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HobbyBoss: französische Schlachtschiff Danton und Voltaire (1/350) Drucken
Mittwoch, 27. September 2017 um 05:00

Deckelbild Schlachtschiff Danton

Modell: French Navy Pre-Dreadnought Battleship Danton
Hersteller: HobbyBoss
Maßstab: 1/350
Material: Polystyrol (Spritzguss), Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 86503
Preis: ca. 55 €

Deckelbild Schlachtschiff Voltaire

Modell: French Navy Pre-Dreadnought Battleship Voltaire
Hersteller: HobbyBoss
Maßstab: 1/350
Material: Polystyrol (Spritzguss), Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 86504
Preis: 49,8 € (bei NNT)

Das Original

...die Franzosen und ihre Schiffe. Eingezogene Bordwände, mehr Schornsteine als Luxusliner und über die gesamte Schiffslänge verteilt, wie auf Schwalbennestern sitzende Geschütztürme. Das französische Schiffsdesign um die Jahrhundertwende war einzigartig. Während alle anderen Marinen bereits das moderne, britische Dreadnought-Konzept übernommen hatten, bauten die Franzosen noch jahrelang im alten Baustil weiter. Vielleicht lag dies aber auch ein wenig an den langen Bauzeiten auf französischen Werften, denn von der Kiellegung der Danton am 08. Mai 1906 bis zu ihrer Indienststellung am 01. Juni 1911 vergingen über fünf Jahre. Damit waren die Danton und ihre fünf Schwesterschiffe, wie die Voltaire und die (noch erscheinende) Condorcet, bei ihrer Indienststellung bereits veraltet. Dennoch dienten sie während des Ersten Weltkriegs im Mittelmeer.

Die Danton lief am 19. März 1917 dem Deutschen U-Boot U 64 vor die Rohre und wurde nördlich von Sardinien versenkt. Erst 2008 wurde ihr Wrack zufällig entdeckt. Mehr zu ihrer Geschichte gibt es auf Wikipedia.

Die Voltaire lief 1909 vom Stapel und wurde im August 1918 durch eine ungeklärte innere Explosion schwer beschädigt. Wieder repariert und wie die Condorcet in den Jahren 1923-25 modernisiert, diente sie noch bis 1935 und wurde 1939 abgewrackt.

Die Condorcet wurde bereits 1931 gestrichen, blieb aber in schwimmender Verwendung. Durch die deutsche Wehrmacht im Hafen von Toulon beschädigt, wurde sie letztendlich 1944 durch amerikanische Bomber versenkt und nach dem Zweiten Weltkrieg abgewrackt.

Der Bausatz

Wie zu vermuten, unterscheiden sich die drei Schwesterschiffe kaum. Das kommt natürlich auch dem Hersteller der Modelle entgegen, der weitgehend die gleichen Spritzlinge unter verschiedenen Namen vermarkten kann. Doch dass die Unterschiede so minimal ausfallen enttäuscht dennoch ein wenig. Zwischen Danton und Voltaire sind es lediglich die beiden Bordkräne am Oberdeck - mitsamt einiger Ätzteilen - und die Markierung der Schornsteine in Form von weißen Abziehbilderstreifen. Soll ich hier erwähnen, dass auch die Namensschilder der Modelle unterschiedlich sind? Abzuwarten bleibt, ob die noch ausstehende Condorcet mit weitergehenden Abweichungen überrascht.

Die Modelle sind 41,4 cm lang und 7,4 cm breit.

Rumpf

Klassisch für HobbyBoss ist der Rumpf in zwei Hälften geteilt; das Unterwasserschiff ist inklusive und ohne jegliche Markierung, oder Trennlinie, zum Bau eines Wasserlinienmodells. Die Bullaugen sind als einfache Vertiefungen ausgeführt, die nicht durchgehend ins Schiffsinnere ausgebohrt sind. Einige weisen bereits angegossene Regenabweiser auf. Durchgänge sind nur durch eingravierte Rahmen angedeutet, die aber durch die beiliegenden Ätzteile detailliert werden. Zur Stabilisierung dienen zwei Querstreben im Inneren des Rumpfes.

Kleinteile

Mehr als 300 - mit Ausnahme des schwarzem Modellständers - hellgraue Einzelteile gilt es zu verbauen. Von der großen Decksfläche, bis hin zu den filigransten Antennen ist Alles dabei. Die Angüsse an den Bauteilen sind schmal und auch bei den Kleinteilen einfach zu entfernen. Die Detaillierung ist für den Maßstab entsprechend ausgezeichnet und die Gussqualität hervorragend. Fast alle Klebekanten sind gut versteckt und am fertigen Modell nicht mehr zu erkennen.

Bei den Kleinteilen zeigt sich auch der geringe Unterschied zwischen den Modellen der Danton-Klasse. Dabei handelt es sich lediglich um die Form der Decks-/Bootskräne, die jeweils als Spritzling H bei der Danton und als Spritzling F bei der Voltaire beiliegen. Das dritte Schiff der Klasse, die Condorcet ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erschienen, aber auch hier werden die Unterschiede wohl nicht größer ausfallen. Lassen wir uns überraschen.

Die Fotoätzteile

Gut 180 Ätzteile unterschiedlicher Größe liegen im Bausatz. Am fertigen Modell dürften besonders die Kappen der fünf Schornsteine und die zahlreichen Geschützpforten entlang des Rumpfes ins Auge fallen. Einsteigern dürfte die Verarbeitung einiger der komplexeren Ätzteile oder Ätzteilgruppen nicht ganz so einfach von der Hand gehen.

Die Ätzteilplatinen beider Modelle unterscheiden sich nur unwesentlich in Bereich der Bordkräne.

Die Abziehbilder

Allen Modellen der Danton-Klasse liegt ein kleiner Abziehbilderbogen bei, die sich nur leicht voneinander unterscheiden. Bei der Danton gibt es ein weißes Schornsteinband, bei der Voltaire sind es zwei. Die Flaggen sind jeweils rechteckig, als auch (vom Winde) gewellt vorhanden, dazu finden sich noch die jeweiligen Schiffsnamen als goldgelbe Abziehbilder auf dem Bogen.

Die Anleitung

Leicht verständlich ist sie in 33 Schritten und einigen erklärenden Nebenskizzen aufgebaut. Kleinere Abweichungen von der angegebenen Reihenfolge halte ich allerdings für sinnvoll, so würde ich zum Beispiel um Beschädigungen zu vermeiden, mehrere Ätzteile, wie z.B. die Geschützpforten, erst am fortgeschrittenen Bauzustand ankleben.

Sonstiges/Zubehör

Bisher ist meiner Information nach zur Danton(-Klasse) lediglich ein Geschützset von Master aus gedrehten Messingrohren erschienen. Mit dabei sind vier 305 mm-Rohre und zwölf 240 mm-Geschütze mitsamt Rohraufnahmen aus Resin sowie 16 gedrehte 75 mm und acht 47 mm.

Fazit

Das Trumpeter-Konsortium (mit Merit und Hobby Boss) baut erfreulicherweise seine Reihe an Dreadnoughts und Pre-Dreadnoughts weiter aus. Schiffe wie die russische Tsesarevitsch oder eben die vorliegende französischen Schiffe der Danton-Klase bedienen den Markt weit ab vom Zweiten Weltkrieg-Mainstream und bieten der Modellbaugemeinde interessante Alternativen, anstatt ewiger Wiederholungen. Durch die wenigen Unterschieden zwischen den Bausätzen der Danton-Klasse ist es allerdings fragwürdig, ob sich der geneigte Modellbauer mehr als nur eines dieser Schwesterschiffe zulegen muss, es sei denn, er möchte das ganze Geschwader bauen. Die Qualität, die Formgebung, der Guss, sowie die Detaillierung der Bausätze sind ausgezeichnet und definitiv empfehlenswert. Wer verbessern möchte, dem stehen momentan gedrehte Rohre von Master zur Verfügung.

alt sehr empfehlenswert

Wolfgang

Wir danken Faller für das Bausatzmuster