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Deutscher Zerstörer Z 20 Karl Galster (1/700, Trumpeter) von Roland Nienkirchen Drucken
Freitag, 08. Mai 2015 um 05:00

 

08. Mai 1945: 70 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa

 

Heute vor 70 Jahren, am 8. Mai 1945, kapitulierte das bereits weitgehend zerstörte und besetzte Nazi-Deutschland (siehe Jahrestage auf Modellmarine). An diesem Tag lief der deutsche Zerstörer Z 20 Karl Galster zusammen mit zwei weiteren Zerstörern und zwei Torpedobooten aus Kopenhagen aus, um aus Hela Flüchtlinge zu evakuieren. Diese wurden in der Nacht zum 9. Mai in Hela aufgenommen und nach Kiel transportiert, wo Karl Galster außer Dienst gestellt und an das britische Militär übergeben wurde. Damit gehörte sie zu den wenigen Einheiten der Kriegsmarine, die den Zweiten Weltkrieg überstanden.

Das Original

Die Z 20 Karl Galster war einer von sechs Zerstörern des Typs 1936. Bei diesem Typ wurden die meisten Probleme der Vorgängertypen 1934 und 1934A behoben. Der Rumpf wurde vergrößert, die Aufbauten wurden leichter und niedriger ausgeführt und die letzten drei Schiffe des Typs, darunter Karl Galster, erhielten einen Klipperbug. Durch diese Maßnahmen wurde die Seefähigkeit deutlich verbessert. Auch die Maschinenanlage wurde verbessert und war so weniger störanfällig. Die Bewaffnung blieb im Vergleich zu den Vorgängertypen unverändert.

Von den sechs Schiffen gingen fünf in den beiden Schlachten von Narvik am 10. und 13. April 1940 verloren. So wurde nur Karl Galster während des Kriegs modernisiert, insbesondere in Bezug auf die Flugabwehr sowie Radarausstattung. Sie erhielt aber auch ein Entmagnetisierungskabel sowie einen Dreibeinmast.

Die Z 20 Karl Galster war 123,2 m lang, 11,8 m breit und verdrängte 3415 ts. Der Antrieb bestand aus sechs Kesseln und zwei Dampfturbinen, die 70 000 PS leisteten und eine Geschwindigkeit von 38,5 kn ermöglichten.

Bewaffnung 1945
5 x 12,7 cm L/45 SK C/34
6 x 3,7 cm
10 x 2 cm
8 x 53,3 cm-Torpedorohre (zwei Vierlinge)
60 Minen

Die Karl Galster wurde 1937-39 von Deschimag in Bremen gebaut und diente danach bei der 4. Zerstörer-Flottile. Nach Kriegsausbruch legte sie in der Nordsee Minenfelder, darunter auch welche vor der britischen Küste. Dazu war sie an mehreren Vorstößen beteiligt, die gegen alliierte Handelsschiffe gerichtet waren. Ab Februar 1940 war sie bei der 3. Zerstörer-Flottille. Wegen einer Werftüberholung verpasste sie die deutsche Invasion in Norwegen (Unternehmen Weserübung), in der alle ihre Schwesterschiffe verloren gingen. Im Juni 1940 wurde sie als Teil eines größeren Verbands nach Norwegen verlegt. Dabei versenkten der Schwere Kreuzer Admiral Hipper und der Zerstörer Hans Lody den britischen Truppentransporter Orama, von dem 68 Überlebende von Karl Galster gerettet wurden. Im Juli geleitete sie das beschädigte Schlachtschiff Gneisenau zurück nach Deutschland und wurde im September nach Frankreich verlegt. Dort war sie im Oktober an einem Gefecht gegen britische Kreuzer und Zerstörer beteiligt. Schon im Dezember wurde sie wieder zurück nach Deutschland verlegt, wo sie in die Werft für eine Überholung ging, die sich bis Juni 1941 hinzog.

Danach wurde Karl Galster erneut nach Norwegen verlegt, wo sie mit anderen Zerstörern Vorstöße in die Barentsee und in Richtung Murmansk unternahm, bei denen einige kleinere russische Schiffe versenkt wurden. Daneben war sie an Geleiteinsätzen für deutsche Konvois entlang der norwegischen Küste beteiligt. Für einen weiteren Werftaufenthalt wurde sie im Dezember 1941 zurück nach Deutschland verlegt. Nach Abschluss der Arbeiten ging es im Juni 1942 wieder nach Norwegen, wo sie am 3. Juli im Gimsöystraumen auf ein Riff lief und schwer beschädigt wurde. Für die Reparaturen musste sie zurück nach Deutschland in die Werft. Im Dezember 1942 war sie wieder einsatzbereit und wurde erneut nach Norwegen verlegt. Am 8. September 1943 war sie mit den Schlachtschiffen Tirpitz und Scharnhorst sowie acht weiteren Zerstörern an einem Angriff auf Spitzbergen (Unternehmen Sizilien) beteiligt. Im November 1943 ging es schon wieder für einen längeren Werftaufenthalt zurück nach Deutschland - scheinbar lag sie immer fast die Hälfte des Jahres in der Werft. Erst im Mai 1944 war sie wieder einsatzfähig, geleitete danach deutsche Konvois zwischen Norwegen und Dänemark und war an Minenlegunternehmen in der Nordsee beteiligt.

Im März 1945 verlegte Karl Galster in die Ostsee. Im Mai, kurz vor der Kapitulation, transportierte sie gemeinsam mit anderen Zerstörern und Torpedobooten Flüchtlinge aus Hela nach Kopenhagen beziehungsweise Kiel. Am 10. Mai 1945 wurde sie außer Dienst gestellt und an britisches Militär übergeben. Im Dezember wurde der Zerstörer als Kriegsbeute der Sowjetunion zugesprochen und im Februar 1946 als Protschny (Прочный) in Dienst gestellt. Sie war bis 1954 Teil der baltischen Flotte. 1956 wurde sie zum Wohnschiff PKZ-99, aber bald darauf abgewrackt.

Das Modell

Das Modell der Z 20 Karl Galster stellt den Bauzustand von 1945 dar. Es wurde aus dem Bausatz der Z 21 von Trumpeter gebaut. Dieser Bausatz gibt den Bauzustand von 1940 wieder, musste also entsprechend angepasst werden.

Roland Nienkirchen

(Text über Original von Lars)