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Britisches U-Boot HMS Otus (1/700, MT Miniatures) von Lars Scharff Drucken
Sonntag, 28. Februar 2016 um 06:00

 

28.02.1991 - 25 Jahre Zweiter Golfkrieg (Desert Storm)

 

Heute vor 25 Jahren, am 28. Februar 1991, kapitulierten Saddam Husseins Truppen, womit die Kampfhandlungen im Zweiten Golfkrieg beendet wurden (siehe Jahrestage auf Modellmarine). An den Einsätzen im Persischen Golf waren auch zwei britische U-Boote beteiligt, die Spezialeinheiten in den Irak einschleusten: die Schwesterschiffe HMS Opossum und HMS Otus.

Das Original

Die Otus (S18) ist eines der britischen Jagd-U-Boote der Oberon-Klasse. Diese Klasse ist eine Weiterentwicklung der Porpoise-Klasse, hatte aber einen stärkeren Rumpf, war leiser und verfügte über verbesserte Sonar- und Kommandosysteme. Für die britische Royal Navy wurden 13 Boote von 1957-67 gebaut, wovon zwei später an Kanada abgegeben wurden (als Schulboot bzw. für Ersatzteile). Die Klasse war ein Exporterfolg: für Australien wurden von 1964-78 sechs Boote, für Brasilien von 1970-77 drei Boote, für Chile von 1972-76 zwei Boote und für Kanada von 1962-68 drei Boote gebaut. Heute ist keines der Boote mehr in Dienst, allerdings sind in Australien (Onslow in Sydney und Ovens in Perth), Brasilien (Riachuelo in Rio de Janeiro), Chile (O'Brien in Valdivia), Großbritannien (Ocelot in Chatham) und Kanada (Ojibwa in St. Thomas und Onondaga in Rimouski) Boote als Museumsschiffe erhalten. Eines, HMS Otus, kann in Sassnitz auf Rügen besichtigt werden (siehe hier).

Die Otus ist 90 m lang, 8,1 m breit und verdrängte 2030 t aufgetaucht bzw. 2410 t getaucht. Ihr Antrieb war diesel-elektrisch. Aufgetaucht konnten 12 kn, getaucht 17 kn erreicht werden. Die Besatzung umfasste 69 Mitglieder. Die Bewaffnung bestand aus acht 53,3 cm-Torpedorohren (sechs Bug- und zwei Heckrohre), für die 22 Torpedos mitgeführt wurden (alternativ 50 Minen und zwei Torpedos).

Die Otus wurde 1961-63 von Scotts Yard in Greenock gebaut. Sie wurde weltweit eingesetzt. Wahrscheinlich 1977-79 wurde sie für Spezialoperationen modifiziert, d.h. sie erhielt eine Schleuse, um getaucht Spezialkräfte absetzen zu können. Ab Oktober 1990 war sie Teil von Operation Granby, dem britischen Beitrag zum Zweiten Golfkrieg. Während des Kriegs diente sie wahrscheinlich zum Einschleusen von Spezialeinheiten in den Irak. Im April 1991 kehrte Otus nach Portsmouth zurück und wurde im gleichen Jahr außer Dienst gestellt. Bis 2002 lag sie in Tipner Lake als sie von einem deutschen Unternehmer gekauft wurde, der sie nach Sassnitz auf Rügen schleppen lies, wo sie seither als Museumsschiff geöffnet ist.

Das Modell

Das Modell der HMS Otus ist aus dem Weißmetallbausatz der Oberon-Klasse von MT Miniatures gebaut. Das Modell besteht im Bausatz nur aus zwei Teilen plus Draht für die Flaggstengen und Abziehbildern mit Kennnummern. Die Details sind etwas massiv ausgeführt und die Rumpfform kommt dem Original zwar nahe, aber vollständig überzeugt, dass sie richtig ist, bin ich nicht. Das Modell zeigt die ursprüngliche Bugform und ermöglicht den Bau eines Wasserlinienmodells. Es gibt auch die Oberon-Klasse in der ursprünglichen und modernisierten Form von OKB Grigorov als Resinbausatz, allerdings bisher nur als Vollrumpfmodelle.

Den Bausatz hatte ich schon vor einiger Zeit gekauft und er verschwand im Lager. Herausgeholt habe ich ihn, als ich in Strike from the Sea gelesen hatte, dass Otus und Opossum im Zweiten Golfkrieg 1991 einen Tarnanstrich hatten - und Schiffe und U-Boote mit Tarnanstrichen nach 1945 sind doch selten. Also habe ich nach Fotos gesucht und stellte schnell fest, dass Opossum ausschied, da sie eine der modernisierten Einheiten mit größeren Sonardom am Bug war. Die Otus dagegen wurden nicht modernisiert, passt also zum Bausatz. Auf der Seite der Otus gibt es Fotos, die ihren Tarnanstrich zeigten und die die Grundlage für das Modell bildeten. Dazu habe ich die Otus in Sassnitz auch schon selbst fotografiert und diese Fotos, mit denen der modernisierten Schwester Ocelot, halfen bei einigen Details.

Bei meinem Exemplar war der Bug nicht komplett ausgeformt, so dass ich die Bugspitze neu modellieren musste. Dabei habe ich auch gleich die ganzen sehr tiefen Gravuren an Deck zugespachtelt. Die Tiefenruder vorne am Bug habe ich entfernt und durch Plastikplatten ersetzt. Ansonsten habe ich nichts modifiziert, da U-Bootmodelle für mich mehr Entspannungsmodelle sind.

Das Tarnschema der Otus im Zustand von 1991 besteht aus 153 Hellblaugrau und 164 Dunkelgraublau von Vallejo Model Color. Die Ausfahrgeräte sind mit 151 Grauweiss und 164 Dunkelgraublau bemalt. Die Vertiefungen wurden mit dunkelgrauen Model Wash von Vallejo betont.

Hier ein Vergleich mit zwei weiteren U-Booten aus den 1960ern, USS Tinosa der Tresher-Klasse (Bausatz von JAG) und B-59 des Projekts 641 (Foxtrot, Bausatz von Admiralty Model Works):

Und eine weiterer Vergleich mit diversen U-Booten in meiner Sammlung:

Sennet, Halfbeak, Nautilus, Seawolf, Skate, Scorpion, B-59, Otus, Tinosa, K-108, K-123, Honolulu, Subatka und Omsk.

Quellen:

Lars