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Deutsche Kleinst-U-Boote der Typen Marder, Biber und Seehund Drucken
Samstag, 14. Juni 2014 um 05:00

 

06.06.1944 - 70 Jahre Landung in der Normandie (D-Day)

 

Biber

Die Kriegsmarine setzte vor 70 Jahren bei dem Versuch die Landung in der Normandie abzuwehren auch verschiedene Typen von bemannten Torpedos und Kleinst-U-Booten ein (siehe auch Jahrestage auf Modellmarine). Unter hohen Verlusten gelang es diesen einfachen Fahrzeugen einige alliierte Schiffe der Landungsflotte zu versenken bzw. zu beschädigen, was allerdings den Erfolg der Landung nicht beeinträchtigte.

Marder

Der bemannte Torpedo "Marder" war eine Weiterentwicklung des Typs "Neger" und bestand wie dieser aus zwei 53,3 cm-Torpedos des Typs G7e. Der untere der beiden war mit einem Sprengkopf ausgestattet, während im oberen eine Fahrerkabine eingebaut war. Der "Marder" konnte, im Gegensatz zum "Neger", tauchen. Allerdings konnte der (untere) Torpedo nur auf Sicht geschossen werden und dafür musste entweder das Wasser sehr klar oder die Haube des Fahrers über Wasser sein. Ein "Marder" war 8,3 m lang, 0,5 m breit und verdrängte 5 t. Die Maximalgeschwindigkeit war 4 kn und die Bewaffnung bestand aus dem untergehängten Torpedo.

Bis 1945 wurden etwa 500 Stück gebaut. Der Verlustrate war sehr hoch. Gegen die alliierte Flotte vor der Normandie gingen alleine bei zwei Einsätzen im August 1944 41 von 58 bzw. 26 von 42 verloren - im Gegenzug beschädigten sie mehrere bereits als Blockschiff versenkte Schiffe und versenkten ein Liberty-Schiff, einen Geleitzerstörer, einen Minensucher, ein Hilfsfahrzeug sowie ein Landungsboot.

Biber

Der "Biber" war ein Kleinst-U-Boot, d.h. im Gegensatz zum "Marder" ein wirkliches U-Boot. Ein "Biber" war 9 m lang, 1,6 m breit und verdrängte 6,3 t. Die Maximalgeschwindigkeit betrug 6,5 kn, die Besatzung bestand aus einem Mann und die Bewaffnung aus zwei untergehängten 53,3 cm-Torpedos.

Insgesamt 324 "Biber" wurden gebaut, die 102 Einsätze fuhren, wobei 70 verloren gingen und lediglich sieben kleine Schiffe mit insgesamt 491 t versenkt wurden. Sie wurden nach der Landung im Kanal und später an der niederländischen Küste eingesetzt.

Seehund

Das Kleinst-U-Boot "Seehund", auch Typ XXVII, war eine Weiterentwicklung des "Hechts". Ein "Seehund" war 11,9 m lang, 1,7 m breit und verdrängte 17 t. Sie erreichten getaucht 6 kn, hatten zwei Mann Besatzung und waren mit zwei untergehängten 53,3 cm-Torpedos bewaffnet.

Insgesamt wurden 285 gebaut, von denen aber nur 137 in Dienst gestellt wurden (mit U 5000er-Bezeichungnen) und 142 Einsätze fuhren. Dabei gingen 35 verloren und acht Schiffe mit 17301 t wurden versenkt. Sie wurden überwiegend im Kanal und vor der deutschen Küste eingesetzt.

Museumsexemplare

Im Technik-Museum in Speyer sind ein bemannter Torpedo des Typs "Marder" sowie Kleinst-U-Boote der Typen "Biber" und "Seehund" ausgestellt, wo wir sie am 24. März 2014 fotografiert haben. Ein "Marder" ist auch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden ausgestellt, diese Fotos wurden am 3. Dezember 2011 aufgenommen.

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Lars und Steffi