Modellsuche

Suchen

GTranslate

English French Italian Japanese Russian Spanish Swedish

22.09.1914 - 100 Jahre Versenkung von Aboukir, Hogue und Cressy durch U 9 Drucken
Montag, 22. September 2014 um 05:00

Untergang der Cressy von Henry Reuterdahl

Quelle: Wikimedia Commons

Heute vor 100 Jahren, am 22. September 1914, versenkte das deutsche U-Boot U 9 die drei britischen Panzerkreuzer Aboukir, Hogue und Cressy kurz hintereinander nördlich von Hoek van Holland, wobei 1459 Mann der Besatzungen der drei Schiffe starben (siehe Jahrestage auf Modellmarine).

Die drei alten Panzerkreuzer der Cressy-Klasse wurden als Teil der 7th Cruiser Squadron in der Nordsee eingesetzt, um das Eindringen von deutschen Kriegsschiffen in den Kanal zu verhindern. Der Einsatz der 1898-1902 gebauten Schiffe wurde innerhalb der Royal Navy stark kritisiert, allerdings primär da diese veraltet waren. Die Bedrohung durch U-Boote wurde, obwohl die Royal Navy selbst in der südlichen Nordsee U-Boote gegen deutsche Schiffe einsetzte, damals noch nicht verstanden.

Quelle: Wikimedia Commons HMS Aboukir, HMS Cressy, HMS Hogue

Dies änderte sich dramatisch, als U 9 unter Kapitänleutnant Otto Weddigen auf die drei Panzerkreuzer traf. Das Boot versenkte erst mit einem Torpedo die Aboukir, die innerhalb von einer halben Stunde sank. Die beiden anderen Panzerkreuzer stoppten, um die Besatzung der Aboukir zu retten. Man ging von einem Minentreffer aus. Darauf traf U 9 die gestoppte Hogue mit zwei Torpedos. Dabei tauchte das U-Boot versehentlich auf, worauf die sinkende Hogue das Feuer auf es eröffnete. Die Cressy versuchte U 9 zu rammen, was aber misslang. Als das Boot darauf nicht mehr zu sehen war, setzte Cressy die Bergung der Besatzungen der beiden gesunkenen Schwesterschiffe fort - und wurde selbst von zwei Torpedos getroffen. 1459 Mann der drei Panzerkreuzer starben, nur 837 konnten von niederländischen Schiffen und britischen Fischerbooten gerettet werden.

U 9

Quelle: Wikimedia Commons

U 9 gelang es, trotz Versuchen britischer Zerstörer es abzufangen, unbeschädigt zur Basis zurück zu kehren. Dort wurde seine Besatzung als Helden gefeiert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Das Boot selbst erhielt auch das Eiserne Kreuz, was am Turm geführt wurde. Auf einer weiteren Fahrt versenkte U 9 am 9. Oktober 1914 den britischen Geschützten Kreuzer Hawke. Danach wurde U 9 primär als Minenleger in der Ostsee eingesetzt, wurde nach dem Ersten Weltkrieg britische Kriegsbeute und 1919 abgewrackt. Weddingen erhielt schon im Februar 1915 das Kommando über das modernere U 29 und konnte mit diesem vier Frachter versenken. Auf der Rückfahrt von diesem Einsatz traf er auf die britische Grand Fleet. U 29 wurde am 18. März 1915 mit der gesamten Besatzung durch Rammstoss des britischen Schlachtschiffs Dreadnought versenkt - übrigens der einzige Kampfeinsatz dieses berühmten Schlachtschiffs.

Von U 9 gibt es im Maßstab 1/72 einen Vaku-Bausatz von Combat Models. Im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg ist ebenfalls ein Modell ausgestellt:

Erinnerungsstücke

Die Heldenverehrung von Weddingen und der Besatzung des U 9 führte dazu, dass zahlreiche Produkte zu Werbezwecken mit entsprechenden Namen und Abbildungen versehen wurde. Im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg sind neben Orden Weddingens auch diverse dieser Produkte ausgestellt:

Auch im Deutschen Historischen Museum in Berlin finden sich neben einem Periskop eines deutschen U-Boots aus dem Ersten Weltkrieg einige Erinnerungsstücke:

Weitere U 9

U 9 der Kriegsmarine gehörte zum Typ II und wurde 1935 gebaut. Es wurde am 20. August 1944 durch sowjetische Flugzeuge versenkt. Von diesem U 9 gibt es von Revell im Maßstab 1/144 und von Mirage im Maßstab 1/400 Bausätze.

U 9 (S188) der Bundesmarine gehörte zur Klasse 205A und wurde von 1964-67 gebaut. Es wurde 1993 außer Dienst gestellt und ist heute im Technikmuseum in Speyer zu besichtigen. Von der Klasse gibt es von OKB Grigorov im Maßstab 1/350 und 1/700 Bausätze.

Hier Fotos des dritten U 9 in Speyer:

U-Boot U 9

Link zur Galerie mit Fotos der U 9 im Technikmuseum Speyer.

Bisher gibt es keinen Bausatz eines Panzerkreuzers der Cressy-Klasse.

Lars und Olaf