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Deutsches U-Boot des Typs VII B (1/700, FlyHawk) von Eberhard Sinnwell Drucken
Mittwoch, 29. Januar 2020 um 06:00

Das Original

Die deutschen U-Boote des Typs VII waren die meistgebauten U-Boote überhaupt, während des Zweiten Weltkrieges entstanden davon 705 Stück. Geplant war der Bau weiterer Boote, aber dies wurde zugunsten des besseren Typs XXI aufgegeben. Die Klasse VII versenkte mehr Schiffstonnage als jeder andere U-Boot-Typ. Zu ihren besonderen Merkmale gehörten die außen liegenden Treibstofftanks, auch Satteltanks genannt, die ihnen eine große Reichweite verschafften. Im Gegensatz zu den U-Booten der Klasse IX (Hochseeboote) und denen der Klasse II (Küstenboote) wurden die Klasse-VII-Boote auch als „Atlantikboote“ bezeichnet. Der größte Unterschied zwischen der Ausführung VII A und B bestand in dem um 40 t größeren Treibstoffvorrat der VII-B-Boote. Die Ausführung VII C zeichnete sich weniger durch verbesserte technische Eigenschaften aus, als durch eine bessere Flakbewaffnung bzw. Flak-Plattformen, einem Schnorcheleinbau usw.

Technische Daten Typ VII B

Besatzung: 44 – 56

Abmessungen:
Länge: 66,5 m
Breite: 6,2 m
Tiefgang: 4,7 m

Wasserverdrängung:
aufgetaucht: 753 t
getaucht: 857 t

Geschwindigkeit:
aufgetaucht: 17 kn (31 km/h)
getaucht: 8 kn (15 km/h)

Reichweite:
aufgetaucht: ca. 6000 sm bei 10 kn (19 km/h)
getaucht: ca. 90 sm bei 4 kn (7 km/h)

Tauchtiefe:
130 m regulär geplant
200 m max. erreichbar
250 m bis zum Bruch

Antrieb:
aufgetaucht: zwei 6-Zylinder-MAN-Dieselmotoren M6V40/46 mit 3200 PS (1700 kW)
getaucht: ein Elektromotor mit 750 PS (560 kW)
zwei Schiffsschrauben

Bewaffnung:
1 x 2,0-cm-Maschinengewehr
1 x 8,8-cm-L/45-Bordgeschütz (220 Schuss)
4 x 53,3-cm-Torpedorohre am Bug (11 Torpedos)
1 x 53,3-cm-Torpedorohr am Heck
alternativ 22 Minen

Das Modell

Modell: U-48 DKM U-boat Type VII B with Dock
Hersteller: FlyHawk
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol (Spritzguss), Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.-Nr.: FH 1101
Preis: ca. 12-15 €

Der Bausatz kommt in einer ansprechenden Schachtel daher. Enthalten sind 48 Kunststoffteile, eine fotogeätzte Platine mit 13 Teilen, ein kleiner Abziehbilderbogen und ein doppelseitiger Bauplan sowie eine farbige Lackieranleitung. Die Teile des U-Bootrumpfes sind sehr schön wiedergegeben, haben teils versenkte Flutöffnungen und teils erhabene "Schweißnähte" der Rumpfsegmente. Auch die Deckoberfläche gefällt mir. Der einteilige Turm ist mit einem hauchdünnen Schanzkleid versehen. Die Torpedorohrklappen sind geöffnet dargestellt. Die Fotoätzteile aus Messingmaterial sind super fein. Diese sind: die Reling im Bereich des Turms, das Deck des Turms mit Wintergarten und Geländer, der Kabelschneider, der Anker, das 2,0-cm-Flak mit Schutzschild, zwei Rettungsringe und Antennenhalter.

Das Dock besteht aus einer stufenförmigen Seitenwand mit Treppenabgang, deren Rückseite und dem Boden mit Auflageblöcken, sogenannten „Pallen“. Weiterhin gibt es 16 Stützen sowie Teile für ein kleines Montagegerüst. Die Oberfläche der Dockwand ist mit feinem Ziegelmauerwerk versehen, die horizontale Fläche ist in Natursteinoptik gehalten.

Die 2,0-cm-Flak liegt sowohl Spritzguss- als auch als Ätzteil bei. Die Sehrohre können wahlweise ein- oder ausgefahren angebaut werden. Der Rumpf besteht aus einem Ober- und einem Unterteil, wobei die Trennstelle der Höhe der Wasserlinie entspricht.

Schnell sind die beiden Rumpfschalen mit Lösungsmittelkleber zusammengeklebt. Diesen hatte ich gewählt, damit kein Kunststoffkleber aus der Klebestelle herausquillt. So musste an der Klebenaht nur ganz leicht mit einem Schleifvlies entlanggefahren werden. Anschließend wurden alle Ruder angeklebt. Da es sich um kleine Teile mit kleinen Kontaktflächen handelte, habe ich hier Sekundenkleber verwendet. Den Rumpf lackierte ich mit der Airbrush mit Dunkelgrau 2 WEMCC KM06 (White Ensign Colour Coats). Nachdem ich die Unter- und Oberseite der Satteltanks abgeklebt hatte, sprühte ich den Oberwasserrumpf sowie alle Fotoätzteile mit Schnellbootweiß WEMCC KM10. Nach dem Abkleben der weißen Seitenwände wurde das Deck mit Revell 78 Panzergrau lackiert.

Das Ankleben der Fotoätzteile war dann noch ein Geduldsspiel. Besonders die Seitenstreben des Kabelscheiders und das Biegen des Geländers um den sogenannten "Wintergarten" waren eine knifflige Angelegenheit. Mit UNI-Caenis 20 Denier wurden die Antennendrähte dargestellt. Die Flutschlitze bekamen noch ein Washing mit schwarzer Künstlerölfarbe.

Um den Größenvergleich darzustellen, habe ich die US-amerikanische Ohio-Klasse (170,7 m), die sowjetische Echo II-Klasse (111,2 m), die deutschen Typ XXI (76,7 m), Typ VII B (66,5 m) und Typ XXIII (34,7 m) sowie den Zerstörer USS Woodworth der Benson-Klasse (106,0 m) nebeneinandergestellt.

Fazit

Ein schönes kleines Projekt. Wie ich das Diorama mit dem Dock gestalte, weiß ich allerdings noch nicht.

Eberhard Sinnwell