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Deutsches U-Boot U 505 (1/72, Revell) fast OOB von Olaf Krabbenhöft Drucken
Mittwoch, 04. Juni 2014 um 05:00

 

04.06.1944 - 70 Jahre Kaperung von U 505

 

Heute vor 70 Jahren wurde das deutsche U-Boot des Typs IXC U-505 von einer U-Jagd-Gruppe der US Navy um den Geleitträger Guadalcanal erbeutet (siehe Jahrestage auf Modellmarine) - ein Ereignis, dem wir verdanken, dass dieses Boot als einziges dieses Typs heute noch im Museum of Science and Industry in Chicago erhalten ist.

Das Original

U-505 wurde am 12. Juni 1940 bei der Deutschen Werft AG in Hamburg als Baunummer 295 auf Kiel gelegt und gut 14 Monate später von Kapitänleutnant Axel-Olaf Loewe in Dienst gestellt. Loewe kommandierte das Boot auf drei Feindfahrten und versenkte insgesamt sieben Schiffe.

Am 6. September 1942 übernahm Oberleutnant z.S. Peter Zschech das Kommando. Von dem am 1. Oktober 1918 in Kostantinopel geborenen Kommandanten durfte man Großes erwarten. Er gehörte der so genannten "Olympia-Crew", dem Kadettenjahrgang 1936, an. Nach Einsätzen als Wachoffizier auf den Zerstörern Z 7 Hermann Schoemann und Z 14 Friedrich Ihn wechselte er zur U-Bootwaffe und fuhr als Wachoffizier unter dem legendären Kommandanten Johann Mohr auf U-124. Leider konnte er den Erwartungen nicht gerecht werden und war auch bei seiner Besatzung wegen verschiedener Vorkommnisse ausgesprochen unbeliebt. Der unter Mohr so erfolgreiche Torpedoschütze versenkte als Kommandant lediglich ein Schiff, erhielt einen Bombentreffer auf dem Achterschiff, der das Boot beinahe versenkt hätte, und musste erleben, dass sein Boot, aufgrund von Sabotage in der Werft, das Auslaufen zur 5. Feindfahrt dreimal hintereinander nach nur einem Tag abbrechen und in den Stützpunkt zurückkehren musste. Dies zog hochnotpeinliche Verhöre durch die Gestapo nach sich und ließ sein Kommando in keinem guten Licht erscheinen. Frustriert und nervlich am Ende nahm Peter Zschech sich während einer Wasserbombenverfolgung am 24. Oktober 1943 das Leben. Er schoss sich in einer kritischen Situation in der Zentrale mit seiner Pistole in den Kopf. Der I.WO, Oblt.z.S. Paul Meyer, übernahm das Kommando, schüttelte die Verfolger letztlich ab und brachte das, vor allem moralisch, nicht mehr einsatzklare Boot zurück nach Lorient.

Neuer Kommandant wurde nun der Reserveoffizier Oblt.z.S Harald Lange. Mit seinen 40 Jahren war Lange einer der ältesten Kommandanten der U-Bootwaffe und es gelang ihm, wie von Dönitz erhofft, die Besatzung und das Boot wieder in einen einsatzfähigen Zustand zu versetzen. Seiner Umsicht ist es zu verdanken, dass nur ein Besatzungsmitglied bei dem Verlust des Bootes, am 4. Juni 1944, sein Leben verlor. Die Kaperung des Bootes war natürlich eine Katastrophe für die U-Bootwaffe, da die neuesten Verschlüsselungsunterlagen etc. am Vorabend der Invasion in der Normandie in die Hände der Alliierten fielen. Das Boot war durch eine sog. "Hunter-Killer-Group", bestehend aus dem Geleiträger USS Guadalcanal und den Geleitzerstörern USS Pillsbury, Chatelain, Flaherty, Jenks und Pope so sehr in Bedrängnis gebracht worden, dass Lange schließlich den Befehl gab, das Boot selbst zu versenken. Er konnte nicht ahnen, dass die US Navy Trainingsprogramme durchgeführt hatte, um in einem solchen Fall ein deutsches U-Boot erbeuten zu können. Da dies gelang, ist U-505 das einzige U-Boot vom Typ IX, das heute noch, gut restauriert und in einem Stück, in einem Museum zu bewundern ist. U-505 verbrachte 404 Einsatztage auf See und versenkte unter drei Kommandanten acht Schiffe mit zusammen 45.005 BRT. Verglichen mit den sehr erfolgreichen Booten erscheint das nicht viel, bedenkt man aber, dass 75 % aller deutschen U-Boote überhaupt nie irgendetwas versenkt haben, sieht das dann schon anders aus.

Technische Daten U-505 zum Zeitpunkt der Erbeutung

Besatzung: 60

Länge ü.a.: 76,76 m Breite max.: 6,76 m Tiefgang: 4,67 m

Verdrängung (Standard): 1540 t Verdrängung (aufgetaucht): 1120 t Verdrängung (getaucht): 1232 t Prüftauchtiefe: 165 m

Antrieb: 2 x MAN 9-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor mit je 2.200 PS, 2 SSW Elektromotore mit je 500 PS Höchstgeschwindigkeit: 18,3 Kn (üW), 7,3 Kn (uW) Reichweite: 13.450 sm bei 10 Kn (üW) 63 sm bei 4 kn (uW)

6 Torpedorohre (4 im Bug, 2 achtern), 22 Torpedos o. 44 Minen Flakbewaffnung: 1 x 3,7 cm FlaK M42U, 2 x 2 cm FlaK 38 Zwilling

Das Modell

Zehn Jahre ist es schon her, dass Revell den Wunsch vieler Modellbauer erhörte und mit dem Typ VII C U-Boot das deutsche Unterseeboot schlechthin als Bausatz in 1:72 realisierte. Dass manches damals nicht so gut wiedergegeben war, störte niemanden so richtig und so verwunderte es auch nicht, dass dieser Bausatz zu einem Topp-Seller in der Geschichte der Firma Revell wurde. Es folgte noch das Typ VII C/41 und dann war erstmal Schluß. Ein anderer Hersteller beackerte das wohl bereitete 1:72er Feld mit einem Umbausatz, sowie Bausätzen des Typs XXIII und II A, doch der Wunsch nach einem weiteren Bausatz von Revell wurde in der Szene immer offener und lauter geäußert. Hingegen kaum jemand rechnete wirklich mit einem Typ IX Boot. Die Vermutungen gingen eher in Richtung des Typ XXI, doch Revell überraschte wohl beinahe alle, als vor gut 1 1/2 Jahren das Typ IXC angekündigt wurde.

Der Bausatz kommt mit einer überschaubaren Teilezahl daher und wurde ohne den Einsatz von gleitenden Formen erstellt, was zwar Probleme bei der Wiedergabe der Form des Vorbilds verursachte, aber den Preis, bei der Größe des Bausatzes, in einem sehr moderaten Bereich hält. Im Vergleich zum Typ VII C ist die Qualitätssteigerung seit 2003 deutlich sichtbar. Die Oberflächengüte ist um einiges höher und die Details sind viel "knackiger". Vorbild für diesen Bausatz war das einzige, in einem Stück erhalten gebliebene U-Boot des Typ IX, nämlich U-505, das in Chicago zu besichtigen ist. Dies hat unerwartete Probleme bei der Auswahl der Bemalungsvarianten nach sich gezogen, doch dazu später mehr. Übrigens hat Revell diesmal nicht den Fehler gemacht, den Restauratoren blind zu vertrauen, wie es beim VII C/41 leider geschehen ist. Nicht alles, was heute in Chicago zu sehen ist, ist originalgetreu.

Rumpf und Deck

Der Rumpf besteht generell aus vier Teilen. Dies hat seinen Grund, denn ansonsten würde der Bausatz nicht in die lange Standard-Box passen. Ausserdem sind ja noch ganz offensichtlich zwei weitere Varianten des Bootes geplant worden, wie nicht nur die in Klammern gesetzte Zusatzbezeichnung dieses Bausatzes "U-505 late" verrät. Dafür war es sicher sinnvoll, den Rumpf aufzuteilen. Drei "Spanten" versteifen den 106 cm langen Rumpf und stützen auch das Deck. Wie schon beim VIIC kann man auch beim Typ IX die Torpedorohre offen oder geschlossen darstellen und zwar nicht nur die Bugtorpedorohre, sondern auch die beiden Heckrohre. Beim "Siebener" fehlt ja leider die Mündungsklappe des Heckrohrs. Die Torpedorohre weisen nur eine geringe Tiefe auf, sodass es empfehlenswert ist, hier mit geeignetem Rohrmaterial Abhilfe zu schaffen, wenn man tiefere Einblicke wünscht.

Die Oberflächen weisen sowohl Nietenreihen und Schweissnähte, als auch Doppelblechstreifen auf. Unlackiert wirken diese Details etwas übertrieben, aber dieser Eindruck verfliegt, wenn man das Modell erstmal mit Farbe versehen hat. Hier noch ein Hinweis: das Original in Chicago weist aufgeschweisste Tiefgangsmarkierungen auf. Diese sind nicht Original, sondern wurden nachträglich von den Amerikanern angebracht! Eine kleine Extrabaugruppe stellt das so genannte Balkongerät unter dem Vorschiff dar. Aufgrund der komplexen Form wurde dieses dreiteilig gestaltet. Hier kam es auf eine sehr gute Passgenauigkeit an, da aufgrund der erhabenen Empfänger-Scheiben Spachteln und Schleifen in diesem Bereich schwierig ist.

Vor dem Zusammenbau des Rumpfes müssen diverse Löcher gebohrt werden. Einerseits für die feste Reling, andererseits für diverse kleine Anbauteile und die Seitenruder. Da die Relinganordnung bei den geplanten Variantenbausätzen unterschiedlich ausfällt, sind die zu bohrenden Löcher nummeriert. Da Revell keine gleitenden Formen verwendet hat, ist der Rumpf im unteren Bereich nicht korrekt wiedergegeben worden. Hier wölben sich die Rumpfseiten nach innen ein und so eine Wölbung hätte sich mit einer normalen Form eben nicht entformen lassen. Das ist zwar schade, hat aber einen nicht geringen Einfluss auf den Verkaufspreis, der ansonsten sicher deutlich höher ausgefallen wäre! Eine Ungenauigkeit hat sich bei der Konstruktion des Deckschwungs eingeschlichen. Eigentlich steigt die Rumpfoberkante in einem sanften Schwung zur Bugspitze hin an. Der Bausatzkonstrukteur hat aber einfach an der passenden Stelle einen Knick eingebaut. Korrekt ist es nicht, aber es fällt nicht wirklich auf und ich zumindest kann damit gut leben.

Das Deck ist dreigeteilt und sehr viel besser detailliert, als das noch beim VII C der Fall war. Alle Details sind sehr viel schärfer herausgearbeitet. So haben beispielsweise die Köpfe der herausziehbaren Poller auch die korrekte Tropfenform. Sogar an die Unterwasser-Tastmarkierungen für Rettungstaucher wurde gedacht (das sind die erhabenen Kreise mit dem Kreuz drinnen). Wer eventuelle Abweichungen der Deckdetails zu irgendwelchen Zeichnungen feststellt, dem sei gesagt, dass die Boote in der Deckauslegung sehr unterschiedlich waren und sich manchmal selber nicht mehr ähnelten, als der Krieg zu Ende war, da sie ständig modernisiert und umgebaut wurden. Aufgrund der unterschiedlichen Bausatzvarianten, die Revell geplant hat, gibt es ein paar einzusetzende Bauteile wie zum Beispiel einen Lukendeckel auf dem Bug (Achtung! Da drunter ist kein Eingang ins Bootsinnere!).

Anders als beim VII C sind die Stangen bzw. Bootshaken, die beim An- und Ablegen halfen, auf dem Deck angegossen. Mit dieser Lösung kann man nicht so richtig glücklich sein. Auf dem Vor- und dem Achterschiff werden noch zwei Spills und natürlich nur auf dem Achterdeck das Achterlicht und die beiden Dreibeine der Netzabweiserkabel montiert.

Ruder und Antriebsanlage

Zu diesem Bereich gibt es nicht viel zu sagen, außer dass die Propeller deutlich besser getroffen sind als oftmals üblich. Leider muss man hinter den Blättern produktionsbedingte Vertiefungen auffüllen, was nicht so richtig gut geht, aber das war es dann auch.

Der Turm und die FlaK-Waffen

Dies ist der Bereich, der am meisten Bastelarbeit erfordert. U-505 verfügt über einen Turm mit doppeltem Wintergarten und verstärkter FlaK-Bewaffnung, dem sogenannten Turm IV und nicht etwa dem Turm III, wie im Revell-Text genannt. Im vorderen, überdachten Bereich des Turms gibt es eine Darstellung des Überwasserfahrstandes sowie das gegabelte Sprechrohr. Sowohl die Innenwände der Brücke als auch der Sehrohrblock sind mit der Darstellung der Holzlatten-Verkleidung, sowie heruntergeklappten Sitzen, versehen. Für das Turmluk gibt es dieses Mal ein Handrad. Beim 'Siebener' hätte man das Luk, in Ermangelung eines solchen, weder öffnen noch schließen können. Korrekterweise müssten es eigentlich zwei Handräder sein, eines für außen und eines für innen. Man kann sich aber behelfen, indem man eines der überzähligen Handräder der 3,7 cm FlaK (Bauteil Nr. 52) umwidmet. Man muss nur den Handgriff abschneiden und fertig. Der Verriegelungsmechanismus im Inneren des Luks fehlt dann trotzdem, aber man kann eben nicht alles haben!

Wie beim gesamten Bausatz sind auch an den FlaK-Waffen deutliche Verbesserungen bei der Darstellung gegenüber der VIIC festzustellen. Auch hier sind alle Details deutlicher ausgearbeitet. Wer mag, kann aber auch hier wieder auf die gedrehten Rohre von Robert Schatton zurückgreifen, der nicht nur die Rohrwaffen anbietet, sondern auch wieder gedrehte Periskope speziell für diesen Bausatz angefertigt hat. Leider hat sich bei der 3,7 cm FlaK ein Fehler eingeschlichen. Die Halterungen der beiden Sitze sind an den beiklappbaren Seitenteilen des Schutzschildes befestigt und nicht an der Lafette. Mit etwas Eigenleistung und etwas Plastikrundstabmaterial kriegt man das aber hin.

Bei der Darstellung der Radar-Antennen stösst Revell aber an Grenzen des Machbaren. Sowohl die Bali-Antenne, die ja eigentlich einer "Maschendraht-Trommel" gleicht und hier massiv ausgeführt ist, als auch die "Matratzen -Antenne" des FuMO 30 in Kombination mit dem FuMB 4 "Samos" (mit den Dipolen der FuMB Antenne 5 "Samoa") sind natürlich in Plastikspritzguss nicht besonders gut wiederzugeben. Hier müssen Fotoätzteile "ran".

Von den Periskopen ist nur das achtere Nacht-Luftzielsehrohr zu gebrauchen. Der Kopf des Angriffsehrohrs ist leider viel zu groß, aber, wie schon geschrieben, gibt es bereits Ersatz von Schatton. Übrigens: in Bauabschnitt 45 soll ein Stab aus einem Stück Gussast gezogen und dann am achteren Periskop angeklebt werden. Dieser Stab dient für die Anbringung der Flaggen. Beim Original hatten die Amerikaner einfach irgendein krummes Rohr dafür verwendet und am Sehrohr mit Draht "angetüddelt". Man könnte also auch einfach ein dünnes Messing-Röhrchen dafür verwenden. Auch in die Turmseitenwände müssen noch ein paar Löcher für die Leitersprossen gebohrt werden, aber auch das ist keine Hürde.

Bemalung und Abziehbilder

Die Bemalung des Bootes entspricht dem Standard zu dieser Zeit. Sehr dunkelgraues Unterwasserschiff, relativ hell-blaugraues Überwasserschiff und dunkelgrauer Turm. Alle von oben sichtbaren Flächen, also auch die Oberseite der Kompass"nase" und des Wellenabweisers, waren schwarz. Wer U-505 zur Zeit seiner Erbeutung darstellen möchte, hat einiges an Verwitterungsarbeit zu leisten, denn das Boot war sehr stark verwittert. Das Holzdeck ausgebleicht, die Farbe von den Metallteilen des Decks abgeblättert. Am Turm zeigten sich großflächige weiße Ausblühungen. Der Beschuss nach dem Auftauchen hat ebenfalls Spuren hinterlassen. Diverse Löcher zeugen noch heute davon, da sie am Museumsboot nicht ausgebessert worden sind.

Tatsächlich lässt sich nur U-505 mit diesem Bausatz mit einiger Sicherheit korrekt darstellen. Als ich die Decalrecherche für Revell durchführte, konnte ich kein weiteres Boot finden, das vom Bau- und Rüstzustand her mit U-505 identisch war. Entweder hatten die anderen in Frage kommenden Boote eine andere FlaK-Bewaffnung, oder sogar noch ihr Decksgeschütz, oder sie hatten bereits einen Schnorchel, oder keine angesetzte Kompassnase mehr, oder, oder, oder. Vom Flutschlitzmuster her, kommen allerdings folgende Boote grundsätzlich in Frage: U-68, U-125 -131, U-153 -158 und U-503 -512. Etwas Unsicherheit besteht bei der Farbe des Wappenschildes. In dem einschlägig bekannten Buch von Georg Högel, Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939 - 1945, wird die Grundfarbe des Schildes mit "Rot" angegeben und es gibt daran eigentlich keine Zweifel. Auf den wenigen Farbaufnahmen, die von der Kaperung gemacht worden sind, ist aber kein bisschen Rot zu erkennen. Ob das Rot aus Tarnungsgründen übermalt wurde, oder ob das Schild nie rot war, kann heute wohl keiner mehr mit Bestimmtheit sagen, es sei, denn es taucht ein besseres Farbfoto auf. Ich habe die Decals von AMP verwendet.

Nach der Sicherung des Bootes haben die Sieger nicht nur ihre Flagge gehisst, sondern auch mit einem kleinen bisschen "Voodoo-Zauber" versucht, dem Versuch, das Boot quer über den Altantik zu schleppen, ein wenig nachzuhelfen. Zu diesem Zweck schrieben sie, vermutlich mit roter Farbe, den Spruch: "Can-Do Junior" an die Stirnseite des Turmes, was so viel heißen soll wie: "Du schaffst das schon, Junior!" Mit 'Junior' ist natürlich U-505 gemeint und 'Can-Do' ist das Motto der USS Guadalcanal. Revell liefert diesen Spruch ebenso wie zwei verschieden große US-Flaggen, wie man sie auf den historischen Fotos erkennen kann. Natürlich gibt es auch eine "entschärfte" Reichskriegsflagge sowie einige Versenkungswimpel, die man im Grunde für dieses Model aber gar nicht benötigt, da das Boot in dieser Konfiguration ja keine Schiffe mehr versenkt hat. Unbrauchbar sind die Tiefgangsmarkierungen. Die haben mit der Realität nichts gemein. Es sind nämlich nur vier Skalen anstatt der benötigten sechs und darüber hinaus sind die Nummern zweistellig anstatt einstellig ausgeführt! Da es bereits ein Korrektur-Set von Accurate Model Parts gibt, das ich auch verwendet habe, ist dies aber kein großes Problem.

Fazit

Revell ist mit diesem Bausatz ein ganz großer Wurf gelungen. Egal ob der Rumpf die beschriebenen Schwächen aufweist oder nicht, egal ob die Radar-Antennen nicht filigran genug sind; so einen Bausatz muss man zu so einem Preis erst einmal hinkriegen. Kein Zweifel, die "after-market" Industrie rotiert bereits und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es Fotoätzteile aller Art, Zubehör und Korrektur-Sets aus Resin, usw., usw., geben wird. Schon jetzt gibt es ja die ersten drei Figuren-Sets von Hecker & Goros und die gedrehten Rohre und Periskope von Robert Schatton. CMK arbeitet bereits an Exterieur- und Interieur-Sets und Eduard hat bereits drei Sets mit Ätzteilen herausgebracht.

Dieser Bausatz wird sicher wieder ein Bestseller und ich bin jetzt schon auf die Modelle gespannt, die man auf Ausstellungen und im Internet bald wird sehen können.

Olaf Krabbenhöft

Wir danken Revell für das Besprechungsmuster