeführt)

Admiral Graf Spee wurde 1932-36 auf der Marinewerft Wilhelmshaven gebaut. 1936-38 wurde sie fünf Mal zur Unterstützung der Faschisten im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzt, 1937 nahm sie an der Flottenparade anlässlich der Krönung von George VI. in Spithead teil. Am 21. August 1939 lief sie – noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs – in Richtung Südatlantik aus, wo sie am 30. September den Kreuzerkrieg aufnahm. Sie konnte insgesamt neun britische Handelsschiffe mit 50 089 BRT im Südatlantik und Indischen Ozean versenken: Clement, Newton Beach, Ashlea, Huntsman, Trevanion, Africa Shell, Doric Star, Tairoa und Streonshalh. Versorgt wurde sie dabei von dem Trossschiff Altmark. Am 13. Dezember gelang es einem britischen Geschwader unter Kommodore Harwood mit dem Schweren Kreuzer HMS Exeter und den Leichten Kreuzern HMS Ajax und HMNZS Achilles die Admiral Graf Spee vor der Río de la Plata-Mündung zu stellen. Die Admiral Graf Spee konnte Exeter schwer und die beiden Leichten Kreuzer leicht beschädigen, wurde aber selbst beschädigt. Um Reparaturen durchzuführen, lief sie in Montevideo ein, während der neu eingetroffene britische Schwere Kreuzer Cumberland und die beiden Leichten Kreuzer den Hafen blockierten. Wegen der Schäden, des Munitionsverbrauchs und der britischen Schiffe vor dem Hafen (deren Zahl zu hoch eingeschätzt wurde) wurde Admiral Graf Spee am 17. Dezember in der Mündung des Río de la Plata selbst versenkt. Das Wrack liegt dort heute noch, lediglich einzelne Wrackteile konnten bisher gehoben werden.

Das Modell

Das Modell soll die Admiral Graf Spee im Dezember 1939 darstellen wärend des Handelskriegs im Südatlantik darstellen. In diesem Zustand kann man das Modell mit dem Top Drawings Buch von Kagero sehr gut nachbauen und so manchen Fehler im Bausatz ausbügeln.

Für das Modell wurden besorgt:

  • Trumpeter Bausatz 1/350
  • Fotoätzteilsätze Satz von Eduard und WEM.
  • Wood Hunter Holzdeck.
  • Brückenausstattung, Scheinwerfer, Zielgebersäulen, 20 mm-Einzelflaks, 37 mm-Doppelflaks von Veteran.
  • Passender Satz mit gedrehten Messingrohren für die 28 cm-, 15 cm- und 10,5 cm-Geschütze von Masters.
  • Zubehör wie Treppen, Leitern, Steigeisen, Handläufe, Fenster, Bullaugen,Türen usw. von verschiedenen Herstellern.
  • Farbset für die Deutsche Kriegsmarine Zweiter Weltkrieg von Lifecolor
  • Verschiedene Bücher (siehe Quellen und Bilder unten)

Begonnen habe ich mit den üblichen Arbeiten wie die Rumpfteile zu begutachten, die Bullaugen aufbohren sowie Bugwappen, Steigeisen, Schraubenschutz und Bootsspieren setzten. Dazu muss man die Ankerklüse am Heck drehen, da sie falsch herum angegossen ist.

Die angegossenen Ankerketten wurden wie die falschen Luken am Vorschiff, die Wood Hunter bei ihrem Holzdeck "richtig" berücksichtigt haben, entfernt. Auch am Achterdeck wurden die Lukendeckel und diese falsche Winsche sowie das Stück Ankerkette, was es am Heck nie gab, weg gemacht. Die Lafettenplätze für die 20 mm-Flaks am Vorschiff wurden mit runden Messingplätchen abgedeckt, weil sie im Dezember 1939 nicht montiert waren. Es gab laut mehren Büchern und Internetquellen nur 10 20 mm-Einzelflaks für 14 Lafettenplätze. Diese Flaks waren also variabel versetzbar an Deck.

Auf der Brücke wurden von Veteran die Lautsprecher, Zielgeber, Signallampen und Kompassen eingebaut. In Eigenbau wurden die 3 m-Entfernungsmessern aus dem Originalteil des Bausatztes und dem Zielgeber von Veteran erstellt. Am Turm selbst wurden die gesamten Fußläufe, die Brückenausleger sowie das Coronel-Schild aus dem Satz von WEM ergänzt. Einige Bullaugen und Türen am Turm mussten verschwinden, d.h. sie wurden zugespachtelt, sowie an anderer Stelle ergänzt werden.

Die achteren Aufbauten und der hintere Leitstand erstellte ich zu 80% neu aus umgepuzzelten und neu erstellten Teilen aus dem Bausatz und aus Plastikplatten. Die Seitenwände der Aufbauten wurden mit neuen Fensterblenden mit Schutz von MK1 ausgebessert sowie Lüftungsgitter von L'Arsenal mit den von Eduard beigelegten Schutzklappen kombiniert. Auch Steigeisen wurden einige ergänzt. Die Masten sind aus 1,0 mm- und 0,8 mm-Messingrohr gefertigt und mit Fotoätzteilen von Eduard verfeinert. Dazu habe ich die Motorbarkassen neben dem Katapult aus anderen Bausätzen hinzugefügt, die fehlten, da an dieser Stelle nur Ruderboote vorgesehen waren, was leider falsch ist.

Quellen

Andreas Wollinger

(Text über Original von Lars)