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Hasegawa: Jagdflugzeug Mitsubishi J2M3 Raiden Type 21 "Jack" (1/32) Drucken
Mittwoch, 21. Dezember 2011 um 07:00

Deckelbild

Modell: Mitsubishi J2M3 Raiden ‘Jack’ Type 21
Hersteller: Hasegawa
Maßstab: 1/32
Material: Polystyrol
Art.Nr.: ST 32
Preis: ca. 65,- €

Mit dem Erscheinen immer neuer Bausätze von Standardflugzeugen des Zweiten Weltkriegs im immer beliebter werdenden Maßstab 1:32, schrumpfen die Möglichkeiten der Bausatzhersteller für derartige Neuheiten immer weiter zusammen, so dass die Chancen für andere Produkte steigen, entwickelt zu werden. Hasegawa hat sich in den letzten Jahren bereits verstärkt mit Flugzeugen der kaiserlich japanischen Armee beschäftigt und dabei alte Bausätze anderer Hersteller schlagartig in das Reich der "Museumsbausätze" verbannt. Nun wurde es aber Zeit für ein Flugzeug der kaiserlich japanischen Marine. Da die berühmte Zero bereits erschöpfend von Tamiya bearbeitet wurde, fiel die Wahl auf die nicht minder bekannte Raiden.

Das Original

Mit Beginn der Kampfhandlungen gegen China sahen sich die japanischen Streitkräfte kleinen, aber unangenehmen Bombenangriffen der schwachen chinesischen Luftwaffe ausgesetzt. Für das japanische Selbstverständnis, als die asiatische Supermacht, war dies geradezu beleidigend. Die Marine begann daraufhin mit der Entwicklung eines schnellsteigenden Abfangjägers, der in Zukunft solchen Angriffen frühzeitig begegnen sollte. Die Entwicklungsarbeiten wurden durch die Arbeiten an der Zero verzögert, so dass es noch bis März 1942 dauerte bis der erste Prototyp, des nun "Blitzschlag" genannten Jägers, in sein Element aufstieg. Die Entwickler hatten sich für den Einbau des starken 14 Zylinder Kasei 13 Sternmotors entschieden, obwohl dieser für seinen hohen Kraftstoffverbrauch bekannt und auch sehr viel größer im Durchmesser war, als z.B. der in der Zero verwendete Nakajima Sakae Motor. Dem Durchmesserproblem begegneten die Konstrukteure, indem sie den Motor tief im Rumpf einbauten, wodurch sie die Lufteinlauföffnung weiter vorziehen und verjüngen konnten. Die daraus resultierenden Kühlprobleme wurden durch ein Lüfterrad, ähnlich den Rädern der mit Sternmotoren ausgerüsteten Varianten der FW 190, vermieden. So glaubte man zumindest. Doch die Realität zeigte schnell, dass der Motor nicht ausreichend gekühlt wurde, die viel zu lange Nase besonders bei Start und Landung, die Sicht nach vorne stark behinderte und auch andere Leistungsdaten hinter den Erwartungen zurückblieben. Dies führte zur Verwendung des kleineren Mitsubishi Kasei 23 koh Motors, was eine Verkürzung der Rumpfnase und der Propellerwelle und damit verbunden eine deutliche Verbesserung der Sicht nach vorne zur Folge hatte. Die Marine war nunmehr zufrieden und befahl mit der Serienproduktion des neuen Jägertyps zu beginnen. Die Produktion der J2M2 Modell 11 begann im September 1943. Dieser erste Raiden-Serientyp verfügte über eine Bewaffnung von zwei 20 mm-Maschinenkanonen in den Tragflächen und zwei 7,7 mm-MG im Rumpf. Mit Produktionsbeginn der J2M3 fielen die MG weg und die Tragflächenbewaffnung wurde um zwei auf nunmehr vier 20 mm MK aufgestockt. Dies wurde die mit Abstand meist gebaute Variante der J2M Raiden, die in kürzester Zeit zum beliebtesten Bomberbekämpfer der japanischen Marineflieger avancierte, was vor allem die Besatzungen der hoch einfliegenden B-29 "Superfortress" Verbände zu spüren bekamen. Weitere Evolutionsschritte wie u.a. die Vergrößerung der Kanzelverglasung und der Einbau eines Motors mit Turbolader folgten, auch der Einbau einer schräg nach oben feuernden MK wurde vorgenommen, aber alles in allem erreichte die Produktionszahl der Raiden nur knapp die 500er Marke.

Technische Daten (J2M3):
Länge: 9,70 m
Höhe: 3,81 m
Spannweite: 10,795 m
Abfluggewicht: 3,3 Tonnen
Geschwindigkeit: 596 km/h
Motor: 1 x Mitsubishi Kasei 23 Koh, mit 1820 PS Startleistung

Der Bausatz

Hasegawa setzt mit der Raiden die Serie gut durchdachter und somit einfach zu bauender Bausätze mit überschaubarer Teilezahl konsequent fort. Wie schon bei den letzten Neuerscheinungen, kann man auch bei der Raiden erkennen, dass die frühere Version J2M2 in einem künftigen Bausatz folgen wird, da die Ausschußöffnungen der beiden Rumpf-MG in der Motorverkleidung bereits vorhanden sind und bei diesem Bausatz durch zwei kleine Einsetzteile verschlossen werden müssen. Auch die Version mit der "Schrägen Musik" im Rumpf wird folgen, da auch hierfür bereits Vorsorge getroffen wurde.

Die Detaillierung des Bausatzes entspricht dem aktuellen Hasegawa-Standard, d.h. es ist noch Raum für Eigenleistung gegeben. So können beispielsweise Bremsleitungen am Fahrwerk oder das eine oder andere Kabel im Cockpit ergänzt werden. Dies ist eigentlich immer so und stellt für mich keinen nennenswerten Kritikpunkt dar, aber dafür hat es sich Hasegawa an anderer Stelle etwas zu einfach gemacht. Obwohl der Träger hinter der Kopfstütze zweiteilig erstellt wurde, sind die Löcher in dem Träger nur angedeutet worden, so dass man hier zum Bohrer greifen muss. Schade!

Der Motor ist als schönes, rückseitig hohles, Relief gestaltet. Zusätzliche Detaillierung ist hier kaum notwendig, da man in der Tiefe des Rumpfes und hinter dem Lüfterrad nichts davon sieht. Was man aber sieht, sind die Auspuffstutzen und diese weisen eine leichte Vertiefung an den Austrittsöffnungen auf, die sich sicher gut mit schwarzer Farbe ausmalen lassen, um einen hohlen Eindruck zu erzielen. Das geräumige Cockpit ist gut detailliert, aber wie schon geschrieben, könnte man das eine oder andere Kabel dennoch ergänzen.

Tragflächenholme gehören ja schon seit der Me 109 G/K Serie zum Hasegawa-Standard, aber bei der Raiden wurden nun auch Rumpfversteifungen eingeführt, die den sehr breiten und ansonsten vielleicht instabilen Rumpf festigen. Gute Idee!

Sehr gelungen ist dieses Mal wieder der Pilot. Er ist sitzend ausgeführt und kann wahlweise mit der rechten Hand am Steuerknüppel oder salutierend dargestellt werden. Drei verschiedene Köpfe, einer mit vorgesetzter, einer mit abgenommener Atemmaske und ein dritter mit gelockerter Kopfhaube komplettieren hier das Variantenangebot. Hier schon ein kleiner Vorgriff auf die Abziehbailder: Hasegawa bietet die Rangabzeichen, sowie verschiedene andere Bekleidungsaufnäher als Decal für die Figur an. Sehr gut, ABER.....außer zum Rangabzeichen für den linken Oberarm macht Hasegawa keinerlei Angaben, WO genau man diese Markierungen anbringen soll. Lediglich der Hinweis, dass man diese Markierungen nach eigenem Gutdünken verwenden darf, ist hier zu finden. Dämlich. So macht man aus einem Vorteil einen Nachteil!

Separate Landeklappen und Ruder gehören bei Hasegawa nicht zum Angebot und wenn man sich Fotos von abgestellten Maschinen anschaut, dann ist dies auch nicht wirklich notwendig.

Der Decalbogen bietet Markierungen für zwei Maschinen. Die Erste gehörte zur 352. Marinefliegergruppe, die im März 1945 auf dem Flugplatz Omura stationiert war. Pilot war u.a. Oberleutnant z. S. Yoshihiro Aoki. Sie ist mit den bekannten und sehr imposanten gelben Blitzen bemalt, die extra für die japanische Propaganda entworfen worden waren. Die taktische Nummerierung dieser Maschine ist einmal in weiss und einmal in gelb enthalten. Laut Plan sollen die weissen Nummern verwendet werden, über die gelben wird kein Wort verloren. Die zweite Maschine war auf dem wohl bekanntesten Marinefliegerhorst, nämlich Atsugi, stationiert. Sie gehörte zur berühmten 302. Marinefliegergruppe und wurde von Kapitänleutnant Susumu Ito geflogen. An der Leitwerkspitze dieser Raiden prangen fünf Abschussmarkierungen. Zwei Vollkreise stehen für Abschusserfolge in 1945, während die drei Kirschblüten vermutlich ältere Erfolge repräsentieren. Desweiteren finden sich auf dem Bogen die bereits oben erwähnten Markierungen für die Pilotenfigur, sowie die Standardwartungshinweise und Decals für die Instrumententafeln im Cockpit.

Bleibt mir noch anzumerken, dass der ersten Auflage dieses Bausatzes ein zweisprachiges Comic (Japanisch-Englisch) beiliegt, das sich mit der Geschichte der Raiden und ihrer jungen Piloten befasst.

Fazit

Hasegawas Raiden ist ein willkommener Neuzugang zu der stetig wachsenden 1:32er Familie. Die bislang sehr gesuchte und meistens teuer zu bezahlende Raiden von Revell ist nunmehr nur noch für die eingefleischten Kit-Collectoren interessant. Bleibt nun noch abzuwarten, wann die Shiden und die Hayabusa von Revell in den Bausatz-Himmel aufsteigen dürfen. Der Bausatz ist

alt uneingeschränkt empfehlenswert

Olaf Krabbenhöft

Wir danken Faller für das Bausatzmuster