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Französisches Polarforschungsschiff L'Astrolabe (1/700, Masters of Military) von Lars Scharff Drucken
Mittwoch, 22. Mai 2019 um 05:00

Das Original

Das französische Polarforschungsschiff L'Astrolabe ist der Nachfolger des gleichnamigen Schiffs von 1986. Während der Vorgänger ursprünglich als Fort Resolution als Versorger für Bohrinseln gebaut wurde, ist die neue L'Astrolabe speziell für ihre Aufgaben entworfen worden. Sie soll einerseits die französischen Forschungsstationen in der Antarktis versorgen und die Forschung dort unterstützen, andererseits ersetzt sie aber auch das Patrouillenschiff Albatros. Von letzterem übernimmt sie die Aufgabe, im Bereich der französischen Süd- und Antarktisgebiete das französische Fischereirecht und andere Gesetze durchzusetzen. Die L'Astrolabe wird deshalb gemeinsam von der französischen Marine, den französischen Süd- und Antarktisgebieten (TAAF) und dem Paul-Émile Victor-Polarforschungsinstitut (IPEV) betrieben. Ursprünglich war geplant hierfür ein weiteres Schiff der d'Entrecasteaux-Klasse (B2M) zu bauen, man entschied sich aber dann für einen eigenen Entwurf, um die notwendigen Eisbrecherfähigkeiten einarbeiten zu können.

Da die französische Werft Piriou keine Erfahrung mit dem Bau von Eisbrechern hatte, wurde mit dem finnischen Entwicklungsbüro Aker Arctic zusammengearbeitet. Die L'Astrolabe kann 1200 t Fracht transportieren, die mit einem Kran ein- und ausgebracht werden kann. Achtern ist außerdem ein A-Rahmen vorhanden, mit dem sie Geräte wie Probensammler für die Forschung ausbringen kann. Sie hat ein Hubschrauberdeck und kann darunter zwei Hubschrauber unterbringen.

Die L'Astrolabe ist 72 m lang, 16 m breit und verdrängt 4000 t. Der Antrieb besteht aus vier Dieseln mit 8700 PS, womit 15 kn erreicht werden. Die Besatzung umfasst 21 Seeleute, weitere 39 Personen können untergebracht werden. Die Bewaffnung besteht aus zwei 1,27 cm- und zwei 0,76 cm-Maschinengewehren. Es können zwei Hubschrauber mitgeführt werden.

Die L'Astrolabe wurde 2015-17 gebaut, der Rumpf wurde bei Crist in Gdynia gebaut, die Ausrüstung erfolgte bei Piriou in Concarneau. Seither dient sie im antarktischen Sommer zur Versorgung der wissenschaftlichen Stationen Dumont d'Urville und Concordia. Im Winter patrouilliert sie die französischen Gewässer auf der Südhalbkugel.

Das Modell

Mein Modell der L'Astrolabe beruht auf einem gedruckten Modell von Masters of Military (siehe Bausatzbesprechung). Das Modell ist sehr gut gemacht und benötigt nicht viel Nacharbeit. Ich habe primär die Rumpfseiten etwas nachgeschliffen. Die beiden Rettungsboote habe ich entfernt, um die Aufbauten dahinter leichter bemalen zu können. Deshalb musste ich auch deren Davits neu aufbauen. Einige Details habe ich durch dünnere Metall- oder Plastikteile ersetzt, u.a. den Mast, die Navigationsradarantennen und den A-Rahmen am Heck. Am Mast ergänzte ich noch ein paar Details, genauso die kleinen Masten für Navigationslichter sowie Peitschenantennen. Die Sicherheitsnetze am Hubschrauberdeck sind Fotoätzteile von OceanSpirit. Der Airbus Helicopters H125 Écureuil-Hubschrauber ist ein Abguss eines Rumpfs aus dem Bausatz der Shirase II von Seals Models. Die Rotoren sind Fotoätzteile von White Ensign Models, die angepasst wurden. Die Kufen sind aus Kupferdraht selbst gebaut.

Nach einer Grundierung (weiße Variante von Mr. Hobby) folgte die Bemalung mit Acrylfarben von Vallejo Model Color. Der Rumpf ist mit 28 (909) Verkehrsrot gestrichen, die Aufbauten mit 5 (918) Elfenbein. Die Decks sind mit 164 (867) Dunkelgraublau bemalt, Ausnahme ist das Hubschrauberlandedeck mit 73 (969) Türkisgrün. Für die Rettungs- und Beiboote verwendete ich 22 (860) Hellorange, für den Hubschrauber 4 (820) Cremeweiß und 28 (909) Verkehrsrot. Die Abziehbilder sind von Tailormadedecals gezeichnet und gedruckt.

Zuletzt noch einige Größenvergleiche: Links mit den russischen Eisbrechern Georgi Sedow und Krasin. In der Mitte ein Vergleich mit dem ähnlich großen britischen Polarforschungsschiff RRS Ernest Shackleton und dem wesentlich größeren japanischen Polarforschungsschiff Shirase.

Vielen Dank an Don McKeand und Bruno Gire für Informationen über die L'Astrolabe!

Quellen

Lars