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Corsair Armada: Schwerer Kreuzer USS Northampton (1/700) Drucken
Dienstag, 07. Februar 2012 um 07:00

 

06.02.1922 - 90 Jahre Washingtoner Flottenvertrag

 

Deckel

Modell: USS Northampton (CA-26)
Hersteller: Corsair Armada
Maßstab: 1/700
Material: Resin
Art.Nr.: CAP-7006
Preis: 64 € (bei NNT)

Das Original

Northampton war das Typschiff der zweiten Klasse von Schweren Kreuzern der US-amerikanischen Marine, die nach den Regeln des Washingtoner Flottenvertrags gebaut wurden (siehe auch Jahrestage). Noch vor dem Stapellauf der vorangegangen Pensacola-Klasse war klar, dass diese in vielen Aspekten suboptimal entworfen worden war. Bei der Northampton-Klasse verzichtete man auf ein 20,3 cm-Geschütz und ordnete die verbliebenen neun in drei Drillingstürmen an. Die dadurch erreichten Gewichtseinsparungen wurden genutzt, um den Rumpf zu vergrößern und eine erhöhte Back hinzuzufügen, womit die Seetüchtigkeit verbessert wurde. Die Maschine wurde in zwei unabhängigen Einheiten aufgestellt, wodurch das Schiff durch bessere Unterteilung des Schiffsrumpfs und eine reduzierte Wahrscheinlichkeit des Verlusts der gesamten Maschinenleistung widerstandsfähiger gegen Torpedotreffer werden sollte. Mittschiffs wurde die Flugzeuganlage wesentlich durch zwei Hangars verbessert. Allerdings war zum Zeitpunkt des Entwurfs der Northampton-Klasse noch nicht klar, dass die Pensacola-Klasse die nach dem Washingtoner Flottenvertrag erlaubte Standardverdrängung deutlich unterschreiten würde. Auch die Northampton-Klasse viel folglich leichter als erlaubt aus – statt die Möglichkeiten für eine verbesserte Panzerung zu nutzen (wobei es eine interessante Frage ist, ob die Panzerung der Kreuzer überhaupt sinnvoll war).

Drei der Schiffe der Klasse - Chicago, Houston, Augusta - erhielten eine verlängerte Back, um den notwendigen Raum für den Einsatz als Flottenflaggschiffe zu gewinnen und waren so leicht von den ersten drei Schiffen der Klasse - Northampton, Chester, Louisville – unterscheidbar, die nur als Geschwaderflaggschiffe ausgerüstet waren. Die Northampton-Klasse war anfangs mit zwei 53,3 cm-Drillingstorpedorohren ausgerüstet, die aber in den 1930ern entfernt wurden. Die Zahl der 12,7 cm-Flak wurde parallel verdoppelt, später auch die leichte Flak verstärkt. Bei der Klasse wurde zusätzlich die Feuerleitung verbessert, wofür bei einem der Teil der Schiffe bereits vor Kriegsbeginn der Großmast stark modifiziert wurde. Bei den restlichen Schiffen wurde diese während des Kriegs nachgeholt. Bei den überlebenden drei Schiffen wurde die leichte Flak stark verstärkt und, um deren Feuerbereich zu vergrößern, der alte Großmast entfernt und durch einen leichten Dreibeinmast vor dem achteren Schornstein ersetzt.

Northampton war 182,96 m lang, 20,14 m breit und verdrängte 11 420 ts. Ihre vier Turbinensätze und acht Kesseln leisteten 107 000 PS, womit 32,5 kn erreicht wurden.

Bewaffnung 1942:
9 x 20,3 cm L/55 Mk 9/14 (drei Drillingstürme)
8 x 12,7 cm L/25 Mk 10 (Einzellafetten)
16 x 2,8 cm L/75 Mk 1(vier Vierlingslafetten)
14 x 2 cm L/70 Oerlikon (Einzellafetten)
4 Curtis SOC Seagull Bordflugzeuge

Northampton wurde 1928-30 auf der Fore River-Werft von Bethlehem Steel in Quincy gebaut. Nach einer kurzen Zeit im Atlantik war sie ab 1932 im Pazifik stationiert. Während des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor war Northampton Teil des Geschwaders Halseys um den Flugzeugträger Enterprise – was bereits vor Kriegsbeginn gefechtsklar war, aber im falschen Gebiet patrouillierte und so die japanische Flotte verpasste. Während der Suche nach der japanischen Flotte kollidierte sie am 11. Dezember 1941 mit dem Zerstörer Craven, der dabei beschädigt wurde. Am 1. und 24. Februar 1942 war sie an Angriffen auf die japanischen Stützpunkte auf Wotje bzw. Wake beteiligt, am 4. März nahm sie an einem Angriff auf die Marcusinsel (Minami-Torishima) teil. Im April war sie Teil des Geleitschutzes für den Doolittle Raid am 18. April 1942 gegen Tokyo. Die Schlacht in der Korallensee verpasste sie gemeinsam mit den sie geleiteten Träger Enterprise knapp. Auch in der Schlacht von Midway am 4. und 5. Juni gehörte Northampton zum Geleit der Enterprise. Danach geleitete Northampton die Träger im Rahmen der Guadalcanal-Operationen und gehörte beim Angriff auf Bougainville am 5. Oktober zum Geleit der Hornet. Diesen Träger geleitete sie auch am 26. Oktober, als die Hornet in der Schlacht bei den Santa Cruz-Inseln versenkt wurde. Die Northampton versuchte noch erfolglos die schwer beschädigte Hornet abzuschleppen, die aber dann aufgegeben werden musste.

Northampton blieb im Bereich der Salomonen, u.a. um die japanischen Versorgungskonvois (Tokyo Express) zu stoppen. Am 30. November überraschte Wrights Geschwader mit Northampton, den Schweren Kreuzern Minneapolis, New Orleans und Pensacola, dem Leichten Kreuzer Honolulu sowie sechs Zerstörern (Fletcher, Drayton, Lamson, Lardner, Maury und Perkins) acht japanische Zerstörer: Naganami und Takanami als Geleit für Kuroshio, Oyashio, Kagero, Suzukaze, Kawakaze und Makinami, die die Versorgungsgüter an Bord und deshalb keine Reservetopedos geladen hatten. In der folgenden Schlacht von Tassafaronga gelang es den amerikanischen Kreuzern trotz des Überraschungselements nur Takanami so schwer zu beschädigen, dass sie später aufgegeben werden musste. Die japanischen Zerstörer dagegen beschädigten die Schweren Kreuzer Minneapolis, New Orleans und Pensacola schwer mit Torpedos. Northampton wurde etwa eine halbe Stunde nach Feuereröffnung – nachdem die anderen drei Schweren Kreuzer bereits getroffen waren – von zwei Torpedos der Kawakaze mittschiffs getroffen, wobei der achtere Maschinenraum volllief und das Schiff in Brand geriet. Der Brand konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden, so dass Northampton aufgegeben werden musste und etwa drei Stunden nach den Treffern sank, d.h. die Aufteilung des Antriebs in zwei unabhängige Einheiten half hier nichts. 50 Mann wurden getötet, 773 konnten gerettet werden. Northampton erhielt sechs Battle Stars.

Der Bausatz

Von der Northampton-Klasse gibt es im Maßstab 1/700 inzwischen einige Bausätze. Von den Schiffen mit kurzer Back gibt es den hier besprochenen Bausatz der Northampton im Zustand von 1942 und die Louisville (1941-45 baubar?) von Corsair Armada. Von den Schiffen mit langer Back gibt es die Bausätze der Houston (Zustand bis 1942, auch Chicago bis 1941 baubar) und der Chicago (1942-43 baubar) von Corsair Armada sowie der Augusta (Zustand 1945) von Niko Models.

Der Rumpf meines Exemplars ist ca. 1,5 mm zu kurz, hat aber die richtige Breite. Die Form des Bugs ist falsch, der Klipperbug ist nicht rund genug. Das Rumpfteil ist zwar detailliert, aber der Guss in diesem Bausatz ist nicht optimal. Es finden sich sehr viele kleine Luftblasen – was ein Einzelfall sein kann, da in meinem anderen Corsair Armada-Bausatz der Houston (gebaut als Chicago) dieses Problem nicht aufgetreten ist. Im Gegensatz zu den Bausätzen der Louisville, Chicago und Houston der gleichen Firma kann der Hangar hier nicht geöffnet dargestellt werden.

Die Teile für die Aufbauten sind überwiegend gut gemacht. Die Katapulte sollte man gegen Ätzteile austauschen.

Auch die Qualität der Kleinteile ist gut. Die 20,3 cm-Rohre können gegen Messingrohre und die Kräne gegen Ätzteile ausgetauscht werden (Auf den Fotos fehlt ein Satz 20,3 cm-Rohre).

Die 12,7 cm-Flak gehören wohl immer noch zu den besten Teilen, die erhältlich sind (und es sind auch wirklich L/25-Lafetten vergleiche hier). Die 2,8 cm-Vierlinge und 2 cm-Oerlikon sind dagegen etwas überdimensioniert.

Die Anleitung

Die Anleitung besteht aus einem kurzen Text über das Vorbild, der auch technischen Daten sowie Literaturangaben enthält. Der Zusammenbau wird einerseits mittels Text beschrieben. Dazu gibt es eine Teileliste und Zeichnungen, die die Positionen der Teile auf dem Modell zeigen. Hier finden sich auch Korrekturen, d.h. Erfahrungen aus den Kontrollbauten. Die Länge der Mastteile ist angegeben. Eine gute Idee sind die beiden Fotos aus der Schlacht von Midway sowie das Foto während des Doolittle Raids - allerdings ist die Druckqualität nicht gerade perfekt.

In der Anleitung wird der Anstrich wird nur sehr allgemein mit Grau und Decksblau beschrieben. 1942 war Northampton im Schema 21 gestrichen, d.h. mit Navy Blue 5-N an allen vertikalen Flächen und die Decks Deck Blue, 20-B.

In der Anleitung ist nicht explizit erwähnt, welchen Bauzustand der Bausatz darstellt. Im Vergleich zu den Zeichnungen in Terzibaschitsch dürfte der letzte Zustand bei Versenkung wiedergegeben sein. Laut den Fotos, die während des Doolittle Raids und der Schlacht von Midway aufgenommen wurden, könnte es sein, dass für diese Bauzustände die achtere Kontrollstation an der Basis des Großmasts ergänzt werden muss - dort stehen beim Bausatz zwei 2 cm-Oerlikon. Für den Zustand bei Kriegsbeginn müssten die 2 cm-Flak entfernt werden und am vorderen Schornstein müsste die kleine Schornsteinkappe durch eine Verlängerung des Schornsteins ersetzt werden. Der Bau des Louisville dürfte in einem Zustand bis Mitte 1942 auch möglich sein, wobei es für diese einen eigenen Bausatz gibt, der wahrscheinlich zusätzlich die auch die späteren Bauzustände abdeckt. Chester hatte bei Kriegsbeginn noch die alte Form des Großmasts, d.h. das Mk 19-Feuerleitgerät war noch hinter dem achteren Schornstein aufgestellt (wie beim Bausatz der Houston und wohl auch Louisville von Corsair Armada enthalten). Die modifizierte Version des Großmasts mit dem Feuerleitgerät auf der Spitze erhielt sie entweder im Februar oder August 1942 - spätestens im August 1942 erhielt sie aber eine offene Brücke. Für die Chester dürfte der Louisville-Bausatz die bessere Wahl sein.

Quellen

Fazit

Der Bausatz der Northampton von Corsair Armada ist gut detailliert und benötigt für ein gutes Modell nur die üblichen Zubehörteile. Negativ fallen die falsche Bugform und die bei diesem Exemplar zahlreichen kleinen Luftblasen auf. Insgesamt ist der Bausatz

alt guter Durchschnitt

Lars