Das Original

Die Lepanto (D 21), ehemals USS Capps (DD-550), gehörte zur spanischen Lepanto-Klasse, einer aus fünf Zerstörern der amerikanischen Fletcher-Klasse bestehenden Schiffsklasse. Die Schiffe wurden im Rahmen des amerikanisch-spanischen Militärhilfeprogramms an Spanien abgegeben, bildeten einen wichtigen Bestandteil der Modernisierung der spanischen Marine in der Nachkriegszeit und dienten von 1957-88.

Die Lepanto-Klasse entstand durch die Übernahme von fünf amerikanischen Fletcher-Zerstörern, die zwischen 1941 und 1944 gebaut wurden (insgesamt wurden 1941-45 175 Zerstörer der Fletcher-Klasse gebaut). Die Schiffe waren ursprünglich als Mehrzweckzerstörer für die US Navy entwickelt worden. Ihre Aufgaben umfassten insbesondere die Sicherung von Flottenverbänden und Handelsschiffen, die Abwehr von Luftangriffen sowie die Bekämpfung gegnerischer Über- und Unterwasserstreitkräfte. Mit ihrer ausgewogenen Bewaffnung und ihrer hohen Geschwindigkeit eigneten sie sich für ein breites Einsatzspektrum. In spanischen Diensten wurden sie vor allem zur Sicherung der Seewege, zur U-Boot-Abwehr und zur Überwachung der spanischen Küstengewässer eingesetzt. Die fünf Schiffe der spanischen Lepanto-Klasse waren Lepanto (D 21), Almirante Ferrándiz (D 22), Almirante Valdés (D 23), Alcalá Galiano (D 24) und Jorge Juan (D 25). 


Die Schiffe wurden in spanischen Diensten nicht grundlegend umgebaut, erhielten jedoch Anpassungen ihrer Bewaffnung und Ausrüstung. Dazu gehörten unter anderem zusätzliche U-Boot-Abwehrwaffen und moderne Radaranlagen. Auch die Bewaffnung unterschied sich teilweise zwischen den Einheiten. Eine Besonderheit stellte die Lepanto gegenüber ihren spanischen Schwesterschiffen dar: Sie behielt die ursprüngliche, abgerundete Brückenkonstruktion der frühen Zerstörer der Fletcher-Klasse mit seitlichen Brückennocken. Bei späteren Einheiten der Klasse war diese durch eine veränderte, stärker eckige Brückenkonstruktion ersetzt worden. Auch der Mast der Lepanto wurde während ihrer spanischen Dienstzeit verändert, nachdem es zu einer Kollision gekommen war. 

Die Lepanto hatte eine Länge von 114,8 m, eine Breite von 12,6 m und eine Verdrängung von 2.080 t bei Standardbeladung beziehungsweise 3.050 t bei voller Beladung. Der Antrieb bestand aus zwei Getriebedampfturbinen von General Electric, die über zwei Wellen auf die Schiffsschrauben wirkten. Vier ölbefeuerte Wasserrohrkessel von Babcock & Wilcox versorgten die Turbinen mit Dampf. Die Maschinenanlage leistete 60.000 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 35 kn. Die Besatzungsstärke betrug 290 Mann. Die Hauptbewaffnung bestand aus fünf 12,7-cm-Geschützen in Einzellafetten. Zur Flugabwehr verfügte das Schiff über sechs 4-cm-Geschütze in drei Doppellafetten sowie sechs 2-cm-Geschütze in Einzelaufstellung. Für die U-Boot-Abwehr waren zwei dreifach angeordnete 324-mm-Torpedorohre für Torpedos des Typs Mk 32, zwei U-Boot-Abwehrraketenwerfer des Typs Mk 11 Hedgehog sowie Wasserbombengestelle vorhanden. Zur elektronischen Ausrüstung gehörten unter anderem die Radaranlagen SPS-6C und SPS-10 sowie ein Sonar des Typs SQS-4.


Die Kiellegung der späteren Lepanto erfolgte am 12. Juni 1941 bei der Gulf Shipbuilding Corporation in Chickasaw, Alabama. Am 31. Mai 1942 lief das Schiff vom Stapel und wurde am 23. Juni 1943 als USS Capps (DD 550) in die US Navy übernommen. Während des Zweiten Weltkriegs nahm der Zerstörer an Operationen im Atlantik und Pazifik teil. Zu seinen Einsätzen gehörten unter anderem die Landungsoperationen gegen Iwo Jima und Okinawa. Dabei unterstützte das Schiff die Landungstruppen durch Artilleriebeschuss und sicherte Flugzeugträgerverbände gegen Luftangriffe. Nach Kriegsende wurde die Capps am 15. Januar 1947 außer Dienst gestellt und in die Reserveflotte aufgenommen.


Am 15. Mai 1957 wurde der Zerstörer im Rahmen des amerikanischen Militärhilfeprogramms an Spanien übergeben und erhielt den Namen Lepanto sowie zunächst die Kennnummer 41, später D 21. Nach einer Überholung in den USA trat das Schiff im Juli 1957 die Überfahrt nach Spanien an. Dort wurde es der 21. Zerstörerschwadron mit Stützpunkt Cartagena zugeteilt, der auch seine vier Schwesterschiffe angehörten. Die fünf Einheiten wurden aufgrund ihrer gemeinsamen Herkunft und ihres Einsatzes in Spanien auch als „Los Cinco Latinos“ bezeichnet.

Während ihrer spanischen Dienstzeit nahm die Lepanto regelmäßig an nationalen und internationalen Flottenmanövern teil. Neben der Ausbildung der Besatzung und der Sicherung der Seewege gehörten auch U-Boot-Abwehrübungen zu ihren Aufgaben. Während des Manövers Phiblex A-77 am 16. April 1977 lief das Schiff aufgrund eines Navigationsfehlers vor der Küste bei Carboneras in der Provinz Almería auf Grund. Es konnte jedoch wieder freigeschleppt werden. Im Oktober 1978 beteiligte sich die Lepanto an der Rettung der Besatzung des spanischen Fischereifahrzeugs Génesis, das vor der Küste der Westsahara beschossen worden war. Ab 1980 wurde der Zerstörer den Seestreitkräften zur Seeüberwachung zugeteilt und diente als Hochsee-Patrouillenschiff im Zuständigkeitsbereich der Nordatlantik-Küstenregion. Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich am 12. Dezember 1983 im Hafen von Ferrol, als an Bord ein Feuer ausbrach. Der Brand entstand in der Kombüse und griff insbesondere auf den Unterkunftsbereich über. Nach fünf Stunden konnte er unter Kontrolle gebracht werden. Am 31. Dezember 1985 wurde die Lepanto aus der spanischen Marineliste gestrichen. Anschließend wurde das Schiff abgewrackt. Damit endete nach mehr als 28 Jahren der Dienstzeit in der spanischen Marine die Laufbahn des ehemaligen amerikanischen Zerstörers.

Das Modell

Das Modell des spanischen Zerstörers Lepanto (ex USS Capps) beruht auf dem Tamiya-Bausatz 78012. Obwohl es sich um eine ältere Form handelt, entspricht die Qualität nach wie vor dem für die Marke typischen hohen Standard. Unter den Zerstörern, die an die spanische Marine abgegeben wurden, unterscheidet sich die USS Capps von anderen Schiffen – wie beispielsweise der D25 Jorge Juan – hauptsächlich durch die Gestaltung ihrer Brücke. Der Tamiya-Bausatz bietet gegenüber der Trumpeter-Version mehrere Vorteile. Insbesondere verfügt er über einen detaillierter ausgeführten Rumpf, der nur geringfügige Anpassungen erfordert.

Über den eigentlichen Bausatz hinaus wurden zahlreiche Modifikationen vorgenommen: Der Mast und die Schornsteinkonfiguration wurden neu aufgebaut, zudem kamen verschiedene Details am Schiff hinzu, darunter Türen, Verkabelungen, Rohrleitungen und die Lafettierungen der 4-cm-Geschütze. Obwohl der Bausatz sechs 2-cm-Geschütze enthält, wurden in der endgültigen Konfiguration nur diejenigen verbaut, die auch auf historischen Fotografien zu sehen sind. Die Teile für die 4-cm-Geschütze stammen von Veteran Models, während die Radaranlagen aus vorhandenen Fotoätzteilen gefertigt wurden. Für die Seilwinden kamen 3D-gedruckte Bauteile zum Einsatz. Andere Komponenten, darunter die Torpedowerfer und die Wasserbombengestelle, wurden vollständig im Eigenbau hergestellt.

Das gesamte Modell wurde mit Farben von Vallejo lackiert. Die Alterung erfolgte mit meiner bewährten Technik unter Verwendung von Ölfarben und Pastellkreiden.

Das Schiff wird in Fahrt auf einer Grundplatte aus Styropor dargestellt. Die Wellen wurden direkt in das Material modelliert und anschließend mit Acrylfarben bemalt. Für die weitere Gestaltung des Dioramas kamen zusätzliches Styropor, Watte und verschiedene Glanzlacke zum Einsatz.

Manuel González

(Text über Original von Lars)