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NNT: Dänisches Unterstützungsschiff Absalon (1/700) Drucken
Montag, 24. Juni 2013 um 06:30

Deckelbild

Modell: L16 HDMS Absalon
Hersteller: NNT
Maßstab: 1/700
Material: Resin, Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 70040
Preis: 77 €

Das Original

Das dänisches Unterstützungsschiff Absalon ist das Typschiff seiner Klasse, die die Minenleger der Falster-Klasse ersetzt. Der Entwurf der Absalon-Klasse, auch STANFLEX 3500 genannt, ist bisher einmalig: die Auslegung der Schiffe ähnelt heutigen Mehrzweckfregatten und tatsächlich verfügen sie auch über eine entsprechende Bewaffnung, die gegen Schiffe, Flugzeuge, Landziele und U-Boote eingesetzt werden kann. Allerdings haben die Schiffe auch ein Mehrzweckdeck, das über eine seitliche Laderampe beladen werden kann. Hier können wahlweise 130 Personen (z.B. Marineinfantrie), 55 Fahrzeuge inklusive bis zu sieben Kampfpanzer (Leopard II), 300 Minen, Minenräumgerät oder ein Lazarett für 40 Personen untergebracht werden. Über eine Heckklappe können zwei Landungsboote des Typs SRC90E ausgebracht werden. Damit können die Schiffe wahlweise als Führungsschiffe, Minenleger, Minenräumer, Hospitalschiffe, logistische Unterstützungsschiffe oder im strategischen Seetransport (Landungsschiffe) eingesetzt werden.

Zwei Schiffe, Absalon und Esbern Snare, wurden gebaut, die als L16 bzw. L17, d.h. als Landungsschiffe, klassifiziert sind. Aktuell werden gerade die drei Flugabwehrfregatten der Iver Huitfeldt-Klasse für die dänische Marine gebaut, die einen ähnlichen Rumpf wie die Absalon-Klasse hat, allerdings ohne das Mehrzweckdeck und dafür mit einer Waffen- und Radarausstattung, die der deutschen Sachsen-Klasse (F124) und der niederländischen De Zeven Provinciën-Klasse (LCF) ähnelt.

Die Absalon ist 137 m lang, 19,5 m breit und verdrängt 6600 t. Der Antrieb erfolgt über zwei Diesel, die insgesamt 22 300 PS leisten, womit 24 kn erreicht werden. Die Stammbesatzung umfasst 100 Personen, Unterbringungen für weitere 70 Leute sind vorhanden (sowie optional Unterbringungen für weitere 130 auf dem Mehrzweckdeck).

Bewaffnung
1 x 12,7 cm L/62 cal Mk 45 Mod 4-Geschütz
2 x 3,5 cm Mk M/04 Millennium GDM-008-Nahbereichsabwehrgeschütze
7 x 1,27 cm MGs
4 Harpoon-Vierfach-Antischiffs-Raketenstarter (optional)
2 Mk 56 Zwölffach-Flugabwehrstarter für ESSM (optional, auch drei möglich)
4 Stinger Lv M/93-Flugabwehrraketenstarter
4 x 32,4 cm Mk 32 Mod 14-Torpedorohren (zwei Zwillingsrohre für MU-90-Torpedos)
2 Westland Lynx Mk 90B oder zwei Agusta-Westland EH-101 Bordhubschrauber

Die Absalon wurde von 2003-04 von der Odense Staalskibsværft gebaut. Ihr Heimathafen ist Frederikshavn. Sie war wiederholt im Indischen Ozean im Einsatz, wo sie sehr erfolgreich im Kampf gegen Piraten war.

Der Bausatz

Der Bausatz ermöglicht den Bau eines Wasserlinienmodells. Der Rumpf gibt die Abmessungen und die Form gut wieder (Anmerkung des Autors: der jetzt im Bausatz enthaltene Rumpf ist makellos). Alle Öffnungen seitlich und am Heck des Rumpfs sind offen dargstellt. Dadurch können mittschiffs die Beiboote gezeigt werden, während am Heck beide Klappen offen dargestellt werden können. Die mittlere Klappe am Heck dient zur Beladung des Mehrzweckdecks u.a. mit Fahrzeugen, die kleinere, an Backbord daneben u.a. zum Ausbringen der Landungsboote des Typs SRC90E. Die RoRo-Rampe (siehe hier und hier) bzw. den Kran zum Ausbringen der SRC90E (siehe hier) müsste man aber selbst ergänzen.

Der Großteil der Aufbauten ist bereits an den Rumpf angegossen, lediglich die beiden Masten sind extra gegossen:

Die restlichen Teile sind schön detailliert. Ein Teil des Hubschrauberlandedecks besteht aus einem extra "Deckel" des offenen Mehrzwecksdecks darunter (siehe oben links), bei dessen Montage eventuell Spachtelarbeiten anfallen. Da aber die Details des Flugdecks, z.B. das Gitter für die Harpune der Bordhubschrauber, durch ein Abziehbild dargestellt werden, dürfte dies unproblematisch sein. In Bezug auf die Details sind z.B. die Mk 56-Starter für die ESSM (oben Mitte) und die Harpoon-Starter (oben rechts) hervorzuheben. Letztere sind nur jeweils mit zwei Rohren bestückt - so wie Absalon 2012 ausgerüstet war, als sie Kiel besuchte (siehe z.B. hier). Bei den CEROS-200-Feuerleitradargeräten (Teil 34) könnte man noch eine V-förmige Empfängerantenne ergänzen (siehe hier). Im Bausatz sind auch zwei Storebro SB90E/SRC90E/LCP-Landungsboote enthalten (Teil 4, rechts unten), die nur sichtbar sind, wenn man die entsprechend Heckklappe geöffnet darstellt.

Der Westland Lynx Mk 90B-Bordhubschrauber - bisher habe ich nur Fotos gefunden, die eine Lynx an Bord der Absalon zeigen, noch keine mit AW101 - ist schön detalliert und enthält den Bugradar, über den die dänischen Maschinen verfügen (siehe z.B. hier). Die dänischen AgustaWestland AW101 (siehe z.B. hier) gehören zur Luftwaffe, würden also wohl nur als Truppentransporter an Bord kommen. AW101 im Maßstab 1/700 gibt es von WEM (Westland Merlin, AS 7107) und Orange Hobby (AgustaWestland EH-101, N07-027).

Die Fotoätzteile

Die Fotoätzteile beinhalten die Rolltore, hinter denen die Beiboote gelagert werden, Flaggstengen, Fangnetze für das Hubschrauberlandedeck sowie Rotoren für den Lynx-Hubschrauber.

Experten können noch Niedergänge ergänzen - und eventuell die Reling um die kleine Plattform hinter dem Fockmast sowie am vorderem und hinteren Ende des achteren Aufbaus (allerdings sind letztere selbst bei Nahaufnahmen gerade noch sichtbar).

Abziehbilder

Die Abziehbilder umfassen die Markierungen für das Hubschrauberlandedeck, Kennnummern, Markierungen für die Lynx sowie Flaggen. Kennnummern liegen sowohl für Absalon (L16) als auch das Schwesterschiff Esbern Snare (L17) bei. Bei den Markierungen für den Hubschrauber sind nur Abziehbilder für eine Seite enthalten, weshalb der Hersteller zwei Bögen beilegt.

Die Anleitung

Die Anleitung umfasst einen Abschnitt über die Geschichte und die technischen Daten der Absalon, eine Übersicht über die enthaltenen Teile sowie als Anleitung ein zusammengebautes Modell, auf dem die einzelnen Teile markiert sind.

Wegen der übersichtlichen Zahl der Bauteile sollte der Zusammenbau möglich sein, aber insbesondere bei den Masten dürften Vorbildfotos hilfreich sein (siehe Fotogalerie Teil 1 und Teil 2). Angaben über die Bemalung fehlen in der Anleitung. Der Urmodellbauer empfiehlt WEMCC US13. Auch hier sei auf die Fotos verwiesen. Die Positionierung der Abziehbilder ist mir nicht in allen Fällen klar. Nr. 10 würde ich an der Brückenfront hinter dem 3,5 cm-Geschütz anbringen (siehe hier).

Quellen

Fazit

NNT ist zur der Vorbildwahl zu gratulieren: einer der interessantesten, am schwersten zu klassifizierenden Neubauten (Landungsschiff mit dem Aussehen, Ausrüstung und Bewaffnung einer Fregatte, das als Minenleger eingesetzt werden kann...) des letzten Jahrzehnts einer europäischen Marine ist jetzt im Maßstab 1/700 baubar. Der Bausatz ist sehr gut detailliert und auch sehr komplett. Die Anleitung könnte dagegen etwas übersichtlicher sein. Der Bausatz ist nach einer Überarbeitung des Herstellers

alt uneingeschränkt empfehlenswert

Lars