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28.08.1914 - 100 Jahre Schlacht von Helgoland Drucken
Donnerstag, 28. August 2014 um 05:00

Untergang der Mainz

Quelle: Wikimedia Commons

Heute vor 100 Jahren, am 28. August 1914, kam es zu ersten größeren Schlacht im Ersten Weltkrieg zwischen der Royal Navy und der Kaiserlichen Marine (siehe Jahrestage auf Modellmarine).

Die britischen Kommodore Roger Keyes, der Befehlshaber der britischen U-Boote, die in der Deutschen Bucht operierten, und Reginald Tyrwhitt, der die Harwich Force kommandierte, planten einen Angriff auf die deutsche Vorpostenkette in der Deutschen Bucht. Hierf√ľr wollten sie ihre eigenen Einheiten einzusetzen. Die U-Boote sollte dabei die deutschen Schiffe der Vorpostenkette zu den britischen Leichten Kreuzer und Zerst√∂rer locken.

Beteiligte Schiffe

Tyrwhitts befehligte vom Leichten Kreuzer Arethusa aus den Sp√§hkreuzer Fearless und 31 Zerst√∂rer der Acheron- und Laforey-Klasse. Keyes kommandierte mit dem Zerst√∂rer Lurcher als Flaggschiff den Zerst√∂rer Firedrake sowie die U-Boote D-2, D-8, E-4, E-5, E-6, E-7, E-8 und E-9. Die R√ľckhalt bildeten Beattys Schlachtkreuzer (1st Battle Cruiser Squadron: Lion, Princess Royal und Queen Mary; 2nd Battle Cruiser Squadron: Invincible und New Zealand), die 1st Light Cruiser Squadron unter Goodenough (Southampton, Birmingham, Nottingham, Lowestoft, Falmouth und Liverpool), und 7th Cruiser Squadron unter Christian und Campbell (Panzerkreuzer Euryalus, Cressy, Aboukir, Hogue, Sutlej und Gesch√ľtzter Kreuzer Amethyst). Tyrwhitt und Keyes waren nicht √ľber die Anwesenheit der Schlachtkreuzer und Leichten Kreuzer Goodenoughs informiert, so dass friendly fire-Zwischenf√§lle zwischen britischen Schiffen mehrfach nur knapp vermieden werden konnten.

Die deutsche Vorpostenlinie bestand aus den Zerst√∂rern (Hochseetorpedobooten) der I. Torpedobootflottille mit den Zerst√∂rern V 187, V 188, V 189, V 191, G 193, G 194, G 196 und G 197. Nach den ersten Sichtungen britischer U-Boote lief dazu die V. Torpedobootflottile u.a. mit den Zerst√∂rern V 1, V 6, G 9 und S 13 aus. Als R√ľckhalt lagen bei Helgoland die Gesch√ľtzen Kreuzer Frauenlob und Stettin sowie der Torpedokreuzer (Aviso) Hela bei Brunsb√ľttel (der aber nicht an der Schlacht beteiligt war). Hinter der Vorpostenkette operierte die III. Minensucher Division, die aus alten Torpedobooten (u.a. T 33, T 34, T 37 und S 73) bestand und deren Flaggschiff die D 8 war. Dazu lagen eine Reihe von Gesch√ľtzten und Leichten Kreuzer bereit: die Mainz in der Emsm√ľndung; C√∂ln, Strassburg, Stralsund, Kolberg und Ariadne in Wilhelmshaven sowie Danzig und M√ľnchen in Brunsb√ľttel. Schwere Einheiten der Kaiserlichen Marine waren zum Teil nicht einsatzklar, konnten teilweise bei Niedrigwasser auch nicht auslaufen und wurden wenn √ľberhaupt zu sp√§t losgeschickt, um noch in die Schlacht eingreifen zu k√∂nnen. Die Kreuzer standen unter dem Kommando von Maas, das Oberkomando √ľber die Verteidigung der Deutschen Bucht lag bei Hipper.

Schlachtverlauf

Keyes schickte die U-Boote auf ihre Positionen, aber Tyrwhitt traf direkt auf die deutschen Zerst√∂rer. Um diese und die dahinter operierenden Minensucher zu sch√ľtzen, griffen die Kreuzer Frauenlob und Stettin ein, denen es gelang die Arethusa schwer zu besch√§digen und so die meisten Torpedoboote und Minensucher (au√üer V 187, die versenkt wurde) zu retten. Darauf liefen acht weitere deutsche Kreuzer aus, die aber einzeln und unkoordiniert angriffen. Deshalb griffen Goodenoughs Leichte Kreuzer zur Unterst√ľtzung von Tyrwhitt ein. Zu den einzeln angreifenden deutschen Schiffen geh√∂rte der Gesch√ľtzte Kreuzer Mainz, der von sechs britischen Leichten Kreuzern und 20 Zerst√∂rern Goodenoughs und Tyrwhitts gestellt und versenkt wurde. Wegen der zunehmenden Zahl von deutschen Kreuzern entschloss sich schlie√ülich auch Beatty mit seinen f√ľnf Schlachtkreuzern zur Unterst√ľtzung von Tyrwhitt zu eilen und besiegelte so die deutsche Niederlage in der Schlacht von Helgoland. Die Schlachtkreuzer versenkten die deutschen Gesch√ľtzten Kreuzer C√∂ln und Ariadne und zwangen die restlichen deutschen Kreuzer in die Flucht. Auf britischer Seite starben 35 Mann und 55 wurden verwundet sowie der Leichte Kreuzer Arethusa und drei Zerst√∂rer wurden schwerer besch√§digt. Von der deutschen Marine starben 712 Mann, 149 wurden verwundet und 336 gerieten in Gefangenschaft. Versenkt wurden die Gesch√ľtzten Kreuzer Mainz, C√∂ln und Ariadne sowie der Zerst√∂rer V 187 und mehrere Kreuzer, Zerst√∂rer und Minensucher wurden besch√§digt. In der Folge wurde die deutsche Marine sehr viel vorsichtiger eingesetzt, um nicht den Verlust von weiteren Schiffen zu riskieren. Die Verteidigung der Deutschen Bucht, die sich als ineffektiv erwies, wurde durch massive Minenfelder verst√§rkt.

Bausätze

Inzwischen gibt es eine zunehmende Zahl von Baus√§tzen von an der Schlacht beteiligten Schiffen. So sind im Ma√üstab 1/700 von Kombrig und NNT die beteiligten britischen Schlachtkreuzer erh√§ltlich (siehe Bausatzbesprechung der Queen Mary von NNT und der New Zealand von Kombrig). Von den britischen Leichten Kreuzern kann man Southampton, Birmingham, Nottingham und Lowestoft aus dem Bausatz der Sydney von HP Models bauen bzw. umbauen, w√§hrend Liverpool aus dem Bausatz der Glasgow oder Gloucester von Kombrig baubar ist. Von den beteiligten deutschen Kreuzer gibt es von HP Models Baus√§tze der Gazelle-Klasse (Arcona; weitere sind angek√ľndigt), w√§hrend es von Blue Ridge Models einen Bausatz der N√ľrnberg gibt, aus dem die Stettin gebaut werden kann. Von Kombrig gibt es auch einige der Klassen im Ma√üstab 1/350, siehe z.B. hier und hier.

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