Das Original

Das japanische Jagd-U-Boot Soryu (そうりゅう, SS-501) ist das Typschiff einer Klasse von zwölf von 2005-21 gebauten Einheiten. Die Klasse wird auch als 16SS bezeichnet. Die Soryu-Klasse folgte auf die Oyashio-Klasse und ersetzte die Harushio-Klasse. Der auffälligste Unterschied zur Oyashio-Klasse ist die Einführung von X- statt kreuzförmigen Rudern. Die X-förmig angeordneten Ruder können weniger leicht bei Grundberührungen beschädigt werden und sind dazu teilweise redundant, da jedes Ruder sowohl als  Tiefen- als auch als Seitenruder dient. Der größte Neuerung bei der Soryu-Klasse war die Einführung von Sterling-Motoren als außenluftunabhängiger Antrieb. Hier wurden ein schwedisches Modell in Lizenz gebaut. Diese können Strom für niedrige Geschwindigkeiten produzieren. Die Rumpfform der Klasse wurde so optimiert, dass neben dem Bug- und Schleppsonar auch noch seitlich am Rumpf Sonare angebracht werden konnten. Auch das Führungssystem und die Periskope sind im Vergleich zur Vorgängerklasse verbessert.


Die letzten beiden Boote der Klasse, Oryu und Toryu, erhielten statt der Blei-Säure-Batterien welche auf Lithiumbasis. Diese haben eine doppelt so hohe Speicherkapazität, so dass man sich entschied, auf die Sterling-Motoren zu verzichten und stattdessen weitere Batterien einzubauen. Diese beiden Boote dienten damit auch als Prototypen für die folgenden Taigei-Klasse, die ähnlich angetrieben ist.


Soryu ist 84,0 m lang, 9,1 m breit und verdrängt 2950 t aufgetaucht bzw. 4200 t getaucht. Der Antrieb besteht aus zwei Dieselmotoren (Überwasserfahrt, Aufladen der Batterien), vier Sterlingmotoren (außenluftabhängige Unterwasserfahrt), Batterien und einem Elektromotor. Mit 3900 PS werden aufgetaucht 13 kn und mit 8000 PS getaucht 20 kn erreicht. Die Besatzung besteht aus 65 Personen. Als Bewaffnung sind Typ 89-Torpedos, Subharpoon-Anti-Schiffsraketen und Minen möglich, die durch sechs 53,3 cm-Torpedorohre ausgestoßen werden können.


Soryu wurde 2005-09 von Mitsubishi in Kobe gebaut. Sie gehört zum 5. Geschwader der 1. U-Boot-Flottille mit Heimathafen Kure. Am 8. Oktober 2012 ertrank ein Unteroffizier der Besatzung im Turm bei einer Übungsfahrt. Laut Untersuchungskommission hatte er Selbstmord begangen. Am 2. September 2013 unternahm ein 2. Leutnant einen Selbstmordversuch, was eine Reaktion auf einen Angriff eines vorgesetzten Offiziers war. Soryu nahm u.a. an der Übung Malabar 2018 mit indischen und US-amerikanischen Schiffen bei Guam teil. Am 8. Februar 2021 kollidierte sie mit dem Handelsschiff Ocean Artemis, wobei drei Besatzungsmitglieder verwundet wurden und ein Persikop und Teile des oberen Rumpfs beschädigt wurden. Sie war im Januar 2023 wieder einsatzbereit.

Das Modell

Das Modell des japanischen Jagd-U-Boots Soryu baute ich aus dem Bausatz von Pit-Road. Der Bausatz ermöglicht den Bau eines Vollrumpf- bzw. eines Wasserlinienmodells und enthält Teile für zwei Modelle. Ich entschied mich Soryu im Zustand von 2024 zu bauen, also so wie ich selbst einige U-Boote der Klasse in Kure sehen konnte - da sie keine Kennnummern mehr tragen, war es mir bisher nicht möglich zu bestimmen, ob ich damals auch Soryu selbst gesehen habe.

Der Zusammenbau war problemlos. Die Bemalung erfolgte mit Acrylfarben von Vallejo Model Color. Ich benutzte 162 (869) Basaltgrau, 166 (994) Dunkelgrau und 167 (995) Anthrazitgrau.

Links Soryu mit zwei anderen heutigen U-Booten aus dem pazifischen Raum, dem südkoreanischen U-Boot Son Won-il (2007, Klasse 214) und dem australischen U-Boot HMAS Collins (1996, Collins-Klasse), in der Mitte mit japanischen U-Booten aus dem Zweiten Weltkrieg - I-203 (1945, I-201-Klasse) und I-21 (1927, KRS-Klasse), rechts mit dem im Vergleich zur Soryu etwa gleich alten Jagd-U-Boot USS New Hampshire (2008, Virginia-Klasse).

Quellen


Lars