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Russisches Raketen-U-Boot Juri Dolgoruki (1/700, OKB Grigorov) von Eberhard Sinnwell Drucken
Donnerstag, 31. Januar 2019 um 06:00

Das Original

Bei dem russischen Projekt 955/955a mit der NATO-Bezeichnung Borei handelt es sich um ein strategisches Atom-Unterseeboot der vierten Generation. Der Name dieser Klasse stammt vom griechischen Windgott Boras. Diese SSBNs (Ship Submersible Ballistic Nuclear) sind Trägersysteme für seegestützte Interkontinentalraketen.

Der Baubeginn der ersten von acht geplanten Einheiten war im Jahr 1996 auf der Bauwerft Sewmasch. Anscheinend wurde das Projekt 1998 geringfügig abgeändert und anschließend wegen finanzieller Probleme vorübergehend gestoppt. Im Jahr 2001 wurde der Bau wieder aufgenommen und im April 2007 erfolgte der Stapellauf unter dem Namen Juri Dolgoruki (K-535). Zwei Jahre später wurde das U-Boot an die Marine übergeben, die es nach ausgiebigen Probefahrten am 10. Januar 2013 offiziell in Dienst stellte. Das zweite Boot wurde am 19. März 2004 auf Kiel gelegt und am 01.12.2010 unter dem Namen Alexander Newski (K-550) zu Wasser gelassen. Am 23.12.2013 wurde es an die russische Seekriegsflotte übergeben. Das dritte U-Boot dieser Klasse wurde am 19.03.2006 auf Kiel gelegt und heißt Wladimir Monomach (K-551). Der Name des vierten Atomunterseebootes lautet Knjas Wladimir und wurde am 19.03.2006 auf Kiel gelegt. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2011. Die Namen der letzten vier Boote lauten Knjas Oleg, Generalissimus Suworow, Imperator Alexandr III und Knjas Poscharski. Sie wurden nach russischen Nationalhelden benannt, die zwischen dem 9. und 18. Jahrhundert lebten.

Technische Daten:
Verdrängung: aufgetaucht 14.720t
Verdrängung: getaucht 24.000t
Länge: 170m
Breite: 13,5m
Tiefgang: max. 10m
Antrieb: ein OK-650-B Druckwasser–Reaktor, eine Dampfturbine vom Typ GT3,
auf eine Welle mit Düsenpropeller
Geschwindigkeit: getaucht 29 kn offiziell, 32 kn inoffiziell
Geschwindigkeit: aufgetaucht 15 kn
Tauchtiefe: 400m normal, 480m max.
Besatzung: 107 Mann

Bewaffnung:
6 Torpedorohr: von den wahrscheinlich Marschflugkörper vom Typ Grant (SS-N-21) abgeschossen werden können
16 Startschächte: für Raketen vom Typ Bulawa (SS-N-32)

Das Modell

Modell: Juri Dolgoruki, Projekt 955, Borei-Klasse
Hersteller: OKB Grigorov
Maßstab: 1:700
Material: Resin
Art. Nr.: 700004
Preis: 37,50 € beim Hersteller
Abmessungen: Länge 214 mm

Der Bausatz besteht aus zwei Resin- und zwei Fotoätzteilen. Bei den Resinteilen handelt es sich um den Vollrumpf und die Propellerdüse und bei den Fotoätzteilen um die beiden Tiefenruder am Bug. Leider sind weder Ständer noch Decals enthalten. Die Qualität der Oberfläche ist ansprechend, die Details sind schön wiedergegeben.

Der Anguss befindet sich über die gesamte Länge des Kiels. Dieser wurde mit einem fotogeätzten Sägeblatt abgetrennt und verschliffen. An der Klebestelle der Propellerdüse habe ich ein Loch gebohrt und einen stabileren Draht eingeklebt. Nach dem Entfetten und dem Anschleifen wurde die Boothülle kopfüber sowie der Düsenpropeller mit Revell Schwarz 302 seidenmatt lackiert. Nach dem Durchtrocken brachte ich eine Schicht Future (eine Bodenversiegelung) auf beide Teile auf. Erdal Glänzer erfüllt übrigens dieselbe Funktion. Da ich für die weiße Wasserpasslinie keine Decals hatte, musste ich diese lackieren. Auf der langen Seite des Rumpfes war das Abkleben kein Problem, aber an der Rundung am Bug war dies etwas kniffelig. Hier habe ich mehrere kleine Teilstücke verwendet. In Ermangelung von Decals habe ich die Wassertiefenmarkierung, das Turmwappen, das Reaktorzeichen und die Notausstiegsluken aus der Restekiste verwendet. Ich glaube, diese stammten von einem Italeri Bausatz, welcher zwei U-Boote enthielt.

Den Sockel entnahm ich der Krabbelkiste und habe ihn mit Rost versehen. Dazu habe ich ein Set aus dem Künstlerbedarf verwendet, das aus einem Grundierungs- und einem Oxidationsmittel besteht. Die Metallteile des Pinsels oxidieren übrigens genauso. Das Grundierungsmittel, eine graue dickflüssige Paste, wird in zwei Durchgängen satt aufgetragen. Wenn dieses getrocknet ist, wird solange das Oxidationsmittel aufgetragen, bis man mit der Intensität des Rostes zufrieden ist. Für die Andeutung der Salzablagerungen habe ich ein Klebetape oberhalb des Wasserpasses geklebt und mit einem Borstenpinsel hellgraue Farbe von oben nach unten gewischt. Zum Schluss habe ich das U-Boot der Borei-Klasse auf den Sockel geklebt.

Es war einfach zu bauen und zu lackieren, also ein Projekt für zwischendurch. Inzwischen gibt es dieses Modell auch in einer Wasserlinienausführung von Riich Models aus Kunststoff.

Eberhard Sinnwell