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Aoshima: japanisches Schlachtschiff Fuso (1/700) Drucken
Donnerstag, 22. Januar 2015 um 06:00

Deckelbild

Modell: I.J.N. battleship Fuso 1944
Hersteller: Aoshima
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol, Metall-Gewicht, Nass-Schiebebilder (insgesamt 416 Teile)
Art.Nr.: 000977
Preis: 32,6 € (bei NNT)

Das Original

Die Fuso war das Typschiff der ersten Klasse von japanischen Super-Dreadnought-Schlachtschiffen. Sie sollte ihren amerikanischen und britischen Gegenstücken überlegen sein, weshalb man sich für eine Bewaffnung mit zwölf 35,6 cm-Geschützen in sechs Zwillingstürmen entschied. Von der Klasse wurden nur zwei Schiffe gebaut, Fuso und Yamashiro. Beide Schiffe wurden zwischen den Kriegen massiv umgebaut, wobei u.a. ihre Maschinenanlagen komplett ausgetauscht und der Rumpf achtern verlängert wurde sowie Torpedowülste angebaut wurden.

Die Fuso war im Zustand von 1944 212,8 m lang, 33,1 m breit und verdrängte voll beladen 39 782 t. Der Antrieb erfolgte sechs Kessel und vier Dampfturbinen, die insgesamt 75 000 PS leisteten, womit 24,5 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus etwa 1900 Mann. Die Bewaffnung setzte sich aus zwölf 35,6 cm-Geschützen, 14 15,2 cm-Geschützen, acht 12,7 cm-Flak, 95 25 mm-Flak und drei Bordflugzeugen zusammen.

Die Fuso wurde von 1912-15 auf der Marinewerft Kure gebaut. Im Ersten Weltkrieg war sie an keinen Kampfeinsätzen beteiligt. Die Moderniseriung erfolgte in mehreren Werfaufenthalten von 1930 bis 1941. Zwischen den Moderniserungen war sie zeitweise im Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg im Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie anfangs kaum eingesetzt. Sie war Teil der Fernsicherung bei dem Angriff auf Pearl Harbor und Teil der Sicherung bei dem Ablenkungsangriff auf die Aleuten während der Schlacht von Midway.

Als Teil von Nishimuras Verband in der Schlacht von Leyte wurde sie am 24. Oktober 1944 leicht durch amerikanische Trägerkampfflugzeuge beschädigt. Am 25. Oktober 1944 wurde sie in der Schlacht in der Surigao Straße mit Torpedos von amerikanischen Zerstörern versenkt. Nur zehn Mann der Besatzung überlebten den Untergang und konnten nach Japan zurückkehren.

Der Bausatz

Die über 400 Teile des Bausatzes sind auf etliche Spritzrahmen verteilt. Die Bauteile für den Rumpf finden sich auf vier Spritzlingen. Der Rahmen „Bottom“ (B06-02) enthält die Wasserlinienplatte sowie zwei Sicherungsklammern, die die für die Waterline-Bausätze japanischer Hersteller typischen Metallgewichte. Auf dem Spritzling „B/Deck“ (10-0332) findet sich das Hauptdeck sowie Wellen, Schrauben und Ruder für eine Vollrumpf-Version. Der Gußrahmen „E“ (10-0332) schließlich enthält das Achterdeck. Beide Decksteile sind sehr fein strukturiert und sind mit einer Unzahl an feinen Details wie Luken, Oberlichtern und Lüftern übersät. Der Rumpf selbst ist der gleiche, wie er auch im 1938er Bausatz Verwendung findet. Auch dieses Bauteil weist feine Oberflächendetails wie dünne Linien, Bullaugen und sogar Steigeisen auf. Allerdings müssten für eine 1944er Version sämtliche Bullaugen unterhalb des Oberdecks verschlossen werden.

Auf dem Spritzrahmen „Deck“ (B06-02) finden sich neben diversen Richtmessgeräten die Kräne für die Verkehrsboote und die Bordflugzeuge sowie Teile für die achteren Aufbauten.

Der Spritzling „Bridge“ (B06-03) enthält sämtliche Bauteile, die für den Zusammenbau des einzigartigen Pagodenmastes der Fuso benötigt werden.

Der Rahmen „Funnel“ (B06-04) beinhaltet die Teile für den Schornsteinaufbau mittschiffs, mit all seinen Scheinwerfer- und Flakplattformen. Der Spritzling „H“ Schutzschilde für die Flak auf dem Hauptdeck sowie den Hauptentfernungsmesser auf dem Pagodenmast.

Der Spritzrahmen „Gun“ (B06-05) ist zweimal vorhanden und enthält neben einigen Entfernungsmessern für die Mittelartillerie und den Hauptankern die Kasematt-Geschütze sowie die Teile für die Hauptgeschütze. Der Spritzling „J“ enthält die Plattformen, die auf den Türmen der Hauptartillerie montiert waren, sowie einige 25 mm Zwillingsflak. Auf dem Spritzling „J“ sind die Teile für die oberen achteren Aufbauten.

Des weiteren sind im Bausatz vier kleine Gußrahmen „1944“ (03-14) enthalten, die wiederum Teile zur Darstellung des letzten Rüstzustandes zeigen. Als da wären eine korrigierte „Air Defence Platform“ für die Spitze des Pagodenmastes, zwei kleine Plattformen ebenfalls für die Pagode sowie insgesamt 40 25 mm Einzelflak, verteilt auf zwei Rahmen.

Zubehör

Für die ganzen Kleinteile (Flak, Scheinwerfer, Boote, Bordflugzeuge, usw.) stehen zwei Spritzlinge der Firma „Leviathan“ zur Verfügung. Allerdings sind besagte Sets bereits seit etwa 30 Jahren erhältlich und deshalb nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Zusätlich ist dem Bausatz ein Spritzling D beigelegt, der die Bauteile für ein PT-Boot in Wasserlinienausführung enthält. Ein interessantes Gimmick, denn waren doch auch eben diese Schnellboote an den Gefechten in der Surigaostraße beteiligt, bei denen letztendlich beide Einheiten der Klasse versenkt wurden.

Abziehbilder

Bei den Leviathan-Spritzlingen für die Kleinteile finden sich zwei kleine Bögen mit Nass-Schiebebildern, die die Hoheitszeichen (Hino Marus) für die Bordflugzeuge enthalten.

Die Anleitung

Auf drei beidseitig bedruckten Din A4 Seiten wird der Zusammenbau ausführlich und gut überschaubar beschrieben. Anhand eines Schaubildes wird erläutert, wie das Schiff zu bemalen ist. Als Farbtöne werden die Farben von Mr. Color vom Hersteller GSI Creos angegeben, allerdings fehlen Querverweise zu anderen Herstellern.

Quellen

Fazit

Verglichen mit dem alten Bausatz hat Aoshima mit dieser Neuauflage einen Riesenschritt vorwärts gemacht. Nachdem der Hersteller dieses Schiff bereits in mehreren Bauzuständen auf den Markt gebracht hat (1933, 1938, 1941), ist hiermit die finale Version (Surigaostraße 1944) erschienen. Die großen Bauteile wie Rumpf und Decks weisen eine feine Struktur auf und sämtliche Kleinteile sind filigran ausgeführt. Allerdings müssen einige der Bauteile für eine korrekte Wiedergabe der Version Herbst 1944 (Surigaostraße) überarbeitet werden. Die Teile für die Flak sind ausreichend, wer diese aber verbessern will, kann hier auf jede Menge Zurüstteile auf dem Zubehörmarkt zurückgreifen, z.B. von Finemolds.

  •  + filigran ausgeführte Bauteile
  •  + sehr gute Paßgenauigkeit
  •  - einige Bauteile müssen für die 1944er Version überarbeitet werden
  •  - Bauteile der leichten Flak ausreichend

alt empfehlenswert

Jan

Wir danken Aoshima für das Bausatzmuster