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Trumpeter: Schwerer Kreuzer der Baltimore-Klasse 1/700 Drucken
Samstag, 15. Oktober 2005 um 14:32

Deckelbild der Baltimore

Modell: USS Baltimore CA-68 1943
Hersteller: Trumpeter
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: 05724
Material: Polystyrol (Spritzguss)
Preis: 13,80 € (MV Hanke)

Deckelbild der PittsburghModell: USS Pittsburgh CA-72 1944
Hersteller: Trumpeter
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: 05726
Material: Polystyrol (Spritzguss)
Preis: 13,80 € (MV Hanke)

Original

Die Schweren Kreuzer der Baltimore-Klasse wurden parallel zu den Leichten Kreuzern der Cleveland-Klasse entwickelt, wobei man auf die Erfahrungen mit der Wichita, dem letzten Washington-Kreuzer der US-Marine, aufbaute. Im Gegensatz zur Cleveland-Klasse hatte die Baltimore-Klasse eine geringere Priorität, weshalb mehr Zeit zur Verfügung stand, um ein ausgewogenes Design herzustellen. Gegenüber der Wichita war bei der Baltimore-Klasse der Rumpf deutlich vergrößert worden, so dass keine Stabilitätsprobleme durch die verstärkte Flak-Bewaffnung wie bei der Cleveland-Klasse auftraten. Zusätzlich wurde die Anzahl der schweren Flak und der leichten Flak deutlich vergrössert und die Panzerung verbessert.

Die Baltimore-Klasse war 205,26 m lang, 21,59 m breit und hatte einen Tiefgang von 7,32 m. Die Verdrängung betrug voll beladen 17031 ts und mit 120 000 PS wurde eine Geschwindigkeit von 33 Knoten erreicht.

Bewaffnung Baltimore April 1943
9 x 20,3 cm L/55
12 x 12,7 cm L/38
24 x 4 cm Bofors (6 Vierlinge)
24 x 2 cm Oerlinkons
4 Vought OS2U Kingfisher (keinen photographischen Nachweis gefunden)

Bewaffnung Baltimore 1944
9 x 20,3 cm L/55
12 x 12,7 cm L/38
48 x 4 cm Bofors (12 Vierlinge)
25 x 2 cm Oerlinkons
4 Vought OS2U Kingfisher

Bewaffnung Pittsburgh 1944
9 x 20,3 cm L/55
12 x 12,7 cm L/38
48 x 4 cm Bofors (2 Zwillinge, 11 Vierlinge)
27 x 2 cm Oerlinkons
4 Vought OS2U Kingfisher

Zwischen den ersten vier Schiffe ("Baltimore", "Boston", "Canberra", "Quincy") und den letzten zehn Schiffen ("Pittsburgh", "St. Paul", "Columbus", "Helena", "Bremerton", "Fall River", "Macon", "Toledo", "Los Angeles", "Chicago") gibt es Unterschiede am Heck: die ersten hatten zwei Flugzeugkräne, so dass nur dazwischen asymmetrisch ein 4 cm Vierling aufgestellt werden konnten, während die letzten einen Flugzeugkran und daneben zwei 4 cm Zwillinge hatten. Dabei wurde auch die Form des Hecks modifiziert.

Drei Schiffe – "Oregon City", "Albany" und "Rochester" – wurden nach einem modifizierten Entwurf fertigstellt, wobei nur noch ein Schornstein vorhanden war und die Aufbauten modifiziert wurden, um den Bestreichungswinkel der Flak zu vergrößern. Diese Schiffe werden als Oregon City-Klasse bezeichnet. Die "Northampton", die ursprünglich zur Oregon City-Klasse gehören sollte, wurde als Flottenflaggschiff fertigstellt, wobei u.a. der komplette Rumpf um ein Deck erhöht wurde und neue Aufbauten und Bewaffnung installiert wurden. Zwei Schiffe der Baltimore-Klasse und sechs der Oregon City-Klasse wurden gegen Kriegsende annulliert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden "St. Paul", "Helena" und "Los Angeles" zu Flottenflaggschiffe modifiziert, wobei sie eine neue, zweistöckig verglaste Brücke und einen neuen Fockmast erhielten. "Bremerton", "Macon" und "Toledo" erhielten nur die modifzierte Brücke. "Boston" und "Canberra" wurden 1952-56 zu Lenkwaffenkreuzern umgebaut, wobei sie achtern zwei Terrier-Starter erhielten. "Albany", "Chicago" und "Columbus" wurden 1959-65 ebenfalls zu Lenkwaffenkreuzern umgebaut, wobei aber über den Oberdeck alles verändert wurde.

"Baltimore" wurde zwischen 1941 und 1943 bei Bethlehem, Quincy gebaut. Sie wurde zur Unterstützung diverser Landungsunternehmungen im Pazifik eingesetzt und nahm an der Luftschlacht in der Philippinen-See als Geleitschutz für Träger teil. Am 8.7.1946 wurde sie außer Dienst gestellt, aber bei Beginn des Korea-Kriegs am 28.11.1951 wieder in Dienst gestellt – aber bis 1955 im Atlantik eingesetzt. Nach der Verlegung in den Pazifik wurde Baltimore am 31.5.1956 außer Dienst gestellt, aber erst am 15.2.1971 gestrichen und zum Abwracken nach Portland verkauft.

"Pittsburgh" wurde zwischen 1943 und 1944 ebenfalls bei Bethlehem, Quincy gebaut und danach im Pazifik eingesetzt. Am 19.3.1945 schleppte sie den durch japanische Flugzeuge bei einem Angriff auf Japan schwer beschädigten Träger "Franklin" ab. In einem Taifun verlor "Pittsburgh" am 4.6.1945 die vorderen 33,5 m ihres Bugs, wobei es keine Opfer bei der Mannschaft gab. "Pittsburgh" konnte Guam erreichen, wo ein provisorischer Bug angebaut wurde. Der Anbau eines neuen Bugs, obwohl die abgebrochene Bugpartie, die nach dem Vorort von Pittsburgh McKeesport genannt wurde, geborgen werden konnte, erfolgte in der Marinewerft Puget Sound, Bremerton. "Pittsburgh" wurde aber nicht mehr im Zweiten Weltkrieg eingesetzt und am 7.3.1947 außer Dienst gestellt, aber wegen des Korea-Kriegs am 25.9.1951 reaktiviert. Sie wurde aber ebenfalls erst nach Ende des Korea-Kriegs 1954 in den Pazifik verlegt und am 28.8.1956 endgültig außer Dienst gestellt. Am 1.7.1973 wurde "Pittsburgh" gestrichen und 1974 zum Abwracken nach Portland verkauft.

Bausatz

Trumpeter hat diese beiden Bausätze gemeinsam mit Pit Road (Skywave) entwickelt. Trumpeter bietet bisher "Baltimore" im Zustand von 1943 und "Pittsburgh" im Zustand von 1944 an, während PitRoad "Baltimore" (1943), "Pittsburgh" (1944), "Baltimore" (1944) und "Canberra" (Zustand ?) ins Programm aufgenommen hat oder aufnehmen will.

Der Bausatz der "Baltimore" und der "Pittsburgh" bestehen aus einer Reihe von gemeinsamen Gießästen, weswegen auf eine separates Besprechung verzichtet wurde.

Der Rumpf kann wahlweise als Wasserlinienmodell oder mit Vollrumpf gebaut werden. Am Bug dürfte es notwendig sein, den Übergang zwischen dem Rumpfteil und dem Oberdecksteil zu verspachteln. Das Heck ist extra, da sich hier die Bausätze unterscheiden. Hier dürfte erneut spachteln angesagt sein.

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Auch zwei Gießäste mit der Bewaffnung, Kingfisher-Bordflugzeugen, Splitterschutzwannen, Booten etc. sind bei beiden Bausätzen identisch. Diese Gießäste sind jeweils zwei Mal vorhanden.

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Ebenfalls in beiden Bausätzen enthalten, sind zwei Gießäste mit einem Modellständer bzw. den Schrauben, Rudern, einer Barbette, und diversen Plattformen und Mastteilen. Es liegt aber nur das jeweils passende Namensschild bei.

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Bei den Aufbauten berücksichtigt Trumpeter die Unterschiede zwischen der "Baltimore" im Zustand bei der Indienststellung 1943 und der "Pittsburgh" 1944. Neben zusätzlichen Positionen für 2 cm Flak, unterschiedlichen Plattformen für die Scheinwerfer, gibt es Unterschiede bei der Brücke: "Baltimore" und zumindest noch "Boston" fehlte anfangs der vordere Umlauf des mittleren Brückendecks und der Aufbau unter den vorderen drei 12,7 cm Türmen war bei den frühen Schiffen kleiner. Die Teile der "Pittsburgh" entsprechen größtenteils dem Zustand der Baltimore-Klasse ab 1944, wo bei es Unterscheide bei dem Aufbau unter den vorderen 12,7 cm Türmen und bei dem Deck zwischen den Mk 34 und Mk 37 Feuerleitgerät gibt.

Hier die beiden Gießäste mit den Aufbauten der "Baltimore":

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und als Vergleich die beiden Gießäste mit den Aufbauten der "Pittsburgh":

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Auch beim Heck wurden die Unterschiede berücksichtigt. Links das Heck der "Baltimore", was für die ersten vier Schiffe mit den beiden Flugzeugkränen passt. Eine Wanne für einen 4 cm Vierling ist nicht vorhanden, kann aber durch überzählige Wannen ergänzt werden. Rechts das Heck der "Pittsburgh", womit die späteren Schiffe mit nur einem Flugzeugkran, aber dafür zwei 4 cm Zwillinge gebaut werden können.

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Dazu gibt es noch Abziehbilder, die in beiden Bausätzen identisch sind, mit den Kennnummern für "Baltimore" (CA-68), "Boston" (69), "Canberra" (70), "Quincy" (71), "Pittsburgh" (72), "St. Paul" (73), "Columbus" (74) und "Helena" (75), Flaggen und den Sternen für die Kingfisher.

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Anleitung

Die Anleitung ist sehr übersichtlich und zeigt die einzelnen Schritte klar. Beispiele:

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Dazu gibt es zwei farbige Darstellungen der Tarnschemen. Einmal das Schema 21 der "Baltimore" im Bauzustand von 1943:

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Und das sehr eindrucksvolle Schema 32/18d der "Pittsburgh" 1944:

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Leider geht die Anleitung nicht auf die verschiedenen Ausrüstungszustände und Tarnschemen der Schiffe ein, sondern es ist jeweils nur eine Version möglich. Dies ist besonders bei dem Bausatz der "Baltimore" schade, da Trumpeter einen Zustand darstellt, in dem "Baltimore" nur zwei Monate fuhr. Spätestens im Juni 1943 wurden sechs zusätzliche 4 cm Vierlinge montiert und die Brücke modifziert. In dem dargestellten Zustand kann die "Baltimore" nur im Schema 21 gestrichen werden. Obwohl auch die Kennnummern für die anderen drei Schiffe mit den zwei Kränen vorhanden sind - "Boston", "Canberra", "Quincy" - , ist der Bau dieser aus dem "Baltimore"-Bausatz von Trumpeter nicht möglich, da die Brücke und die Flakbewaffung modifiziert wurde. Hier wird man auf die "Baltimore" in der Version von 1944 von PitRoad oder eventuell auf die "Canberra" von PitRoad zurückgreifen müssen. Bei den späten Versionen ab "Pittsburgh" kann man den "Pittsburgh"-Bausatz verwenden. Decals sind aber nur für CA-72 bis CA-75 vorhanden.

Details

Die Bauteile sind gut detailliert und – mit Ausnahme der 4 cm Bofors – auch gratfrei. Die 20,3 cm Trillingstürme haben separate Seitenwände, was eine bessere Detaillierung möglich macht, aber eventuell verspachteln notwendig macht. Die 12,7 cm Türme sind gut dargestellt. Die 4 cm Bofors haben recht dicke Rohre, an denen Grat entfernt werden muss. Die Schutzschilder der 2 cm sind angegossen, was im Vergleich zu den 2 cm die bei der Cleveland-Klasse von PitRoad ein Rückschritt ist.

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Die Aufbauten sind recht gut detailliert, die Türen teilweise etwas dick. Es liegen recht gute Radar-Antennen bei, wobei Ätzteile natürlich besser wären. Die Feuerleitgeräte sind gut dargestellt, es liegen für Mk 37 Feuerleitgeräte für die 12,7 cm Geschütze sogar sowohl die frühe Mk 4 Antenne, als auch die spätere Kombination aus Mk 12 und Mk 22 bei. Wieder sind aber Ätzteile für diese Antennen besser. Bei den Kränen und Katapulten sind Ätzteile ebenfalls besser, aber die Spritzgußteile können durch Betonung der Vertiefungen bei der Bemalung verwendet werden.

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Leider kann ich nicht sagen, ob die Ausstattung mit Radar der "Baltimore" richtig ist. Ab Juni 1943 hatte sie die SK-Antenne, wie auf dem Deckelbild dargestellt, auf dem Großmast und nicht, wie in der Anleitung angeben, auf dem Fockmast. Auf den frühen Photos der "Baltimore" sind aber überhaupt keine Radar-Antennen sichtbar (wahrscheinlich wurden sie zensiert). 1944 kam der SK-Radar auf den Fockmast. Die Darstellung der "Pittsburgh" laut Anleitung – eine SK-2 auf dem Fockmast – ist korrekt. Hier ist das Deckelbild falsch, welches eine SK-Antenne auf dem Fockmast zeigt. "Baltimore" hatte anfangs auf den Mk 37 Feuerleitgeräten Mk 4 Feuerleitradar, der später (Oktober 1944?) gegen die Kombination Mk 12/Mk 22 ausgetauscht wurde. "Pittsburgh" hatte schon bei der Fertigstellung Mk 12/Mk 22. Im Bausatz sind zwei Vought OS2U Kingfisher enthalten. Angeblich sollen auch Curtiss SOC Seagulls und Curtiss SC-1 Seahawks von Schiffen der Baltimore-Klasse eingesetzt worden sein. Auf den Photos der "Baltimore" im April 1943 sind keine Flugzeuge erkennbar. Auf den späteren Photos sind Kingfisher an Bord. Auf den Photos der "Pittsburgh" sind ebenfalls nur Kingfisher erkennbar.

Fazit

Vorteile
  • Gute Detaillierung
  • Unterschiede zwischen den Schiffen berücksichtigt
Nachteile
  • Nur jeweils ein Version möglich
  • Keine Ätzteile für Radar-Antennen, Kräne und Katapulte

In Worten

Trumpeter hat hier in Kooperation mit PitRoad eine lang erwartete Klasse sehr gut umgesetzt. Die Unterschiede zwischen den Schiffen sind berücksichtigt. Leider kann aber nur jeweils ein Bauzustand direkt aus dem Kasten gebaut werden. Dafür werden bereits vier Varianten dieses Bausatzes angeboten bzw. sind angekündigt und weitere werden hoffentlich folgen. Mit den Trumpeter-Kits erhält man hier Pit-Road-Qualität zu Discounter-Preisen. Für Pit-Road spricht lediglich das gleichzeitig angebotene Kombi-Set mit PE-Teilen, die noch nicht einzeln erhältlich sind.

Wer aber noch ein Weilchen warten kann, der greift sicher zu PE-Sets von Toms, GMM oder WEM, die schon angeboten werden (im Falle von Tom) oder wahrscheinlich bereits in Planung sind. Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte dann alles für die Trumpeter-Modelle sprechen.
So kann man diese Reihe

UNEINGESCHRÄNKT EMPFEHLENSWERT

Lars