Modellsuche

Suchen


Schlachtschiff HMS Valiant (1/700, Trumpeter) von Bernd Villhauer Drucken
Mittwoch, 18. April 2018 um 05:00

Das Original

HMS Valiant wurde am 31. Januar 1913 in der Fairfield Werft in Glasgow auf Kiel gelegt. Stapellauf war am 4. November 1914. In Dienst gestellt wurde sie im Februar 1916. Danach unterstand HMS Valiant dem 5. Schlachtgeschwader. Sie nahm an der Skagerrakschlacht im Mai 1916 teil und feuerte 288 schwere 381-mm-Granaten und einen Torpedo ab. Während die Schwesterschiffe HMS Malaya und HMS Warspite in schwere Kämpfe mit den Schlachtkreuzern der deutschen Flotte verwickelt waren, blieb die Valiant ohne Gegentreffer und verließ das Schlachtfeld unbeschädigt. Im August 1916 kollidierte sie mit der Warspite und musste einen Monat zur Reparatur in ein Dock.

Von 1919 bis 1923 gehörte die Valiant dem 1. Schlachtgeschwader der Atlantikflotte an. Danach war sie von 1924 bis März 1929 Teil des 1. Schlachtgeschwaders der Mittelmeerflotte. Am 23. März 1929 wurde das Schlachtschiff außer Dienst gestellt und ein umfassender Umbau begann. Anti-Torpedo-Einrichtungen in Form wulstartiger seitlicher Anbauten am Schiffsrumpf wurden montiert und die Torpedorohre umgebaut. Außerdem wurden Verbesserungen an den Maschinen vorgenommen und ein neues Katapult für das Flugzeug installiert. Am 2. Dezember 1930 wurde die Valiant wieder in Dienst gestellt. Vom 15. bis 16. September 1931 waren die Matrosen des Schiffs an der Invergordon-Meuterei beteiligt. Bis Ende der 1930er-Jahre wurde die Valiant immer wieder anderen Geschwadern zugeteilt und im März 1937 für einen zweijährigen Totalumbau in der Marinewerft Devonport erneut außer Dienst gestellt.

Kurz nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Valiant am 30. November 1939 wieder in Dienst gestellt und zum Einfahren und Herstellen der Kriegsbereitschaft nach Westindien verlegt. Auf der Rückfahrt nach Großbritannien sicherte sie einen Geleitzug und wurde dann dem 2. Schlachtgeschwader der Home Fleet zugeteilt. Die HMS Valiant fuhr Sicherungsdienst für Truppentransporte und unterstützte im Mai 1940 die britischen Landungstruppen beim Norwegen-Feldzug. Dabei entging das Schlachtschiff nur knapp einem Torpedo, der vom deutschen U-Boot U 38 abgeschossen worden war.

Danach war das Schlachtschiff an der Operation Catapult gegen die französische Kriegsflotte in Mers-el-Kébir beteiligt. Schon vor dieser Operation hatte die Royal Navy einen Mittelmeerverband, die Force H, gebildet, dem die Valiant nunmehr angehörte. Im September schloss sie sich mit dem Flugzeugträger HMS Illustrious dem Geschwader in Alexandria an. Den Rest des Jahres fuhr sie Sicherungsdienste im Mittelmeer, vor allem bei Flottenvorstößen. In der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember beschoss sie dabei gemeinsam mit der Warspite den albanischen Hafen Valona.

Die HMS Valiant war Teilnehmer an der Schlacht bei Kap Matapan und feuerte dabei fünf Breitseiten auf den italienischen Schweren Kreuzer Zara ab, konnte das Schiff aber nicht versenken. Wenig später sank die Zara aber nach Treffern, die sie von Granaten der HMS Warspite und der HMS Barham erhalten hatte. Schon in den frühen Morgenstunden hatten die HMS Valiant und HMS Warspite den Schweren Kreuzer Fiume überrascht und mit 381-mm-Salven versenkt. Beim Rückmarsch lief die Valiant auf eine Mine und wurde leicht beschädigt. Weit schwerere Schäden erhielt sie bei den britischen Gegenoperationen der deutschen Landung auf Kreta, als sie achtern zwei Treffer durch einen deutschen Bomber erhielt und für einige Wochen zur Reparatur in die Werft musste.

Die HMS Valiant wurde – wie die HMS Queen Elizabeth – am 19. Dezember 1941 im Hafen von Alexandria von einer Sprengladung getroffen, die italienische Kampfschwimmer mit bemannten Torpedos vom Typ Maiale im Hafen deponiert hatten. Die Sprengladung riss auf der Höhe des Turms A ein 20 Meter × 10 Meter großes Loch in den Torpedowulst und den Doppelboden. Die vordere Munitionskammer lief voll, und die HMS Valiant ging, wie auch die HMS Queen Elizabeth, auf Grund. Sie konnte aber rasch gehoben werden und nach einer notdürftigen Reparatur zur Werft im Hafen Durban auslaufen, um vollständig wiederhergestellt zu werden. Es dauerte jedoch bis Mai 1943, bis sie – nach mehreren Werftliegezeiten – wieder voll einsatzfähig war. Bis Dezember war sie wieder bei mehreren Landemanövern im jeweiligen Deckungsverband.

1944 gehörte die Valiant zur Eastern Fleet und operierte im Indischen Ozean. Als sie am 8. August 1944 zur Überholung im Hafen von Trincomalee eindockte, brach das Schwimmdock zusammen, und das Schlachtschiff erlitt erneut schwere Beschädigungen. Nach einer Notreparatur trat sie eine beschwerliche Heimreise an und lief schwer angeschlagen im Sueskanal auf Grund. Erst im Januar 1945 konnte sie endgültig – diesmal über Kapstadt – den Heimmarsch antreten und erlebte das Kriegsende im Dock.

Nach dem Krieg wurde die HMS Valiant Wohnhulk für junge Matrosen, die ihre Ausbildung zum Maschinenpersonal machten. 1948 wurde das Schiff aus der Liste der Schiffe gestrichen und in Troon abgewrackt und verschrottet.

(Textquelle: Wikipedia)

Das Modell

Der Bausatz ist von Trumpeter im Maßstab 1/700. Wie alle meine Modelle baute ich das Schiff als Wasserlinienmodell, aber auch Vollrumpf wäre möglich gewesen, ein Unterwasserrumpf lag dem Bausatz bei. Als Zurüstsätze verwendete ich das Set von White Ensign "Queen Elizabeth Class Battleships" und opferte zusätzlich das Set für die HMS Renown – hauptsächlich wegen der Kranausleger. Das dem Bausatz beiliegende Bordflugzeug Supermarine Walross ist für den Zeitpunkt 1939/40 falsch, zu dieser Zeit waren noch Swordfish an Bord. Ich verwendete dafür die sehr schönen Flugzeuge aus dem Set "WWII Royal Navy Aircraft I" von Flyhawk . Das Holzdeck ist von Artwox und die achtrohrigen Pom-Pom wurden aus Teilen von Fine Molds und White Ensign zusammengebaut. Zu beachten ist auch, dass 1939/40 nur Radare vom Typ 281 auf den Masten vorhanden waren, die Radare Typ 284 und 285 sowie die Pom-Pom-Feuerleitgeräte waren noch nicht nachgerüstet. Der Anstrich war zu diesem Zeitpunkt das mittlere Grau AP507 B.

Das Rigg entstand wie immer aus selbst gezogenem schwarzen Gussast und wurde mit Sekundenkleber und/oder Weißleim verklebt und unter Hitze gespannt.

Die Bauzeit betrug etwa 100 Stunden.

Danke an Michael Delf für seine Hilfe und Weitergabe seiner Royal Navy Kenntnisse.

Bernd Villhauer