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Schlachtkreuzer HMS Queen Mary (1/700, NNT) von Martin Kohring Drucken
Samstag, 30. August 2014 um 05:00

 

28.08.1914 - 100 Jahre Schlacht von Helgoland

 

Das Eingreifen der britischen Schlachtkreuzer unter Konteradmiral Beatty besiegelte am 28. August 1914 die deutsche Niederlage in der Schlacht von Helgoland (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die Schlachtkreuzer Lion, Princess Royal, Queen Mary, Invincible und New Zealand versenkten die deutschen Geschützten Kreuzer Cöln und Ariadne und zwangen die restlichen deutschen Kreuzer in die Flucht.

Das Original

Der britische Schlachtkreuzer Queen Mary war eine Halbschwester der beiden Schiffe der Lion-Klasse. Sie wurde parallel zu den Schlachtschiffen der King George V-Klasse gebaut. Wie diese Schlachtschiffe erhielt auch die Queen Mary schwerere 34,3 cm-Granaten, die ein genaueres Feuer ermöglichten. Sie fiel etwas größer aus als ihre Halbschwestern, hatte stärkere Maschinen und die vorderen beiden Schornsteine waren nicht oval sondern rund. Außerdem befanden sich ihre 10,2 cm-Geschütz nur auf einem Deck und waren besser geschützt. Die Panzerung wurde leicht modiziert. Queen Mary und ihre Halbschwestern waren zwar deutlich stärker gepanzert als die ersten beiden Klassen britischer Schlachtkreuzer. Im Vergleich zu anderen Schlachtschiffen ihrer Zeit, fiel die Panzerung aber trotz der Ausstattung mit den gleichen Geschützen deutlich leichter aus. Sie war auch schwächer als bei zeitgenössischen deutschen Schlachtkreuzern, wobei auch derern Panzerung wiederholt durchschlagen wurde.

Es mangelte an Einsicht, für was diese Schiffe gedacht waren, also ob sie zur Schlachtflotte gehörten oder als Kreuzer gedacht waren. Für Ersteres sprachen ihre Bewaffnung und die Baukosten, für Zweiteres ihre Panzerung. Auf jeden Fall waren sie gegen ähnlich stark bewaffnete Schiffe anfällig, was sich auch beim Verlust der Queen Mary zeigen sollte. Dabei war die Ursache für den Verlust wahrscheinlich nicht einmal die zu schwache Panzerung, sondern instabiles, eventuell überlagertes Pulver und eine problematische Sicherung der Magazine, sodass Turmbrände zu verherrenden Magazinexplosionen führen konnten.

Die Queen Mary war 214,4 m lang, 27,1 m breit und verdrängte voll beladen 31 650 ts. Der Antrieb bestand aus 42 Yarrow-Kesseln und vier Dampfturbinensätzen von Parsons, die zusammen bei den Probefahrten 83 000 PS leisteten, womit 28,1 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 1284 Mann.

Bewaffnung
8 x 34,3 cm L/45 Mk V (vier Zwillingstürme)
16 x 10,2 cm Mk VII
4 x 4,7 cm 3-Pfünder
2 x 53,3 cm-Torpedorohre

Die Queen Mary wurde 1911-13 bei Palmers in Jarrow gebaut. Nach ihrer Indienststellung wurde sie der 1st Battlecruiser Squadron unter Konteradmiral David Beatty zugeordnet. Ihr erster Kampfeinsatz erfolgte in der Schlacht von Helgoland am 28. August 1914, als sie zusammen mit den anderen Schlachtkreuzern die deutschen Geschützten Kreuzer Cöln und Ariadne versenkte. Am 16. Dezember 1914 versuchte sie mit den anderen Schlachtkreuzern der Einheit erfolglos die deutschen Schlachtkreuzer abzufangen, die Scarborough, Hartlepool und Whitby bombardiert hatten. Anfang 1915 wurde sie überholt, wobei sie auch ein Feuerleitgerät für die schwere Artillerie sowie einen Dreibeinfockmast erhielt. Wegen diesem Werftaufenthalt stand sie für die Schlacht bei der Doggerbank nicht zur Verfügung.

Am 31. Mai 1916 gehörte Queen Mary zusammen mit den anderen Schlachtkreuzern ihres Geschwaders (Lion, Princess Royal und Tiger), den Schiffen der 2nd Battlecruiser Squadron (New Zealand und Indefatigable), vier Schlachtschiffen, 14 Leichten Kreuzern bzw. Spähkreuzern, einem Seeflugzeugtender und 27 Zerstörern in der Schlacht von Skagerrak zur Vorhut unter Vizeadmiral Beatty. Sie beschädigte den deutschen Schlachtkreuzer Seydlitz, wurde aber selbst von Seydlitz und Derfflinger ins Visier genommen. Dabei wurde Turm Q getroffen und kurz darauf eine Munitionskammer im Vorschiff, deren Explosion das Schiff in zwei Teile brechen ließ. Während des Kenterns gab es eine weitere schwere Explosion im Achterschiff (eventuell durch Granaten verursacht, die aus ihren Halterungen fielen). Bei dem Untergang starben 1266 Mann der Besatzung, lediglich 18 Mann konnten durch britische Zerstörer und zwei Mann durch deutsche Schiffe gerettet werden. Das Wrack liegt in drei Teile zerbrochen noch heute auf dem Boden der Nordsee.

Das Modell

Die Queen Mary wurde aus dem Bausatz von NNT gebaut und stellt den Bauzustand zu Beginn des Ersten Weltkriegs dar.

Quellen

Martin Kohring (Modell), Lars (Text)