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Fregatte Yulin (Typ 054A, DreamModels, 1/700) von Lars Scharff Drucken
Freitag, 11. Februar 2011 um 07:00

Fregatte Yulin

Das Original

Die chinesische Fregatte Yulin ist eines der Schiffe des Typs 054A. Der Typ 054A ist eine Weiterentwicklung des Typs 054. Der Typ 054 stellt im Vergleich zur vorhergenden Typ 053-Varianten eine deutliche Verbesserung dar. Die Klasse hat Stealth-Eigenschaften und wird öfters mit der französischen La Fayette-Klasse verglichen, die vergleichbare Eigenschaften hat.

Die chinesischen Schiffe unterscheiden sich aber von der Rumpfform, der Form der Aufbauten und Masten her deutlich von den französischen Schiffen, auch wenn bei den Typ 054 noch eine Reihe von Waffen und Sensoren eingebaut waren, die aus französischen Systemen entwickelt wurden. Auch der Antrieb erfolgt über in Lizenz gebaute Pielstick-Diesel. Vom Typ 054 wurden nur zwei Schiffe gebaut: Ma'anshan und Wenzhou. Darauf folgte die deutlich, insbesonders in Bezug auf die Flugabwehr, verbesserte Typ 054A-Variante. Während die Typ 054 einen Achtfach-HQ-7-Starter, eine Weiterentwicklung der französischen Crotal, haben, verfügen die Typ 054A über einen Senkrechtstarter für HQ-16, eine Weiterentwicklung der russischen Shtil. Damit besitzen die neuen Schiffe ein moderneres System zur Flugabwehr mit größerer Reichweite. Auch die Nahbereichsabwehr wurde durch den Ersatz der AK-630 durch Typ 730-Geschütze deutlich verbessert. Bei Geschütz ging man allerdings von einem 10 cm-Geschütz auf 7,62 cm-Geschütz zurück. Die ersten vier Schiffe des Typs 054A - Xuzhou, Zhoushan, Huangshan und Chaohu - wurden 2008 in Dienst gestellt und haben eine geschwungene Form des Schanzkleids auf dem Vorderdeck. Bei den folgenden Schiffen - Yuncheng, Yulin, Yiyang und Changzhou (zwei weitere sind noch in Bau) - wurde die Form des Schanzkleids modifiziert.

Fregatte Yulin

Die Yulin ist 134 m lang und 16 m breit. Sie verdrängt voll beladen 4053 t. Ihr Antrieb besteht auf vier Dieseln mit insgesamt 30 400 PS, womit 30 kn erreicht werden.

Bewaffnung
1 x 7,62 cm (eine AK-176?)
2 x 3 cm Typ 730-Nahbereichsabwehrgeschütze (7-rohrige Gatling)
2 YJ83-Vierfach-Anti-Schiffsraketenstarter
1 HQ-16-Luftabehrraketen-Senkrechtstarter mit 32 Zellen
6 x 32,4 cm Torpedorohre (zwei Drillingsrohre für YU-7-Torpedos
1 Harbin Z-9C oder Kamov Ka-28-Bordhubschrauber

Fregatte Yulin

Die Yulin wurde 2008 auf Kiel gelegt, lief am 28. April 2009 in Shanghai auf der Hudong-Werft vom Stapel und wurde am 1. Februar 2010 als Schiff der Südmeer-Flotte in Dienst gestellt. Der Heimathafen ist wahrscheinlich Zhanjiang.

Das Modell

DreamModels bietet zwei Varianten der Typ 054A-Fregatten im Maßstab 1/700 an: „054A“ und „054A+“ (diesen Bausatz hatte ich gebaut). Der auffälligste Unterschied ist die Form des Schanzkleids auf dem Vorschiff, was bei der „054A+“-Variante nicht in kontinuierlich nach achtern niedriger wird, sondern fast bis zum Ende die gleiche Höhe hat. Also habe ich nach Fotos der Schiffe der „054A+“-Variante gesucht und mich dann für die Yulin entschieden.

Fregatte Yulin

Der Zusammenbau des Rumpfs und der wenigen Aufbautenteile ging recht schnell voran und wurde von Passzapfen unterstützt. Sehr viel aufwendiger war dann das Anbringen der Unmengen an Ätzteilen, die zur Darstellung von Lüftungsgittern, Türen, Leitern, Brückenfenstern etc. dienen. Auch das Flugdeck ist ein Ätzteil, ebenso die Oberseite des Schornsteins. Die Auspuffrohre, deren Durchmesser durch das Ätzteil angedeutet sind, habe ich aufgebohrt.

Das Rohr des 7,62 cm-Geschützes ist beim Original sehr komplex, was das Resinteil nicht perfekt wiedergibt. Allerdings müsste auch ein Messingrohr durch zusätzliche Teile ergänzt werden, weshalb ich dann erst mal das Resinteil beibehalten habe. Die YJ-83-Vierfachstarter können alternativ als Resinteile oder als Ätzteile dargestellt werden. Statt der Resinteile für die Rohre der Typ 730-Nahbereichsabwehrgeschütze habe ich die alternativen Ätzteile in Kombination mit einem Draht für das eigentliche Rohr montiert. Es liegen zwei verschiedene Resinteile für die Lafette bei, aus der Anleitung geht dazu aber nichts hervor und auch die vorliegenden Fotos haben nicht weiter geholfen. Da ich nicht jeden einzelnen Raketenkanister falten wollte, habe ich die Resinteile benutzt. Das VLS für die HQ-16 wurde mit den beiliegenden Ätzteilen dargestellt (eine offene Variante wäre auch möglich, allerdings müsste dann das innere des Starters noch angedeutet werden).

Die meisten Antennen stammen aus dem Bausatz. Neben dem Fockmast fehlten zwei ECM-Geräte, die ich aus Plastikteilen selbst gemacht habe – genauso wie zwei Antennen darüber, da in meinem Bausatz nur eine beilag (oder ich eine verloren habe). Vorne auf dem Vormars wurde ein Navigationsradar aus einem Plastikstreifen und einem Plastikrundstab ergänzt. Der Antennenträger hinter dem Typ 382-Radar auf dem Fockmast wurde noch mit ein paar zusätzlichen Plastikteilen detailliert. Der Antennenträger am Großmast besteht aus Draht und Plastik. Hinter dem Schornstein wurden noch zwei Stabantennen aus Messingdraht und eine Satellitenantenne aus dem JAG-Satz ergänzt.

Der Harbin Z-9C-Bordhubschrauber (ein Lizenzversion der Eurocopter Panther) ist ein Eigenbau (siehe hier).

Die vertikalen Fläche wurden mit Vallejo 153 Hellblaugrau, die Decks mit Coat d’Arms 533 Schiefergrau bemalt. Den Bausatz liegen Abziehbilder für die Kennnummern am Rumpf und auf dem Flugdeck (ausreichend Nummern, um auch andere Schiffe darzustellen) sowie die Flugdeckmarkierungen bei.

Quellen

Fregatte Yulin

Lars