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Deutsche Fregatte Augsburg (1/700, NNT) und U-Boot U 16 von Eberhard Sinnwell Drucken
Donnerstag, 28. September 2017 um 05:00

Das Original

Die Fregatte Augsburg (F222) gehörte der Köln-Klasse an und hatte fünf Schwesterschiffe. Diese waren die Köln (F220), die Emden (F221), die Karlsruhe (F223), die Lübeck (F224) und die Braunschweig (F225). Die Schiffe wurden vorwiegend für den Einsatz in der Ostsee konzipiert. Das Hauptaugenmerk lag auf Geschwindigkeit und einer starken Flugabwehrbewaffnung. Geringeres Augenmerk wurde auf die Seetüchtigkeit und die Reichweite gelegt. Die zwei automatischen 100 mm-Geschütze stammten aus Frankreich und befanden sich auf dem Achterschiff sowie auf der Back. Weiterhin gab es zwei 40 mm-Zwillingsgeschütze, die sich vor, bzw. hinter, dem Geschütz befanden. Zwei 40 mm-Einzelgeschütze waren seitlich Backbord und Steuerbord auf Höhe der achten Aufbauten angeordnet. Zur U-Bootbekämpfung gab es in erhöhter Position zwei vierfach 37,5 cm-U-Jagd-Raketenwerfer sowie je zwei 53,3 cm-Torpedorohre hinter den vorderen Aufbauten. Mit ihnen wurden Mk 44-Torpedos verschossen. Zum Legen von Minen verliefen Minenschienen bis zum Heck.

Der Antrieb basierte auf der Kombination von vier Dieselmotoren und zwei Gasturbinen. Für die Höchstfahrt konnten die Turbinen hinzu gekuppelt werden. Damit waren sie die ersten Schiffe weltweit, die mit dieser Kombination ausgestattet wurden. Diese Turbinen waren für den Landeinsatz vorgesehen und dementsprechend groß. Es gab keinerlei Erfahrung für den Seebetrieb. Die großen Luftansaugstutzen, die zum Betrieb der Turbinen notwendig waren, lagen zu beiden Seiten der Brücke und bestimmten auch das Aussehen Die Maschinenleistung betrug 36000 PS, mit der 30 kn (56 km/h) erreicht wurden.

Zeitliche Eckdaten:

Kiellegung 29. Oktober 1958
Stapellauf 15. August 1959
Indienststellung 7. April 1962
Außerdienststellung 30 März 1988
Streichung aus dem Schiffsregister
Verschrottung in Hamburg

Technische Daten:

Verdrängung: 2969 t vollbeladen
Länge: 109,83 m
Breite: 11,03 m
Tiefgang: 3,54 m
Antriebsleistung: 36.000 PS auf zwei Wellen
Geschwindigkeit: 30 kn (56 km/h)
Besatzung: 210 - 238

Bewaffnung:

2 x 100 mm Geschütze,
6 x 40 mm Flak
4 x 533 mm Torpedorohre,
8 x 375 mm U-Jagd Raketenwerfer

Geschichtliches/ Lebenslauf:

Die Kiellegung erfolgte am 29. Oktober 1958 und die Indienststellung am 7. April 1962. In ihrer 26 jährigen Dienstzeit hat die Augsburg an vielen Übungen in der Nord- und Ostsee, im Atlantik sowie im Mittelmeer teilgenommen. In der Zeit von Januar 1967 bis Januar 1969 fand ein größerer Umbau statt. Am 9. Mai 1975 kam es zu einer folgenschweren Kollision mit einem polnischen Schiff, bei dem schwere Schäden entstanden und vier Seeleute verletzt wurden. Die Reparatur dauerte bis Oktober 1976. Am 18. Januar 1982 kam es zur nächsten Kollision, diesmal mit einem britischen Flottenversorger während eines Manövers. Ein dritter Vorfall ereignete sich am 1. Oktober 1985, es kam zu einer weiteren Kollision mit einem sowjetischen Schlepper. Dabei lag die Augsburg an ihrem Stützpunkt in Wilhelmshaven am Pier. Ab September 1986 erfolgte eine grundlegende Generalüberholung, bei der die Antriebsmaschinen gewartet und ein Großteil der Aufbauten instand gesetzt wurde. Ein weiteres Deck wurde eingeschweißt, um die strukturelle Festigkeit zu erhöhen. Trotzdem wurde sie nach der Werfterprobung als nicht mehr atlantiktauglich eingestuft. Im März 1987 erfolgte der letzte Einsatz, der sie zu einem offiziellen Besuch in Den Helder führte. Ab Oktober 1987 wurde die Fregatte Augsburg aus der Fahrbereitschaft genommen und im August 1988 außer Dienst gestellt. Im November 1989 wurde sie nach Hamburg geschleppt und anschließend abgewrackt.

Das Modell

Die Fregatte Augsburg von NNT kommt in einem stabilen Karton auf den Basteltisch. Da die Resinteile vorbildlich mit Blasenfolie geschützt sind, ist kein Bauteil beschädigt oder verbogen. Das gelbe Resin ist blasenfrei gegossen. Eine kleine Ätzteilplatine sowie einige Decals liegen bei.

In die Unterseite der Wasserlinienfläche fräste ich eine sechseckige Aussparung, in die ich eine M6 Mutter klebte, mit deren Hilfe ich das Schiff später auf die Grundplatte schrauben konnte. Anschließend habe ich alle flach gesockelten Resinteile mit lauwarmer Spülmittellauge entfettet und mit doppelseitigem Klebeband auf hölzerne Rührstäbchen geklebt. Die kleineren Teile blieben vorerst an ihren hohen Sockeln.

In einem ersten Durchgang lackierte ich alle Decks, die offene Brücke und die Geschützturmdächer mit der Farbe Humbrol 27 Seegrau Matt. Nach dem Durchtrocknen klebte ich alle horizontalen Bereiche mit Tamiya Tape ab. Da alle Decks inklusive Schornstein angegossen sind, hatte dieser Arbeitsgang mehrere Abende in Anspruch genommen. Dies war die aufwendigste Arbeit des gesamten Baus. Etwas kniffelig war das Anbringen des Abgasleitblechs am Schornstein. Dieses musste dreidimensional gebogen und angepasst werden. Der aus Messing bestehende Gittermast war schnell in die richtige Form gebogen. Allerdings war das Einkleben der drei Plattformen ein Geduldsspiel. Jede Anschlussstelle musste angepasst und jeweils zueinander exakt horizontal ausgerichtet werden. Für die beiden Geschütze bietet die Firma NNT gedrehte Messingrohre an. Diese hatte ich mir besorgt und gegen die Resinrohre des Bausatzes ausgetauscht. Die im Bausatz enthaltenen Peitschenantennen sind zwar sehr dünn, waren mir allerdings immer noch zu dick. Hier konnte mir unser Kater etwas beisteuern. Ich sammelte über Jahre die Schurrhaare, die ich vom Sofa und vom Bett aufgelesen hatte. Die Lackierung aller vertikalen Flächen erfolgte mit Revell 57 Grau Matt (RAL 7000). Die anschließende Versiegelung mit Future verhindert zum einen das Silbern der Decals und dient zum anderen als Schutz der Emailfarbe vor dem späteren Washing mit verdünnter Künstlerölfarbe. Die rotweißen Kreissegmente dienen als Markierung des Gefahrenbereiches um die Geschütze herum. Diese liegen als Decals bei und haben jeweils eine Nummer. Leider geht die Bauanleitung nicht auf die Positionen ein. Hier ist Probieren angesagt. Nachdem die Reling angeklebt war, folgten die restlichen Kleinteile. Um etwas Leben an Bord zu bekommen, habe ich ein paar Matrosen auf Freiwache von Eduard an Deck geklebt. Zum Schluss bekam die Fregatte noch eine dünne Schicht Mattlack von Gunze.

Das U-Boot Typ 206A stammt vom Hersteller OKB Grigorov. Allerdings ist dieses aus Resin gefertigte U-Boot ein Vollrumpfmodell. Hier war Abschleifen angesagt. Inzwischen hat die Firma NNT dieses U-Boot auch als Wasserlinienausführung im Programm. Bedanken möchte ich mich bei Herrn Schuster von NNT, der mir die Decals seiner U-Boote zur Verfügung gestellt hat. Den Rumpf lackierte ich mit brauner Farbe, die ich mit Schwarz gemischt hatte. Auch hier folgte eine Versiegelung mit Future, damit die Schiffnummern nicht silbern. Aber leider tun sie dies trotzdem, wie auf den Fotos zu sehen ist. Die zwei Matrosen auf der Insel dienen als kleiner Farbpunkt. Eine Schicht Mattlack bildet auch hier den Abschluss.

Eberhard Sinnwell