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Mulberry-Hafen A Omaha Beach (1/350, diverse) von Alain Boivin Drucken
Montag, 16. Juni 2014 um 05:00

 

06.06.1944 - 70 Jahre Landung in der Normandie (D-Day)

 

Mullbery B

Das Original

Mulberry A war ein künstlicher Hafen, der bei Saint-Laurent-sur-Mer am Omaha Beach errichtet wurde. Er sollte der Versorgung des Brückenkopfs in der Normandie dienen, bis eine der Hafenstädte in der Normandie erobert worden wäre. Tatsächlich wurde er aber nur kurz genutzt: Als erstes machte LST-543 am 16. Juni 1944 fest, also heute vor 70 Jahren (Jahrestage auf Modellmarine).

LST-543 wurde in weniger als zwei Stunden entladen. Der künstliche Hafen ermöglichte eine deutlich häufigere Fahrten der LST zwischen den Stränden und den britischen Häfen. Zuvor waren die LST direkt auf Strand gefahren und waren für die Zeit der Ebbe dort lahmgelegt. Ein Sturm vom 19. bis zum 21. Juni 1944 zerstörte einen Großteil der Anlagen von Mulberry A und machte den Hafen unnutzbar. Der Großteil des Verkehrs wurde daraufhin zu Mulberry B umgeleitet, dem britischen Hafen bei Arromanches.

Das Modell

Ich hatte die Idee für dieses Diorama, als L'Arsenal verschiedene Elemente der Mulberry-Häfen im Maßstab 1/350 ankündigte (Pontons, Brücken, Fahrzeuge etc.).

Der Bau des Dioramas, das Mulberry A am 16. Juni 1944 zeigt, beruht auf drei Ereignissen:

  • Dem Anlegen von LST-543 am 16. Juni
  • Dem Bau der Seebrücken (Wales walkway), von denen weitere Elemente am 16. Juni ankamen. An diesem Tag war nur einer von drei geplanten nutzbar.
  • Die Entladung eines Liberty-Schiffes vor der Küste mit Hilfe von Rhino Fähren.

Ich begann mit dem Bau der Schiffe:

  • Das LST-543 aus dem Resinbausatz von Iron Shipwrights
  • Das LCI(L) 125 Landing Craft Infantry (Large) aus dem Resinbausatz von Iron Shipwrights
  • Das LCI(L) 713 Landing Craft Infantry (Large) aus dem Resinbausatz von Iron Shipwrights
  • Drei Schlepper von Alliance Model Works
  • Ein Liberty-Schiff von Trumpeter
  • Vier LCM(3) von L'Arsenal
  • Zehn LCVP von L'Arsenal
  • Drei Rhino Fähren und ein Schubboot, die selbst gebaut wurden.

LST und LCI(L)

Nachdem ich die Bausätze von Iron Shipwright geöffnet und analysiert hatte, kam ich schnell zu der Schlußfolgerung, dass es besser wäre, alles zu überarbeiten. Diese Bausätze sind zu alt und entsprechenden nicht mehr den Kriterien, die heute an Bausätze im Maßstab 1/350 angelegt werden.

Um sie komplett überarbeiten zu können, stützte ich mich auf diverse Pläne, die im Internet verfügbar sind, und auf das Modell von Pierre Marchal, das im vollständigen Eigenbau entstanden ist (siehe hier).

Hier Fotos des LST und der zwei LCI(L) während des Baus:

Von dem LST nutze ich nur den Rumpf, den ich aber zusätzlich verbesserte. Die Fotoätzteile und einige der Splitterschutzwannen der Flakgeschütze stamen von L'Arsenal und Gold Medal Models. Die weißen Teile sind aus verschiedenen Profilen und Platen von Evergreen.

Schlepper

Der Bau der Schlepper stelle kein Problem dar. Um sie für das Diorama realistischer zu machen, habe ich nur ein paar der Türen der Schlepper geöffnet.

Rhino Fähren

Die Rhino Fähren wurden in echt vor Ort – abhängig von den jeweiligen Bedürfnissen – aus Standardmetallwürfeln (1,523 x 2,2132 m groß und 1,523 m hoch) zusammengebaut. Ich benutze diese Abmesungen, um diese Kähne selbst zu bauen. Hierfür verwendete ich verschiedene Arten von Plastikplatten von Evergreen.

Das Foto zeigt fertige Rhino Fähren mit Fahrzeugen von L’Arsenal.

Liberty-Schiff

Für das Liberty-Schiff benutze ich den Bausatz von Trumpeter zusammen mit folgenden Zubehörsätzen:

  • Den Satz von L’Arsenal (Liberty ship upgrade set): er enthält auch die Ladeluken mit den richtigen Abmessungen sowie einen realistischeren Schornstein. Dazu sind auch alle Splitterschutzwannen für die Flak enthalten.
  • Den Fotoätzteilsatz von Gold Medal Models.
  • Den Fotoätzteilsatz von Eduard.

Die Teile von L’Arsenal und GMM ergänzen sich gut. Die Fotoätzteile an den Ladeluken sind von Jean Mahieux. Für die, die ihn nicht kennen, möchte ich ihn kurz vorstellen. Viele haben sicher den Fortschritt bei dem Diorama der Marinewerft Mare Island im Maßstab 1/700 verfolgt. Jean hat viele Teile dieses meisterhaften Dioramas entworfen. Dazu hat er die Delta King im Maßstab 1/700 gebaut, die auf der 50. IPMS Scale ModelWorld 2013 in Telford zum besten Modell der Ausstellung (Best of Show) erklärt wurde (siehe hier).

Elemente des Mulberry-Hafens

Die Bausätze, die ich für den Bau des Hafens verwendet habe, stammen alle von L’Arsenal. Ich benutzte folgende:

  • MB 350 01 : SPUD dock Mulberry harbor
  • MB 350 02 : pontoon extension RCP
  • MB 350 03 : Berthing beach for pontoon LST
  • MB 350 04 : unloading dock SPUD for LST
  • Die Bausätze für die Schiffsbrücke (Wales walkways) werden noch von L’Arsenal erscheinen

Der Guss dieser Teile ist herausragend. Für die verschiedenen Teile ist nur wenig Nacharbeit erforderlich. Ich habe lediglich Lüftungselemente (weiß auf den Fotos) ergänzt. Dazu reduzierte ich die Dicke der Pontons sowie die Länge der Pfeiler, um die Anlage bei Flut (Hochwasser) darzustellen.

Bemalung

Für die Bemalung benutzte ich zwei Sätze von Farben für die US Navy des Zweiten Weltkriegs von Lifecolor. Um den Maßstabseffekt zu berücksichtigen, habe ich alle Farbe um 30% aufgehellt.

Ich habe mich für folgende Tarnschemen entschieden:

  • Measure 14 für das LST (Ocean Grey 5O, Haze Grey 5H und Deck Blue 20B)
  • Measure 21 für alle anderen Schiffe und Fahrzeuge (Navy Blue 5N und Deck Blue 20B)

Bei dem Anstrich des Liberty-Schiffs bin ich wie folgt vor dem Auftragen des Navy Blue vorgegangen:

  • Der Zinkchromat-Anstrich an den Rumpfseiten besteht aus einer Mischung aus den Farben 75 (2/3) und 78 (1/3) von Prince August.
  • Den Rost habe ich mit 80 von Prince August dargestellt.

Danach kam eine Schicht Glanzlack sowie eine Schicht Worn Effects von AK Interactive darauf. Letzteres ersetzte das traditionelle Haarspray. Allerdings ist diese Methode mit Lifecolor Farben weniger einfach, da diese Farben die Tendenz haben, sich wieder abzulösen. Die restlichen Abnützungserscheinungen wurden mit verschiedenen Ölfarben aus dem Künstlerbedarf dargestellt.

Die Teile des Mulberry-Hafens wurden mit aufgehellten English Gray (57 von Prince August Air) bemalt. Die Pfeiler wurden mit der Ölfarbe Earth Natural Shadow gestrichen.

Fahrzeuge und Panzer

Die Auswahl an Fahrzeugen im Maßstab 1/350 von L’Arsenal ist wirklich einmalig. Die Gussqualität und die Details machen es sehr leicht, die Teile zu nutzen. Um dieses Diorama zu bauen, benutzte ich die gesamte Palette an US Fahrzeugen im Maßstab 1/350.

Jean Mahieux hatte bereits Fotoätzteile für diese Fahrzeuge entworfen und stellte sie mir für mein Projekt zur Verfügung.

Diese Platinen enthalten Details für folgende Fahrzeuge: M4 Sherman, Jeep, M4 Halbkettenfahrzeug, Dodge W34, M10 Jagdpanzer, Diamond T 981 Laster und die dazugehörigen Anhänger. Andere Platinen enthalten Benzinkanister, 7,62 mm- und 12,7 mm-MG, Fahrräder und Handfeuerwaffen für die Infanterie.

Um die Fahrzeuge zu beladen und als zusätzliche Details auf den Schiffen und Pontons stellte ich selbst Teile her bzw. nutze diese:

  • Teile von L’Arsenal, um Landung und andere Details für Hafendioramen darzustellen
  • Die Sätze an großen und mittleren Kisten von Niko Model.

Das Diorama ist noch nicht fertig, ich habe noch zwei oder drei Monate zu bauen.

Um darzustellen, wie das Diorama einmal aussehen wird, habe ich die verschiedenen Elemente auf der Grundplatten angeordnet. Die Teile sind noch nicht angeklebt und die Wellen der Schiffe müssen noch dargestellt werden.

Den Fortschritt beim Bau des Dioramas kann man hier verfolgen:

http://www.shipmodels.info/mws_forum/viewtopic.php?f=59&t=154402

Alain Boivin

(übersetzt aus dem Englischen/Französischen von Lars)