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Hasegawa: japanischer Nachtjäger Mitsubishi A6M5 Zero Typ 52 (1/32) Drucken
Freitag, 20. Juli 2018 um 05:00

Nachtjäger Mitsubishi A6M5 Zero Deckelbild

Modell: Mitsubishi A6M5 Zero Fighter Type 52 'Night fighter' Limited Edition
Hersteller: Hasegawa
Maßstab: 1/32
Umfang: 145 (zu nutzende) Plastikteile und Abziehbilder
Art.Nr.: 08252
Preis: 64,5 €

Das Original

Wie die deutsche BF 109 musste auch die japanische Zero als Standardjagdflugzeug der Marine für viele Einsatzzwecke herhalten. Zu den weniger bekannten gehörte der Einsatz als Nachtjäger mit einer zusätzlichen 20-mm-Kanone als "Schräge Musik" hinter dem Piloten. Abbildungen davon sind äußerst rar gesät, aber es gibt sie, wenn auch vornehmlich in japanischen Publikationen.

Die Bezeichnung "Nachtjagd-Zero" ist im Grunde falsch, denn der Einbau einer Schrägbewaffnung war nicht exklusiv für den Nachtjagdeinsatz gegen Bomber gedacht. Der Kommandeur der 302. Kokutai, Kapitän z. See Yasuna Ozono, dachte daran, die neue Bewaffnungsvariante im Kurvenkampf einzusetzen. Hierzu ragten die anfänglich eingebauten Waffen sowohl in einem 30º Winkel zur Seite als auch in einem 30º Winkel nach oben aus dem Rumpf. Mit einer derartig eingebauten Waffe war das Zielen aber nur sehr schwer möglich. Hier kam es wohl mehr auf die Intuition des Piloten an, ob er im richtigen Moment auf den Auslöser drückte oder nicht. Die Crews waren jedenfalls nicht begeistert, doch der Kommandeur versprach sich halt viel davon und so wurde das Programm weiter verfolgt. Ein tödlicher Unfall, bei dem ein sich auf der Tragfläche befindlicher Wart getötet wurde, führte dann zu dem Einbau weniger seitlich im Rumpf, wobei die Waffe dann durch den hinteren Bereich der Kanzelverglasung schoss. Die Waffe ragte nunmehr nur noch in einem 10º Winkel zur Seite. Alle mit Schrägbewaffnung ausgerüsteten Maschinen waren Frontumbauten, weshalb die genaue Stückzahl, oder gar Erfolge, zumindest mir nicht bekannt sind und dies vielleicht nicht zuletzt auch deshalb, da die raren Vögel bald wieder zurückgebaut wurden. Somit bleiben die wenigen "Nachtjagd-Zeros" nur eine Fussnote in der Entwicklungs- und Einsatzgeschichte des wohl bekanntesten japanischen Jagdflugzeugs des Zweiten Weltkriegs.

Technische Daten:
Länge: 9,21 m Spannweite: 11 m Höhe: 3,57 m Flügelfläche: 21,3 qm Startgewicht: max.: 2733 kg Motor: 1 x Nakajima Sakae 21 14 Zyl. Sternmotor mit 1130 PS Geschwindigkeit, max.: 565 km/h in 6000 Meter Höhe Gipfelhöhe, max.: 6000 m
Reichweite: 1920 km Bewaffnung: 3 x 20 mm Maschinenkanone, 2 x 7,7 mm MG

Der Bausatz

Der neue, limitierte Bausatz basiert auf dem gleichen A6M5-Grundbausatz, dessen A6M5c Version ich hier schon mal vorgestellt habe (siehe Bausatzbesprechung). Wie damals schon vermutet, gab es weitere Auskoppelungen, von denen die Nachtjagdvariante die bislang neueste ist. Um die Basisvariante für den Nachtjäger-Bausatz, die A6M5b, hinzubekommen, hat Hasegawa einige zusätzliche Spritzlinge entwickelt. Diese Spritzlinge enthalten auch optionale Teile für die 'normale' A6M5, wie sie zum Beispiel bei der aktuell ebenfalls erhältlichen A6M5 "Super Ace" verwendet werden sollen. Hier werden sie aber nicht gebraucht.

Der Rumpf ist in der üblichen Form erstellt: zwei Hälften inklusive des Seitenleitwerks. Die im Vorderrumpf einzusetzenden Teile M8 und M9 werden benötigt, da sie die Abluftöffnungen für die Explosionsgase der dieses Mal beidseitig vorhandenen Rumpf-MG beinhalten. Die Abluftöffnungen sind nur angedeutet und sollten besser durch entsprechende dünne Aluröhrchen dargestellt werden. Wegen der beidseitig vorhandenen MG musste auch eine neue Abdeckung für den Vorderrumpf erstellt werden (Bauteil M11). Wie schon bei den von mir beschriebenen "Raiden"- und "Shiden-Kai"-Bausätzen wird auch der vergleichsweise dünne "Zeke"-Rumpf mit internen Rumpfversteifungen stabilisiert, die natürlich auch eine exakte Ausrichtung der beiden Rumpfhälften bewirken. Da für das großkalibrige Rumpf-MG der A6M5c auch eine größere Ausschussöffnung notwendig war, hatte Hasegawa dafür auch eine eigene Motorverkleidung erstellt. Für die frühen A6M5 müssen die Ausschussöffnungen aber gleich groß sein, also gibt es hierfür natürlich auch eine eigene Verkleidung.

Das Cockpit erinnert in seinem Aufbau stark an das von Tamiya, kommt aber mit weniger Teilen aus. Üblicherweise werden bei Hasegawa-Bausätzen komplette Cockpit-Zellen eingebaut, bei denen auch geschlossene Seitenwände vorhanden sind. Dies führt natürlich prinzipiell zu einem geringeren Innendurchmesser, der aber nicht wirklich auffällt. Dieses Mal hat Hasegawa keine geschlossenen Seitenwände, sondern durchbrochene Spanten und Rippen-"Gitter" erstellt, wie man sie eben schon von den beiden Tamiya-Zeros kennt. Seitenkonsolen, Schaltkästen und Hebel etc. müssen noch ergänzt werden. Die Seitenkonsole an Backbord ist sogar passend für die frühen A6M5er erstellt worden. Wie schon bei Tamiya, gibt es auch hier noch "Luft nach oben". So kann man zum Beispiel noch die eine oder andere Leitung ziehen oder auch die nur angedeuteten "Löcher" in den beiden Hauptspanten ausbohren, aber auch ohne Eigenleistung sieht das alles schon sehr gut aus! Das gilt auch für den Cockpitboden, der ebenfalls starke Ähnlichkeit mit dem Tamiya-Bauteil aufweist. Aber wie sollte es auch anders sein, schließlich sollen ja beide Teile dasselbe abbilden. Das für die frühen A6M5-Versionen erstellte Instrumentenbrett ist erstklassig detailliert. Die Instrumente sind sogar so fein detailliert, dass ich Zweifel habe, dass sie sich vernünftig bemalen lassen. Zum Glück liefert Hasegawa ja immer ein hervorragendes Decal dafür mit, in diesem Fall sogar gleich mehrere, kleinere, so dass sich das Problem, unter Einsatz von etwas Weichmacher und ein paar Tropfen Klarlack, schnell erledigt hat. Der früheren Version entsprechend weist der neue Bausatz den "gelochten" Standardsitz auf. In die Sitzwanne muss nur noch das Sitzpolster eingesetzt werden. Hier fehlen im Grunde nur noch ein paar Gurte. Am Ende hat man wieder eine komplette Baugruppe, die von unten in den Rumpf eingesetzt wird, ohne zu der ohnehin schon zu großen Rumpfwandstärke einen weiteren Millimeter hinzuzufügen.

Der Motor ist exakt der gleiche wie bei der A6M5c und besteht, wie bei Hasegawa üblich, aus zwei Sternen, die auf der Rückseite ausgehöhlt sind. Das ist bei dem eng eingehausten Sternmotor auch vollkommen ausreichend. Man sieht nichts davon! Die Auspuffanlage ist in einem Stück gespritzt, wobei die Enden der Auspuffrohre sogar kleine Vertiefungen aufweisen. Einen neuen Weg hat Hasegawa bei den beiden Kränzen der Stößelstangen beschritten. Bei den sonst immer als Vollkränze gefertigten Teilen bestand immer eine hohe Bruchgefahr für die filigranen Stößelstangen, wenn man sie vom Spritzling trennen wollte. Nunmehr sind die Kränze in zwei Teilen gespritzt, bei denen die Stangen selber freistehen. Vorbildlich! Wenn man noch die Zündkabel, z.B. aus dünnem Lötzinn, ergänzt, erhält man eine wirklich sehr gute Modellreplik des Sakae 21. Bedenkt man, wie wenig von alledem nur noch zu sehen ist, wenn man von vorne am Propeller vorbei und von hinten durch die evtl. geöffneten Kühlerklappen schaut, kann man Hasegawa nicht ansatzweise vorwerfen, an dieser Stelle zu wenig getan zu haben.

Der Propeller ist der gleiche wie bei allen anderen A6M5-Bausätzen, aber für die frühen Versionen gibt es eine eigene Propellerhaube.

Die Tragflächen sind für die frühen A6M5 erstellt worden, bestehen generell aus drei Teilen und kommen wie auch die Leitwerksflächen mit integrierten Rudern daher. Vollkommen ausreichend! Anders als bei früheren Bausätzen hat sich Hasegawa aber was Neues bei den Fahrwerksschächten einfallen lassen. Diese sind nicht mehr vollständig integrierter Teil der einteiligen Tragflächenunterseite. Nur die Vorderfronten der Radschächte sowie die Schächte der Fahrwerksbeine sind integriert worden. Das Dach der Radschächte und deren Rückseite, die Teil des Flächenholmes sind, müssen noch eingebaut werden, was zu einer deutlichen Detailsteigerung in diesem Bereich führt. Leider kommen die generell neuen Tragflächen wieder mit den, für Hasegawa so typischen, Bauteilen daher, die aufgrund abweichender Details in die Tragflächenunter- und /oder Oberseiten einzusetzen sind. Die passten in der Vergangenheit öfters nicht so gut und zogen Nacharbeiten nach sich. Mal abwarten, wie es dieses Mal ausgeht.

Der abwerfbare Zusatztank entspricht erfreulicherweise auch den frühen Versionen.

Das Fahrwerk ist beinahe einwandfrei detailliert. Die Bremsleitungen sind sogar als separate Bauteile gefertigt und nicht am Fahrwerksbein angegossen. Nur die Reifen weisen ein kleines Manko auf: Ihnen fehlt das Rillenprofil, aber es gibt ja bereits Resinräder von unterschiedlichen Herstellern, so dass sich das Problem leicht beheben ließe, so man denn überhaupt will. Neu ist, dass Hasegawa auch geschlossene Fahrwerksabdeckungen anbietet. Wer also sein Modell im Fluge darstellen will, muss nicht erst die Fahrwerkshaupt- und Restklappen miteinander verkleben, um die Schächte abzudecken. Praktisch!

Die Schrägbewaffnung suchte ich anfänglich vergebens, fand sie aber dann doch noch an einem der Klarsichtspritzlinge, zusammen mit der hinteren Kanzelverglasung und einer extra Visierscheibe. Da Klarsichtteile immer etwas spröder sind als die eingefärbten Teile, ist hier sicher besondere Vorsicht beim Abtrennen angesagt. Ich persönlich werde hier sicher auf einen gedrehten Lauf aus Messing zurückgreifen, der dann ja auch noch vorne "offen" ist.

Die Abziehbilder

Der Markierungsbogen liefert Abziehbilder für zwei "Nachtjagd"-Maschinen der Japanischen Reichsverteidigung. Beide Maschinen wurden von Nakajima produziert, wie man an der sich aufschwingenden Farbgrenze an den Rumpfseiten erkennen kann. Die erste Version ermöglicht die Darstellung einer Maschine der 332. Kokutai, die 1944 auf dem Flugplatz Iwakuni stationiert war. Keines der auf dem Rumpf bzw. den Tragflächenoberseiten aufgemalten Hinomarus hat einen weissen Rand. Die Leitwerkskennung '32-89' verweist auf die 89. Maschine der 332. Kokutai. Die Bedeutung des gelben Kreises ist nicht ganz klar, könnte aber eine vereinfachte Form der kaiserlichen Chrysantheme sein.

Die andere Version stellt eine Maschine der 302. Kokutai dar. Die Maschine war Anfang 1945 in Atsugi stationiert und verfügt außer der Leitwerkskennung über keinerlei individuelle Markierungen.

Die Anleitung

Fazit

Hasegawas Nachtjagd-Version der A6M5 ist eine willkommene Ergänzung für alle Fans der "Zero". Das Preis-Leistungverhältnis ist top! Mit dem transparenten Lauf der Schrägbewaffnung bin ich jetzt nicht soo glücklich, aber das ist ja kein großes Problem und schmälert den äußerst positiven Gesamteindruck nicht wirklich.

alt uneingeschränkt empfehlenswert


Olaf Krabbenhöft

Wir danken Faller für das Bausatzmuster