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FlyHawk: britisches Schlachtschiff HMS Prince of Wales (1/700) Drucken
Montag, 12. Februar 2018 um 06:00

HMS Prince of Wales Deckelbild

Modell: HMS Prince of Wales 1941.12 Deluxe Edition
Hersteller: FlyHawk
Maßstab: 1/700
Material: Kunststoff, Metallteile (Rohre etc.), Resin, Fotoätzteile
Art.Nr.: FH1117S
Preis: 66,8 € (bei NNT)

Das Original

Die HMS Prince of Wales war ein britisches Schlachtschiff der King-George-V-Klasse. Die Schiffe dieser Klasse waren, wenn man von dem erst 1946 in Dienst gestellten Unikat HMS Vanguard absieht, die modernste Schlachtschiffklasse der Royal Navy. Gleichzeitig stellte diese Klasse auch die letzte Klasse an britischen Schlachtschiffen dar. Das Schicksal der HMS Prince of Wales zeigt deutlich, dass die Zeit großkalibriger Schlachtschiffe abgelaufen war. Trägerflugzeuge und, wenn auch später, Flugkörper waren von nun an die beherrschenden Kräfte des Seekrieges.

Die Schlachtschiffe der King-George-V-Klasse wurden unter dem Einfluss des Londoner Vertrages (1936) konstruiert. Die Verdrängung wurde mit rund 35.000 ts festgelegt. Die Hauptbewaffnung stellten zehn Geschütze des Kalibers 35,6 cm dar, die in drei Türmen (2 x 4-Rohre und 1 x 2 Rohre) aufgestellt wurden. Diese Wahl führte in den 30er Jahren zu heftigen Diskussionen, da z.B. die deutschen und italienischen Schlachtschiffe zwar weniger Rohre (8-9 Stück), aber größere Kaliber (38 cm) aufwiesen und die Bekämpfung der Gegner auf größerer Entfernung aufnehmen konnten. Der Einwand, dass die britischen Schiffe durch die größere Anzahl einschlagender Projektile eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit ermöglichten, sollte sich in den Einsatzgeschichten der Schiffe nicht bestätigen.

Die Schiffe der King-George-V-Klasse waren schwerer gepanzert als alle vorherigen britischen Schlachtschiffe. Eine weitere Neuerung war, dass die Schiffe vollständig geschweißt waren. Dies führte zu einer höheren Stabilität bei geringerem Gewicht. Die Seetüchtigkeit der Schiffe war durch den relativ geraden Bug allerdings nicht optimal. Das Vorschiff wurde bei starkem Seegang überspült, was zu einer starken Beeinträchtigung der Nutzung des vorderen Geschützturms führte.

Die HMS Prince of Wales

Die HMS Prince of Wales wurde am 01.01.1937 auf Kiel gelegt und lief am 03.05.1939 vom Stapel. Die Indienststellung erfolgte im Januar 1941. Die Einsatzbereitschaft war noch nicht vollständig hergestellt und es befand sich noch Werftpersonal an Bord, als die HMS Prince of Wales am Morgen des 24.05.1941 an der Schlacht in der Dänemarkstraße teilnahm. Eine der wesentlichen Aufgaben dieses zivilen Werftpersonals war es, Probleme bei der Hauptartillerie zu beheben. Dies gelang nur zum Teil, wodurch die Einsatzfähigkeit der HMS Prince of Wales stark beeinträchtigt wurde. Im Laufe dieses Gefechtes wurde nicht nur die HMS Hood versenkt. Auch die HMS Prince of Wales musste erhebliche Treffer einstecken und wäre um ein Haar versenkt worden. Allein ein Wendemanöver des Kommandanten verhinderte den Einschlag einer 38 cm-Salve der Bismarck. Im Zuge des nachfolgenden Werftaufenthaltes der HMS Prince of Wales stellte sich heraus, dass die Rumpfpanzerung des Schiffes unter der Wasserlinie von drei 20,3 cm Geschossen der Prinz Eugen durchschlagen wurde. Einer dieser Treffer verfehlte das vordere Munitionsmagazin nur knapp. Ein ähnlicher Treffer hatte das Ende der HMS Hood besiegelt. Nachdem die Schäden auf der HMS Prince of Wales wieder behoben waren, reiste der britische Premierminister Winston Churchill auf ihr nach Neufundland, wo an Bord des Schiffes ein Treffen mit dem US Präsidenten Franklin D. Roosevelt stattfand, dass zur Verabschiedung der Atlantik-Charta führte. Diese Charte war Grundlage der Vereinten Nationen.

Im Oktober 1941 wurde die HMS Prince of Wales als Teil der der britisch-australischen Force Z zusammen mit der HMS Repulse, drei britischen Zerstörern (HMS Electra, HMS Express, HMS Encounter, HMS Jupiter und der HMS Tenedos) und einem australischen Zerstörer (HMAS Vampire) in den Fernen Osten entsandt. Grund dafür waren die sich verschärfenden Spannungen mit Japan. Zum Zeitpunkt des japanischen Angriffs auf Pearl Harbour (07.12.1941) befand sich die Force Z in Singapur. Schon am darauffolgenden Tag lief der Verband in Richtung des Golfs von Siam aus, um einen japanischen Truppentransport abzufangen. Eine Deckung der Royal Air Force bestand nicht. Allerdings wurde dies von den Briten auch nicht als entscheidend betrachtet. Man ging davon aus, dass aufgrund der Entfernung zu japanischen Flugplätzen keine Gefahr durch die japanische Luftwaffe bestand. Darüber hinaus wurde bis zu diesem Zeitpunkt kein auf offener See operierendes Schlachtschiff von Flugzeugen versenkt. In Pearl Harbour lagen die versenkten Schlachtschiffe vor Anker und konnten den japanischen Bomben und Torpedos nicht durch Manövrieren ausweichen. Schon am 09.12.1941 wurde der britische Verband zunächst von japanischen U-Booten und dann von Bordflugzeugen gesichtet und beschattet. Am 10.12.1941 gegen 11:00 Uhr erfolgte der erste japanische Luftangriff, dem insgesamt sieben weitere Angriffe mit Bomben und Torpedos folgten. Um 12:23 Uhr sank die HMS Repulse. Dabei verloren 513 britische Seeleute ihr Leben.

Die HMS Prince of Wales erhielt bei einem der ersten Angriffe einen fatalen Treffer im Bereich der Wellenhose der Backbordaußenwelle. Die aus ihrem Lager gerissene, sich noch immer drehende Welle verursachte im Schiff erhebliche Schäden. Unter Anderem drangen durch den Wellentunnel erhebliche Wassermassen in das Schiffsinnere. Zudem wurde infolge eines partiellen Ausfalles der Stromversorgung die Funktion der Flak-Türme erheblich beeinträchtigt. Kurz nach 13:00 Uhr sank die HMS Prince of Wales. Der britische Admiral John Phillips und der Kommandant John Leach waren zwei der 327 gefallenen Besatzungsmitglieder.

So wurde eines der modernsten britischen Großkampfschiffe nach nur sieben Monaten Dienstzeit versenkt. Die Folgen der Versenkung der britischen Großkampfschiffe waren erheblich. Der Schock, dass in See befindliche, manövrierfähige und immens teure Schlachtschiffe so leicht Opfer von relativ günstig zu bauenden Flugzeugen werden konnten, saß tief. Dies war allerdings eine Lektion, die schon die Versenkung der Bismarck gezeigt hatte. Auch in anderer Hinsicht wiederholte sich die Geschichte. Ebenso wie ihr ehemaliger und zwischenzeitlich versenkter Gegner Bismarck wurde der Untergang der HMS Prince of Wales durch einen sehr unglücklichen Torpedotreffer eingeleitet. Zudem existierte nach der Versenkung dieser beiden britischen Großkampfschiffe keine nennenswerte alliierte Flottenpräsenz mehr im Indischen Ozean und im südlichen Pazifik. Die Hauptlast des Kampfes gegen die japanische Flotte lag nun bei der US Navy.

Technische Daten:

Länge-Wasserlinie: 225,58 m
Länge über alles: 227,12 m
Breite: 31,45 m
Tiefgang: 10,90 m
Standardverdrängung: 36.760 ts
Besatzung: max. 1.613
Geschwindigkeit: 27,5 kn
Bewaffnung (12/1941):
Hauptbewaffnung 10 x 356 mm L/45 (14 inch Mk VII)
Mittelbewaffnung: 8 x 2 133 mm L/50 (5-Pfünder)
Flugabwehr: 6 x 8 40 mm L/39 (2-Pfünder / 8-fach Pom-Pom), 7 x 20 mm Oerlikons

Der Bausatz

Der chinesische Hersteller Flyhawk drängt seit einiger Zeit mit Macht auf den Schiffsmodellbaumarkt und liefert in schöner Regelmäßigkeit großartige Bausätze aus. Hierbei bewegen sich die Entwickler in der Regel auf eher ungewöhnlichen Pfaden und bringen Modelle abseits des Mainstreams heraus (HMS Hermes (siehe auch diese Version), SMS Derfflinger, SMS Lützow und weitere Bausätze). Anfang 2018 überraschte Flyhawk dann mit einer HMS Prince of Wales im Maßstab 1/700. Dieses Modell lässt viel erwarten, aber haben wir es hier mit einem würdigen Nachfolger des Tamiya-Modells aus dem Jahr 1975 zu tun?

Um diese Frage klären zu können, Gibt es nur eins: Die Schachtel öffnen und die die Teile vorsichtig auspacken.

Der Rumpf

Beim Auspacken fällt sofort dieses dicke, weiße Paket auf. Dieses Paket beinhaltet das Über- und Unterwasserschiff des Rumpfes. Beide Teile bestehen aus grauem Kunststoff und passen hervorragend zusammen, sofern man die Vollrumpfvariante bauen möchte. Die Teile weisen sehr schöne Details, wie z.B. die Wasserabweiser über den Bullaugen und die Festmacherklampen, auf.

Das Deck und die Wasserlinienplatte

Zur Vervollständigung des Rumpfes bedarf es nun noch des Decks und der Wasserlinienplatte. Letztere braucht man natürlich nur, wenn man die Wasserlinienoption bauen möchte. Das Deck weist sehr feine Details und eine wundervolle Plankenstruktur auf. Eine erste Passprobe hat ergeben, dass das Decksteil hervorragend auf das Rumpfteil passt.

Gussast E
Der Gussast E beinhaltet genau ein Bauteil. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber es scheint sich hierbei um einen Entfernungsmesser zu handeln.

Gussast F
Auch der Gussast F beinhaltet zwei Teile der Aufbauten. Die Teile sind sehr fein gegossen und machen einen sehr guten Eindruck.

Gussast G
Auch der Gussast G beinhaltet, wie der Ast E, einen Entfernungsmesser.

Bauteil H
Das Teil H ist der relativ unspektakuläre Unterbau des Turms B (Zwillingsturm hinter Turm A).

Gussast I
Der Gussast I beinhaltet einen Teil der hinteren Aufbauten.

Gussast K
Auf dem Gussast K befinden sich im Wesentlichen die Unterbauten der Flugzeugkräne.

Gussast L
Auf dem Gussast L befinden sich weitere Teile der Aufbauten im Bereich der Brücke.

Gussast M
Auf dem Gussast M befinden sich vier Unterteile der Entfernungsmesser. Das heißt, es sollten sich auf dem Gussast vier dieser Teile befinden. Leider ist eines dieser Teile wohl vor dem Verpacken verschollen, sodass nur noch drei Teile vorhanden sind. Obwohl man vier dieser Teile benötigt.

Dies ist ohnehin ein Thema bei diesem Bausatz: Die Angüsse sind, was ja eigentlich ganz positiv ist, sehr dünn. Dies führt aber leider dazu, dass sich Einzelteile leicht vom Gussast lösen. Das ist grundsätzlich kein Problem, sofern sich diese Teile auch weiterhin in den Tüten befinden. Ich hoffe, dass Flyhawk eine Abteilung X hat, die diese Teile nachliefern kann.

Gussast N
Auf dem Gussast N befinden sich die Einzelteile der Schornsteine. Hierbei sind besonders die sehr feinen Schornsteingitter hervorzuheben. Streng genommen bedarf es eigentlich keiner Ätzteile.

Gussast O
Der Gussast O beinhaltet einige Seitenwände der Aufbauten. Bezeichnend sind hierbei die extrem fein detaillierten Türen und Luken.

Bauteil P
Das Bauteil P ist das hintere Bootsdeck. Die Bootswiegen sind massiv gegossen. White Ensign bietet auf den Ätzteilsätzen geätzte Bootswiegen an, die man auf dem beiliegenden Ätzteilsatz vermisst. Allerdings sollte das nicht mehr auffallen, wenn alle Boote in den Wiegen liegen.

Gussast Q
Auf dem Gussast Q befinden sich zwei Teile der Aufbauten (Brückendeck und eine Plattform am Schornstein).

Gussast R
Der Gussast R beinhaltet den Hangar und den unteren Teil der vorderen Aufbauten. Beide Teile weisen sehr schöne, feine Details auf. Die Hangartore sind hierbei geöffnet und ermöglichen eine offene Darstellung des Hangars. Die Tore liegen als gesonderte Teile bei. Hier hat sich wieder eines der beiden Teile vom Ast gelöst. Dies stellt aber kein grundsätzliches Problem dar, weil die Angüsse sehr klein sind.

Gussast S
Der Gussast S beinhaltet zwei weitere Teile der vorderen Aufbauten.

Gussast U, T und GB 36 und GB 37
Die Gussäste U, T und GB 36 und GB 37 liegen jeweils doppelt bei und bilden eine Einheit, d.h. ganz offensichtlich wurden sie gemeinsam gegossen. Auf den Teilästen U und T finden sich diverse Kleinteile wie die Propeller, die Flugzeugkräne, massiv gegossene Aufgänge etc. Einige dieser Teile können durch Ätzteile ersetzt werden. Aber dazu später mehr. Bei meinem Modell war hier eine Spiere (Teil U25) gebrochen. Dieses Teil wird aber später auf Deck angebracht und kann auch so verwendet werden. Bei denen mit GB gekennzeichneten Gussästen handelt es sich offenbar um universal verwendbare Teile für britische Schiffe. Viele dieser Teile habe ich schon im Bausatz der HMS Hermes verbaut. Der Gussast GB 36 beinhaltet sehr fein gestaltete Luken. Auf dem Ast GB 37 finden sich Schlauchboote.

Gussast V
Der Gussast V beinhaltet die Unterteile der Türme und die Rohre der Hauptgeschütze. Hierbei ist hervorzuheben, dass die Rohre aufgebohrt sind. Ein Austausch dieser Rohre gegen Metallrohre erscheint auf den ersten Blick als nicht erforderlich.

Gussast X
Auf dem Gussast X befinden sich diverse Kleinteile, Teile der Aufbauten und des Hauptmastes. Auch hier zeigt sich wieder der extrem feine Guss der Teile. Beim Mast könnte man sich überlegen ob es Sinn machen würde diese Teile vollkommen neu in Metall aufzubauen. Dies könnte Probleme beim Spannen der Takelung (z.B. mit CAENIS Faden) verhindern. Allerdings ist der Aufwand erheblich.

Gussast Y
Auf dem Gussast Y befinden sich wieder einige Kleinteile wie z.B. zwei Lüfter (?), die auf das Hangardeck zu setzen sind.

Gussast Z
Der Gussast Z beinhaltet die Oberteile der drei Türme der Hauptartillerie. Diese Türme sind wirklich wunderbar fein detailliert.

Gussast GB01
Auf dem Gussast GB01 befinden sich jeweils zwei 0,5 inch (1,27 cm)-Vierfach-Luftabwehrgeschütze und zwei Vierfach-Pom-Pom. Hierbei wird nur von Letzterem ein Stand auf dem Turm Y platziert. Die restlichen Teile wandern in die Restekiste. Meines Erachtens gibt es keinen Grund, diese feinen Teile gegen 3D-gedruckte Teile oder Resinteile auszutauschen. Es ist begrüßenswert, dass Flyhawk, analog zu den Flugzeugsätzen, auch diese Gussäste einzeln anbietet. Diese Teile bieten für die Schiffe anderer Hersteller eine sehr gute Alternative zu den im Bausatz enthaltenen Geschützen.

Gussast GB02
Auf dem Gussast GB02 befinden sich verschiedene, sehr feine Scheinwerfer.

Gussast GB03
Der Gussast GB03 beinhaltet im Wesentlichen sechs Otter (Schwimmkörper als Teil des Schutzes gegen Ankertauminen).

Gussast GB04
Auf dem Gussast GB04 befinden sich verschiedene, extrem feine Navigationsgeräte für den Brückenbereich. Auch diese Teile fanden sich z.B. beim Flyhawk-Bausatz der HMS Hermes.

Gussast GB07A und GB07B
Auf den Gussästen GB07A und GB07B finden sich die Einzelteile der Mittelartillerie. Die Rohre und Türme sind echte Schmuckstücke. Allerdings sind die Rohre sehr vorsichtig zu behandeln, da sie sehr leicht verbiegen oder gar brechen.

Gussast GB23
Der Gussast GB23 beinhaltet acht Einzelstände der 20 mm-Oerlikons. Auch diese Teile sind so fein, dass sie nicht durch Alternativteile aus Resin oder aus dem 3D-Drucker ersetzt werden müssen.

Gussast GB24
Der Gussast GB24 beinhaltet verschiedene, sehr detailliert gestaltete Boote.

Gussast GB31
Der Gussast GB31 beinhaltet die extrem feinen Teile für die Supermarine Walrus-Bordflugzeuge. Die Flügel können hierbei auch eingeklappt dargestellt werden. Die im Bild zu erkennenden Auswerfmarken sind nach dem Zusammenbau nicht mehr zu sehen.

Gussast GB34
Der Gussast GB34 liegt zweimal bei und beinhaltet die Teile für jeweils drei Achtfach-Pom-Pom-Stände.

Gussast GB35
Der Gussast GB35 liegt doppelt bei und beinhaltet die Rettungsmittel, die zusammen mit den Schlauchbooten zu verbauen sind.

Gussast GB38
Im Gussast GB38 finden sich drei zweiteilige Barkassen. Die Gussqualität ist wirklich atemberaubend.

Gussast GB41
Im Gussast GB41 befinden sich sechs Scheinwerfer, die jeweils durch drei Angüsse fixiert sind. Hier ist beim Lösen sehr vorsichtig vorzugehen.

Die Abziehbilder

Der Abziehbilderbogen ist klein aber fein und ohne Versatz gedruckt. Hier sind zwei Flaggen und die Kokarden der Bordflugzeuge zu finden.

Die Anleitung

Die Bauanleitung ist, wie immer bei Flyhawk-Bausätzen, sehr übersichtlich und deutlich, aber leider etwas klein gehalten. Es hilft, wenn man sich die Seiten einscannt und am PC vergrößert. Das Farbprofil mit den Farbangaben von Mr. Hobby, Tamiya und WEM ist ebenfalls klein aber deutlich. Die beiden in chinesischen Schriftzeichen beschriebenen Hersteller vermag ich nicht zu entziffern.

Letztendlich liegt dem Bausatz noch das Kartonbild als Einzelblatt bei. Der Sinn dieses Blattes hat sich mir allerdings nicht erschlossen.

Die Teile der Deluxe Edition

Und weil es sich hier um die Deluxe-Version handelt, legt Flyhawk noch einen drauf. In einer kleinen Kunststoffbox befinden sich zwölf kleine Tüten, in denen sich diverse, im wahrsten Sinne des Wortes, „unfassbar“ winzige Metall- und Resinteile befinden.Da freut man sich doch geradezu über die relativ großen Rohre.

Ich muss gestehen, dass es mir vor dem Herausnehmen aus der Tüte gegraust hat. Wie schnell springt so ein Teil von der Pinzette und verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Teppich. Und diese Teile findet man gewiss nicht wieder. Ich unterteile die Beschreibung mal in Resinteile, Metallteile und Rohre.

Resinteile
In den Tüten befinden sich aus weißem Resin gegossene Lüfter, die auf dem Deck aufzubringen sind. Vorher müssen die Originalteile auf Deck entfernt werden. Hier ist sowohl beim Entfernen als auch beim Wiedereinbauen Fingerspitzengefühl und Rihe erforderlich.

Metallteile
Auch diese gedrehten Teile sind so unglaublich klein, dass es einem schier den Atem verschlägt. Zumal sich mir die Frage stellt, und das gilt auch für die Resinteile, ob diese Teile später tatsächlich sichtbar sind und zu einer Verbesserung des Gesamteindruckes beitragen.

Rohre
Wie schon erwähnt, sind diese Teile geradezu riesig und handlich. Die Rohre der Hauptartillerie sind, wie ihre Plastikpendants, vorne geöffnet. Auch die Rohre der Mittelartillerie sind vorne offen. Beide Rohre machen einen seher guten Eindruck und stellen durchaus eine Verbesserung gegenüber den Originalteilen dar.

Die Anleitung aller Zusatzteile ist auf das Maß der Kunststoffschachtel zusammengefaltet wurden und muss erstmal in Form gebracht werden. Der Inhalt dieser Anleitung ist allerdings absolut eindeutig und klar verständlich. Wenn man sie gewissenhaft liest, was ja eigentlich bei jeder Bauanleitung der Fall sein sollte, sollten Fehler beim Bau ausgeschlossen sein. Was im Bausatz fehlt, ist die fast schon obligatorische Rigging-Beigabe. Auch eine Ankerkette liegt nicht bei. Hier ist Eigeninitiative gefragt.

Fotoätzteile
Zu den oben beschriebenen Kunststoffteilen liegen dem Bausatz insgesamt drei Ätzteilplatinen bei. Diese Teile stellen ausschließlich Ergänzungen (Reling) oder Alternativen zum Grundbausatz dar. Um die HMS Prince of Wales zu bauen, muss man nicht zwingend Ätzteile verbauen. Die Teile selbst sehen wirklich wunderbar aus, aber hier sind wir natürlich bei der Kernkompetenz von Flyhawk.

Die Bauanleitung der Ätzteile ist wirklich sehr übersichtlich und lässt keine Fragen offen.

Fazit

Flyhawk ist seiner Linie treu geblieben und hat wieder einmal einen exzellenten Bausatz herausgebracht. Es kribbelt in den Fingern, mit dem Bau zu beginnen. Das Tamiya-Modell hat damit zumindest für den detailverliebten Modellbauer einen würdigen Nachfolger gefunden. Positiv ist festzuhalten, dass der Bausatz auch ohne Ätzteile gebaut werden kann. Dies ermöglicht dem Modellbauanfänger den Bau eines sehr schönen Modells der HMS Prince of Wales. Trotzdem sollten angesichts der sehr feinen Spritzgussteile eine gewisse Erfahrung und das entsprechende Werkzeug (z.B. ein feiner Seitenschneider und eine gute Pinzette) vorhanden sein. Wer mehr will, kann sich an den in dieser Deluxe-Version beiliegenden Ätzteilen und Kleinsteilen austoben und, je nach Fähigkeit, ein wahres Schmuckstück bauen. Etwas unschön ist, dass sich Teile vom Ast gelöst und z.T. beschädigt waren. Hier sollte, besonders angesichts der hohen Qualität der Teile, mehr Augenmerk auf die Verpackung gelegt werden. Bei dem mir vorliegenden Bausatz fehlte, wie oben beschrieben, ein Teil. Da ich dies aber bei noch keinem Flyhawk-Bausatz erlebt habe, gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um einen Einzelfall handelt. Gründe für einen Punktabzug sehe ich hier nicht. Ich bin viel mehr gespannt, wie die Abteilung X von Flyhawk reagiert. Dieser Bausatz ist dennoch sehr empfehlenswert.

alt sehr empfehlenswert

 

Holzdeck

Modell: HMS Prince of Wales British Battleship 1941 -wood deck
Hersteller: Flyhawk
Maßstab: 1:700
Material: Holzimitat-Folie
Art.-Nr.: flyhawFH710029
Preis: 18,60 (NNT Modell + Buch)

Modell: HMS Prince of Wales British Battleship 1941 -paint mask
Hersteller: Flyhawk
Maßstab: 1:700
Material: Folie
Art.-Nr.: flyhawFH710030
Preis: 8,80 (NNT Modell + Buch)

In Ergänzung zum Bausatz liefert Flyhawk ein Holzdeck und dazu passende Masken ab. Die Holzstruktur ist sehr schön und glaubhaft wiedergegeben. Die Masken sind nicht allein zum Abdecken des Holzdecks konzipiert. Es finden sich hier auch Masken für anderer Deckteile sowie die Turmdecken. Diese Teile stellen eine durchaus sinnvolle und relativ preiswerte Ergänzung dar.

Ich gebe dem Holzdeck und den Masken

alt sehr empfehlenswert

Jens Bartels

Wir danken FlyHawk für das Bausatzmuster